Warum der Streit zwischen Selensky und Orban eskaliert und wie der Spiegel darüber desinformiert

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Was zwischen dem ukrainischen Machthaber Selensky und dem ungarischen Ministerpräsidenten Orban derzeit abläuft, scheint...

anti-spiegel.ru📅 06.03.2026
Morddrohungen und verdächtiges Geld

Warum der Streit zwischen Selensky und Orban eskaliert und wie der Spiegel darüber desinformiert

Selensky hat eine offene Morddrohung gegen Orban ausgesprochen. Daraufhin wurde in Ungarn ein ukrainischer Geldtransporter mit ca. 80 Millionen Euro in bar unter dem Vorwurf der Geldwäsche beschlagnahmt. Was hinter der Geschichte steckt und was der Spiegel darüber alles verschweigt.

Was zwischen dem ukrainischen Machthaber Selensky und dem ungarischen Ministerpräsidenten Orban derzeit abläuft, scheint aus einem Drehbucht für einen Film zu stammen, dessen Handlung so absurd ist, dass kein Studio den Film machen würde. Aber es passiert in der Realität, was einmal mehr zeigt, dass das Leben oft verrückter ist, als der die unglaublichsten Filme. Worum geht es also?

Die Vorgeschichte

Das Verhältnis zwischen Ungarn und der Ukraine ist schon sehr schlecht. Einer der Gründe dafür ist die Unterdrückung der ungarischen Minderheit in der Ukraine und die Kiewer Bemühungen, sie zwangsweise zu ukrainisieren. Und dass Orban als fast einziger Regierungschef der EU Widerstand gegen die ruinöse Unterstützung der Ukraine in ihrem verlorenen Krieg leistet, kommt natürlich hinzu.

Ende Januar hat die Ukraine die Lieferungen von russischem Öl durch die Druschba-Pipeline eingestellt, die von Russland durch die Ukraine nach Europa verläuft und durch die früher auch Deutschland mit billigem russischem Öl versorgt wurde.

Heute beziehen in der EU nur noch Ungarn und die Slowakei das russische Öl und haben sich dafür Ausnahmen bei den Russland-Sanktionen der EU ausgehandelt. Beide verarbeiten das Öl in eigenen Raffinerien, die die beiden Länder mit billigem Benzin und anderen Ölprodukten versorgen, weshalb die Energiepreise in Ungarn beispielsweise nicht nennenswert gestiegen sind, während sie in der restlichen EU nach der Absage an billige russische Energieträger explodiert sind.

Kiew behauptet, die Pipeline sei beschädigt, was Ungarn und die Slowakei bestreiten. Der slowakische Ministerpräsident Fico hat Journalisten sogar Satellitenbilder gezeigt, die bestätigen, dass die Pipeline unbeschädigt ist. Einer Expertengruppe der EU, die die angeblichen Schäden an der Pipeline begutachten sollte, hatte die Ukraine zuvor die Einreise verweigert.

Die EU setzt sich trotz Anfragen aus Ungarn und der Slowakei nicht für eine Öffnung der Pipeline ein, weshalb die beiden Länder gezwungen waren, ihre nationalen Ölreserven anzuzapfen, um den Betrieb ihrer Raffinerien aufrechtzuerhalten. Außerdem hat die Slowakei als Reaktion auf den Kiewer Ölboykott die Stromlieferungen und Ungarn die Lieferungen von Diesel an die Ukraine eingestellt.

Der Grund für den Kiewer Ölboykott sind die Wahlen, die Anfang April in Ungarn stattfinden. Kiew und Brüssel wollen, dass Orban die Wahl verliert und der Brüssel- und Ukraine-freundliche Oppositionskandidat gewinnt. Dafür sind sie bereit, in Ungarn – und als „Kollateralschaden auch in der Slowakei – eine Energiekrise zu provozieren.

Daraufhin hat Ungarn sein Veto gegen alle Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen der EU eingelegt und angekündigt, dies beizubehalten, bis Kiew die Pipeline wieder öffnet. Das ist für Kiew besonders schmerzhaft, weil Kiew das Geld ausgeht und es dringend die erste Auszahlung aus dem 90-Milliardenkredit braucht, den die EU Kiew zugesagt hat, nachdem es der EU-Kommission im Dezember nicht gelungen ist, in der EU eine Mehrheit für die in Europa eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu organisieren.

