Die Lügen über Mammografie-Screenings

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Der dänische Facharzt für Innere Medizin und Medizinforscher Peter C. Gøtzsche, Mitbegründer der Cochrane Collaboration,...

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Der dänische Facharzt für Innere Medizin und Medizinforscher Peter C. Gøtzsche, Mitbegründer der Cochrane Collaboration, ist der Ansicht, dass häufig verwendete Begründungen zur Förderung der Mammographie-Vorsorgeuntersuchung falsch sind. So wird in Einladungen zu solchen Untersuchungen unter anderem oft behauptet, dass die Früherkennung von Krebs Leben rette und zu weniger invasiven Behandlungen führe.

Anhand von Analysen randomisierter Studien stellt Gøtzsche auf Brownstone.org fest: Bei Frauen, die sich einer Mammographie-Vorsorgeuntersuchung unterzogen, fand im Vergleich zu denen, die dies nicht taten, keine Verringerung der Gesamtsterblichkeit statt. Dem Medizinforscher zufolge sind die berichteten Rückgänge der Brustkrebssterblichkeit nicht vertrauenswürdig. Die Gründe dafür: Die Todesursache sei manchmal ohne Verblindung beurteilt worden und nur eine Minderheit der Fälle sei durch eine Autopsie bestätigt worden. Das könne zu Verzerrungen führen. Der Forscher macht klar:

«Wir können daher mit großer Sicherheit sagen, dass Mammografie-Screenings keine Leben retten.»

Laut Gøtzsche führen Vorsorgeuntersuchungen zudem zu Überdiagnosen, das heißt es werden Krebserkrankungen und Krebsvorstufen entdeckt, die im Laufe des Lebens einer Frau niemals Probleme verursacht hätten. Da Ärzte harmlose Tumore nicht zuverlässig von gefährlichen unterscheiden könnten, würden diese Befunde oft zu Operationen, Bestrahlungen oder Chemotherapien führen, die sonst nicht durchgeführt worden wären.

Außerdem erachtet der Arzt das Konzept der «Früherkennung» als irreführend. Basierend auf Schätzungen zum Tumorwachstum könne ein Tumor viele Jahre lang existieren, bevor er auf einer Mammographie sichtbar werde. Das bedeute, dass Vorsorgeuntersuchungen den Zeitpunkt der Diagnose um weniger als ein Jahr vorverlegen. Gøtzsche erklärt:

«Dennoch wiederholen alle Behörden dieses Mantra. Da es unmöglich ist, dass alle, die mit Krebs arbeiten, die Grundlagen der Tumorbiologie nicht kennen, können wir daraus schließen, dass die Öffentlichkeit weltweit falsch informiert wird. Dies ist Betrug, weil es absichtlich geschieht und weil Frauen glauben, dass ‹Früherkennung› ihr Leben retten wird.»

Gøtzsche stellt weiter fest, dass Vorsorgeuntersuchungen den Bedarf an aggressiven Behandlungen nicht verringern. So hätten Analysen randomisierter Studien ergeben, dass in den Vorsorgegruppen mehr Mastektomien durchgeführt wurden als in den Kontrollgruppen.

Ein weiteres Problem seien die häufigen falsch-positiven Ergebnisse: Zwischen einem Viertel und der Hälfte der Frauen, die regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, würden mindestens ein Ergebnis erhalten, das fälschlichreweise auf Krebs hindeutet. Das sei über mehrere Jahre hinweg belastend und stelle daher einen weiteren «enormen Schaden» dar. Der Medizinforscher Kommentiert:

«Auch wenn ich weiß, dass niemand jemals verurteilt werden wird, halte ich es für ein Verbrechen, dass Frauen systematisch dazu verleitet wurden, zu glauben, dass Vorsorgeuntersuchungen gut für sie sind. Gemäß den Grundsätzen der informierten Einwilligung müssen Menschen umfassend über die wichtigsten Vorteile und Nachteile der ihnen angebotenen Maßnahmen informiert werden, aber diese ethische Anforderung wurde brutal ignoriert. In vielen Ländern erhalten Frauen eine ‹Einladung› zur Mammographie-Vorsorgeuntersuchung mit einem vorab festgelegten Termin für eine Mammographie, nach der sie nie gefragt haben.»

Gøtzsche rät «Frauen in allen Ländern», nicht zur Mammographie-Untersuchung zu gehen und nichts zu unternehmen, wenn sie dazu «eingeladen» werden. So habe sich auch seine Ehefrau verhalten. Er schließt:

«Es bleibt nur noch eine Frage offen: Welches Land wird als erstes ein wenig Vernunft und Respekt für die Wissenschaft zeigen und die Reihenuntersuchungen aufgeben?»

Unter anderen Texten zu diesem Thema hat der Arzt das Buch «Mammography screening: truth, lies and controversy» (Mammographie-Screening: Wahrheit, Lügen und Kontroversen) geschrieben.

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