Warum ist ein missglückter Angriff auf ein ukrainisches Flugzeug schlimmer als die Zerstörung deutscher Infrastruktur?

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Es ist schon merkwürdig. Als vor fast vier Jahren die Nord Stream Pipelines gesprengt wurden, war die damalige Bundesreg...

anti-spiegel.ru📅 11.09.2026
Die anti-deutsche Bundesregierung

Warum ist ein missglückter Angriff auf ein ukrainisches Flugzeug schlimmer als die Zerstörung deutscher Infrastruktur?

Wer den Drohnenvorfall von Leipzig und die Reaktion der Bundesregierung darauf mit der Reaktion auf die Sprengung der Nord Streams vergleicht, der muss zu dem Schluss kommen, dass die Bundesregierung Deutschland um jeden Preis vernichten will.

Es ist schon merkwürdig. Als vor fast vier Jahren die Nord Stream Pipelines gesprengt wurden, war die damalige Bundesregierung nicht verärgert und zeigte kein Interesse daran, die Schuldigen zu finden, obwohl dabei deutsche Energieinfrastruktur im zweitstelligen Milliardenwert zerstört wurde, die die Grundlage des Erfolgs der deutschen Wirtschaft und des deutschen Wohlstands war.

Da jedem schnell klar war, dass es absurd wäre, Russland diesen Akt von Staatsterrorismus anhängen zu wollen, wurde der Mantel des Schweigens über die Sprengung gelegt. Und ja, es war Staatsterrorismus, denn eine so komplexe Operation kann ein Staat durchführen. Diese Operation war sogar so kompliziert, dass es nicht allzu viele Staaten gibt, die sie hätten durchführen können.

Inzwischen lautet die offizielle Version, dass einige Ukrainer – offenbar mit Unterstützung und auf Anweisung aus Kiew – die Pipelines gesprengt haben. Trotzdem, also obwohl die Ukraine damit einen offenen Kriegsakt gegen Deutschland begangen hat, gibt es aus Berlin nicht nur keine bösen Worte in Richtung Kiew, nein, Berlin ist sogar stolz darauf, der Ukraine für ihren Kampf gegen Russland mehr Geld zu schenken, als jedes andere Land.

Was für ein Gegensatz ist da der Drohnenvorfall von Leipzig! Ganz offensichtlich hat die Bundesregierung keinerlei Beweise (oder auch nur Belege) für eine Täterschaft Russlands, aber trotzdem beschuldigt sie Russland und hat diverse Strafmaßnahmen bis hin zu vom BND durchgeführte Cyberangriffe auf russische Rüstungsfirmen angekündigt.

Das bedeutet, dass die Bundesregierung in einem Fall (Nord-Stream-Sprengung), in dem nach offiziellen Angaben klar ist, wer Deutschland einen gigantischen finanziellen und wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat, nichts unternimmt, während sie in einem anderen Fall (Drohne in Leipzig), in dem nichts beschädigt wurde (und wenn etwas beschädigt worden wäre, dann wäre kein deutsches Eigentum, sondern ein ukrainisches Frachtflugzeug gewesen), harte Strafmaßnahmen gegen Russland verkündet, die das Potenzial haben, einen Krieg mit Russland zu provozieren.

Wie soll man das anders qualifizieren, als den offensichtlichen Versuch, Deutschland maximalen Schaden zuzufügen?

In der TASS ist zu dem Thema ein Artikel erschienen, der zeigt, wie man in Russland auf dieses Thema blickt, und ich habe ihn übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Eine Krimiserie: Warum Europa Angst hat, den Fall „Nord Stream“ aufzuklären

Pawel Kucharkin über den „Columbo-Effekt“ und darüber, warum die Verantwortlichen für die Sprengung der Gaspipelines womöglich ungeschoren davonkommen.

September 2026. Fünf Jahre sind vergangen, seit Gazprom am 10. September 2021 die vollständige Fertigstellung der Gaspipeline „Nord Stream 2“ meldete. Das Jubiläum, das eigentlich zum Triumph des größten europäischen Energieprojekts des 21. Jahrhunderts hätte werden sollen, entwickelte sich stattdessen zu einem politischen Krimi, der von tiefer Heuchelei geprägt ist.