Selensky hat am Donnerstag auf einer Sitzung seiner Regierung übrigens erstmals offen gesagt, dass die Pipeline aus politischen Gründen geschlossen ist, und er hat die Auszahlung der 90 Milliarden zur Bedingung für die Öffnung der Pipeline gemacht. Allerdings werde die angeblich nötige Reparatur noch einen oder anderthalb Monate dauern, daher werde die Pipeline vorher nicht geöffnet, so Selensky weiter.

Damit hat Selensky offen gesagt, dass er die Pipeline nicht vor der Wahl in Ungarn, die am 12. April stattfindet, öffnen will, was bestätigt, dass es dabei tatsächlich darum geht, die Wahl in Ungarn gegen Orban zu beeinflussen.

Selenskys Morddrohung an Orban

Am Donnerstag hat Selensky auf der Sitzung seiner Regierung auch gesagt:

„Wir hoffen, dass kein Subjekt in der EU die 90 Milliarden Euro oder die erste Tranche davon blockiert und dass die ukrainischen Soldaten Waffen haben werden. Andernfalls werden wir unseren Streitkräften die Adresse dieser Person geben, damit sie ihn anrufen und in ihrer eigenen Sprache mit ihr sprechen.“

Das war eine offene Morddrohung von Selensky an Orban. Wir kommen gleich noch dazu, wie der Spiegel seinen Lesern das verkauft, aber eines sei vorweggenommen: Dem Spiegel war das keinen eigenen Artikel wert, er hat die Morddrohung von Selensky stattdessen in zwei Artikeln zu anderen Themen nur nebenbei erwähnt, als seien Morddrohungen im internationalen Miteinander vollkommen normal.

Natürlich haben Ungarn und die Slowakei die Morddrohung von Selensky an Orban scharf verurteilt, während aus anderen Ländern der EU bisher keine Reaktionen bekannt sind.

Orban hat auf die Morddrohung mit einer Rede reagiert, in der er gesagt hat, Ungarn werde „mit Gewalt“ durchsetzen, dass die Druschba-Pipeline wieder geöffnet wird, wobei wer danach von „politischen und finanziellen Mittel“ sprach. Natürlich berichten deutsche Medien empört über Orbans Androhung von Gewalt, verschweigen aber den Grund dafür.

Ca. 1,5 Milliarden in bar und 146 Kilo Gold

Am Freitagmorgen hat die Ukraine gemeldet, in Ungarn sei ein Geldtransporter gestoppt und beschlagnahmt worden, der 9 Kilo Gold und 40 Millionen Dollar und 35 Millionen Euro in bar geladen hat. Kiew warf Budapest vor, die sieben Sicherheitsleute, alle ukrainische Staatsbürger und Angestellte der staatlichen ukrainischen Oschadbank, die den Transport begleitet haben, als „Geiseln“ genommen und das Geld „gestohlen“ zu haben. Weiter hieß es in der Erklärung, der Transport sei auf Grundlage eines internationalen Abkommens mit der österreichischen Raiffeisenbank erfolgt und der Transport aus Österreich in die Ukraine sei „in Übereinstimmung mit den internationalen Transportregeln und den geltenden europäischen Zollverfahren“ abgewickelt worden.

Darüber gibt es auf Deutsch nur kurze Artikel, die die ukrainischen Erklärungen wiederholen und den Vorfall so darstellen, wie Kiew ihn schildert. Die ungarischen Erklärungen dazu gehen hingegen unter. Der Spiegel beispielsweise macht das sehr geschickt, wie wir gleich noch sehen werden.

