Teil 2: Im Rahmen der Biowaffenforschung haben die USA „Killermücken“ auf schwarze US-Amerikaner losgelassen
Die russischen Vorwürfe, die USA würden in den über 120 Biolaboren, die sie weltweit betreiben, von denen sich alleine 46 in der Ukraine befanden, Biowaffen erforschen, werden im Westen zurückgewiesen, lächerlich gemacht und als „russische Propaganda“ bezeichnet. Und die USA und die Ukraine verweigern, wenn sie im Rahmen von Treffen der Biowaffenkonvention mit konkreten Fragen konfrontiert werden, jegliche Antworten.
In der Vergangenheit, das ist heute unbestritten, haben die USA Biowaffen entwickelt und – was die Skrupellosigkeit der Verantwortlichen zeigt – an der eigenen Bevölkerung getestet. 2016 wurden mehrere Fälle bekannt. Ich werde nur Beispiele nennen, hier finden Sie mehr zu dem Thema.
Am 20. September 1950 spritzte die US-Marine von einem Schiff vor San Francisco eine Wolke von Mikroben in die Luft. Zweck der Übung war es zu testen, wie ein Angriff mit Biowaffen die 800.000 Bewohner der Stadt treffen würde. Es gab mindestens einen Toten.
1966 wurde sogar in der New Yorker U-Bahn ein Biowaffentest durchgeführt. Forscher der Armee haben mit Bakterien gefüllte Glühbirnen auf die Gleise geworfen und gemessen, wie sich die Keime im Tunnelsystem verbreiten. Aufgrund der Sogwirkung fahrender Züge konnten sich an der 14. Straße freigesetzte Bakterien problemlos bis zur 58. Straße ausbreiten, wie ein beteiligter Wissenschaftler 1975 in einer Anhörung aussagte.
Und ganz aktuell berichtet die Daily Mail über einen in US-Archiven gefundenen, schon 1977 freigegebenen Bericht des Pentagon, in dem beschrieben wurde, wie die USA 1959 Mücken mit Gelbfieber infiziert und unter anderem über von Schwarzen bewohnten Stadtvierteln ausgesetzt haben, um die Eignung der Mücken als Biowaffe zu testen. Den Artikel der Daily Mail habe ich übersetzt, Sie finden ihn am Ende dieses Artikels.
Vor diesem Hintergrund sind auch all die Meldungen der letzten Zeit aus den USA interessant, nach denen Mücken genetisch verändert und ausgesetzt werden sollen, angeblich, um Krankheiten zu bekämpfen oder gefährliche Mückenpopulationen auszurotten.
Da all diese Dinge erst Jahrzehnte später bekannt geworden sind und nie jemand bestraft wurde, gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass das Pentagon diese Praktiken eingestellt haben könnte.
Inzwischen wurde in den USA jedoch ein Gesetz erlassen, das es verbietet, für den Menschen gefährliche Forschungen mit Krankheitserregern in den USA durchzuführen. Das Gesetz erlaubt es US-Forschern allerdings explizit, diese Forschungen in anderen Ländern durchzuführen.
Und damit wären wir bei den über 120 Biolaboren, die die USA weltweit betreiben und/oder finanzieren, von denen sich 46 in der Ukraine befinden. Unabhängige Kontrollen lassen die USA in diesen Laboren nicht zu.
Offiziell sollen diese Biolabore den betroffenen Ländern bei der Bekämpfung von Krankheiten und der Gesundheitsvorsorge helfen, nur wenn das so wäre und alles so harmlos ist, warum verweigern die USA dann eine unabhängige Kontrolle der Labore?
Da in den USA wie gesagt nie einer der für die gefährlichen Menschenversuche mit Biowaffen Verantwortlichen bestraft wurde, gibt es absolut keinen Grund anzunehmen, dass die USA solche Menschenversuche nicht mehr durchführen, sie haben sie offensichtlich nur ins Ausland verlagert. Für diese These sprechen auch die Ausbrüche ungewöhnlicher Krankheiten in der Nähe der US-Biolabore in diversen Ländern.
Und ganz aktuell hat die US-Geheimdienstkoordinatorin bestätigt, dass die USA im Ausland geheim und faktisch ohne jede Kontrolle an gefährlichen Krankheitserregern forschen, wobei die Forschungen „erhebliche ethische, finanzielle und sicherheitspolitische Bedenken“ aufwerfen. Die Tatsache, dass der US-Geheimdienst dazu ermitteln muss, zeigt, wie geheim diese Forschungen selbst vor den Verantwortlichen in den USA gehalten werden.
