Wie die EU ein Übergreifen des Krieges auf Europa provoziert
Ja, ich weiß, ich warne seit Jahren davor, dass zuerst der kollektive Westen und nun die EU den Krieg auf Europa ausweiten wollen, aber bisher ist das nicht passiert, weshalb manche meine Warnungen nicht mehr ernst nehmen oder sich sogar darüber lustig machen. Aber man muss solche Entwicklungen in geschichtlichen Zeitrahmen sehen.
Nehmen wir beispielsweise den Ersten Weltkrieg. Damals gab es schon etwa zehn Jahre vor Kriegsausbruch Stimmen, die vor einem großen Krieg warnten, weil er objektiv in der Luft lag und nur noch ein Zündfunke fehlte. Der Grund dafür war, dass die Briten sahen in Deutschland und seiner wachsenden Flotte eine Gefahr für ihr Weltreich sahen, und dass Frankreich und Deutschland „Erbfeinde“ waren, wobei Frankreich Elsass-Lothringen zurückerobern wollte, das Deutschland im Krieg von 1871 erobert hatte.
Hinzu kam nach dem Ende der Bismarck-Ära eine Änderung der Bündnisse in Europa, die es unvermeidlich machte, dass im Falle eines Krieges von Deutschland mit Frankreich und/oder England auch Österreich-Ungarn und Russland in den Krieg hineingezogen würden.
Der Krieg lag also faktisch schon zehn Jahre in der Luft, aber weil er einfach nicht kommen wollte, wurden die Mahner immer mehr belächelt. Bis dann 1914 der Zündfunke kam und Europa innerhalb von vier Wochen aus dem längsten Frieden seiner Geschichte in den bis dahin schrecklichsten Krieg seiner Geschichte geriet.
Daher fühle ich mich aufgrund der aktuellen Entwicklungen in meinen Befürchtungen bestätigt, auch wenn der Krieg bisher nicht nach Europa gekommen ist, denn die Entwicklungen gehen in nur eine Richtung, in Richtung Eskalation. Und solange sich daran nichts ändert, bin ich leider zu 100 Prozent sicher, dass es nicht die Frage ist, ob die EU den Krieg mit Russland provoziert, sondern dass die Frage nur ist, wann der Zündfunke erfolgt, der diesen Krieg auslöst.
Ich wäre der glücklichste Mensch der Welt, wenn ich falsch liegen und sich der politische Kurs in der EU ändern sollte. Aber dafür gibt es leider immer noch keine Anzeichen, im Gegenteil.
Darum soll es in diesem Artikel gehen: Ich werde hier die alarmierenden Meldungen und Erklärungen aus Europa der letzten Tage zusammenfassen, denn sie sind in meinen Augen mehr als dramatisch. Dass dieser Artikel sehr lang geworden ist, liegt an der wohl nie dagewesenen Vielzahl dieser Meldungen und Erklärungen, wobei bei weitem nicht einmal alle hier verarbeitet habe.
Erklärungen von Behörden
Es gab im Laufe des letzten Jahre viele sehr konkrete Warnungen und auch Maßnahmen von Behörden europäischer Länder, die offen eine Kriegsvorbereitung zeigen. In Deutschland beispielsweise haben Gesundheitsminister gefordert, deutsche Krankenhäuser sollten sich darauf vorbereiten, bis zu tausend verwundeter Soldaten täglich zu behandeln. In deutschen Städten fanden Kriegsspiele statt, die den Transport von Truppen und Material an die Ostfront trainiert haben. Deutsche Behörden fordern plötzlich zu einer Art von Preppern auf und raten dringend dazu, zu Hause Lebensmittel Kerzen, Wasser, Batterien und so weiter für mehrere Tage vorrätig zu halten. Und so weiter, das ist längst bekannt, daran hat man sich anscheinend schon gewöhnt.
Und das passiert nicht nur in Deutschland. Das norwegische Militär beispielsweise hat vor einigen Tagen hat Tausende von Briefen verschickt, in denen die Bürger aufgefordert werden, sich auf die Beschlagnahmung ihrer Häuser und Fahrzeuge im Falle eines Krieges mit Russland vorzubereiten. Norwegen befände sich in der „schwersten Sicherheitslage seit dem Zweiten Weltkrieg“ und die Gesellschaft müsse „im schlimmsten Fall auf einen Krieg vorbereitet sein“. In Norwegen gibt es eine sogenannte „Requisitionspolitik“, die im Kriegsfall die Beschlagnahmung von zivilem Eigentum wie wie Fahrzeugen, Booten und Immobilien vorsieht. Laut Medienberichten habe das Verteidigungsministerium derzeit über rund 13.500 „Vorbereitungen zur Requisition“ geplant.
