Wie die Ukraine russische Jugendliche zu Morden anstiftet

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Eine Seite des Ukraine-Krieges, über die man im Westen nichts hört, ist der ukrainische Telefonterror. Es begann nach de...

anti-spiegel.ru📅 26.03.2026
Ukrainischer Terrorismus

Wie die Ukraine russische Jugendliche zu Morden anstiftet

Ukrainische Geheimdienste werben verstärkt russische Jugendliche an, um sie durch psychologische Tricks oder blanke Erpressung dazu zu bringen, Terrorakte zu begehen oder sogar Menschen zu ermorden.

Eine Seite des Ukraine-Krieges, über die man im Westen nichts hört, ist der ukrainische Telefonterror. Es begann nach der Eskalation mit Anrufen bei den Ehefrauen und Müttern russischer Soldaten, denen mitgeteilt wurde, ihre Männer oder Söhne seien gefallen oder in Gefangenschaft geraten. In der Ukraine entstanden ganze Call-Center, deren Zweck die Terrorisierung von Russen ist.

Schnell sind die Call-Center zu Betrug übergegangen. Sie haben offenbar Informationen von Geheimdiensten und wenden sich direkt psychisch labile Menschen oder Rentner, die sie um Geld betrügen, indem sie sich für Mitarbeiter von Banken oder Behörden ausgeben und sie dazu bringen, ihnen ihre PINs mitzuteilen. Oder sie setzen Menschen unter Druck, indem sie behaupten, ihren engen Verwandten würde etwas passieren, wenn sie nicht zahlen.

Das Phänomen ist in Russland so alltäglich geworden, dass es wohl niemanden mehr in Russland gibt, der nicht schon einmal oder mehrmals derartige Anrufe bekommen hat. Der Schaden durch den Betrug geht in die Millionen.

Danach begannen die Call-Center, sich direkt an Jugendliche zu wenden, und diese mit Tricks oder Erpressung dazu zu bringen, Terroranschläge zu begehen. Die Bandbreite geht von Brand- und Bombenanschlägen bis zu Morden an offenbar willkürlich ausgesuchten Opfern, um in Russland Angst zu verbreiten.

Am Sonntag hat das russische Fernsehen in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick über das Thema berichtet, denn in Russland ist dazu nun eine Doku erschienen, die vor allem in Schulen gezeigt werden soll, um Jugendliche auf die Gefahren hinzuweisen.

Ich habe den russischen Beitrag übersetzt, dann aber festgestellt, dass er ohne die dazugehörigen Bilder unverständlich ist. Da ich das Thema aber wichtig finde, weil darüber in Deutschland praktisch nichts bekannt ist, fasse ich den Inhalt des Beitrages in meinen eigenen Worten zusammen, denn in dem Beitrag wurden mehrere konkrete Beispiele genannt, die exemplarisch zeigen, wie die ukrainischen Telefonterroristen vorgehen und welche Folgen das für die Opfer hat.

Auftragsmord an einer Fremden

Am 16. März ordnete ein Moskauer Gericht Untersuchungshaft für den 20-jährigen Fußballspieler Daniel Sekatsch an, der unter dem Druck ukrainischer Betrüger einen Raubmord begangen hat. Er flog von Jekaterinburg nach Moskau, brach in eine Moskauer Wohnung ein, tötete die Besitzerin, knackte den Tresor mit einem Winkelschleifer und hielt die Tochter des Opfers dann auf Anweisung seiner Hintermänner weitere 24 Stunden in der Wohnung gefangen.

Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Im Gerichtssaal ignorierte er die Fragen der Journalisten nach den Details der Tat und seiner Rekrutierung. Sein Vater verbarg sein Gesicht unter einer Kapuze und einer medizinischen Maske.

