Wie die Ukraine EU und NATO durch False Flag Operationen in den Krieg gegen Russland ziehen will
Anfang Mai hat ein griechischer Fischer eine mit 100 Kilogramm Sprengstoff beladene Seedrohne vor der griechischen Urlaubsinsel Lefkada gefunden, die an der Westküste Griechenlands liegt. Der Spiegel berichtete am 8. Mai unter der Überschrift „Fund in Küstenhöhle – Fischer entdeckt Kampfdrohne vor griechischer Urlaubsinsel“ über den Fund der Drohne und legte am 11. Mai unter der Überschrift „Kriegsgerät in Urlaubsregion – Griechenland rätselt über ukrainische Kamikazedrohne“ nach.
Obwohl die Drohne auf Bildern klar als Modell aus der ukrainischen Magura-Reihe zu erkennen ist, zitierte der Spiegel ausführlich die Dementis aus der Ukraine, das sei keine ukrainische Drohne. Danach vergaß der Spiegel das Thema und berichtete nicht, dass die griechische Regierung die Drohne später klar als ukrainische Drohne identifiziert hat, wie der griechische Verteidigungsminister erklärte:
„Es war offensichtlich etwas extrem Gefährliches. Es besteht nicht der geringste Zweifel, ich wiederhole, nicht der geringste Zweifel, dass es sich um eine ukrainische Seedrohne handelt.“
Er und fügte hinzu, dass ein Kreuzfahrtschiff, das mit der Drohne kollidiert wäre, nun „auf dem Meeresboden“ liegen würde, und fragte:
„Wie viele Tote hätten wir zu betrauern gehabt? Und wie zulässig ist eine solche Sache im Mittelmeer?“
Er betonte, dass Kiew Athen „eine sehr große Entschuldigung“ schulde sowie „die absolute Zusicherung, dass sich etwas Derartiges in der umliegenden Region nicht wiederholen wird“.
Da die Drohne dazu gedacht gewesen sein könnte, Schiffe der sogenannten russisches Schattenflotte anzugreifen, erklärte die Sprecherin des griechischen Außenministeriums dazu:
„Das griechische Außenministerium hat keine Informationen über die ‚Schattenflotte‘ und legitime Angriffsziele erhalten, aber was die Sanktionen betrifft, die EU hat bereits ihr 20. Sanktionspaket verabschiedet, können selbst Schiffe, die auf den Sanktionslisten stehen, keinesfalls als legitimes Ziel angesehen werden. Niemand hat das Recht, sie anzugreifen, zu versenken und Menschenleben und die Meeresumwelt zu gefährden.“
Am 3. Juni schickte Griechenland der Ukraine ein offizielle Protestnote wegen der Seedrohne. Auch darüber hat der Spiegel seinen Lesern übrigens nicht berichtet.
Am 5. Juni entschuldigte sich die Ukraine auf X für den Vorfall und behauptete dabei, alles sei Russlands Schuld, denn der Vorfall sei „auf Umstände zurückzuführen, die in der andauernden russischen Aggression gegen die Ukraine“ lägen. Da endlich hatte der Spiegel das nötige Wording, berichtete unter der Überschrift „100 Kilogramm Sprengstoff – Ukraine entschuldigt sich bei Athen für Drohnenvorfall“ darüber und zitierte ausführlich aus der ukrainischen Erklärung. Verweise auf seine beiden einen Monat zuvor veröffentlichten Artikel, in denen die Ukraine noch vehement bestritten hatte, dass es sich um eine ukrainische Seedrohne handelt, sucht man in dem Spiegel-Artikel natürlich vergebens.
Explosion in rumänischem Hafen
Am Tag der ukrainischen Entschuldigung gab es bereits einen weiteren, derartigen Vorfall. Dieses Mal wurde eine ukrainische Seedrohne im rumänischen Hafen Konstanza gefunden und dann gesprengt. Der Spiegel berichtete darüber unter der Überschrift „Detonation in Hafenstadt – Seedrohne explodiert vor Rumänien“ und der Artikel ist Propaganda nach Lehrbuch, wie wir gleich sehen werden. Die Einleitung des Artikels lautete:
„In der rumänischen Hafenstadt Konstanza ist am Morgen eine Drohne explodiert. Laut Kyjiw kam sie aus der Ukraine. Es ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine das EU-Land erreicht.“
Diese Einleitung gab die Richtung vor, weil sie, obwohl es unbestritten eine ukrainische Seedrohne war, einen Zusammenhang zum Einschlag einer angeblich russischen Drohne weniger Tage zuvor in einer rumänischen Stadt zog.
