Was es kosten würde, dass Deutschland dem Sohn des Schah hilft, im Iran an die Macht zu kommen

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Stammleser des Anti-Spiegel wissen, wer die russischen Prankster Vovan und Lexus sind. Das sind zwei Russen, die sich da...

anti-spiegel.ru📅 23.05.2026
So käuflich die deutsche Politik

Was es kosten würde, dass Deutschland dem Sohn des Schah hilft, im Iran an die Macht zu kommen

Ein Telefonat hat gezeigt, wie käuflich die Politik in Deutschland ist. Ein führender deutscher CDU-Politiker hat dem Sohn des Schah eine Lobbyfirma empfohlen, die für Geld dafür sorgen sollte, dass die deutsche Regierung ihn dabei unterstützt, im Iran an die Macht zu kommen. Zumindest glaubten sie, es mit dem Schah zu tun zu haben…

Stammleser des Anti-Spiegel wissen, wer die russischen Prankster Vovan und Lexus sind. Das sind zwei Russen, die sich darauf spezialisiert haben, unter falschem Namen Politiker und andere Personen anzurufen. Bei diesen Telefonstreichen entlocken sie ihren Gesprächspartnern immer wieder sehr interessante Informationen, denn wir erfahren dabei, wie westliche Politiker untereinander sprechen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Ein Beispiel, von dem ich gerne erzähle, war deren Anruf bei EZB-Chefin Lagarde, die allerdings glaubte, die würde mit Selensky reden. Für Anti-Spiegel-TV habe ich die beiden mal interviewt, das Interview finden Sie hier.

Nun haben die Prankster wieder zugeschlagen. Dieses Mal haben sie gezeigt, wie korrupt die Politik in Deutschland ist.

Ich habe bereits Ende April berichtet, dass die Prankster wieder zugeschlagen haben und dass ihr neuester Coup einen Bezug zu Deutschland hat. Dass ich davon wusste, lag daran, dass ich eingeladen war, in ihrer Fernsehsendung mit ihnen über den aktuellen Prank zu sprechen. Die Sendung wurde bereits Ende April aufgezeichnet, sie wurde aber erst jetzt ausgestrahlt, weshalb auch ich erst jetzt darüber berichten darf.

Das tue ich hiermit, allerdings muss ich zum Verständnis die Vorgeschichte erzählen, bevor wir zu dem aktuellen Telefonat kommen, das ich hier komplett zitieren werde.

Reza Pahlavi

Schon vor einigen Monaten haben die Prankster zwei Gespräche veröffentlicht, die sie mit Reza Pahlavi, dem Sohn des letzten Schahs von Persien, geführt haben, der in den USA lebt und davon träumt, mit Hilfe des Westens und Israels die Macht im Iran zu übernehmen und die dort Monarchie wieder einzuführen.

Bei dem ersten Telefonat (hier der Link zum englischen Original) haben sie sich als ein Vertreter der deutschen Industrie ausgegeben und bei den Gespräch haben sie bemerkt, dass der Möchtegern-Schah von Persien eine nicht allzu intelligente Person ist.

Daraufhin haben sie ein zweites Telefonat (hier der Link zum englischen Original) mit Pahlavi organisiert, bei dem sie sich als als einflussreiche Deutsche mit besten Kontakten zu Kanzler Merz ausgegeben haben, die Pahlavi ein Treffen mit Merz organisieren könnten. Bei dem Gespräch haben sie sich im Grunde keinerlei Mühe mehr gegeben, den Telefonstreich zu verheimlichen, denn der angebliche Freund von Merz sah aus wie Adolf Hitler (siehe Screenshot aus dem Gespräch) und er wurde auch als „Adolf“ vorgestellt. Trotzdem hat Pahlavi gute sechs Minuten lang angeregt mit „Adolf“ über die mögliche Bombardierung Teherans gesprochen, bevor seine Assistenten misstrauisch wurden und das Gespräch beendet haben.