Zur Information übersetze ich nun den Artikel der Daily Mail.
Beginn der Übersetzung:
Schwärme von „Killermücken“ wurden auf unschuldige Amerikaner losgelassen, wie geheime Pentagon-Akten enthüllen
Dokumente des Pentagons scheinen zu bestätigen, dass die USA mit dem Einsatz von Schwärmen krankheitsinfizierter Mücken als Biowaffen experimentiert haben.
Die Daily Mail hat einen 69-seitigen Bericht entdeckt, der 1977 stillschweigend freigegeben und auf der Website des Defense Technical Information Center (DTIC), der offiziellen Bibliothek des Pentagons für wissenschaftliche und technische Informationen, veröffentlicht wurde.
Die Akte beschreibt ein geheimes Programm der US-Armee mit dem Namen „Projekt Bellwether“, das unter realen Bedingungen Experimente durchführte, um zu untersuchen, wie effektiv Mücken Menschen im Freien unter heißen Wüstenbedingungen stechen.
Ziel der Tests, die zwischen September und Oktober 1959 durchgeführt wurden, war es, Daten zu sammeln, um die Insekten als potenzielle Biowaffen zu bewerten, die gegen feindliche Truppen oder andere besiedelte Gebiete eingesetzt werden könnten.
Militärforscher nutzten Aedes aegypti, eine Stechmücke, die Menschen sticht und bekannt dafür ist, gefährliche Krankheiten wie Zika, Denguefieber, Gelbfieber und Chikungunya zu übertragen.
Im Bericht hieß es: „Die Literatur zu versehentlichen und absichtlichen Infektionen im Labor deutet darauf hin, dass der gezielte Einsatz infizierter Arthropodenvektoren gegen feindliche Ziele ein großes strategisches Potenzial birgt.“
Der freigegebene Bericht stellte fest, dass diese Experimente bereits Jahre zuvor mit mehreren Stechmückenprojekten Mitte der 1950er-Jahre begonnen hatten, darunter die Operation Drop Kick und die Operation Big Buzz.
Im Jahr 1955 wurden bei letzterer angeblich 300.000 mit Gelbfieber infizierte Stechmücken über dem überwiegend von Afroamerikanern bewohnten Viertel Carver Village in Savannah, Georgia, abgeworfen, um zu testen, ob die Insekten den Abwurf aus Flugzeugen über ihren Zielen überleben könnten.
Gelbfieber ist eine schwere Krankheit, die mit hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen beginnt. In schweren Fällen verursacht es Gelbsucht und Blutungen und kann unbehandelt bis zu 50 Prozent der Erkrankten mit einer schweren Verlaufsform töten.
Denguefieber ist eine weitere durch Mücken übertragene Krankheit, die hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und extreme Müdigkeit verursacht. Die meisten Betroffenen erholen sich, doch schwere Fälle können zu inneren Blutungen und Schock führen, die unbehandelt jeden fünften Patienten das Leben kosten.
Während des Kalten Krieges führte das US-Militär ein weiteres, wenig bekanntes Experiment durch, die sogenannte Operation Drop Kick, um zu untersuchen, ob Mücken als Trägersysteme für biologische Waffen eingesetzt werden können.
Das Programm umfasste die Zucht und Freisetzung von Millionen von Mücken in einer Reihe von Feldversuchen. Forscher untersuchten, wie weit die Insekten fliegen konnten, wie lange sie nach ihrer Freisetzung überlebten und ob sie aktiv nach menschlichen Wirten suchten und diese stachen.
Die in den Versuchen verwendeten Mücken waren nicht mit Krankheitserregern infiziert. Die Experimente sollten vielmehr klären, ob die Insekten Krankheitserreger effektiv verbreiten könnten, falls sie jemals in einem biologischen Kriegseinsatz eingesetzt würden.
Die Tests zeigten, dass Mücken die Freisetzung aus der Luft überleben und erfolgreich Menschen finden und stechen konnten. Dies demonstrierte ihr Potenzial als Vektoren für biologische Kampfstoffe.