Ungarn erhebt nämlich sehr schwere Vorwürfe gegen Kiew, über deren Umfang deutsche Medien nicht berichtet haben. Ich übersetze hier die komplette Erklärung, die der ungarische Außenminister dazu abgegeben hat:

„Die ungarische Steuer- und Zollbehörde ermittelt derzeit in einem schockierenden Verbrechen. Laut den Ermittlern haben Ukrainer in den letzten Monaten enorme Mengen Bargeld und Gold durch Ungarn transportiert.
Seit Januar wurden insgesamt 900 Millionen US-Dollar und 420 Millionen Euro in bar sowie 146 Kilo Goldbarren durch Ungarn transportiert.
Wir haben einige ernsthafte Fragen. Allen voran die schiere Menge an Bargeld. Warum transportieren Ukrainer derart hohe Summen? Falls es sich tatsächlich um Banküberweisungen handelt, stellt sich eine Frage: Warum wickeln die Banken diese Transaktionen nicht über reguläre Überweisungen ab? Warum ist es nötig, so große Mengen Bargeld zu transportieren, und dann auch noch durch Ungarn?
Diese Fragen sind besonders aktuell, da die Bargeldtransporte von Personen begleitet werden, die offenbar direkte Verbindungen zu ukrainischen Geheimdiensten haben.
Wir fordern eine Erklärung, warum Ukrainer in den letzten Monaten derart hohe Mengen an Bargeld durch Ungarn transportiert haben. Wofür wird dieses Geld verwendet? Wem gehört es?
Wir fordern außerdem eine Antwort auf die Frage, ob dieses Geld Ungarn lediglich im Transit durchquert oder ob es hier auch manchmal hier bleibt und von jemandem in Ungarn oder zum Vorteil Dritter verwendet wird.
Das wirft diese Frage auf: Ist das vielleicht Geld der sogenannten ukrainischen Militärmafia?
Wir fordern von ukrainischer Seite umgehend Antworten und Erklärungen zu diesen schwerwiegenden Fragen. Bis dahin werden die ungarischen Behörden eine sehr gründliche und umfassende Untersuchung durchführen.“

Für wen war das Geld?

Die ungarische Regierung wirft Kiew schon lange vor, die Opposition heimlich und illegal zu finanzieren. Es stellt sich also die Frage, ob diese Transporte manchmal in Ungarn angehalten und an irgendwen Bargeld weitergegeben haben.

Wichtig sind auch die Sicherheitsleute, die den Transport begleitet haben, denn das sind keine normalen Wachleute von Geldtransportern. Sie alle sind hochrangige aktive oder ehemalige Soldaten oder Geheimdienstler, der ranghöchste ist der ehemalige General des ukrainischen Geheimdienstes SBU Gennadij Kusnetsow. Die Frage ist: Warum begleitet ein ehemaliger Geheimdienstgeneral einen angeblich routinemäßigen Geldtransport?

Außerdem stellt sich die Frage, wozu eine staatliche ukrainische Bank in diesem Jahr, also in nur zwei Monaten, bereits 900 Millionen US-Dollar und 420 Millionen Euro in bar sowie 146 Kilo Goldbarren aus der EU in die Ukraine transportiert hat. Wie korrupt die ukrainische Regierung ist, ist bekannt, wie beispielsweise der Minditsch-Skandal vor einigen Monaten gezeigt hat, als Leute aus Selenskys engstem Umfeld 100 Millionen Dollar geklaut haben, die die EU zur Reparatur ukrainischen Stromversorgung an Kiew überwiesen hat.

Der Korruptionsskandal um Minditsch ist übrigens keineswegs ein ukrainischer Skandal, denn was im Westen dabei komplett verschwiegen wurde, ist, dass dieser Diebstahl von 100 Millionen unter den Augen der aus dem Westen entsandten „Anti-Korruptionswächter“ passiert ist, die das auf jeden Fall mitbekommen haben müsse, denn so dumm, diesen im Grunde primitiv mit Hilfe von fingierten Rechnungen durchgeführten Diebstahl zu übersehen, konnte niemand sein, dessen Job es ist, die Geldströme des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns auf verdächtige Transaktionen zu kontrollieren.

Kurz und gut: Ungarn stellt vollkommen zu Recht die Frage, wem das Geld eigentlich gehört und wer es bekommen soll. Und diese Frage geht nicht nur an die Ukraine, sondern auch an die EU, die dabei zuschaut, schließlich müssen so hohe Bargeldabhebungen in der EU gemeldet werden. In Brüssel weiß man also davon, dass die Ukraine monatlich fast eine halbe Milliarde Dollar in Bargeld und Gold abhebt.

