Finnland beschwert sich bei Kiew über Luftraumverletzungen durch ukrainische Drohnen

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anti-spiegel.ru📅 31.03.2026
Kriegsbeteiligung

Finnland beschwert sich bei Kiew über Luftraumverletzungen durch ukrainische Drohnen

Seit einer Woche greifen ukrainische Drohnen unter Nutzung des Luftraums von EU-Staaten Ziele im russischen St. Petersburg an. Während die baltischen Staaten und Polen das offenbar genehmigt haben, musste Selensky sich bei Finnland für die Verletzungen seines Luftraums durch ukrainische Drohnen entschuldigen.

Ich berichte seit einigen Tagen darüber, dass die Ukraine Ziele in der russischen Region St. Petersburg angreift und dazu, offenbar mit deren Einwilligung, den Luftraum der baltischen Staaten und auch Polens nutzt, was eine faktische Kriegsbeteiligung dieser Staaten bedeutet.

Auch aus Finnland wurden nahe der Grenze zu Russland Sichtungen ukrainischer Drohnen und der Absturz von Drohnen gemeldet. Im Gegensatz zu Polen und den baltischen Staaten scheint Finnland der Ukraine aber nicht erlaubt zu haben, seinen Luftraums für Angriffe auf Russland zu nutzen, denn offenbar hat es, im Gegensatz zu den anderen Staaten, von Kiew eine Entschuldigung für die Verletzung seines Luftraums gefordert.

Die EU spielt die Vorfälle übrigens herunter, wie die Erklärungen aus Brüssel zeigen.

Schauen wir uns das also genauer an.

Absturz ukrainischer Drohnen in Finnland

Bereits in der Nacht zum 24. März ist eine aus der Ukraine in Richtung Russland gestartete Drohne im litauischen Bezirk Varena, an der Grenze zu Weißrussland, abgestürzt, und in der Nacht zum 25. März sind in Estland zwei ukrainische Drohnen auf dem Weg nach Russland abgestürzt, von denen eine gegen den Schornstein eines Kraftwerkes geflogen ist, während die zweite ohne genannten Grund abgestürzt ist.

Am 29. März sind zwei Drohnen in der Nähe der Stadt Kouvola im Südosten Finnlands abgestürzt, wie der finnische Nachrichtensender Yle unter Berufung auf eine Erklärung des finnischen Verteidigungsministers Antti Häkkänen berichtete. Laut einer späteren Erklärung der finnischen Luftwaffe handelte es sich bei mindestens einer der Drohnen um eine ukrainische Langstreckendrohne vom Typ An-196, die eine Reichweite von 2.000 oder mehr Kilometern haben.

Die finnische Polizei sprengte eine der in Finnland abgestürzten Drohnen kontrolliert, da der Verdacht bestand, dass die Drohne wahrscheinlich einen nicht explodierten Sprengkopf trug, teilten die finnischen Strafverfolgungsbehörden in einer Erklärung mit:

„Eine der beiden Drohnen, die am Sonntag, dem 29. März, im Südosten Finnlands abgestürzt sind, wurde letzte Nacht durch eine kontrollierte Sprengung unschädlich gemacht. Die Sprengung erfolgte, weil die nördlich von Kouvola abgestürzte Drohne nach einer ersten Einschätzung der Behörden Sprengstoff an Bord hatte.“

Die Polizei erklärte, die Ermittlungen zu dem Drohnenvorfall dauerten an.

Kiew entschuldigt sich bei Finnland

Die Ukraine hat die Verletzung des finnischen Luftraums durch ihre Drohnen eingeräumt und sich „schon bei Finnland für den Vorfall entschuldigt“, teilte Georgi Tychy, der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Reportern der Zeitung „Obshchestvennoye“ mit. Ihm zufolge teile die Ukraine Finnland die notwendigen Informationen mit, um alle Umstände aufzuklären. Selensky habe wegen des Vorfalls mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb telefoniert.

Die Entschuldigung der Ukraine bei Finnland, zu der offenbar sogar ein eilig geführtes Telefonat des ukrainischen Machthabers mit dem finnischen Präsidenten gehörte, ist deshalb bemerkenswert, weil es aus den baltischen Ländern, in denen ebenfalls mehrere Drohnen abgestürzt sind, keine derartigen Meldungen gibt.

Auch Polen, das die NATO letztes Jahr wegen Luftraumverletzungen durch angeblich russische Drohnen zu offiziellen Konsultationen gemäß Artikel 4 des NATO-Vertrages auffordern wollte, hat sich nicht zu den Überflügen ukrainischer Drohnen über sein Land geäußert, obwohl die Drohnen nur durch den polnischen Luftraum ins Baltikum und nach Finnland gelangen konnten.

Die EU-Kommission sieht keine Gefahr durch Kiewer Drohnen

Bemerkenswert ist die Reaktion der EU-Kommission auf die Vorfälle. Dass sie der Ukraine alles durchgehen lässt und sich nicht einmal beschwert, wenn Kiew beladene Öltanker nahe der Küste von EU-Staaten angreift und damit eine Ölpest riskiert, ist bekannt. Aber die Erklärungen zu den Abstürzen ukrainischer Drohnen auf das Gebiet der EU, sind trotzdem interessant.

Olof Gill, Sprecher der EU-Kommission, erklärte auf einer Pressekonferenz in Brüssel auf Nachfrage von Journalisten zu den Abstürzen ukrainischer Drohnen in EU-Ländern, die EU-Kommission sei der Ansicht, dass die in den letzten Tagen in EU-Ländern abgestürzten ukrainischen Drohnen „keine Gefahr“ für die Mitgliedstaaten darstellen. Und Anita Hipper, die Sprecherin des EU-Außenamtes, erklärte, dass Russland „letztendlich die Schuld“ an den Drohnenvorfällen auf EU-Gebiet trage.

Zuvor hatte Thomas Rainier, Sprecher der EU-Kommission, den EU-Staaten empfohlen, sich selbst vor ukrainischen Drohnen zu schützen, denn die Verteidigung gegen Drohnen falle in die „nationale Verantwortung der EU-Staaten“. Die EU-Kommission sei sich „des Vorfalls natürlich bewusst und beobachte die Situation genau“, sagte Rainier auf die Frage nach der Reaktion der EU-Kommission auf die in Finnland abgestürzten ukrainischen Drohnen. Er betonte außerdem, dass „die Identifizierung der abgeschossenen Drohnen in der Verantwortung der finnischen Behörden liegt“. Laut Rainier realisiere die EU-Kommission eine Reihe militärisch-industrieller Initiativen zur Drohnenbekämpfung, darunter eine „Drohnenmauer“.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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