Der aktuelle Prank: Die Vorgeschichte

Da Pahlavi in den Telefonaten betont hat, wie wichtig ihm die Unterstützung Deutschlands und der EU ist, und dass er gerne eine Rede im EU-Parlament halten würde, sind die Prankster auf die Idee gekommen, sich an den Auswärtigen Ausschusses des Bundestags zu wenden, sich dabei als Pahlavi auszugeben und zu versuchen, über die Möglichkeit zu sprechen, dass Pahlavi im Bundestag eine Rede halten darf. Dazu haben sie ganz einfach eine Mail an den Ausschuss geschrieben.

Als Antwort bekamen sie eine Mail von Armin Laschet von der CDU, der Vorsitzender eines Unterausschusses des Auswärtigen Ausschusses ist. Laschet hat dem „Team von Pahlavi“, dem er glaubte, zu schreiben, aber nicht etwa Gespräche in irgendeiner Form angeboten (oder die Idee abgelehnt), sondern er hat das „Team von Pahlavi“ an die Lobbyfirma Friedrich 30 (F30) verwiesen.

Das ist bemerkenswert, denn im Klartext hat das führende Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages Armin Laschet dem „Team von Pahlavi“ damit gesagt, es müsse eine Lobbyfirma bezahlen, damit sein Anliegen im Auswärtigen Ausschuss, der ja für solche Kontakte zum Ausland zuständig ist, eventuell Gehör findet.

Warum hat Laschet die Anfrage des „Teams von Pahlavi“ nicht selbst im Ausschuss angesprochen? Vielleicht, weil er von der Zuweisung zahlungskräftiger Kunden an die Lobbyfirma F30 profitiert? Dass diese Frage keineswegs unangemessen ist, werden wir noch sehen, wenn wir zu dem Gespräch zwischen “Pahlavi” und der Firma F30 kommen.

Die Lobbyfirma Friedrich 30 (F30) präsentiert sich im Netz als „internationales Beratungsunternehmen“ mit „großer Erfahrung im Bereich von Gesetzgebungsprozessen auf nationaler und europäischer Ebene“ Im Klartext hilft F30 also zahlungskräftigen Kunden dabei, von denen gewollte Gesetze durchzudrücken. Was ist das anderes, als politische Korruption?

Entsprechend liest sich die Liste der leitenden Mitarbeiter von F30. Darunter sind Gerhard Schindler, der ehemalige BND-Chef, ein ehemaliger Bundeswehrgeneral, ein ehemaliger Minister, der ehemalige Spitzendiplomat Hans-Ulrich Seidt, mehrere ehemalige Ministerialdirektoren, Staatsekretäre und andere ehemalige hohe Regierungsbeamte, die alle – für sicher sehr gutes Geld – für F30 arbeiten und ihre Kontakte aus ihrer Karriere gewinnbringend nutzen.

So werden in Deutschland ehemalige hohe Politiker und Beamte nach ihrer aktiven Laufbahn mit hochdotierten Jobs versorgt, und natürlich wissen sie schon vor ihrem Ausstieg, wohin die Reise danach gehen wird – und sie werden daher die Interessen ihrer künftigen potenziellen Arbeitgeber bei ihrer Regierungsarbeit unterstützen. Vielleicht hat ja auch Laschet bereits einen Job bei F30 in Aussicht und schiebt der Firma daher zahlungskräftige Kunden wie das „Team von Pahlavi“ zu?

Wer weiß, aber wenn es in Deutschland eine kritische Presse geben würde, müsste sie diese Frage nach der Ausstrahlung des Pranks in Russland, oder spätestens nach meinem Bericht darüber stellen. Aber das wird natürlich nicht passieren, denn diese Art von politischer Korruption ist fester Bestandteil des politischen Systems im Westen, den die Medien nicht hinterfragen, weil sie selbst Teil dieses Systems sind.

Kommen wir nun zu dem Telefonat, das auf Englisch geführt wurde. Den Link zu dem Telefonat finden Sie am Ende dieses Artikels.

Der aktuelle Prank: Die Teilnehmer

An dem Telefonat hat Prinz Reza Pahlavi höchstpersönlich teilgenommen. Das glaubten zumindest die Leute von F30, denn natürlich hat einer der Prankster den Prinzen gespielt. Der „Prinz“ hat das Wort aber schnell seinem Berater, dem angeblichen Ukrainer Boris Dunko, übergeben, der das Gespräch dann geführt hat. Das war natürlich kein Ukrainer, sondern der zweite Prankster.