Alleine die Liste derartiger Maßnahmen, Erklärungen und Warnungen, die Behörden in den allermeisten Ländern der EU in den letzten Monaten herausgegeben haben, würden einen sehr langen Artikel füllen.
Erklärungen von Militärs
Erklärungen von europäischen Offizieren, die offen von einem Krieg mit Russland sprechen, gibt es ebenfalls schon lange. Ob nun ein französischer Stabsoffizier gefordert hat, die Franzosen müssten sich mit dem Gedanken anfreunden, ihre Kinder im Krieg zu verlieren, oder ob estnische Generalstabsoffiziere offen erklärt haben, sie würden sich – natürlich mit Rückendeckung der NATO – auf einen Angriff auf Russland vorbereiten, weil sie nicht auf einen russischen Angriff warten könnten, bei dem die NATO möglicherweise zu spät käme, um sie noch zu retten.
Auch die Liste der offenen Kriegsdrohungen der letzten Wochen, Monate und sogar Jahre aus Europa gegen Russland ist erschreckend lang, und das waren nur zwei Beispiele.
Und noch erschreckender ist, wie sehr solche Erklärungen gerade zunehmen. Vor allem die Ostsee steht hier im Fokus. Eine Chronologie der Eskalation in der Ostsee finden Sie hier.
Ende Januar hat die britische Regierung zusammen mit 14 Staaten angekündigt, künftig Handelsschiffe mit Waren aus Russland kapern zu wollen, was eine faktische Blockade der Ostsee bedeuten würde, worauf Russland gar nicht anders reagieren könnte, als mit dem Versuch, die Blockade militärisch zu durchbrechen. Davor wurde aus Russland auch umgehend gewarnt, was die EU aber nicht daran hindert, Transporte von russischem Öl in ihrem 20. Sanktionspaket für illegal erklären zu wollen, um so einen pseudo-juristische Vorwand für die Kaperung russischer Schiffe zu schaffen.
Am 4. Februar hielt der Stabschef der französischen Streitkräfte Fabian Mandon auf der Konferenz der Seestreitkräfte eine Rede, in der vom Krieg gegen Russland nicht im Konjunktiv, sondern wie von einer unvermeidlichen Tatsache sprach. Und auch er konzentrierte sich dabei auf die Ostsee, als er beispielsweise sagte:
„Heute bereiten wir uns auf den Krieg vor. Und die Rückkehr des Krieges bedeutet die Aussicht auf Konfrontation und die Rückkehr bestimmter Wahrheiten, die Notwendigkeit, ganze Räume zu kontrollieren. (…) Dieses Meer (Anm.: er meinte die Ostsee), das zuvor nicht vollständig von der NATO kontrolliert wurde, wird es heute. Und für Russland ist das eine schlechte Nachricht.“
Einen Krieg mit Russland sieht er als beschlossene Sache an, wie diese Aussage aus seiner Rede zeigte:
„Dies wird Teil der zukünftigen Bemühungen sein, da es zu einem schwierigen Kampf auf See kommen wird.“
Generell gehören französische Militärs zu den aktivsten, wenn es um derartige Erklärungen geht. Die französische Verteidigungsministerin forderte Europa am 13. Februar auf, sich auf einen “militärischen Konflikt von hoher Intensität vorzubereiten”.
Auch Deutschland steht dabei nicht zurück, sondern spielt eine wichtige Rolle. Es ist kein Zufall, dass Deutschland ausgerechnet in Litauen eine Panzerbrigade aufstellt. Im Falle eines Krieges mit Russland wären dort die ersten Kampfhandlungen zu erwarten, weil Russland versuchen müsste, zu seiner Exklave Kaliningrad durchzubrechen, die sicher heftig angegriffen würde. Und genau dort, wo Russland nach Kaliningrad durchbrechen müsste, wird die Bundeswehrbrigade aufgestellt, und zwar mit den Frauen und Kindern der Soldaten, damit die Soldaten auch wirklich motiviert kämpfen. Das ist also ein Himmelfahrtskommando, das nur den Sinn hat, den Deutschen Bilder von toten Bundeswehrsoldaten zeigen zu können, um die deutsche Beteiligung am Krieg gegen Russland auch der nicht eben kriegslustigen deutschen Bevölkerung zu erklären.
