„Wie die Deutsche Bank Jeffrey Epstein den roten Teppich ausrollte“

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anti-spiegel.ru📅 27.02.2026
Epstein und die Deutsche Bank

„Wie die Deutsche Bank Jeffrey Epstein den roten Teppich ausrollte“

Die Deutsche Bank war jahrelang die Hausbank von Epstein, wobei interne Warnungen vor seinen Geschäften ignoriert wurden. Als Epstein dann 2019 verhaftet wurde, gab es bei der Bank Vertuschungsversuche, wie die Financial Times meldet.

Der Epstein-Skandal zieht immer weitere Kreise, wobei es bemerkenswert ist, wie nachdrücklich die Medien – und zwar nicht nur die Mainstream-Medien, sondern auch viele „alternative Medien“ – die neuen Erkenntnisse verschweigen. Ich bin derzeit dabei, Informationen gegenzuprüfen, die Kollegen recherchiert haben, und werde dazu am Wochenende erste Artikel veröffentlichen, wobei ich überrascht war, welche Verbindungen es auch nach Deutschland gibt.

Noch sind da keine „handfesten Skandale“ über die Verbindungen nach Deutschland ans Licht gekommen, aber es gibt reichlich interessante Spuren zu Menschen, die deutsche Politik beeinflussen und dabei von Epstein oder anderen US-NGOs finanziert und unterstützt wurden, und die bisher jeden Kontakt zu Epstein abgestritten haben, tatsächlich aber engen Kontakt zu ihm hatten.

Epstein hatte definitiv gute und enge Kontakte zu Leuten, die in Deutschland hinter den Kulissen sehr einflussreich sind, auch wenn ihre Namen kaum jemand kennt. Was aus den bisher bekannten Informationen daher nicht mehr bestritten werden kann, ist, dass es zumindest einen sehr dicken Filz zwischen Epstein und denen gab, die hinter den Kulissen auf politische Entscheidungen der Bundesregierung einwirken.

Darum soll es hier jedoch noch nicht gehen, hier übersetze ich einen Artikel der Financial Times von vor einigen Tagen, der nachzeichnet, wie die Geschäftsverbindung der Deutschen Bank zu Epstein zu Stande kam und wie Verantwortliche bei der Deutschen Bank interne Bedenken vom Tisch so lange gewischt haben, bis „Wegschauen“ wegen der zunehmenden Aufmerksamkeit der Medien und der darauf folgenden Verhaftung von Epstein nicht mehr funktionierte.

Beginn der Übersetzung:

Wie die Deutsche Bank Jeffrey Epstein den roten Teppich ausrollte

Das deutsche Kreditinstitut winkte trotz Bedenken hinsichtlich der Compliance-Vorschriften Millionen des verurteilten Sexualstraftäters durch.

Im Mai 2018 forderten Compliance-Beauftragte der Deutschen Bank Informationen über eine Überweisung von Tausenden von Dollar eines US-Finanziers an eine Moskauer Bank an.

Der Kundenbetreuer des superreichen Kunden antwortete, er übernehme lediglich die Studiengebühren eines „Freundes“.

Als das Team für Geldwäschebekämpfung nachfragte, warum ein Konto, das für Lohnkosten vorgesehen war, für die Ausgaben eines russischen Studenten genutzt wurde, erklärte der Deutsche-Banker, dass die Mitarbeiter des Finanziers für „einmalige Überweisungen“ „flexibel das Konto nutzen, das sie möchten“.

Der Kunde war Jeffrey Epstein, der Hunderte Millionen Dollar zu Deutschlands größter Bank transferiert hatte, nachdem JPMorgan ihn 2013 rausgeworfen hatte.

Die Deutsche Bank erlaubte dem verurteilten Sexualstraftäter häufig, Geld ins Ausland zu überweisen, um die Ausgaben junger Frauen zu decken. Später gab sie gegenüber der Staatsanwaltschaft an, er habe in den fast sechs Jahren, in denen die Bank seine Finanzen verwaltete, rund 875.000 Dollar an „angebliche ausländische Models“ überwiesen.

