Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt auf Rekordniveau

📰 apolut.net

Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in Deutschland drastisch gestiegen. Von Januar bis Ende August 202...

apolut.net📅 07.10.2026
Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt auf Rekordniveau

Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in Deutschland drastisch gestiegen. Von Januar bis Ende August 2026 gingen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) insgesamt 12.102 Gesuche ein. Damit wurde der Wert des gesamten Jahres 2025 – 3.879 Anträge – bereits mehr als verdreifacht. 2024 waren 2.249 Anträge registriert worden.

Allein seit Ende Juni nahm die Zahl deutlich zu: Damals hatte das BAFzA 5.862 Anträge gemeldet. Die aktuelle Zahl hat sich damit innerhalb von zwei Monaten mehr als verdoppelt. Anträge stellen nicht nur aktive Soldaten und Reservisten, sondern auch Menschen ohne bisherige militärische Ausbildung.

Als mögliche Gründe gelten die angespannte Sicherheitslage und das seit dem 1. Januar geltende Gesetz zum neuen Wehrdienst. Es sieht zunächst eine verpflichtende Erfassung und Musterung junger Männer vor; der Dienst selbst bleibt freiwillig. Sollte die Bundeswehr ihre Ziele nicht erreichen, könnte der Bundestag eine sogenannte Bedarfswehrpflicht beschließen.

Das BAFzA weist zugleich auf eine hohe Zahl fehlerhafter oder fehlgeleiteter Anträge hin. Die Behörde betont, dass das Recht auf Verweigerung des Kriegsdienstes mit der Waffe aus Gewissensgründen nach Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes trotz ausgesetzter allgemeiner Wehrpflicht bestehen bleibt. Erforderlich ist eine ausführliche persönliche Begründung.

+++

Bildquelle: Janet Worg / shutterstock

👁 3 Aufrufe 👤 3 Leser