Das wissen die meisten Bundeswehrsoldaten anscheinend auch, denn trotz aller finanziellen und sonstigen Vorteile, die den Freiwilligen geboten werden, die bereits sind, mit ihren Familien nach Litauen umzuziehen, hat die Bundeswehr Probleme, die Brigade aufzustellen, weil es an Freiwilligen mangelt. Nun wird daher über eine zwangsweise Stationierung von Soldaten nachgedacht.
Oder ein anderes Beispiel aus Deutschland. Laut der Daily Mail warnte Generalmajor Wolf-Jürgen Stahl, der Chef der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, vor einer Situation, in der Europa Dinge erleiden werde, „die wir uns derzeit noch gar nicht vorstellen können“. Das erinnert an die Warnungen von NATO-Generalsekretär Rutte vom Dezember, als er die Europäer auf einen Krieg in Europa einstimmte, „wie ihn unsere Großeltern und Urgroßeltern erlebt haben“.
In der Ukraine kämpfen NATO-Soldaten übrigens schon gegen Russland. Dazu werden sie offiziell beurlaubt, um in der Ukraine das komplizierte westliche Kriegsgerät zu bedienen, für das eine zu lange Ausbildung nötig ist, als dass ukrainische Soldaten es selbst bedienen könnten. Dabei geht es auch um F-16-Kampfjets, für die ukrainische Piloten vier bis fünf Jahre ausgebildet werden müssen, aber angeblich waren die schon nach ein paar Monaten ausgebildet und fliegen die komplizierten Jets angeblich bereits seit langem in Kampfeinsätzen in der Ukraine.
Nun haben französische Portal Intelligence Online und das amerikanische Military Watch Magazine berichtet, dass die ukrainischen F-16 von Piloten aus den USA und den Niederlanden geflogen werden. Während beispielsweise das russische Fernsehen darüber berichtet, verschweigen deutsche Medien diese Berichte komplett.
Am 24. Februar, also gestern, veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium eine Erklärung, in der es heißt, im Einklang mit den Plänen der sogenannten „Koalition der Willigen“, nach einem möglichen Friedensschluss eine „multinationale Truppe“ in die Ukraine zu schicken, sei ein Hauptquartier mit 70 Mitarbeitern eingerichtet worden, dessen Zentrale nun einsatzbereit sei.
Da ein Friedensschluss jedoch derzeit nicht absehbar ist, stellt sich die Frage, wozu das Hauptquartier jetzt schon einsatzbereit ist. Dass es natürlich auch im Krieg gegen Russland genutzt werden kann, wird in der britischen Erklärung nicht erwähnt, ist aber jedem Experten klar. Die Erklärung war also nichts weniger als die Ansage, die Briten seien nun jederzeit (auch während des Krieges) in der Lage, britische Truppen in der Ukraine einzusetzen und zu koordinieren. Alles ist dafür vorbereitet.
Auch diese Aufzählung von aktuellen Erklärungen europäischer Militärs ist keineswegs vollständig, aber sie zeigt beispielhaft, wie sehr sich die Rhetorik verschärft hat und in welcher schnellen Schlagzahl derartige Erklärungen inzwischen aus Europa zu hören sind.
Die Europäer wollen Frieden um jeden Preis verhindern
Während die europäischen Politiker bei jeder Gelegenheit erklären, sie würden die Friedensbemühungen von US-Präsident Trump unterstützen, ist es offensichtlich, dass sie das Gegenteil tun und sie sabotieren, wo sie nur können, indem sie ihre Militärs solche Dinge erklären lassen, wie wir gerade gesehen haben, indem sie unrealistische Forderungen stellen, die Russland nie akzeptieren würde, indem sie den Sanktionskrieg und die verbale Eskalation weiter auf die Spitze treiben und indem sie offen davon reden, Russland müsse militärisch besiegt werden.
Nehmen wir beispielsweise die letzte Runde der Verhandlungen zwischen den USA, Russlands und der Ukraine in Genf von vor zehn Tagen. Die Europäer waren nicht eingeladen, sind aber trotzdem angereist und haben in der Hotellobby gewartet, während die Verhandlungen liefen, um sich danach sofort mit der ukrainischen Delegation zu unterhalten. Die Bilder der nervös wartenden europäischen Spitzendiplomaten hat das russische Fernsehen gezeigt, in Deutschland hingegen waren sie meines Wissens nicht zu sehen.