In meiner Kindheit haben viele die Serie „Columbo“ geschaut. Das Besondere daran war, dass der Zuschauer von der ersten Minute an den Namen des Täters kannte und dann verfolgte, wie der kluge Ermittler die Fäden entwirrte. Bei der Sprengung der „Nord Streams“ liegt eine ähnliche Situation vor, doch die europäischen Ermittler gleichen eher blinden Maulwürfen, die sich alle Mühe geben, auf die „falschen Fährten“ zu geraten. Anstatt die Schuldigen zu bestrafen, inszeniert Berlin ein absurdes Schauspiel.

Ein weiteres, aktuelleres Beispiel ist der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig. Die deutsche Regierung und die Führung der EU beschuldigen Russland ohne Beweise, während vom deutschen Innenministerium zur Sprengung der Ostsee-Pipelines „kein einziges Wort in Richtung Ukraine“ zu hören war, wie Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, anmerkte.

Die wahren Schuldigen werden von der westlichen Elite geflissentlich „übersehen“. Sie passen nicht in die Agenda, es sind die falschen Fäden.

Brauchte Deutschland die „Nord Streams“?

Die Gaspipelines „Nord Stream 1“ und „Nord Stream 2“ eröffneten Europas wichtigster Volkswirtschaft – ohne Übertreibung – enorme Möglichkeiten. Günstiger Brennstoff, Versorgungssicherheit und die Aussicht, nicht nur den Bedarf der eigenen Industrie zu decken, sondern auch zum zentralen Erdgas-Hub in andere europäische Länder zu werden, machten den Direktimport über die Ostsee aus jeder Perspektive attraktiv.

Das Interesse wurde zudem durch die Entscheidung des Landes befeuert, Kohlekraftwerke stillzulegen und aus der Kernenergie auszusteigen. Aber die Industrie sollte wachsen. Während der deutsche Gasverbrauch 1991 noch bei 78 Milliarden Kubikmetern lag, kletterte er bis 2019 auf 95,7 Milliarden. Das Kooperationsprojekt mit Russland, bei dem jede der Leitungen eine Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern hatte, löste das Problem. Genau darum investierte die Regierung, trotz des Drucks seitens einiger europäischer Staaten, in den Ausbau der „Nord-Stream“-Pipelines.

Überhaupt war die Idee einer Diversifizierung der Lieferwege unter Umgehung von Zwischenhändlern bereits in den 1990er Jahren aufgekommen, die Vorarbeiten begannen 1997. In den 2000er Jahren, als die Transitländer Polen und Ukraine ihre Unzuverlässigkeit zeigten, rückte das Thema für Russland und Deutschland (sowie eine Reihe weiterer europäischer Staaten) ganz oben auf die Prioritätenliste. In den Jahren fanden die sogenannten „Gaskriege“ statt.

Nachdem Kiew die Gaspipelines der Sowjetunion übernommen hatte, die einen Großteil des europäischen Marktes hätten versorgen können, entwickelte sich das Land zu einem problematischen Glied in der Kette. Das Land, das jährlich rund 146 Milliarden Kubikmeter Gas in den Westen hätte liefern können, nutzte seine Transitrolle für Spekulationen und entnahm illegal Gas für den eigenen Bedarf. Die ukrainischen Regierungen hatten keinerlei Absicht, das System auszubauen oder zu modernisieren, darum sank das Transitvolumen nach einer Reihe politischer Krisen von Spitzenwerten, die zeitweise über 120 bis 130 Milliarden Kubikmetern lagen, auf nur noch 40 Milliarden.

Wer war dagegen?

Der Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland und ihre Annäherung an Russland missfiel den Konkurrenten unter den europäischen Ländern. Am lautstärksten sprachen sich, meiner Ansicht nach, Polen und die baltischen Staaten gegen den Bau der Gaspipelines aus. Ihnen, wie übrigens auch der Ukraine, missfiel nicht nur der Verlust von Transiteinnahmen, die politische Freundschaft zwischen Moskau und Berlin selbst wirkte auf sie wie ein rotes Tuch. Ihre Haltung hängt jedoch weitgehend von London und Washington ab, und dieser Fall bildete da keine Ausnahme.