Von F30 haben bei dem Telefonat drei Personen gesprochen. Das war erstens Sebastian Warnemünde, einer der Gründer von F30. Der zweite Teilnehmer von F30 war Michael Baumann, ein ehemaliger Brigadegeneral der Bundeswehr, der ab 1986 im Bundesnachrichtendienst tätig und von Januar 2019 bis Ende Oktober 2022 dessen Vizepräsident für zentrale Aufgaben war. Die dritte Person war Hans-Ulrich Seidt, ein ehemaliger Berufsdiplomat mit einer beeindruckenden Karriere als deutscher Botschafter in ungezählten Ländern.

Nun folgt die Übersetzung des Telefonats, das englische Original finden Sie wie gesagt am Ende dieses Artikels. Ich werde die Übersetzung an einigen Stellen kommentieren.

Das Telefonat im Wortlaut

Warnemünde: So, von F30 sind wir alle hier. Guten Morgen. Guten Morgen.

„Pahlavi“: Wir sind bereit, Ihre Vorschläge anzuhören.

Warnemünde: Ausgezeichnet. Vielen Dank, Eure Kaiserliche Hoheit. (Es folgte eine lange Vorstellung aller Gesprächspartner, die von F30 dabei waren) Wir freuen uns darauf, Ihnen unsere Ideen zu präsentieren. Und ohne weitere Umschweife, Hans, wenn Sie ein paar Worte sagen möchten, können wir beginnen.

Seidt: Unserer Ansicht nach wird eines der wichtigsten Themen der innenpolitische Einfluss Ihrer Politik und Ihre Zukunftsaussichten im Bereich der Wirtschaft und auch der innenpolitischen Menschenrechte sein, was sehr wichtig ist. Insbesondere mit Blick auf die öffentliche Meinung in Deutschland und der EU. Und schließlich, wie können wir die Unterstützung für Ihre Person und Ihre Politik im Iran stärken, insbesondere innerhalb der Streitkräfte und des Sicherheitsapparats?

Baumann: Ich bin ein ehemaliger Leiter der Auslandsaufklärung. Ich habe auch in den USA gedient. Ich habe in Tel Aviv gedient. Und eine wichtigsten Prioritäten während meiner gesamten Laufbahn war der Nahe Osten und die angrenzenden Regionen. Ich war mehrmals im Iran.

Warnemünde: Wie Hans erwähnte, verfolgen wir die Ereignisse im Iran seit vielen Jahren sehr genau. Ich selbst habe an der Pressekonferenz in Washington teilgenommen. Letztes Jahr hatten wir ein kurzes Treffen mit einigen Mitgliedern Ihres Teams und ich habe auch viel über den Iran und Ihr Projekt „Zukunft des Iran“ erfahren. Danach habe ich engen Kontakt zu Chodorkowski gehalten und wir haben einen Vorschlag zur Unterstützung Ihrer Bewegung und Ihrer Organisation in Berlin und gegebenenfalls auch in Brüssel verfasst, um Ihre Organisation in Berlin und möglicherweise Brüssel zu stärken oder eine Repräsentanz für Sie einzurichten.

„Pahlavi“: Mein Kollege Boris Dunko wird nun hinzukommen. Er ist Ukrainer und ich denke, es ist besser, direkt mit ihm über die Details zu sprechen, hat einige konkrete Fragen.

Dunko“: Guten Morgen, meine Herren. Ich hörte von seiner kaiserlichen Majestät, Sie können in Deutschland helfen. Also was genau können Sie tun?

Warnemünde: Guten Morgen. Die Firma Friedrich 30 ist eine Lobbyfirma mit umfassenden Möglichkeiten für Lobbyarbeit gegenüber Regierungsbehörden und Medien in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Wir können Sie mit einer Stakeholder-Strategie unterstützen, und auch dabei, wie man mit den allgemeinen Rahmen arbeitet, und, ja, wir können Treffen, Präsentationen, Erklärungen organisieren. Letztendlich helfen wir Ihnen auch bei der Umsetzung des iranischen Programms für die Zukunft.