Und während die Europäer sagen, sie würden Trumps Friedensbemühungen unterstützen, haben die meisten europäischen Staaten, darunter auch Deutschland, ihren Luftraum für die russische Delegation gesperrt, sodass die Russen für den Flug nach Genf nicht 3,5, sondern 9 Stunden brauchte. Unterstützt man so Verhandlungen? Oder ist das eher offene Sabotage?
Apropos Deutschland: Kanzler Merz entwickelt sich zu lautesten Russenhasser in Europa und seine Rhetorik erinnert inzwischen ohne Übertreibung an seinen Schnauzbärtigen Vorgänger als deutscher Kanzler, der ständig vom unzivilisierten und barbarischen Russland und vom „Mongolensturm“ schwadronierte. Bei Merz hört sich das heute so an:
„Wir erleben im Augenblick dieses Land in einem Zustand der tiefsten Barbarei. Das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern, und damit müssen wir uns abfinden.“
Bei gleicher Gelegenheit wiederholte Merz auch, was er bereits beim Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt hat:
„Dieser Krieg wird nach meiner Einschätzung erst zu Ende gehen, wenn eine der beiden Seiten erschöpft ist, entweder militärisch oder ökonomisch.“
Es sei daher Ziel der europäischen Bemühungen, dass Russland „den Krieg militärisch nicht weiter führen und ökonomisch nicht weiter finanzieren kann“. Er halte es für „nahezu ausgeschlossen“, dass es mit Putin wegen dessen „blindwütigem Terror“ jemals wieder normale Beziehungen geben könne.
Einerseits sagt Merz, er unterstütze Trumps Friedensbemühungen, andererseits versucht er, die russische Delegation daran zu hindern, zu den Friedensverhandlungen nach Genf zu fliegen und fabuliert, man müsse Russland „militärisch“ erschöpfen. Das Ziel von Merz ist also ein Abnutzungs- und Vernichtungskrieg gegen russische Soldaten, nicht der Frieden.
Auf der Münchener Sicherheitskonferenz sagte er sogar stolz, die EU habe „Moskau ungeahnte Verluste und Kosten aufgezwungen“. Kosten sind Geld, aber Verluste sind Menschenleben. Merz brüstet sich damit, die EU habe zum Tod russischer Soldaten beigetragen, behauptet aber gleichzeitig, Deutschland und die EU seinen keine Kriegsparteien. Wie passt das zusammen?
Auch Außenminister Wadephul steht dem in nichts nach. Am 23. Februar sagte er auf einer Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung, in erster Linie solle natürlich die Ukraine sprechen, aber auch Deutschland sei zu einem Dialog bereit. Man werde jedoch nicht nach Moskau kommen und Zugeständnisse machen.
Außerdem sagte er, dass seiner Meinung nach derzeit ausreichend Kommunikationswege mit Moskau bestünden, wobei man anmerken muss, dass es zwischen Deutschland und Russland derzeit keinerlei Kommunikationskanäle gibt. Mitarbeiter der deutschen Botschaft lassen sich bei der russischen Regierung nur blicken, wenn sie ins Außenministerium vorgeladen werden, um Protestnoten entgegenzunehmen, und die deutsche Regierung verteufelt jeden, der es wagt, mit Mitarbeitern der russischen Botschaft in Berlin zu sprechen.
Und während die Europäer ständig behaupten, sie wollten einen Platz am Verhandlungstisch mit Russland, hat EU-Chefdiplomatin Kallas am 23. Februar erklärt, sie habe beschlossen, das Personal der russischen Botschaft bei der EU auf 40 Personen zu kürzen. Nur wie will die EU mit Russland verhandeln, wenn sie und ihre Mitgliedsstaaten ständig russische Diplomaten ausweisen und ihre Zahl begrenzen? Wer verhandeln will, redet mit den Diplomaten des Gegners, aber er wirft sie nicht aus dem Land.
Kallas tut generell alles, um Verhandlungen mit Russland zu verhindern und zu sabotieren. Vor einigen Tagen kündigte sie an, sie werde die Forderungen der EU an Russland für einen Frieden formulieren und nannte als Kernforderungen eine Reduzierung der russischen Armee, des russischen Verteidigungshaushaltes und des russischen Atomarsenals. Dass solche einseitigen Forderungen unrealistisch sind, weiß jeder, denn solche Dinge werden in langwierigen Abrüstungsverhandlungen auf Gegenseitigkeit ausgehandelt, aber nicht einseitig gefordert.