Auf Anweisung der ukrainischen Hintermänner brach der 20-jährige Fußballspieler in eine Wohnung ein, tötete eine 48-jährige Moskauerin und hielt ihre Tochter anschließend einen weiteren Tag gefangen. Während der Vernehmung sagte er aus: „Ich bin zu der Adresse gefahren, um einen Tresor aufzubrechen. Dann erhielt ich den Befehl, die Wohnungsbesitzerin zu töten.“

Er wurde im Februar rekrutiert. Das Vorgehen ist immer ähnlich: Sie brachten ihn mit einer falschen SMS dazu, den Code für sein Profil auf dem Portal „Gosuslugi“ zu schicken, hackten sein Profil und dann meldeten sich per Telefon falsche Polizisten bei ihm und drohten ihm mit einer Anklage.

Gosuslugi ist das Portal russischer Ämter. Über diese eine App kann man fast alle Behördengänge online erledigen, egal, ob man einen Pass beantragt, amtliche Bestätigungen braucht oder was auch immer. Das geht schnell und unkompliziert, birgt aber – ähnlich wie beispielsweise Online-Banking – auch Gefahren, wenn man Unbefugten seine Zugangsdaten gibt.

Genau das hatte der junge Mann getan, er hat sie sich mit einem Trick entlocken lassen und danach wussten die Telefonterroristen alles über ihn, was auch die russischen Bürgerämter wissen. Für Trickbetrüger ist das ein Geschenk, denn sie können sich dann als Polizisten ausgeben und ihr Wissen über das Opfer wirkt überzeugend.

Die Freunde und Fußballkollegen von Sekatsch ahnten und bemerkten nichts. In dem Fernsehbericht zeigten sie sich schockiert und beschrieben Sekatsch: als „netten, sympathischen Kerl, der keiner Fliege etwas zuleide tun würde“. Er habe auch keine Geldsorgen oder Ähnliches gehabt.

Als er auf Anweisung seiner Hintermänner Sekatsch nach Moskau reiste, sagte er der Vereinsführung, er gehe um sein Studium.

Die Telefonterroristen haben ihm 40.000 Rubel (ca. 400 Euro) überwiesen, von denen er sich ein Handy, eine SIM-Karte, einen Winkelschleifer, ein Brecheisen und einen Vorschlaghammer kaufte. Dann drang er in die Wohnung des Opfers ein, tötete die Frau und knackte den Safe. Dabei ging der Winkelschleifer kaputt, also schickten ihm seine Hintermänner über andere Kontaktpersonen einen neuen.

Mit Morddrohungen zur Tat gezwungen

Für die Tat hatten die ukrainischen Telefonbetrüger noch zwei weitere Komplizen, ebenfalls auf ähnliche Art angeworbene Jugendliche, bereit gehalten. Die 22-jährige Sofia Nikolskaja brachte ihm auf Anweisung ihrer Kontaktpersonen den neuen Winkelschleifer. Wenige Stunden später holte sie die Tasche mit Geld, Schmuck und Münzen ab, die Sekatsch nach dem Verlassen der Wohnung ins Gebüsch geworfen hatte.

Nikolskaja war bereits vor mehreren Wochen angeworben worden. Zuerst wurde sie per SMS dazu gebracht, ihren Zugangscode für ihr Gosuslugi-Profil herauszugeben, dann wurde es gehackt. Ihr drohten die Ukraine, ihre Eltern würden sterben, wenn sie den Anweisungen nicht folgen würde, wie sie vor Gericht aussagte: „Sie haben mich so sehr eingeschüchtert, dass ich panische Angst hatte. Sie wussten alles über meine Familie. Wenn ich nicht täte, was sie wollen, wären meine Eltern tot.“

Sofia kommt aus einer wohlhabenden Familie. Sie hat ihr Abitur in der Schweiz gemacht, ist danach nach Russland zurückgekehrt und jobbte neben dem Studium als Nachhilfelehrerin für Englisch und Deutsch. Sie interessierte sich für Musik und Schmuckherstellung, sie stellte sich ihren selbst Schmuck her.