Dunko“: Wer sind Ihre Partner?

Warnemünde: Wir haben ein breites Netzwerk, wir arbeiten mit allen relevanten Parteien im Deutschen Bundestag, mit allen relevanten Parteien und Leuten in unserer Regierung zusammen, und dank unseres Netzwerks haben wir starken Zugang zu wichtigen deutschen Institutionen in Deutschland, Think Tanks, Medien und NGOs in, die in Deutschland und anderen Ländern aktiv sind. Wir verfügen über 17 Jahre Erfahrung und betreuen zahlreiche Kunden aus transnationalen Unternehmen. Wir arbeiten auch für Leute, Parteien und Gruppen aus dem Ausland und vertreten deren Interessen hier.

Anmerkung: Im Klartext sagt er hier, wenn er von einem „starken Zugang zu wichtigen deutschen Institutionen in Deutschland, Think Tanks, Medien und NGOs“ spricht, dass diese Lobbyfirma auch die nötigen Kontakte in die Medien hat, um die gewollten Narrative medial zu verbreiten. Wie passt es zur Legende, die deutschen Medien seien objektiv, unabhängig und kritisch, wenn eine Lobbyfirma offen sagt, sie könne die Berichterstattung der Medien in die gewollte Richtung beeinflussen?

Dunko“: Arbeiten Sie direkt mit Herrn Laschet zusammen oder ist er ein Freund von Ihnen?

Warnemünde: Ich würde sagen, er ist Teil unseres Netzwerks.

Seidt: Herr Laschet ist, wie Sie wissen, derzeit Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages.

Dunko“: Ja, ich weiß.

Seidt: Er war auch Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. In dieser Funktion gründete er ein Institut, das Akademie für Internationale Beziehungen heißt und mit dem er versucht, eine intellektuelle Grundlage, eine Art Denkfabrik für die CDU, insbesondere in Westdeutschland, zu bieten. Er ist daher sehr interessiert und engagiert sich aktiv in internationalen Angelegenheiten im Nahen und er unterstützt auch die sogenannten Abraham-Abkommen und arbeitet an diesen Themen. Außerdem ist er sehr an Syrien und dem Libanon interessiert. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, zu wissen, dass es in seiner Partei CDU Leute gibt, die dicht am Kanzler und seinen Ministern sind, die zu gewissen Themen eine andere Einstellung haben.

Anmerkung: Wenn Laschet so einflussreich ist, warum hat der das „Team von Pahlavi“ dann an die Lobbyfirma F30 verwiesen, um das Thema im Bundestag für sehr viel Geld voranzubringen, anstatt das selbst zu tun, wenn er doch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages ist? Da es, wie wir gleich sehen werden, um zehntausende Euro Honorar pro Monat für F30 geht, muss man die Frage stellen, ob und in welcher Form Laschet davon jetzt – oder nach dem Ende seiner politischen Laufbahn – profitiert.

Dunko“: Das wichtigste Ziel ist es, Prinz Reza Pahlavi im Iran an die Macht zu bringen und die Idee zu promoten, ihn zurückzubringen und dass er ein Moderator zwischen den Protestlern sein kann. Aber was können wir in Deutschland tun? Haben Sie schon konkrete Schritte?

Seidt: Vor allem würden wir empfehlen, den Fokus nicht auf die Geschichte der Dynastie und seine Rolle als Nachfolger des verstorbenen Schahs Pahlavi zu legen. Unserer Meinung nach wäre eine solche Betonung der Geschichte kontraproduktiv. Es ist notwendig, Seine Kaiserliche Hoheit als eine Persönlichkeit darzustellen, die nicht zurückblickt. Er blickt nicht auf dynastische Beziehungen zurück, sondern blickt in die Zukunft und ist sehr offen für neue Ideen, jemand, für den die Frage Monarchie oder Republik keine Rolle spielt, sondern sein Ziel sind Freiheit und Wohlstand für das iranische Volk, und er ist bereit, mit allen zusammenzuarbeiten, die dem Iran eine bessere Zukunft bringen wollen, und als Brücke zwischen verschiedenen politischen Gruppen im Iran und in der Diaspora zu fungieren.