Da der Minditsch-Skandal (und auch andere, frühere Enthüllungen) gezeigt hat, dass man in Brüssel über die Korruption in der Ukraine – und explizit auch über den Diebstahl von vielen aus der EU geschickten Milliarden Euro – bestens Bescheid weiß, stellt sich zwangsläufig die Frage, wer in der EU alles seinen Anteil bekommt, damit die Augen vor all dem verschlossen brav werden.

Gehört das Geld Leuten in Brüssel?

In Deutschland hat kaum jemand von Anatoli Scharij gehört, aber in der Ukraine und in Russland kennt ihn buchstäblich jedes Kind. Er ist ein kritischer Journalist aus der Ukraine, der auch mal eine Partei gegründet hat und in die Politik wollte, der aber dann vor der Verfolgung durch Selensky aus der Ukraine fliehen musste und Gerüchten zufolge in Spanien lebt.

Scharij ist sowohl gegenüber der Ukraine als gegenüber Russland kritisch – und er ist ganz sicher kein Freund Russlands, sonst wäre nach Russland geflohen, anstatt mutmaßlich in die EU -, legt seinen Finger sowohl in Russland als auch in der Ukraine in die schmerzhaftesten politischen Wunden und gilt als sehr gut vernetzt und informiert. Scharij hat auf Telegram über die Beschlagnahme der Geldtransportes berichtet und nach der Nennung der bekannten Fakten hinzugefügt:

„Meine Quellen behaupteten gestern, das Geld sei, gelinde gesagt, nicht irgendwelches Geld war, und Orban habe das gewusst.
Aber ich war mir sicher, dass das Selenskys Geld ist. Irgenwelche Kickbacks.
Heute bekomme ich jedoch die Information, dass das Geld nicht Selensky, sondern seinen Komplizen gehört. Irgendwelchen Jungs aus Europa.
Die Geschichte ist völlig absurd und erschien mir gestern schon unrealistisch.
Heute berichten aber mehrere Quellen, dass Orban gegen „andere Leute“ zugeschlagen hat.
Es geht um etwa 80 Millionen Euro und etwa 10 Kilogramm Gold.
Das ist ein äußerst heikles Thema, denn das Geld ist gar nicht ukrainisch, sondern gehört ganz bestimmten Leuten.
Und in Brüssel weiß man, wem es gehört.
Und darum werden sie nun wohl alles daransetzen, dass der Skandal keine Wellen schlägt.
Orban ist sehr präzise vorgegangen und hat dort zugeschlagen, wo es weh tut.
Wir werden weiter beobachten.“

Das muss natürlich nicht stimmen, aber vor dem bereits genannten Hintergrund ist es für mich mehr als wahrscheinlich, dass Scharij keinen Unsinn schreibt. In jedem Fall kann man das jedenfalls nicht ausschließen.

Ich habe mich bereits im Zusammenhang mit vielen ukrainischen Skandalen, die sicher nicht ohne Deckung aus Brüssel möglich waren, gefragt, wie die Leute im Westen ihren Anteil bekommen, die diese Skandale decken. Wenn sich jedoch herausstellt, dass die Ukraine regelmäßig Millionen oder Milliarden pro Jahr in bar durch die EU kutschiert, wird das plötzlich verständlich, denn es ist ja wirklich kein Problem, bei Nacht und Nebel irgendwo auf einem verlassenen Parkplatz in Ungarn ein paar Geldkassetten aus einem Geltransporter in ein anderes Auto umzuladen, um nur eine Möglichkeit zu nennen. Und dass man in der Ukraine viel Erfahrung im Waschen von Geld hat, ist nun wirklich kein Geheimnis.

Natürlich kann der Geldtransport auch ganz legale Hintergründe haben, bewiesen ist schließlich nichts, aber dass diese Geschichte viele Fragen aufwirft, die man ja beantworten könnte, wenn alles mit rechten Dingen zuginge, kann niemand bestreiten. Aber natürlich stellen die europäischen „Qualitätsjournalisten“ diese Fragen nicht, wie wir uns nun am Beispiel des Spiegel anschauen werden.