Die Bank hat bereits 225 Millionen Dollar an Strafen und Entschädigungen im Zusammenhang mit Epstein sowie für Verstöße gegen Compliance-Vorschriften im Zusammenhang mit einem russischen Geldwäscheskandal gezahlt. Gegenüber der Financial Times räumte sie ihren „Fehler ein, Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben“ sowie die „Schwächen“ ihrer Prozesse, die seither „systematisch behoben“ worden seien, und bedauerte die Verbindung zu ihm zutiefst.

Doch Zehntausende interne E-Mails und Dokumente, die das US-Justizministerium im Rahmen der Epstein-Akten veröffentlichte, zeichnen erstmals ein klares Bild davon, wie die Deutsche Bank dem mehrfachen Sexualstraftäter den roten Teppich ausrollte.

2012 erklärte Anshu Jain, damals Co-Chef der Deutschen Bank, den Ausbau der Vermögensverwaltung zu einer ihrer obersten Prioritäten.

Auf der Suche nach hochkarätigen Privatbankern von US-Konkurrenten wurde die Bank auf Paul Morris von JPMorgan aufmerksam, dessen Adressbuch mit superreichen Kunden – darunter auch Epstein – gespickt war.

Im Oktober desselben Jahres teilte Morris Epstein mit, dass er die Bank verlassen werde. Nur wenige Wochen nach seinem Eintritt bei der Deutschen Bank arrangierte er bereits Treffen mit Epstein, und im Frühjahr 2013 liefen die Gespräche über einen möglichen Wechsel des Pädophilen zur Deutschen Bank bereits auf Hochtouren.

Ein Hochrisikokunde mit Vorstrafe würde üblicherweise einer Überprüfung durch einen Reputationsausschuss unterzogen. Doch im Mai 2013 teilte Chip Packard, damals Co-Leiter des US-Vermögensverwaltungsgeschäfts der Deutschen Bank, seinen Kollegen mit, dass einer der Top-Anwälte der Bank und ein leitendes Mitglied des US-Teams zur Bekämpfung von Geldwäsche dies für unnötig hielten.

„Wir können fortfahren, solange durch die Kundenidentifizierung und die Implementierung von AML-Maßnahmen keine weiteren Risiken aufgedeckt werden“, schrieb er.

Die Diskussionen kamen Epstein gerade recht, da ihm im August 2013 mitgeteilt wurde, dass JPMorgan die Beziehungen zu ihm einstellte, was ihn zwang, Hunderte Millionen Dollar zu transferieren.

„Ich werde alle meine Konten zu Ihnen und zur Deutschen Bank übertragen“, schrieb Epstein in dem Monat an Morris.

„Jeffrey, großartig!“, antwortete Morris. „Ich schätze Ihr Vertrauen.“

Morris teilte Packard wenige Tage später mit, dass Epstein mehr Geld transferieren würde, „als ursprünglich angenommen“. Nachdem im Oktober 180 Millionen Dollar eingegangen waren, schrieb Packard an Morris: „Herzlichen Glückwunsch zu Bekommen von Epsteins Geld!“

Als sich das Jahr 2013 dem Ende zuneigte, schickte Morris Neujahrsgrüße an Epstein sowie an eine weitere ehemalige JPMorgan-Kundin: Ghislaine Maxwell, die britische Society-Lady, die später wegen der Anbahnung sexueller Kontakte zu minderjährigen Mädchen für den Finanzier inhaftiert werden sollte.

Nachdem die Deutsche Bank 2013, wie es intern hieß, Epsteins Konto von JPMorgan „gewonnen“ hatte, wollte sie seine Kontakte nutzen, um ihre Position im Segment der Superreichen auszubauen.

Epstein „verfügt über viele wichtige Beziehungen“, schrieb Caroline Kitidis, damals Senior Bankerin im Wealth Management der Deutschen Bank, im Januar 2014 an Kollegen.

Kitidis berichtete, sie habe Leon Black, Mitbegründer von Apollo Global Management, in Epsteins Haus getroffen. Dieser verfüge über 500 Millionen US-Dollar, „die er investieren möchte“. Zu den weiteren potenziellen Kunden zählte der ehemalige US-Finanzminister Lawrence Summers.

„Kurz gesagt, eine sehr gute Gelegenheit – wir hoffen auf eine erstklassige Geschäftsbeziehung“, schrieb Kitidis über Epstein.

Notizen eines Treffens mit seinen Beratern der Deutschen Bank im September 2015 zeigen, dass Epstein die Bank dazu anregte, ihre Strategie im Umgang mit Milliardären zu überdenken, da andere Banken keine „erstklassigen Dienstleistungen für Vermögensplanung“ anböten.

Interne Dokumente der Deutschen Bank unterstreichen die Bedeutung von Epsteins Verbindungen zu Black. In einem Bericht wurde der Apollo-Mitbegründer als Kunde der Deutschen Bank seit April 2014 beschrieben, empfohlen von Epstein. In einem anderen Bericht schrieb ein Banker, Epstein habe die „Vollmacht, in Leons Namen Transaktionen durchzuführen“.

Die komplexen Verflechtungen der Finanzen der beiden Männer lösten später einen Compliance-Alarm bei der Deutschen Bank aus, als eine Zahlung von 22,5 Millionen US-Dollar von einer Firma, der Blacks Yacht gehörte, an eine andere, die angeblich „Epsteins Flugzeuge“ verwaltete, die Geldwäschebeauftragten der Bank stutzig machte.

Die Geschäftsbeziehung der Deutschen Bank zu Black blieb jedoch begrenzt, bis 2017 verwaltete sie lediglich 255.000 US-Dollar für den Multimilliardär.

Während Morris für die Gewinnung Epsteins als Kunden der Bank gelobt wurde, waren einige Mitarbeiter beunruhigt. Eine junge Bankerin, die für Epsteins Konto zuständig war, berichtete dem FBI später, sie habe ihre Bedenken der Personalabteilung mitgeteilt.

Sie erinnerte sich an die Antwort des Personalchefs: „Fühlen Sie sich unwohl bei der Arbeit, für die Sie eingestellt wurden?“

Viele bei der Deutschen Bank waren daran interessiert, Epsteins Kontaktnetzwerk zu nutzen, doch die Verwaltung des Vermögens eines verurteilten Sexualstraftäters mit einer Vorliebe für komplexe Geschäfte stellte eine Herausforderung dar.

Die Banker hatten immer wieder mit Warnmeldungen bezüglich der sich ständig verändernden Verbindungen zwischen den Geschäftspartnern und seinen zahlreichen Trusts zu tun.

Eine dieser Meldungen vom Februar 2014 wies darauf hin, dass Maxwell, eine Begünstigte eines von der Deutschen Bank verwalteten Trusts, angeblich „Mittäterin in Epsteins illegalen Aktivitäten“ war.

Ein Jahr später meldete das Risikoteam Vorwürfe gegen Epstein und den damaligen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor. Beide Fälle konnten nach Aufklärung durch die Banker beigelegt werden, wobei Morris dazu anmerkte, dass „Geschichten über Prinz Andrew schon seit Jahren in der Presse auftauchen“.

Epsteins Vorliebe für Wetten auf alles, von Aktien bis hin zu Währungsderivaten, bot der Deutschen Bank die Aussicht auf beträchtliche Handelseinnahmen.

Die Bank nahm ihn in ihre Gruppe der „Key Client Partners“ auf, die ausgewählten Kunden mit einem Vermögen von über 100 Millionen Dollar „innovative, personalisierte Anlagelösungen“ anbot. Doch es kam schnell zu Spannungen.

In einem Kundenprofil der Deutschen Bank wurde Epstein als „einer unserer anspruchsvollsten Kunden“ beschrieben, aber auch als „einer unserer schwierigsten… Er handelt wie ein Hedgefonds, ist aber nicht so zugänglich oder verlässlich.“

Händler der Deutschen Bank kontaktierten Epstein häufig per E-Mail, um Transaktionen in Millionenhöhe zu bestätigen, während Epstein und sein langjähriger Vertrauter Richard Kahn deren „dummen“ Fehler immer wieder kritisierten.

Bis 2015 hatten sich Epsteins Beschwerden verschärft, und im Mai warnte er Morris, er habe mit einem Händler der Deutschen Bank „ein ernstes Wörtchen geredet“.

Gut ein Jahr später verließ Morris die Bank und kappte damit die Verbindung, die Epstein zur Deutschen Bank gebracht hatte. Die Bank verwaltete zwar weiterhin seine Konten, untersagte ihm aber Anfang 2017 den Handel mit komplexen Finanzprodukten.

Es traten noch schwerwiegendere Probleme auf. Im Frühjahr desselben Jahres reichte die Compliance-Abteilung der Deutschen Bank innerhalb eines Jahres ihren zweiten Verdachtsmeldungsbericht ein und warnte die Aufsichtsbehörden, dass Epsteins Anwalt offenbar Schecks an verschiedenen Tagen einlöste, um die Meldeschwelle zu umgehen.

„Da dies nun schon zum zweiten Mal vorkommt, sollten wir über die Zukunft dieses Kontos sprechen“, schrieb ein Compliance-Beauftragter.

Es wurden jedoch keine Maßnahmen ergriffen, und Monate später genehmigten Banker der Deutschen Bank eine Erhöhung des Abhebungslimits für Epsteins Debitkarte von 1.000 auf 12.000 US-Dollar.

Die New Yorker Finanzaufsicht stellte später fest, dass Epstein durchschnittlich 200.000 US-Dollar pro Jahr in bar von der Deutschen Bank abhob. Es hieß, es sei zwar unklar, ob das Geld „zur Vertuschung alter Straftaten, zur Erleichterung neuer oder für einen anderen Zweck“ verwendet wurde, doch die mangelnde Risikoerkennung durch die Bank stelle ein schwerwiegendes Versagen im Bereich Compliance dar.

Zahlungen an junge Frauen in Osteuropa und Russland lösten ebenfalls interne Diskussionen aus.

Im März 2017 erwog das Compliance-Team der Deutschen Bank eine Überprüfung von Epsteins Konten, nachdem dieser angegeben hatte, eine Begünstigte einer Überweisung sei ein in Moskau ansässiges „russisches Model“. Man entschied sich jedoch dagegen. Ein Teammitglied erklärte, da „diese Art von Aktivität für diesen Kunden üblich sei, gelte sie nicht als verdächtig“, und bestätigte, dass die Frau ein Online-Modelprofil besaß.

Die Deutsche Bank gab später gegenüber der Staatsanwaltschaft an, Zahlungen an Models über ausländische Firmen wie die „Comfort Corporation“ abgewickelt zu haben, bei denen es sich angeblich um Bildungseinrichtungen handelte. Außerdem überwies sie im Auftrag Epsteins 80.000 US-Dollar an die Agentur des Modelscouts Jean-Luc Brunel, der später im Gefängnis starb, während gegen ihn wegen Vergewaltigung und der Beschaffung minderjähriger Mädchen für Epstein ermittelt wurde.

Im Sommer 2017 stellte Epstein Paul Barrett, einen weiteren seiner ehemaligen Privatbanker bei JPMorgan, als seinen hauseigenen Händler ein. Die Deutsche Bank hatte zuvor selbst versucht, Barrett abzuwerben, und mit einem vertrauten Gesicht an Bord, das Epsteins Geschäfte abwickeln sollte, konnte sie seine Handelslinien wiederherstellen.

Der Kundenbetreuer Stewart Oldfield wurde Epsteins Hauptbankier bei der Deutschen Bank und bemühte sich, die Verbindungen zu Epsteins engem Umfeld wiederherzustellen. Im Mai 2018 lud er Barrett und Kahn zu einer Telefonkonferenz ein, die der neu ernannte Vorstandsvorsitzende Christian Sewing für alle US-Vermögensverwaltungskunden abhielt, obwohl die Unterlagen der Deutschen Bank jedoch zeigten, dass „weder Epstein noch Mitarbeiter seiner Firma an der Informationsveranstaltung teilnahmen“.

„Es ist mir gelungen, diese Beziehung zu retten und deutlich zu verbessern“, schrieb Oldfield später im selben Jahr und fügte hinzu, Epstein sei „nun der größte Handelspartner der KCP Capital Markets Group“.

Im Kundenprofil der Deutschen Bank für Epstein hieß es in diesem Jahr, man könne das Geschäft mit dem Finanzinstitut potenziell auf „mehr als eine Million US-Dollar Handelsumsatz“ ausweiten.

Anfang 2018 kontaktierte Epstein Oldfield mit einer dringenden Bitte: Er müsse innerhalb von nur zehn Tagen ein Bankkonto für einen neuen Trust eröffnen.

Epstein hatte bereits fast 225 Millionen US-Dollar bei der Deutschen Bank auf Dutzenden von Konten. Das Private-Wealth-Team der Bank setzte sich umgehend dafür ein, die Zustimmung des Vorstands einzuholen.

Es folgte ein hektischer E-Mail-Verkehr mit dem Betreff: „DRINGENDE VORSTANDSGENEHMIGUNG ERFORDERLICH“. Oldfield unterstützte den Antrag eines jüngeren Bankers: „Der Kunde möchte dieses Konto so schnell wie möglich finanzieren. Bitte genehmigen Sie es, sobald es möglich ist.“

Auf den Antragsformularen war Epsteins Verurteilung wegen Anstiftung zur Prostitution sowie ein von ihm beigelegter Fall von Insiderhandel vermerkt. Aufgrund seiner engen Beziehung zum ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und Mountbatten-Windsor galt er zudem als politisch exponiert.

Patrick Campion, damals Leiter des US-Vermögensverwaltungsgeschäfts der Deutschen Bank, genehmigte das Konto für den sogenannten Caterpillar Trust.

Eine andere Bankerin teilte ihren Vorgesetzten mit, dass „der Grund für die Eile eine bevorstehende Übernahme sei“.

Doch selbst einem der Treuhänder des Trusts war dessen Zweck unklar.

„Wozu dient der Caterpillar Trust?“, fragte Epsteins langjährige Assistentin Lesley Groff einen der Buchhalter des Finanziers und fügte hinzu: „Ich unterschreibe, verstehe aber meine Rolle nicht wirklich.“

Die Buchhalterin Bella Klein erklärte, ein Bankkonto sei nötig, um Gelder aus anstehenden Vermögensverkäufen zu „parken“, und versicherte ihr, die Unterschrift sei eine „Formalität“.

Als die Medienberichterstattung über Epstein zunahm, wehrte sich Oldfield wiederholt gegen die Auflagen. Im Juli 2018 beschwerte er sich, einige der Forderungen seien „unangemessen“, und fügte hinzu, Epstein sei „von der Geschäftsleitung wiederholt abgesegnet“ worden.

Ende des Jahres ließen sich die Schlagzeilen kaum noch ignorieren.

Als Oldfield die leitende Risikomanagerin Kimberly Hart um ein Telefonat bat, um ihr die Notwendigkeit einer weiteren E-Mail bezüglich der Einrichtung eines Brokerkontos für Epsteins „Butterfly Trust“ zu erklären, wies sie ihn auf eine Recherche des Miami Herald zu Epsteins mutmaßlichem Sexhandelsring hin.

Hart erwähnte außerdem einen Artikel der Daily Mail aus dem Jahr 2016, der einen ständigen Strom von Models dokumentierte, die in Epsteins New Yorker Stadthaus ein- und ausgingen. Einige von ihnen trugen dieselben Namen wie Begünstigte des Trusts. Sie fragte: „Was tun sie für Jeffrey Epstein?“

Nach internen Beratungen, in denen Oldfield feststellte, dass Epstein jährliche Einnahmen von über einer Million Dollar generierte, kontaktierte der Banker seinen Klienten am 21. Dezember, um ihm mitzuteilen, dass die Deutsche Bank die Geschäftsbeziehung beendet. Epsteins Team hatte bis zum 29. Februar Zeit, die Gelder woandershin transferieren.