Um zu verstehen, wie geschickt der Spiegel seine Leser von der Wahrheit ablenkt, erkläre ich zuerst die Chronologie, danach kommen wir zu dem Spiegel-Artikel.
Die ukrainische Drohne wurde im Hafen von Konstanza gefunden und kontrolliert gezündet. Danach gab Kiew umgehend zu, dass es sich um eine ukrainische Drohne gehandelt hat, die aber von russischen Abwehrmaßnahmen vom Kurs abgebracht worden und so in den rumänischen Hafen gelangt sei.
Damit stellt sich sofort die Frage, warum Kiew, wenn es das alles wusste, Rumänien nicht vor der Drohne gewarnt hat? Das ist nicht geschehen, weshalb klar ist, dass die ukrainische Erklärung eine billige Lüge ist, von der Kiew aber weiß, dass es damit durchkommt, weil europäische Medien keine kritischen Fragen stellen.
So auch der Spiegel, der alles tut, um die Kiewer Lüge zu decken, die bei einem Blick auf die Chronologie offensichtlich wird. Daher vermeidet der Spiegel-Artikel eine chronologische Reihenfolge der Ereignisse, um seine Leser zu täuschen. Zuerst berichtet der Spiegel über die Explosion der Drohne, danach über die Kiewer Erklärung, die Drohne sei durch „elektronische Kampfsysteme“ der russischen Armee gestört worden, habe „die Kontrolle verloren“ und sei schließlich an der rumänischen Küste gelandet.
Erst danach berichtet der Spiegel, dass die Drohne zuvor entdeckt wurde, ohne dass Kiew Rumänien vor ihr gewarnt hat. Darauf folgt, um das Narrativ zu festigen, die Erklärung des durch Wahlmanipulation an die Macht gekommenen pro-westlichen rumänischen Präsidenten, der die Solidarität seines Landes mit der Ukraine im russischen Angriffskrieg bekundete. Das garnierte der Spiegel noch mit einer Erklärung von EU-Kommissionschefin von der Leyen, die den Vorfall als „direkte Folge des Krieges Russlands gegen die Ukraine“ bezeichnete und von „einer direkten Bedrohung für die Länder an unserer östlichen Grenze“ fabulierte, um danach sofort für Investitionen in den Aufbau militärischer Anti-Drohnen-Möglichkeiten, Luftverteidigung und Frühwarnsysteme zu werben.
So, wie der Spiegel-Artikel aufgebaut ist, hat er nur einen Zweck: Seine Leser von der wahren Ereigniskette und der Tatsache abzulenken, dass die Ukraine die Drohne absichtlich im Hafen von Konstanza platziert hat, wo es auch ein großes Ölterminal gibt.
Europa in den Krieg hineinziehen
Was wäre wohl passiert, wenn die vor Griechenland gefundene Drohne ein Kreuzfahrtschiff getroffen oder auch nur an einem gut besuchten Urlauberstrand explodiert wäre? Es hätte hunderte Tote gegeben und natürlich wäre Russland beschuldigt worden, zumal das Auffinden der Trümmer der Drohne einige Zeit in Anspruch genommen hätte. Die Medien hätten währenddessen von einem russischen Angriff fabuliert.
Und was wäre wohl passiert, wenn die andere Drohne im Hafen von Konstanza einen Tanker beim Verladen von Öl getroffen und dabei eine gigantische Explosion ausgelöst hätte? Das gleiche: Natürlich wäre Russland beschuldigt worden, zumal das Auffinden der Trümmer der Drohne einige Zeit in Anspruch genommen hätte. Die Medien hätten währenddessen von einem russischen Angriff fabuliert.
Niemand bestreitet, dass es seit der Eskalation im Februar 2022 das oberste Interesse der Ukraine ist, die NATO – oder zumindest die EU oder auch nur einige europäische Staaten – in ihren Krieg gegen Russland zu ziehen. Dass Kiew dazu auch auf False Flag Operationen zurückgreifen könnte, kann niemanden überraschen.
Und die deutschen Medien unterstützen Kiew bei seinen Versuchen, Europa in den Krieg hineinzuziehen, anstatt einfach nur vollständig über alle Fakten zu berichten. Wollen diese „Journalisten“ den Krieg, oder glauben sie wirklich, dass der Krieg sie und ihre Freunde und Verwandten nicht betreffen würde…?
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
Nächster Beitrag: Trump: Dem Iran den Besitz ballistischer Raketen zu verwehren, wäre unfair