Großbritannien stand über Jahrhunderte gegen Russland, und dort wusste man genau: Direkte Lieferungen würden den Angelsachsen jene Druckmittel gegenüber der EU entziehen, die sie über ihre „Proxy-Staaten“ hatten.

Ähnliche Ziele verfolgten auch die USA. Neben dem politischen Einfluss auf die Regierungen der EU-Staaten hatte Washington ein direktes wirtschaftliches Interesse: den Verkauf des eigenen Flüssigerdgases (LNG) auf dem europäischen Markt. Daher waren die USA und Großbritannien die Urheber des wichtigsten Arguments der Gegner des Projekts, der Warnung vor einer „gefährlichen Abhängigkeit Europas von Russland“.

Diese Konfrontation, die durch die NATO-Osterweiterung und die „Farbrevolutionen“ weiter angeheizt wurde, erreichte 2014 ihren Höhepunkt, danach ging der Westen zu offener wirtschaftlicher Sabotage über. So verhängten die USA beispielsweise Sanktionen gegen Schiffe und Unternehmen, die am Bau der Pipelines beteiligt waren. Dennoch blieb „Nord Stream 1“ in Betrieb (der erste Strang war bereits 2011, der zweite 2012 in Betrieb genommen worden), und „Nord Stream 2“ war im September 2021 vollständig fertiggestellt. Doch das Bestreben, die Ukraine und Russland in einen militärischen Konflikt zu treiben, gepaart mit Machtinteressen und materiellen Vorteilen, erwies sich als stärker als der gesunde Menschenverstand. Ein halbes Jahr später wurde der Terroranschlag auf das Ostsee-Pipelineprojekt umgesetzt.

Eigentlich ist es offensichtlich, wer daran interessiert war, und es ist sogar gelungen, die Ausführenden, die beiden ukrainischen Staatsbürger Sergej Kusnezow und Wladimir Schurawljow, festzunehmen, doch echte Bestrafungen gibt es bis heute nicht.

Eine ukrainische Spur oder nicht?

„Die Ukraine war niemals an einer Operation beteiligt, die die Sprengung von ‚Nord Stream 2‘ betraf“, erklärte Wladimir Selensky am 23. August 2026. Doch die Unterlagen des Strafverfahrens, das die deutsche Bundesanwaltschaft führt (ohne Experten aus Russland zuzulassen), belegen das Gegenteil.

Der ehemalige ukrainische Offizier Kusnezow, den die Ermittler als Leiter der Sprenggruppe betrachten, wurde im Sommer 2025 in Italien festgenommen und an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert. Die Anklage nennt folgende Fakten: Am 4. September 2022 reiste Kusnezow mit einem gefälschten Pass über Polen nach Deutschland ein, führte die Sprenggruppe an und fuhr mit einer über Mittelsmänner in Rostock angemieteten Yacht in die Gewässer nahe der dänischen Insel Bornholm. Dort brachte die Gruppe Sprengladungen mit Zeitzündern an der Gaspipeline an. Dabei hat das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigt, dass Kusnezow zum Zeitpunkt des Anschlags in den Spezialeinsatzkräften diente. War er also kein „aufopferungsvoller Freiwilliger im ukrainischen Hemd“, sondern ein von staatlichen Geheimdiensten ausgebildeter Spezialist? In dem 136-seitigen Dokument der Staatsanwaltschaft heißt es, er habe im Auftrag ukrainischer Behörden gehandelt.

Schurawljow wiederum ist Taucher und steht im Verdacht, den Sprengstoff angebracht zu haben. Er wurde 2025 in Polen festgenommen, doch Warschau verweigerte Berlin die Auslieferung und ließ den Verdächtigen frei. Ministerpräsident Donald Tusk merkte dabei an, eine Auslieferung Schurawljows an Berlin entspreche „nicht den nationalen Interessen Polens“. Am 19. August 2026 wurde er jedoch in Kroatien erneut festgenommen, direkt am Set des Hollywood-Films „Schlangeninsel“, für den Schurawljow als Berater zur Sprengung der „Nord-Stream“-Pipelines tätig war.