Dunko“: Das wissen wir alles. Lassen Sie uns über den Preis sprechen. Welches Budget würden Sie für diese Arbeit nutzen wollen? Und könnten Sie mir ungefähr sagen, wie viel Ihre Dienstleistungen kosten?

Warnemünde: Seine Kaiserliche Hoheit wird allzu oft als der Sohn seines Vaters wahrgenommen, anstatt als ein „weißer Ritter“, der dazu beitragen könnte, dem Iran nach einem möglichen Regimewechsel wieder zu Stabilität zu verhelfen. Es beginnt bei etwa 25.000 Euro pro Monat. Um es wenigstens einigermaßen realistisch zu machen, geht es bis zu 50.000 Euro pro Monat, das ist mehr oder weniger die Spanne, alles hängt von uns ab, wenn Sie interessiert sind.

Anmerkung: Ich wiederhole die Frage, warum Laschet das „Team von Pahlavi“ an eine Firma verweist, die bis zu 50.000 Euro monatlich dafür verlangt, Pahlavis Anliegen im Bundestag voranzubringen, wenn Laschet doch selbst ein sehr einflussreiches Mitglied des Bundestages und sogar, laut Seidt, Vorsitzender des zuständigen Bundestagsausschusses ist?

Dunko“: Das ist ein normaler Preis.

Warnemünde: Ja. Das ist ein absolut normaler Preis.

Dunko“: Ich verstehe, dass das viele Treffen mit Mitgliedern des Bundestages einschließt.

Warnemünde: Ja, ja, ja, ja. Das schleißt eine Strategie ein, an wen wir uns zu welcher Zeit wenden, welche Botschaften wir übermitteln, und einen sehr detaillierten Plan, damit alles transparent ist und im Voraus mit Ihnen abgestimmt wird, sowohl mit als auch ohne die Mitglieder Ihres Teams.

Dunko“: Was wäre der mögliche Preis für einen Auftritt von Reza Pahlavi vor allen Mitgliedern des Bundestages?

Warnemünde: Das kann ein mittel- oder langfristiges Ziel sein. Genau deshalb haben wir letztes Jahr damit begonnen, um Kontakt zu Seiner Kaiserlichen Hoheit aufzunehmen, denn es braucht Vorarbeit und einen Prozess des Vertrauensaufbaus. Es ist möglich, aber es braucht viel Zeit.

Seidt: Sebastian, erlaube mir, mich einzumischen. Wenn wir uns auf das Ziel einer Rede Seiner Kaiserlichen Hoheit im Deutschen Bundestag konzentrieren, ist das ein sehr ambitioniertes, aber erreichbares Ziel. Das ist eine Operation, und Sie benötigen eine operative Planung in folgenden Bereichen: Erstens müssen Sie mit führenden Parlamentsabgeordneten zusammenarbeiten, insbesondere mit der Parlamentspräsidentin, die derzeit eine Frau ist, die aber von vier Vizepräsidenten umgeben ist. Anschließend müssen Sie jedem einzelnen operativen Schritt konkrete Zahlen zuordnen. Und danach können Sie ein Budget für eine erfolgreiche Operation erstellen. Das wird nicht unser erster operativer Plan sein, aber er wird sehr ambitioniert.

Dunko“: Ok, als der Verantwortliche für das politische Budget, kann ich sagen, dass wir bereit sind, 200.000 zu zahlen, wenn Sie das erreichen können. Eine weitere Frage, an der wir arbeiten ist, ob Europa die iranischen Rebellen mit Waffen beliefern könnte, wenn das Europäische Parlament einen solchen Beschluss unterstützt? Daran bin ich auch interessiert. Ist das möglich?

Warnemünde: Das ist eine gute Frage für Michael Baumann.

Baumann: Es wäre sicherlich eine sehr wichtige Rolle, aber ehrlich gesagt ist das im ausländischen Verantwortungsbereich Deutschlands nicht möglich.

