Der Iran-Krieg läutet den Niedergang der Golfstaaten ein

📰 anti-spiegel.ru

In seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick hat das russische Fernsehen einen sehr interessanten Beitrag über Details d...

anti-spiegel.ru📅 23.03.2026
Geopolitik

Der Iran-Krieg läutet den Niedergang der Golfstaaten ein

Die Golfstaaten werden viele Jahre brauchen, um alle Schäden an ihren Öl- und Gasanlagen zu reparieren, und militärisch erleben sie gerade den Untergang ihrer Schutzmacht USA. Für die Golfstaaten wird das dramatische Folgen haben.

In seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick hat das russische Fernsehen einen sehr interessanten Beitrag über Details des Krieges und vor allem über dessen Folgen für den Nahen Osten ausgestrahlt, den ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Die Länder des Persischen Golfs befinden sich in einer Phase des strategischen Niedergangs

Der amerikanisch-israelische Krieg hat eine sehr wichtige Erkenntnis gebracht. Hierbei ist es wichtig, dass Russland und der Iran Freunde sind, was Putin in seinem Glückwunschtelegram zum iranischen Fest Nawrus ausgedrückt hat: „Wladimir Putin wünschte dem iranischen Volk, die harten Prüfungen würdig zu überstehen, und unterstrich, dass Moskau in diesen schweren Zeiten ein treuer Freund und verlässlicher Partner Teherans bleibt.“

Überhaupt sprechen wir über diesen Krieg, weil er Russland direkt betrifft, schließlich können die geopolitischen Verschiebungen für und in naher Zukunft Gefahren bedeuten. Was sich also seit letztem Sonntag deutlich gezeigt hat, ist, dass Russland vor vielem gewarnt hat. So sagte beispielsweise Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten: „Wie Sie sich erinnern, haben wir vor einiger Zeit auf verschiedenen Ebenen, darunter auch Präsident Putin, erzählt, wie die Entwicklung eines militärischen Szenarios um den Iran zu einer Destabilisierung der Region führen würde. Wir erleben nun diese extreme Destabilisierung in der gesamten Region, die Eskalation der Kampfhandlungen. Wir beobachten auch die Destabilisierung der globalen Energiemärkte.“

Die Ausweitung der Kampfhandlungen und die Destabilisierung der globalen Energiemärkte beziehen sich einerseits auf die Ausweitung des Konfliktgebiets. Während der Iran bisher auf Aggressionen mit Angriffen auf amerikanische Militärbasen in der Region reagierte, hat er das Spektrum der Ziele nun erweitert.

Erst gestern feuerte der Iran zwei Mittelstreckenraketen auf den amerikanisch-britischen Luftwaffenstützpunkt auf Diego Garcia ab. Diego Garcia ist eine Insel im Indischen Ozean, 4.000 Kilometer vom Iran entfernt. Hier ist er, der neue Konfliktradius.

Der Iran hat mit dem Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Diego Garcia demonstriert, dass Europa in Reichweite seiner Raketen liegt. Laut „The Telegraph“ hat der Iran gezeigt, dass die Reichweite seiner ballistischen Raketen weitaus größer ist als bisher angenommen. Unter anderem liegt fast ganz Kontinentaleuropa sowie ein Teil Großbritanniens in Reichweite.

Und eine neue Dimension: Nach Angaben des iranischen Atomenergieministeriums wurde am Samstagmorgen die Atomanlage in Natanz angegriffen. Und erst letzte Nacht versuchte der Iran, die südisraelische Stadt Dimona anzugreifen, wo sich die wichtigste Atomanlage des Landes befindet. Es wurden Trümmerteile einer abgeschossenen Rakete entdeckt und es brach ein Feuer aus. Dutzende wurden verletzt, darunter ein zehnjähriges Kind. Die Schwelle für einen Atomkrieg sinkt immer weiter.

Auch Ölraffinerien und Lagerstätten, die streng genommen keine militärischen Einrichtungen sind, brennen. Hier sieht man brennende Treibstoffdepots am Flughafen Dubai. Und das ist eine Flüssigerdgas-Anlage in Katar. Katar hat damit für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren 17 Prozent seiner Exportkapazität für Flüssigerdgas verloren.

Somit sind die Länder des Persischen Golfs in Geiselhaft. Es ist nicht einmal klar, wessen Geisel, des Iran oder der USA. Jedenfalls haben sie sich diese Situation nicht ausgesucht, und nun ist die gesamte Region in einer Phase des strategischen Niedergangs. Die geopolitische Rolle der Monarchien im Nahen Osten schwindet vor unseren Augen. Was Jahrzehnte zum Aufbau benötigte, zerfällt und brennt, und der Wiederaufbau könnte Jahre dauern, wenn überhaupt Investoren bereit sind, die plötzlich offensichtlichen Risiken einzugehen.

