Der islamische Theologe und Pädagoge Abdel-Hakim Ourghi erklärt in seinem neuesten Buch die islamischen Hintergründe des 7. Oktober 2023 und warnt vor den langfristigen Folgen des politischen Islam weltweit.
Ourghi gilt seit Jahren als eine der markantesten Stimmen für eine Reform des Islam im deutschsprachigen Raum. Bekannt wurde er im Lutherjahr 2017, als er mit seinem Buch „Reform des Islam: 40 Thesen“ für Aufsehen sorgte. Luther nachahmend schlug er seine Thesen für eine muslimische Aufklärung symbolträchtig an die Tür einer Berliner Moschee, die Verbindungen zur Muslimbruderschaft haben soll.
Nach dem Terrorangriff der Hamas hat Ourghi nun erneut ein Buch vorgelegt. Es ist vermutlich das erste deutschsprachige Werk eines muslimischen Autors über das Massaker und seine Folgen. Unter dem Titel „Die Liebe zum Hass“ geht er den ideologischen und religiösen Wurzeln des radikalislamischen Juden- und Israelhasses nach.
Ein Exzess der Barbarei
Am 7. Oktober 2023 überquerten Hamas-Terroristen den Gazastreifen und ermordeten auf israelischem Gebiet mehr als 1.200 Menschen – Männer, Frauen, Kinder und Alte. Besonders betroffen war der Kibbuz Be’eri, bekannt für seine Friedensinitiativen gegenüber den Palästinensern. Hunderte junge Menschen wurden auf einem Musikfestival getötet, Frauen vergewaltigt, Babys und Greise verschleppt. Es war ein Angriff von unvorstellbarer Grausamkeit – ein Exzess der Barbarei.
Ourghi stellt die unbequeme Frage: Woher rührt diese Lust am Leid, dieser Todeskult, der sich auch gegen die eigene Bevölkerung richtet? In „Die Liebe zum Hass“ sucht er nach den geistigen und theologischen Ursachen – und nach Wegen, den destruktiven Narrativen in Teilen der muslimischen Welt etwas entgegenzusetzen. Ourghi, der 1968 in Algerien geboren wurde, schreibt dabei auch aus seiner eigenen Erfahrung, denn in Algerien hat er den islamischen Antisemitismus mit der Muttermilch eingetrichtert bekommen.
Die Wurzeln des islamischen Judenhasses liegen im Koran, nicht in Israel
Die Wurzeln des Judenhasses sieht Ourghi bereits im Koran, wo die politischen Suren aus Medina die Juden, mit denen Araber jahrhundertelang vor der Entstehung des Islams friedlich zusammengelebt hatten, bereits zu den Schuldigen an allem Übel des Islam brandmarkten.
Leider kennt der Islam bis heute keine Aufklärung und verbietet jedwede historisch kritische Interpretation seiner heiligen Schriften. Deshalb konnte das Verbrechen der Hamas vom 7. Oktober zu einer Täter-Opfer-Umkehr beitragen und infolge einer weltweiten Hysterie, welche die Hamas zu Helden und Freiheitskämpfern stilisiert, sogar die politische Meinungsführerschaft erlangen.
Weltweit hat infolge des 7. Oktobers der Antisemitismus zugenommen. Und das besonders unter den Linken, die das Narrativ der Hamas, die Täter-Opfer-Umkehr, übernommen haben. Ourghi schreibt nicht von den Islamisten, sondern von den Muslimen. Der Hass auf Juden, sagt er, gehört zum Mainstream des Islam und sei keine Randerscheinung einiger Extremisten.
Kaum eine Moscheegemeinde in Deutschland habe nach dem 7. Oktober die Massaker der Hamas verurteilt. Wie seinerzeit Palästinenserführer Hadsch Amin al Husseini als Gefolgsmann Hitlers im Dritten Reich bereits den Hass auf die Juden predigte, so täten es heute die Hamas und ihre linken Anhänger auch wieder in Deutschland.
Deshalb leben auch Juden heute in Deutschland wieder in Gefahr und Angst. Der politische Islam sei eine große Gefahr nicht nur für die Juden, sondern für alle freiheitsliebenden und zivilisierten Menschen, so das Fazit des mutigen Buches, vor dem man großen Respekt haben muss, auch angesichts der persönlichen Gefahr, in die sich der Autor mit diesem Werk aufgrund der Gewaltbereitschaft des Islams begibt.