Was Spiegel-Leser (alles nicht) erfahren

Nachdem wir nun wissen, worum es bei all dem geht und welche Fragen man als kritischer Journalist stellen sollte, schauen wir uns mal an, was das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg und selbsternannte „Qualitätsmedium“ Spiegel seinen Lesern über die Geschichte berichtet. Der Spiegel hat darüber einen Artikel mit der Überschrift „40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilo Gold – Ukraine wirft Ungarn Geiselnahme von Bankmitarbeitern und Diebstahl vor“ veröffentlicht, den wir uns anschauen, weil er die Leser sehr geschickt von allem ablenkt, was Fragen aufwerfen könnte.

Der Spiegel-Artikel beginnt mit einem wahrheitsgemäßen Bericht über die Beschlagnahmung des Geldtransporters durch Ungarn. Der Spiegel zitiert den empörten ukrainischen Außenminister und sagt auch, dass Ungarn den Verdacht auf Geldwäsche geäußert hat. An den ersten drei Absätzen des Artikels ist im Grunde nichts zu beanstanden, aber dann geht’s los.

Der vierte Absatz lautet:

„Wenige Stunden später teilte das Informationsamt der ungarischen Regierung mit, dass die sieben Begleiter des Geldtransports des Landes verwiesen würden. Bei der Überprüfung ihrer persönlichen Umstände habe sich herausgestellt, dass es sich bei ihnen um ehemalige ranghohe Militärangehörige der Ukraine handelt. Warum dies bei einem strafrechtlich relevanten Vorwurf wie dem der Geldwäsche eine Rolle spielen sollte, blieb unklar.“

Man kann dem Spiegel nicht vorwerfen, er habe verheimlicht, dass der Transport von „ehemaligen ranghohen Militärangehörigen der Ukraine“ begleitet wurde, aber er verheimlicht seinen Lesern die wichtigen die Details, wie den ehemaligen Geheimdienstgeneral. Und dass ehemalige hohe Offiziere des ukrainischen Geheimdienstes dabei waren, erfährt der Spiegel-Leser auch nicht, sondern ihm wird suggeriert, es handle sich dabei um Soldaten, anstatt um Geheimagenten.

Damit kein Spiegel-Leser auf die Idee kommt, sich zu fragen, warum zum Teufel hochrangige Offiziere einen angeblich normalen Geldtransport begleiten, lenkt der Spiegel seine Leser davon umgehend ab, indem ihnen sagt, was sie denken sollen und hinzufügt: „Warum dies bei einem strafrechtlich relevanten Vorwurf wie dem der Geldwäsche eine Rolle spielen sollte, blieb unklar.“

Wie bitte? Ehemalige hochrangige Geheimdienstoffiziere inklusive einem General begleiten den Transport von 80 Millionen Dollar und das wirft bei Spiegel-„Journalisten“ keine Fragen auf? Dass eine staatliche Bank eines der korruptesten Länder der Welt riesige Summen an Bargeld durch die Gegend kutschiert, von dem niemand weiß, wofür es gedacht ist, und dass der Transport auch noch von ehemaligen Geheimdienstoffizieren der korrupten Regierung dieses Staates begleitet wird, wirft für den Spiegel keine Fragen auf?

So geht kritischer „Qualitätsjournalismus“ in Deutschland heute: Nicht nur keine Fragen stellen, sondern Artikel auch noch so schreiben, dass die Leser nicht auf die Idee kommen, Fragen zu stellen.

Ursache und Wirkung vertauschen

Um seine Leser weiter davon abzulenken, wechselt der Spiegel danach sofort das Thema und berichtet über Orbans Drohung mit Gewalt, wohlgemerkt, ohne zuvor Selenskys Morddrohung gegen Orban zu erwähnen. Das Vertauschen von Ursache und Wirkung ist bekanntlich ein sehr beliebtes und effektives Mittel der Propaganda der westlichen Medien.