Der Pentagon-Bericht von 1960 enthüllte, wie Wissenschaftler die Arbeit von Projekten wie der Operation Big Buzz fortsetzten und 52 Versuche mit US-Soldaten durchführten, die sich freiwillig in einer offenen Wüstenumgebung in Utah von den Mücken stechen ließen.
Ein Team des US Army Chemical Corps untersuchte speziell, ob Mücken in heißen und trockenen Gebieten, die sich stark von den tropischen Klimazonen unterschieden, an die Aedes aegypti gewöhnt war, überleben und effektiv stechen konnten.
Wissenschaftler untersuchten auch, wie die Insekten als Kampfstoffe mit bestimmten Wetterbedingungen, darunter starkem Wind, extremen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung, umgingen.
Die Ergebnisse zeigten, dass krankheitsübertragende Mücken auch dann noch stechen und Ziele infizieren konnten, wenn sie in Gebieten außerhalb ihrer natürlichen Jagdgründe ausgesetzt wurden.
Man ging davon aus, dass diese winzigen Killer auch bei Temperaturen unter 16 Grad Celsius wirksam waren, was sie zu einer Option für die biologische Kriegsführung in einem breiten Klimaspektrum machte.
Im Durchschnitt wurde eine Gruppe von zehn Soldaten, die auf dem Dugway Proving Ground in einem kleinen Kreis saßen, 40 Mal gestochen, als sie 100 Gelbfiebermücken ausgesetzt waren.
In einer Akte aus den öffentlichen Archiven der CIA scheint eine große Zeitschrift der ehemaligen Sowjetunion von dem Komplott erfahren zu haben und beschuldigte die USA öffentlich, „Killermücken“ zu züchten.
In einem Artikel der sowjetischen Zeitschrift „Literarische Gasse“ aus dem Jahr 1982 hieß es: „Von der CIA angeworbene amerikanische Biologen züchten in Laboren unter dem Vorwand der Malariabekämpfung besonders giftige Mücken, die ihre Opfer mit tödlichen Viren infizieren.“
Obwohl die CIA insgeheim einräumte, dass US-amerikanische Labore für biologische Kriegsführung daran arbeiteten, Insekten mit Krankheitserregern zu infizieren, die unbehandelt tödlich wären, leugnete sie jahrzehntelang öffentlich die Existenz dieses Programms.
CIA-Sprecherin Kathy Pherson bezeichnete den Bericht als „lächerliche sowjetische Propaganda“.
Die im Pentagon-Bericht enthaltenen Enthüllungen verleihen anderen Behauptungen über geheime Forschungsprojekte der CIA, die darauf abzielten, während des Kalten Krieges Zecken zur Übertragung lebensbedrohlicher Krankheiten in andere Länder einzusetzen, mehr Glaubwürdigkeit.
Dr. Robert Malone, der maßgeblich an der Entwicklung der mRNA-Impfstofftechnologie beteiligt war, hat behauptet, freigegebene Regierungsdokumente aus Programmen für Biowaffen während des Kalten Krieges analysiert zu haben, die die Verbreitung der Lyme-Borreliose mit CIA-Experimenten in Verbindung bringen.
Malone hob Experimente aus den 1960er-Jahren hervor, bei denen angeblich mehr als 282.000 radioaktive Zecken in Virginia freigesetzt wurden, sowie Freilandversuche mit Zecken auf Plum Island, einem Bundeslabor in der Nähe der Gemeinde in Connecticut, in der die Lyme-Borreliose erstmals identifiziert wurde.
Malones Bericht argumentierte, die Forschung sei Teil eines viel größeren Programms für Biowaffen aus der Zeit des Kalten Krieges gewesen, bekannt als Projekt 112. Dieses umfasste Dutzende geheimer Tests, die untersuchen sollten, wie Insekten zur Verbreitung von Krankheitserregern eingesetzt werden könnten.
Wissenschaftler der Western Michigan University argumentierten kürzlich, die Technologie zur gezielten Infektion von Zecken mit spezifischen Viren existiere bereits, darunter ein Virus, das seine Opfer allergisch gegen Fleisch machen würde.
Die Forscher Parker Crutchfield und Blake Hereth sind jedoch der Ansicht, dass es Wissenschaftlern derzeit an einer einfachen und effektiven Methode mangelt, um in einem ganzen Land eine groß angelegte Infektionskampagne durchzuführen.
Ende der Übersetzung
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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