Dr. Jeanne A. Rungby, dänische Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, und Lucinda van Buuren, OP-Schwester aus Australien, beide sind Mitglieder des Weltgesundheitsrats (World Council for Health/WCH), haben sich eingehend mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und deren Einfluss auf nationale Regierungen beschäftigt.
Am Beispiel der USA, die im Januar 2026 aus der WHO ausgetreten sind, zeigen sie auf, wie die Organisation seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg durch Kooperationsverträge und andere Partnerschaften an Kontrolle und Macht gewonnen hat. Zudem stellen Rungby und van Buuren klar, dass eine Kündigung der WHO-Mitgliedschaft eher Schein als Sein ist. Denn für einen vollständigen Austritt müssten alle Abkommen beendet werden, die es in einem Land oder Staat gibt. Im Fall der USA ist dies laut Rungby und van Buuren nicht geschehen.
Am 22. Januar 2025 kündigten die USA ihre Mitgliedschaft in der WHO offiziell mit einer einjährigen Frist. Trotzdem schloss das US-amerikanische National Institute of Health (NIH) am 17. Januar 2025 einen Vertrag mit der WHO zu Viren und Pandemien ab. Dieser Vertrag läuft bis zum 17. Januar 2029. Seit der Bekanntgabe ihres Austritts haben die USA mindestens drei neue Kooperationsabkommen mit der WHO unterzeichnet. Darüber hinaus besteht zwischen der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA und der WHO ein gültiges WLA-Abkommen, das noch bis Juni 2029 läuft.
Solche WLA-Abkommen (WHO Associated Authorities/WLAs) verschaffen der Organisation erhebliche Kontrolle bei der Zulassung und Vermarktung von Arzneimitteln und Impfstoffen, einschließlich der Überwachung klinischer Studien, der Zulassung und vielem mehr. Durch diese Partnerschaften hat die WHO Einfluss auf:
- politische Entscheidungen, z.B. in der Außenpolitik
- Landwirtschaft und Ernährung
- Gesundheit, einschließlich der Ausbildung von Gesundheitspersonal
- Standards für Labore, Unternehmen usw.
- Diagnosecodes für Krankheiten, einschließlich der Entscheidung, welche Krankheiten registriert werden müssen
- Zulassungsanträge für Arzneimittel
- Überwachung von Nebenwirkungen etc.
Durch ihre mehr als 800 Kooperationszentren und zahlreiche andere Abkommen hat die WHO ihren Einfluss in den letzten 80 Jahren kontinuierlich ausgebaut. Darüber hinaus gibt es durch die WLAs und durch gemeinsame globale Datenbanken, die von der WHO entwickelt und kontrolliert werden, eine umfassende und detaillierte Regulierung der medizinischen Aufsichtsbehörden in vielen Ländern der Welt.
Bei den WHO-Kooperationszentren handelt es sich zum Beispiel um Universitäten oder Regierungsbehörden, die mit der WHO zusammenarbeiten. Sie haben verbindliche Vereinbarungen abgeschlossen, die sie verpflichten, einen von der Organisation vorgegebenen Arbeitsplan zu befolgen. Das Ergebnis, einschließlich der Rechte am geistigen Eigentum, gehört der WHO.
Lesen Sie hier den gesamten Text von Rungby und van Buuren. Dieser zeigt detailliert auf, wie die WHO ihren Einfluss zum Beispiel in Dänemark, Deutschland, der EU oder den USA wirken lässt, um Interessen durchzusetzen, die vor allem von privaten Geldgebern und der Pharmaindustrie bestimmt sind.