Über seine Auslieferung an Deutschland sollte ein Gericht am 4. September entscheiden, doch die Anhörung wurde verschoben. Die Staatsanwaltschaft aktualisierte umgehend den Haftbefehl und stufte die Handlungen der ukrainischen Saboteure offiziell als „Kriegsverbrechen“ ein. Das ist nicht nur eine abschreckende Bezeichnung. Das ist ein offizieller juristischer Schachzug, denn diese Einstufung (Angriff auf zivile Infrastruktur) ermöglicht es, Beschränkungen zu umgehen, die sonst unter dem Vorwand eines „politischen Verfahrens“ möglich wären.

Wird es Gerechtigkeit geben?

Auch hier ist wieder alles denkbar einfach und klar: Es gibt konkrete Täter, es gibt ein Strafverfahren. Das bedeutet, dass die Schuldigen bestraft werden und Kiewer Behörden für Staatsterrorismus zur Rechenschaft gezogen werden. Vor diesem Hintergrund wirken Selenskys Erklärungen geradezu komisch. Allerdings verlieren wohl auch die Eliten der Bundesrepublik endgültig ihren gesunden Menschenverstand. Am 30. August erklärte Wolfgang Schmidt, der ehemalige Chef des Bundeskanzleramts, live im Fernsehen, die „Nord Streams“ seien trotzdem von den Russen gesprengt worden, einfach deshalb, weil „ihnen das genützt hat“. Worin dieser Nutzen bestehen soll, weiß nur er (und Leute wie er).

Gleichzeitig versucht die Verteidigung von Kusnezow, dessen Prozess für den 14. Oktober in Hamburg angesetzt ist, eine vollständige Einstellung des Verfahrens zu erwirken. Die Anwälte fordern, das Verfahren gar nicht erst zu eröffnen, und erklären, „sollte der Anschlag tatsächlich so verübt worden sein, wie die deutsche Bundesanwaltschaft behauptet, so handelte es sich dabei nicht um eine Straftat, sondern um einen legitimen Akt militärischer Selbstverteidigung“.

Dabei hat die Geschichte der Sprengung von „Nord Stream“ rein pragmatischen Charakter, was ein eigenständiges Handeln des SBU ausschließt. Die Durchführung einer derart komplexen Tiefsee-Sabotageaktion ohne Koordinierung durch Washington und London ist technisch kaum möglich. Die Nutznießer und Auftraggeber kann man leicht identifizieren: Man muss nur jene, die jahrelang Sanktionen gegen die Pipeline verhängt haben, mit jenen abgleichen, die nun am teuren amerikanischen Flüssigerdgas (LNG) verdienen oder, wie Norwegen, infolge der Ausschaltung des Konkurrenten augenblicklich den europäischen Gasmarkt monopolisiert haben. Dabei ignoriert Brüssel demonstrativ die systemischen Probleme der Ukraine: von der grassierenden Korruption bis hin zur menschenverachtenden Mobilisierung auf offener Straße.

Offenbar gab es vonseiten der Bundesrepublik keinerlei politische Vorwürfe an Selensky oder den SBU. Deutschland ist der größte Geldgeber des Kiewer Regimes. Im Grunde verschweigt Berlin lediglich den direkten und indirekten Schaden, den die deutsche Gesellschaft durch die Sprengung der „Nord Streams“ erlitten hat, und das sind jährliche Verluste in Milliardenhöhe, Deindustrialisierung und der Verlust von Arbeitsplätzen.

Das erinnert wirklich an eine klassische „Columbo“-Folge, doch hier ist es verboten, den Fall aufzuklären. Die Russophobie verblendet die europäischen Eliten und ermöglicht es in diesem geopolitischen Spiel, die Rollen von Tätern und Opfern neu zu verteilen.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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