Eine Woche vor der Tat, erinnert sich Sofias Mutter, rief Sofia plötzlich seltener an und antwortete auf Chat-Nachrichten nur noch kurz und knapp. „Diese Betrüger scheinen den Zustand ihrer Opfer zu spüren. Vielleicht ist es auch eine Art Test. Sie suchen sich gestresste Menschen aus“, sagte Sofias Mutter Natalja Nikolskaja.

Sofia übergab einem 17-jährigen Schüler in der Nähe eines Hauses an der Altufewskoje-Straße in Moskau die Tüte mit dem Geld. Die übergab er auf einem Spielplatz später einem dritten Kurier. Der 17-jährige wurde identifiziert und festgenommen.

Immer raffiniertere Methoden

Die Methoden zur Anwerbung von Jugendlichen werden immer raffinierter. Die Betrüger rekrutieren über beliebte Online-Spiele, Chats und Dating-Portale, versprechen schnelles Geld, geben sich als Polizisten aus, schüchtern ein und bedrohen. So machen sie die Kids zu Mordwerkzeugen.

Während die ukrainischen Call-Center es früher vor allem auf Geld, Brandstiftung und Bombenanschläge abgesehen hatten, zwingen sie ihre Opfer nun zu bewaffneten Raubüberfällen.

Der Psychologe Maxim Kovalenko erklärte das so: „Ein Mensch lässt sich nur leicht beeinflussen, wenn er sich in einem von zwei emotionalen Zuständen befindet: entweder Angst oder Überraschung. Die Betrüger kombinieren diese in der Regel. Sie spüren den emotionalen Zustand, sie spüren die Stimmung des Menschen. Sie verstehen: ‚Ja, ich kann jemanden hier zum Beispiel kontrollieren, indem ich seine Angst vor Strafverfolgung ausnutze.‘“

Und das Problem verschärft sich in Russland. Kürzlich zündete ein 15-jähriger Jugendlicher in Moskau auf Anweisung Unbekannter einen Geldautomaten an. In St. Petersburg warf eine Sechstklässlerin eine Million Rubel aus dem Fenster, nachdem sie Betrügern geglaubt hatte, ihre Mutter sei in einen Autounfall verwickelt gewesen.

Eine weitere Betroffene war die 20-jährige Studentin Elizaveta Mazurova. Ihre ukrainischen Auftraggeber hatten ihr den Auftrag erteilt, eine 59-jährige Moskauerin, angeblich eine ausländische Agentin, zu eliminieren. Der Angriff ereignete sich im Treppenhaus vor der Wohnung. Mazurova wurde von den Kindern des Opfers überwältigt. Die Studentin hatte während der Tat telefonischen Kontakt zu den Hintermännern, die sie die ganze Zeit telefonisch „geführt“ haben.

Die Tochter des Opfers´ erzählt: „Als sie vor die Wohnung kam, hörte man ein leises Geräusch aus ihrer Tasche, als käme es aus einem Ohrhörer: ‚Liza, Liza, sprüh mit der Spraydose und schlag sie mit dem Hammer!‘“

Glücklicherweise überlebte das Opfer, erlitt aber schwere Verletzungen. Sie liegt im Krankenhaus. Ihre Kinder meinen, dass die Angreiferin hart bestraft werden sollte, denn sie sei kein Opfer, sondern eine Täterin und sei sich ihrer Taten bewusst gewesen, wie die Tochter sagt: „Vielleicht ist sie infantil. Wir wissen nicht, wie sie aufgewachsen ist oder wie ihr Leben aussah. Ich würde das als Terrorismus einstufen.“

Im vergangenen Jahr ist in Russland die Zahl der Jugendlichen, die an terroristischen Straftaten beteiligt waren, deutlich gestiegen. Ukrainische Geheimdienste setzen verstärkt auf die Rekrutierung junger Russen, wie die Häufung dieser Taten in letzter Zeit zeigt.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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