Wie ein russischer Insider den Jahrestag von 9/11 kommentiert

📰 anti-spiegel.ru

Ich habe schon oft gesagt, dass ich gerne wüsste, was das offizielle Russland über 9/11 weiß. Natürlich hat mir darauf n...

anti-spiegel.ru📅 12.09.2026
Was weiß Russland über 9/11

Wie ein russischer Insider den Jahrestag von 9/11 kommentiert

Der russische Senator Rogosin hat zum Jubiläum von 9/11 einen Post abgesetzt, der deshalb interessant ist, weil Rogosin ein Insider ist, der in Russland seit fast 30 Jahren hohe Regierungsposten bekleidet.

Ich habe schon oft gesagt, dass ich gerne wüsste, was das offizielle Russland über 9/11 weiß. Natürlich hat mir darauf niemand eine klare Antwort gegeben, aber da ich mittlerweile einige wichtige Leute in Russland kennengelernt habe, konnte ich die Frage einige Male stellen. Als Antwort bekam ich immer ein Lächeln und in verschiedenen Formulierungen die immer gleiche Antwort, die sinngemäß lautete, das offizielle Russland wisse genug, um zu wissen, dass die offizielle Version nicht stimmt.

In der aktuelle Tacheles-Folge hat Robert Stein mich wieder mal gefragt, warum Russland denn dann nicht die Bombe platzen lässt und sein Wissen veröffentlicht. Die Antwort ist denkbar banal, denn in Russland fragt man sich immer, was man mit einer Handlung erreichen kann. Und was könnte Russland damit erreichen?

Nichts, denn im globalen Süden (also außerhalb der westlichen Medienblase) weiß man längst, dass die offizielle Version nicht stimmen kann, und im Westen würde Russland mit seinen Informationen niemanden erreichen, weil die Zensur dort fast alle russischen Stimmen zum Schweigen gebracht hat. Und hinzu kommt, seien wir ehrlich, wen interessiert das heute noch? Immerhin sind seitdem 25 Jahre vergangen.

Vor diesem Hintergrund sind jedoch zwei Telegram-Posts von Dmitri Rogosin interessant, die er zum Jahrestag von 9/11 veröffentlicht hat. Rogosin war zur Zeit von 9/11 Vorsitzender des russischen Parlamentsausschusses für Außenpolitik, später war err stellvertretender Regierungschef, russischer Botschafter bei der NATO, Chef der russischen Weltraumagentur Roskosmos und noch einiges mehr. Rogosin gehört also zu jenen, die in Russland seit Jahrzehnten hohe Posten in der Regierung bekleiden und daher sehr viel wissen.

Zum Jahrestag von 9/11 hat Rogosin nun zwei Telegram-Posts veröffentlicht, die ich übersetzt habe, da sie zeigen, wie man in Russland heute über 9/11 denkt.

Beginn der Übersetzung:

Erster Post:

Es geschah vor genau 25 Jahren. Als Vorsitzender des Duma-Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten musste ich all das live kommentieren. 2.977 Menschen kamen ums Leben, mehr als 6.000 wurden verletzt. Die Verantwortung für die Anschläge übernahm Al-Qaida unter der Führung von Osama bin Laden, aber dieser Osama übernahm die Verantwortung für alles, was auf der Welt Schlechtes passierte. Er war so eine Art „Dr. Böse“. Später wurde der Depp von seinen eigenen Drahtziehern, den amerikanischen Geheimdiensten, medienwirksam erschossen.

Eines verstehe ich absolut nicht. Es hieß, ein weiteres, angeblich von Terroristen entführtes Flugzeug habe zur gleichen Zeit das Gebäude des Pentagon angegriffen. Die Zerstörungen haben wir gesehen, aber nicht den Moment des Aufpralls. Dabei waren dort so viele Kameras, wie Schmutz auf einem Schwein! Aber keine einzige Aufnahme! Wie übrigens auch kein einziges Wrackteil des in das Gebäude gerasten Flugzeugs.

Auch die Zwillingstürme stürzten auf seltsame Weise in sich zusammen, und zwar unterhalb der Einschlagstellen der Flugzeuge. Rhythmisch und Etage für Etage, wie es üblicherweise bei Gebäudesprengungen geschieht, bei denen vorab platzierte Sprengladungen die tragenden Stützen im Sekundentakt zerstören.

Soweit ich es verstehe, interessiert sich die amerikanische Öffentlichkeit nicht für die Wahrheit über diese Tragödie. Uns würde das ebenfalls nicht interessieren, wäre da nicht ein „Aber“: Die Amerikaner beschlossen, sich an Bin Laden nicht in Saudi-Arabien zu rächen, sondern in Afghanistan, also direkt vor unserer Haustür.

Jetzt, 25 Jahre später, müssen sich die amerikanischen Geheimdienste nicht mehr so sehr anstrengen. Indem sie unsere Feinde mit Waffen, Geld und Geheimdienstinformationen versorgen, sparen sie sich den enormen Aufwand und die Opfer, die sonst nötig wären, um ihre offene Feindseligkeit gegenüber Russland zu rechtfertigen und einen Vorwand zu finden, uns zu schaden. Neue große Anschläge in New York und Washington plant also niemand mehr.

Zweiter Post:

Die USA haben Belohnungen von bis zu 10 Millionen Dollar für Informationen über führende Köpfe von Al-Qaida ausgesetzt, die nach Angaben Washingtons den Iran als Zufluchtsort nutzen, um Anschläge auf die USA und deren Verbündete vorzubereiten und zu verüben. Washington hält offenbar die ganze Welt für verblödet. Zuerst haben sie Afghanistan unter dem Vorwand der Suche nach Al-Qaida verteufelt und bombardiert. Jetzt versuchen sie, dem Iran das Gleiche aufzubinden.

Ich bin bereit, dieses Geld von den USA zu bekommen, denn ich kann ihnen die genaue Adresse nennen, an der sich Al-Qaida aufhält. Notieren Sie: Langley, Bundesstaat Virginia, 13 km nordwestlich von Washington. Genau dort sind sie jetzt.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


N&aumlchster Beitrag: Putin im O-Ton über die politischen Tendenzen in Deutschland und der EU
📋 Vollständig gespiegelt von anti-spiegel.ru
👁 6 Aufrufe 👤 6 Leser