Warum die Leugnung des ukrainischen Kriegsverbrechens in Lugansk verlogen ist
Die Ukraine hat im Gebiet Lugansk eine Berufsschule und das dazugehörige Wohnheim beschossen, in dem die 14 bis 18-jährigen Schüler leben. Dabei wurden fast 40 Jugendliche verletzt und über 20 sind tot oder unter den Trümmern verschüttet, aus denen kein Lebenszeichen zu hören ist und aus denen bisher nur tote Jugendliche geborgen wurden.
Der Westen bezeichnet den Vorfall als „russische Manipulation“ oder „Fake“ und die westlichen Medien stellen die ukrainische Version, die Ukraine habe ein militärisches Ziel angegriffen, als wahr dar, während sie die russischen Vorwürfe als „russische Propaganda“ darstellen und hinzufügen, man könne die Angaben „nicht unabhängig überprüfen“.
Das stimmt schlicht nicht, denn ein Blick auf die Regionalmedien der Region Lugansk reicht aus, um zu erfahren, dass die russische Version der Wahrheit entspricht. Wer nun einwendet, lugansker Medien seien nicht neutral, dem sei gesagt, dass das zwar so sein mag, dass Regionalmedien sich so einen Vorfall jedoch nicht ausdenken oder ihn beliebig falsch darstellen können, weil die Menschen in der Region ja wissen, was bei ihnen „vor der Haustür“ passiert. Würden diese Medien dreist lügen, würde man das in den russischen sozialen Netzwerken, vor allem auf den lugansker Telegram-Kanälen sehen, weil sich dort ein Shitstorm über die Regionalmedien ergießen würde.
Und wäre das so, würden westliche Medien das sofort aufgreifen. Das geschieht aber nicht, weil sich der Vorfall tatsächlich so zugetragen hat, wie Russland berichtet.
Und das könnten die westlichen Medien auch selbst überprüfen, denn das russische Außenministerium hat alle in Russland akkreditierten ausländischen Journalisten eingeladen, nach Lugansk zu reisen und sich selbst vor Ort umzusehen und mit den Zeugen und Opfern zu sprechen. Ich habe die Einladung angenommen und werde auch berichten, ob zumindest ein Kollege aus den Moskau-Büros der westlichen Medien die Einladung angenommen hat. Meine Erfahrung aus früheren, derartigen Vorfällen sagt mir, dass ich bei der Reise keinen Kollegen der westlichen Medien treffen werde.
In lugansker Medien werden unterdessen die ersten Fotos der Opfer veröffentlicht. Dies sind von oben nach unten: Elena Martimjanowa, Maxim Bugakow, Irina Schivotnikowa, Anja Pogribnitschenko und Dascha Serdjuk.





Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
Nächster Beitrag: Die Ergebnisse des NATO-Ministertreffens in Schweden