Vereinfacht gesagt, wollen die USA die Kontrolle über den Großteil der weltweiten Energieressourcen erlangen. Konkret haben sie sich zum Ziel gesetzt, das gesamte angereicherte Uran des Irans zu sichern, wozu Außenminister Lawrow sagte: „Es zeigt sich, dass die USA diese Energieressource einfach für sich beanspruchen wollen, genau wie sie praktisch alle Öl- und Gas-Vorkommen an sich reißen wollen, ob in Lateinamerika, der Karibik, dem Persischen Golf oder anderswo auf unserem riesigen Planeten.“

Der Iran führt beispiellose Angriffe gegen Israel durch. Niemand spricht mehr von Israels vielgerühmtes Luftverteidigungssystem Iron Dome. Der Angriff auf die größte Ölraffinerie des Landes, die Bazan-Gruppe in Haifa, war symbolträchtig. Die Anlage produziert bis zu 60 Prozent des Treibstoffs des Landes für Verkehr und Militär. Die Wiederherstellung wird mehrere Tage dauern, aber das Ziel wurde getroffen, und von nun an wird es regelmäßig angegriffen werden. Das ist äußerst gefährlich, da Israel nur zwei Ölraffinerien besitzt.

Die von iranischen Drohnen auf dem israelischen Flughafen Ben Gurion angegriffenen Luftbetankungsflugzeuge brannten ebenfalls hell.

Wer hätte sich vorstellen können, dass sich beide amerikanischen Flugzeugträger aus dem Konfliktgebiet in sichere Entfernung zurückziehen würden? Die „Abraham Lincoln“, die sich zuvor 350 Kilometer vor dem Iran befand, wurde mit Raketen angegriffen und liegt nun vor der Küste Omans, mehr als 1.100 Kilometer entfernt. Auch der zweite Träger, die „Gerald Ford“, auf der die Besatzung 30 Stunden lang ein Feuer löschte, hat sich zurückgezogen und ist Berichten zufolge auf dem Weg zur Reparatur nach Kreta.

Und nun hat das iranische Luftverteidigungssystem zum ersten Mal in der Geschichte einen scheinbar unverwundbaren amerikanischen F-35-Kampfjet abgeschossen. Der Pilot soll es zurück zur Basis geschafft haben, doch Tatsache bleibt, dass der Tarnkappenjet getroffen und außer Gefecht gesetzt wurde.

Am Boden in Kuwait, auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali As-Salem, haben iranische Drohnen drei Eurofighter-Kampfjets zerstört.

Zuvor hatte Trump behauptet, die einzige Grenze für Amerikas Handeln sei eine eigene Moral. Nun zeigt sich, dass selbst die Macht der USA nicht grenzenlos ist und auch der Widerstand ein begrenzender Faktor sein kann. Wer hätte sich vorstellen können, dass Amerika einen SOS-Ruf an seine NATO-Verbündeten senden würde? Und doch ist genau das diese Woche passiert. Das ist das erste, und zweitens: Wann haben wir zuletzt ein klares „Nein“ von den Europäern an Washington gehört? Aber genau das war die Antwort. Sie haben sich so sehr zerstritten, dass niemand mehr weiß, was die NATO eigentlich ist. Und ob der Block überhaupt noch eine Zukunft hat.

Das Offensichtlichste der Woche war, dass niemand weiß, wie ein Sieg der amerikanisch-israelischen Koalition aussehen soll. Das ist das eine. Zweitens hat die Aggression diese Woche ihren Zweck vollkommen verloren. Sie haben angegriffen, um den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. Angeblich stand er kurz davor, eine zu bauen. Doch dann verkündete der amerikanische Geheimdienst, dass der Iran nach den US-Angriffen im Sommer nicht mehr in der Lage gewesen sei, eine Atombombe zu bauen.

Die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes Tulsi Gabbard beantwortete die Fragen in einer Anhörung des Kongresses.

„Die dem Ausschuss vor diesen Anhörungen vorgelegte Erklärung besagte, dass infolge der Luftangriffe im letzten Sommer, ich zitiere, ‚Irans Urananreicherungsprogramm zerstört wurde‘. Zitatende. Stimmt das?“, wurde sie gefragt.

„Das stimmt.“

„Seither wurden keine Versuche unternommen, die Urananreicherungskapazitäten wiederherzustellen. Stimmt das?“

„Ja.“

Und die mediale Bombe der Woche in den USA war der Rücktritt von Joe Kent, dem Leiter des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, einem Kriegsveteranen und ehemaligen Green Beret, aus Protest gegen den Krieg gegen den Iran. Im Interview mit dem Journalisten Tucker Carlson sagte er: „Der Iran stand nicht kurz vor der Entwicklung von Atomwaffen. Er hat ein religiöses Rechtsgutachten, eine Fatwa, gegen die Entwicklung solcher Waffen erlassen.“

Das bedeutet, wie im Irak war der Vorwand für den Krieg gegen den Iran gelogen. Es wird für Israel und die USA schwierig, dem einen Sinn zu geben.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Zurück
N&aumlchster Beitrag: Wie der Westen Morde zum Mittel der Politik gemacht hat
📋 Vollständig gespiegelt von anti-spiegel.ru
👁 7 Aufrufe 👤 7 Leser

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert