Was ist so schlimm, an dem in Deutschland de facto verbotenen Film „Citizen Vigilante“?
Der deutsche Filmemacher Uwe Boll wird auf Wikipedia jemand bezeichnet, der „mit einer Vielzahl von Trashfilmen“ bekannt wurde, „die ihm den Ruf als ’schlechtester Regisseur der Welt‘ einbrachten“. Er ist also jemand, auf den der Mainstream in Deutschland offensichtlich nicht gut zu sprechen ist. Das liegt sicher auch daran, dass er nicht eben politisch korrekt ist, um es höflich auszudrücken.
In diesem Monat sollte sein neuester Film in die Kinos kommen, dessen Titel im Original „Citizen Vigilante“ lautet, also „Bürgerwehr“ oder „Selbstjustiz“. Um die Produktionskosten wieder einzuspielen, erwartete der Regisseur auch die Zulassung für den deutschen Kinomarkt.
Aber notwendige Prüfung durch die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) hat dem einen Riegel vorgeschoben. Die Freigabestelle hat den Film gleich zweimal die FSK-Freigabe ab 16 oder 18 Jahren verweigert, was den Vertrieb über Kinos in Deutschland praktisch unmöglich macht.
Was aber macht den Film so gefährlich, dass das deutsche Publikum ihn nicht sehen soll? Um mir dazu eine eigene Meinung zu bilden, habe ich mir den Film angeschaut.
Ist der Grund für die Verweigerung der FSK-Freigabe die in dem Film gezeigte Gewalt? Es gibt darin einige Szenen brutaler Gewalt. So wird eine Frau abgestochen, wobei das Blut nur so spritzt, es gibt eine Vergewaltigungszene, die aber nur in kurzen Sequenzen und ohne Details gezeigt wird, und es gibt einige Schießereien. In deutschen Kinos wurden schon weitaus brutalere Szenen und Filme mit mehr Blut oder detaillierteren und schockierenderen Vergewaltigungszenen gezeigt.
Die in dem Film gezeigte Gewalt kann also nicht der Grund für die Verweigerung der FSK-Freigabe sein, zumal Filme mit viel brutaleren Gewaltszenen ja trotzdem die FSK-Freigabe 18+ erhalten.
Der Grund für die Verweigerung der FSK-Freigabe ist definitiv politischer Natur, denn in dem Film geht es um einen Mann, der wegen der hohen Kriminalität von Migranten und der geringen Strafen, die sie bekommen, der Meinung ist, die Sache selbst in die Hand nehmen zu müssen und daher die Täter umbringt. Er erschießt eine Gruppe von Migranten, die bei einer Firma Schutzgeld erpressen wollen, er bricht Jugendlichen die Knochen, die einen anderen Jugendlichen ausrauben und zusammenschlagen, er rächt die Massenvergewaltigung einer Teenagerin, bei der die Täter freigesprochen wurden, weil der Richter der Meinung war, die Täter seien „Opfer der Gesellschaft“, indem er die Täter erschießt – und auch den Richter umbringt.
Angesichts der in Deutschland und Europa der explodierten Ausländerkriminalität haben die Behörden offensichtlich keine Lust, einen Film zuzulassen, der Selbstjustiz propagiert und den Mann, der die Täter jagt und bestraft, als Helden darstellt.
Ich kann verstehen, dass die Behörden befürchten, dass so ein Film in dieser Situation die Gemüter erhitzen könnte. Aber solange die Regierungen nichts tun, um die Lage zu verbessern, hilft es auch nichts, einen solchen Film zu verbieten. Die Ausländerkriminalität wird weiter wachsen, solange die Behörden die Täter nicht hart bestraft werden, Drogendealer in Parks ungestört ihre illegalen Geschäfte nachgehen dürfen, deutschlandweit bekannte, kriminelle Familienclans weiterhin in Freiheit sind und so weiter.
Der Film ist das, was Filme mal sein sollten: Er ist eine Gesellschaftskritik, weil die vorherrschende Situation kritisiert. Das sollte zu Diskussionen über Lösungswege anregen, nicht zu Verboten. So war es zumindest früher mal, als die Zensur noch nicht so um sich gegriffen hat, wie heute.
Ist der Film gut, oder gar sehenswert? Nein, er ist schlecht. Er hat keinen nachvollziehbaren Handlungsstrang, sondern ist eine recht willkürliche Aneinanderreihung von Szenen. Er ist konzeptlos, er erzählt eigentlich nicht einmal eine Geschichte. Die Protagonisten sind farblos und langweilig. Zuschauer, die den Film im Kino gesehen hätten, würden ihn wohl kaum weiterempfehlen.
Er hat nur durch das Verbot überhaupt Schlagzeilen bekommen. Möglicherweise erreichen die Zensoren der FSK mit ihrer Aktion das Gegenteil von dem, was sie erreichen wollten, und lösen den sogenannten „Streisand-Effekt“ aus, bei dem etwas erst deshalb Bekanntheit erlangt, weil versucht wurde, es zu verbieten.
Danach sieht es zumindest aus, denn nach dem faktischen Verbot des Films in Deutschland hat Elon Musk den Film auf X hochgeladen, wo ihn nun jeder gratis anschauen kann. Während ich dies am Freitagabend schreibe, wurde der Beitrag von Elon Musk bereits fast 16 Millionen Mal aufgerufen und über 60.000 Mal geteilt.
Den Film anzuschauen, bedeutete für mich anderthalb Stunden verschenkte Lebenszeit, aber ich war einfach zu neugierig darauf, zu erfahren, was da in Deutschland dieses Mal aus politischen Gründen verboten wurde. Machen Sie nicht den gleichen Fehler wie ich, der Film ist die anderthalb Stunden nicht wert, tun Sie mit Ihrer Zeit lieber etwas Sinnvolleres.
Der Film ist nicht unterhaltsam oder spannend und er bringt keine neuen Anstöße für eine eigentlich dringend notwendige und überfällige gesellschaftskritische Diskussion über das Thema Ausländerkriminalität. Diskutieren Sie lieber mit Menschen, als den Film anzuschauen. Das ist sicher besser angelegte Lebenszeit…
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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