Es sollte kein vollständiger Bruch werden. Oldfield gewährte später Fristverlängerungen und teilte der Compliance-Abteilung mit, dass keine neuen Prüfungen erforderlich seien, da Epstein die Bank verlasse, um Verzögerungen bei den Überweisungen zu vermeiden.

Im April 2019 schickte eine von Epsteins Buchhalterinnen eine E-Mail an die Deutsche Bank mit der Bitte, ihr 7.500 US-Dollar in Euro zu überweisen und 50.000 Euro an den Anwalt zu schicken, dessen Bargeldabhebungen Jahre zuvor von der Compliance-Abteilung beanstandet worden waren.

„Das ist eine recht typische Abhebung für sie“, sagte Oldfield der Compliance-Abteilung. „Jeffrey hat eine Wohnung in Paris und hat gerne Bargeld, wenn er dort hinreist.“

Etwa zur gleichen Zeit erklärte sich Oldfield bereit, bei Due-Diligence-Anfragen einer Liechtensteiner Bank zu helfen.

Epsteins weißrussische Freundin Karina Shuljak versuchte, über einen von Epsteins Trusts einen 23 Millionen US-Dollar teuren „Palast“ in Marrakesch zu erwerben. Die Konten des Trusts bei der Deutschen Bank waren jedoch leer, und der Bankberater des Verkäufers verlangte einen Kapitalnachweis.

Kahn teilte Epstein mit, dass Oldfield vorgeschlagen habe, die Finanzberichte der Muttergesellschaften des Trusts zu „redaktieren“, um „deutlich mehr Vermögen vorzutäuschen“. Nach einem Telefonat zwischen Oldfield und dem Liechtensteiner Banker bat Kahn den Deutschen Banker, zu bestätigen, dass er den Name von Herrn Epstein nicht genannt hätte.

„Es wurde über keine Namen gesprochen“, versicherte Oldfield Kahn. „Nicht einmal über den Namen des Trusts.“

Im Folgemonat schickte Oldfield dem Liechtensteiner Banker einen Brief, in dem er erklärte, der Trust führe seit 2013 Konten bei der Deutschen Bank und der Bank seien „nie Geldwäscheprobleme im Zusammenhang mit der Kontoführung oder -nutzung bekannt“ gewesen.

Der Banker erwiderte jedoch, der Brief reiche nicht aus und bat um eine Bestätigung des aktuellen Kontostands.

Während das Geschäft mit Marokko ins Stocken geriet, hielt Oldfield den Zahlungsfluss aufrecht.

„Sie haben mir versprochen, bis zum 6. Mai vollständig weg zu sein, hoffentlich aber schon Ende April“, schrieb er in dem Monat an einen Kollegen. „Also hilf ihnen weiterhin beim Geldüberweisen.“

Epstein wurde am 6. Juli verhaftet und wegen Menschenhandels mit Minderjährigen angeklagt. Seine Konten bei der Deutschen Bank waren fast leer, viele blieben aber bestehen. Oldfield rügte am folgenden Tag seine Kollegen mit den Worten: „Diese Konten hätten schon längst geschlossen sein sollen.“

Die Deutsche Bank teilte der Financial Times mit, dass sie in den Monaten nach der Benachrichtigung über die Kontoschließung „daran gearbeitet habe, sicherzustellen, dass Epsteins Vermögen aus der Bank transferiert wurde.“

Laut behördlichen Unterlagen wurde Oldfield später wegen angeblicher „mangelnder Sorgfalt gegenüber einem bestimmten Kunden“ entlassen. Er reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme zu seiner Entlassung ab.

Am 8. Juli beschuldigten New Yorker Staatsanwälte Epstein des sexuellen Missbrauchs eines großen Netzwerks minderjähriger Opfer. Am selben Tag verschickte Hart eine E-Mail mit einer Liste dutzender noch offener, mit Epstein in Verbindung stehender Konten. Der Betreff lautete: „DRINGEND!!! Konten müssen so schnell wie möglich geschlossen werden.“

Die Konten enthielten insgesamt nur 33,77 US-Dollar. Ein Bankangestellter merkte an, dass man ihm einen Scheck ausstellen müsse.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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