Folgerichtig schreibt der Spiegel daher unmittelbar anschließend (und zur Ablenkung von den Geheimdienstoffizieren):

„»Wenn dies die ›Gewalt‹ ist, die Herr Orbán heute angekündigt hat, dann ​ist es die Gewalt einer kriminellen Bande. Das ist Staatsterrorismus und Schutzgelderpressung«, sagte Sybiha mit Bick auf Äußerungen Orbans am Donnerstag, in denen er angekündigt hatte, den Streit über die Druschba-Pipeline »mit Gewalt« zu gewinnen.“

Darauf folgt ein Absatz, in dem der Spiegel seinen Lesern den Streit um die Öllieferungen „erklärt“. Die ukrainische Behauptung, die Pipeline sei wegen eines russischen Angriffes außer Betrieb, stellt der Spiegel als Tatsache dar, obwohl außer der Ukraine niemand einen solchen Angriff bestätigt hat, Satellitenbilder nichts dergleichen zeigen und die Ukraine keine Experten zur Begutachtung des angeblichen Schadens ins Land lässt. Aber von all dem wissen Spiegel-Leser ja nichts.

Nachdem Spiegel-Leser den Schaden an der Pipeline durch russischen Beschuss daher für eine Tatsache halten müssen, schreibt der Spiegel noch, laut der Ukraine sei „eine schnelle Reparatur nicht möglich, was in Ungarn sowie in der benachbarten Slowakei auf Unglauben stößt“.

Der Spiegel hat die Zweifel Ungarns und der Slowakei erwähnt, man kann ihm nicht vorwerfen, sie verschwiegen zu haben, aber er hat sie so einsortiert, dass der Spiegel-Leser der Ukraine glauben und daher natürlich Ungarn als Schuldigen an dem Streit ansehen muss, weil es der Ukraine unberechtigte Vorwürfe macht.

Selenskys Morddrohung wird bagatellisiert

Erst danach, ganz am Ende des Artikels, erwähnt der Spiegel quasi nebenbei auch Selenskys Morddrohung an Orban, die der Spiegel dabei geschickt bagatellisiert:

„Um den Druck zu erhöhen, hat Ungarn die Vergabe eines Kredits der EU an die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro blockiert, der für das von Russland angegriffene Land überlebenswichtig ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte daraufhin Ungarns Regierungschef Viktor Orbán. »Wir hoffen, dass eine gewisse Person in der EU die 90 Milliarden nicht weiter blockiert«, sagte Selenskyj in Kyjiw. Andernfalls werde man die Adresse dieser Person an die ukrainischen Streitkräfte weitergeben. »Sollen sie ​ihn anrufen und ​in ihrer eigenen Sprache mit ihm reden.«“

Wenn ich solche Artikel sehe, die ganz bewusst und sehr geschickt so aufgebaut und formuliert werden, dass sie den Leser desinformieren, frage ich mich immer, wie es sein kann, dass Menschen freiwillig Geld für ein Spiegel-Abo oder gar das Magazin bezahlen, wenn so offensichtlich ist, dass der Spiegel sie bewusst belügt.

Allerdings muss ich hier mal was zur Verteidigung des Spiegel-Schreiberlings sagen, der das Machwerk verfasst hat: Der weiß es nämlich wohl selbst nicht besser, weil man am Ende des Artikels an den Abkürzungen sehen kann, dass den Artikel ein Schreiberling unter Berufung auf Meldungen von DPA und Reuters fabriziert hat, die die kritischen Informationen normalerweise auch verschweigen. Der Spiegel-Schreiberling hat aller Wahrscheinlichkeit also selbst keine Ahnung davon, worum es dabei geht, und den Artikel hat er aus den Textbausteinen zusammengesetzt, die Reuters und DPA vorgegeben haben.

So entstehen die meisten Artikel der deutschen Medien über aktuelle Ereignisse. Eigene Recherche findet dabei nicht statt, sondern man übernimmt die Formulierungen, die die Nachrichtenagenturen vorgegeben haben.

Aber, macht es das besser?

Es ist schließlich egal, ob der Spiegel und die anderen deutschen Medien ihre Leser aus Unwissenheit oder wider besseres Wissen desinformieren.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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