Was Putin zu den Vorwürfen aus Europa über angebliche russische Cyberangriffe und Sabotageakte sagt

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Es ist zu einer Tradition geworden, dass Putin sich im Zuge des Petersburger Wirtschaftsforums stundenlang den Fragen de...

anti-spiegel.ru📅 08.06.2026
Putin im O-Ton

Was Putin zu den Vorwürfen aus Europa über angebliche russische Cyberangriffe und Sabotageakte sagt

Im Zuge des Petersburger Wirtschaftsforums ist es Tradition, dass sich Präsident Putin stundenlang den Fragen internationaler Journalisten stellt. Dabei wurde Putin nach den Vorwürfen aus Europa gefragt, Russland würde in Europa Cyberangriffe und Sabotageakte verüben.

Es ist zu einer Tradition geworden, dass Putin sich im Zuge des Petersburger Wirtschaftsforums stundenlang den Fragen der international wichtigsten Nachrichtenagenturen stellt. Der Anti-Spiegel übersetzt danach die Fragen und Antworten, die für das deutsche Publikum interessant sind.

Ich übersetze hier eine Frage nach den Vorwürfen aus Europa, Russland würde in Europa Cyberangriffe und Sabotageakte verüben, und Putins Antwort darauf.

Jordan: Noch eine Frage zu Russlands Beziehungen zu seinen europäischen Nachbarn. Die Associated Press berichtete, dass seit 2022 Hunderte Fälle illegaler Aktivitäten in Europa beobachtet wurden. Und diese Aktionen stehen in Verbindung mit Russland.
Putin: Russische Aktionen in europäischen Ländern?
Jordan: Ja, genau. Aktionen Russlands und seiner Verbündeten. Aktionen wie Sabotage, Attentatsversuche, Cyberangriffe und Einflussoperationen. Westliche Politiker sagen, dies sei nur die Spitze des Eisbergs und nur das, was bisher bewiesen oder aufgedeckt wurde.
Bedeutet das, dass Russland bereits Krieg gegen den Westen führt, oder besteht die Gefahr einer Eskalation?
Putin: Das bedeutet nur eines. Es bedeutet lediglich den Versuch bestimmter westeuropäischer Politiker, ihre aggressiven Pläne gegen die Russische Föderation umzusetzen.
Sie spracen über irgendwelche Versuche von Cyberangriffen, anderen Versuche und so weiter, und Sie betonten, dass es, wie Sie sagten, nur um bewiesene, identifizierte Fakten geht. Na und? Nennen Sie mir wenigstens einen bewiesenen Fakt. Was sagte eine der Ministerpräsidentinnen? Sie sagte: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit.“

Kondraschow (Moderator): Highly likely.
Putin: Highly likely. Alles, was Sie gesagt haben, ist Highly likely. Wo ist denn auch nur ein einziger Fakt? Nein, es gibt keinen einzigen. Das bedeutet, dass kein Interesse daran besteht, mit Russland als gleichberechtigtem Partner zu sprechen. Aber es wird geschehen müssen, wir haben es nicht eilig. Selbst wenn man neun schwangere Frauen zusammenbringt, wird das Baby, wie wir wissen, nicht inm nächsten Monat geboren. Die Situation muss reifen. Ich denke, genau darauf läuft es hinaus. Mir scheint, sie reift allmählich.
Wir, ich wiederhole es, sind bereit. Wir müssen diese gegenseitigen Beschuldigungen beenden. Und wenn die Europäer mit uns zusammenarbeiten wollen, dann sollen sie ihre koloniale Denkweise aufgeben und Russland als gleichberechtigten Partner begegnen, um gemeinsam mit uns Lösungen zu finden. Wir sind bereit, uns mit den, wenn auch sehr schwierigen, Problemen auseinanderzusetzen, die im Interesse Russlands und unserer europäischen Partner gelöst werden müssen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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