Am 23. Februar teilte Kallas mit, sie habe der EU ihre Forderungen übergeben, die auch den Abzug russischer Truppen aus Gebieten enthalten, die Russland ihrer Meinung nach „besetzt“ habe, und nannte als Beispiele Moldawien und Georgien.
Auf die Lagen in Moldawien und Georgien im Detail einzugehen, würde hier zu weit führen, daher beschränke ich mich auf eine kurze Anmerkung: Auf dem OSZE-Gipfel 1999 in Istanbul wurden die Verpflichtungen zum Abzug russischer Truppen aus sowjetischen Stützpunkten in Georgien und Transnistrien beschlossen. Diese Bedingungen waren Teil der Verpflichtungen, die Russland im Gegenzug für die Ratifizierung des Angepassten Vertrags über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) durch die NATO-Staaten einging. Der Vertrag enthielt unter anderem auch Beschränkungen für russische Truppenbewegungen innerhalb Russlands, sogenannte „Flankenbeschränkungen“, aber schon 2001 hatten die NATO-Staaten den Ratifizierungsprozess des Vertrags eingefroren und sie haben nie begonnen, ihn umzusetzen.
Und die Ukraine? Selensky will überhaupt keine Verhandlungen und lässt seine Leute nur an den Gesprächen mit den USA und Russland teilnehmen, um Trump nicht vollends gegen sich aufzubringen. Während Selensky ständige direkte Verhandlungen mit Putin fordert, hat er Angebote für ein Treffen in Moskau jedoch umgehend abgelehnt, und bezeichnete er Putins Standpunkt, man müsse in den Verhandlungen die Gründe des Konfliktes ausräumen, um ein erneutes Ausbrechen von Feindseligkeiten und Krieg zu verhindern, in einem Interview mit dem britischen Reporter Piers Morgan als „Scheiß“ („Shit“), über den er nicht mal reden wolle. Selensky ist in letzter Zeit generell in die Fäkalsprache abgedriftet, was deutsche Medien aber verschweigen.
Was bedeutet das?
Offensichtlich ist man in Europa nicht an Frieden interessiert. Und offensichtlich, das sagen europäische Generalstabsoffiziere ja vollkommen offen, bereitet man sich auf einen großen Krieg mit Russland vor. Dafür sprechen auch die massiven Truppenansammlungen an der russischen Grenze und in der Ostsee, die die NATO unter der Operation Eastern Sentry seit Sommer 2025 aktiv vorantreibt.
Dafür sprechen auch die Erklärungen aus London, man wolle Schiffe mit Ladung aus Russland künftig beschlagnahmen, und die Versuche aus der EU, Seetransporte von russischem Öl generell für illegal zu erklären, um die Schiffe dann beschlagnahmen zu können.
Abgesehen von der Frage, ob Russland darauf mit militärischen Mitteln reagieren würde, liegt die Gefahr aber woanders: Inzwischen fahren auf vielen dieser Tanker bereits russische Soldaten mit, um die Tanker bei Bedarf vor europäischen Kaperversuchen zu beschützen.
Wenn diese Pläne umgesetzt werden, wäre es also nur noch eine Frage der Zeit, bis irgendein europäisches Land versucht, einen Tanker aus Russland zu kapern und es dabei zu Kampfhandlungen zwischen den russischen Soldaten, die den Tanker beschützen, und den europäischen Soldaten, die versuchen, den Tanker zu kapern, kommt.
Das wäre er, der Zündfunke, von dem ich zu Beginn dieses Artikels gesprochen habe, als ich an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert habe. Schließlich gibt es in Europa derzeit keinen einflussreichen Politiker, von dem in so einer Situation Mäßigung zu erwarten wäre, vielmehr würden Politik und Medien in Europa sich mit Erklärungen über das angeblich aggressive Russland überschlagen, dessen Soldaten grundlos und unprovoziert auf europäische Soldaten geschossen hätten, die doch nichts weiter tun wollten, als ein Schiff gemäß EU-Recht zu inspizieren, demzufolge Seetransporte von russischem Öl illegal seien.
Ich hoffe, dass ich Unrecht habe. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen in Europa zur Vernunft kommen. Aber wie die aktuellen Meldungen und Erklärungen aus Europa zeigen, passiert exakt das Gegenteil. Die scheinen wirklich Krieg zu wollen.
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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