Dunko“: Ich meine irgendeine Unterstützung, nicht direkt.

Baumann: Wenn Sie von indirekter Unterstützung sprechen, kann ich auch das mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit ausschließen. Es tut mir sehr leid. Ich möchte keine falschen Erwartungen wecken. Ich bin mir fast sicher, dass das unmöglich ist.

Dunko“: Ich verstehe, das liegt wahrscheinlich an der Ukraine-Frage.

Baumann: Ja, aber die Ukraine ist etwas ganz anderes.

Anmerkung: Wenn die Prankster der Meinung sind, genug gehört zu haben, machen sie sich den Spaß, ihre Gesprächspartner je nach Stimmung zu ärgern oder zu veralbern. Das Gespräch war nun an diesem Punkt angelangt, also haben die Prankster losgelegt.

Dunko“: Lassen Sie mich zusammenfassen, was ich heute gehört habe. Kollegen, lassen Sie mich ehrlich sein. Das alles ist langweilig. Sie können nicht tun, was wir mit unseren amerikanischen Verbündeten tun, wir haben viel mehr erreicht. Wir haben Militäroperationen. Und Sie haben auch gesagt, dass Sie uns die nötige Unterstützung nicht geben können. Als Laschet mir sagte, dass Sie etwas vorschlagen wollen, dachte ich, das wäre etwas Besonderes, etwas Ambitioniertes. Aber jetzt sehe ich, dass es nichts Neues gibt. Sie erzählen von der Geschichte. Ich kenne die Geschichte von Prinz Pahlavi. Wir alle kennen sie. Das ist keine Lektion, das ist ein Business-Meeting. Wir Trump sagte: „Lasst uns Business machen.“ Präsident Selensky ist bereit, mit uns zu arbeiten. Sehen Sie, was Selensky uns gegeben hat. Das ist wahre Hilfe. Und was tun Sie? Das ist keine echte Politik. Stimmen Sie dem zu?

Baumann: Entschuldigen Sie Sir, wenn Sie erlauben, ich stimme dem, was Sie gerade gesagt haben, nicht wirklich zu.

Dunko“: Aber dann erklären Sie mir direkt, sind Sie persönlich bereit, für Prinz Pahlavi zu sterben?

Baumann: Nein, ich persönlich bin nicht bereit, für ihn zu sterben.

Dunko“: Das ist die Antwort.

Baumann: Nein, das ist nicht die Antwort, ich bin ein Deutscher…

Dunko“: Warum bin ich als Ukrainer bereit, für den Iran, für Prinz Pahlavi zu kämpfen? Weil ich an Demokratie, an Prinz Pahlavi glaube. Und Sie glauben nicht an Demokratie.

Baumann: Ich glaube an Demokratie. Darum geht es nicht.

Dunko: Ich bin bereit, Ihnen 200.000 Dollar oder Euro zu zahlen, aber Sie sind nicht bereit, für das Geld zu arbeiten. Ich habe von den Problemen mit Katar gehört, und ich denke, die haben Ihnen viel bezahlt. Das ist einfach ein völlig sinnloses Gespräch. Wenn Sie nicht bereit sind, für unseren Prinz Pahlavi zu sterben, was ist das?

Baumann: Ok.

Warnemünde: Ja, das ist dann ein klares Signal.

Dunko“: Ein klares Signal für Sie. Jemand muss Ihnen die Wahrheit sagen. Das ist alles Scheiße.

Warnemünde: Vielen Dank für Ihre Zeit, Boris. Ich wünsche Ihnen allen, und insbesondere Seiner Kaiserlichen Hoheit, viel Erfolg in der von Ihnen bereits eingeschlagenen Richtung.

Dunko“: Ich dachte, Sie wären ein echter Geschäftsmann, aber Sie sind ein Niemand. Wir will das scheiß Regime besiegen.

Seidt: Gut. Danke.

Warnemünde: Danke. Vielen Dank. Ja. Gut. Dann danke und auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.

Hier finden Sie das Gespräch im englischen Original.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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