War der Drohnenvorfall von Leipzig ein Versuch der Einmischung in die anstehenden Wahlen?

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In der „Zeit“ ist ein Artikel erschienen, der über neue Informationen über den Drohnenvorfall von Leipzig be...

anti-spiegel.ru📅 13.08.2026
False-Flag-Operation

War der Drohnenvorfall von Leipzig ein Versuch der Einmischung in die anstehenden Wahlen?

Nun berichten auch deutsche Medien über Unstimmigkeiten bei dem Drohnenvorfall vom Leipzig. Sie erwähnen nun, dass auch die Ukraine als Täter in Frage kommt, meinen aber, die hätte kein wirkliches Motiv. Stimmt das?

In der „Zeit“ ist ein Artikel erschienen, der über neue Informationen über den Drohnenvorfall von Leipzig berichtet, der seit einer Woche Schlagzeilen macht. Während deutsche offizielle Stellen sich über die Frage der Täterschaft bedeckt halten, suggerieren deutsche Medien, dass Russland hinter dem Vorfall steckt, weil es ukrainische Transportflugzeuge angreifen wollte, die in Leipzig stationiert und an den Waffenlieferungen an die Ukraine beteiligt sind.

Der Artikel aus der „Zeit“ berichtet nun von mindestens einer Explosion, über die bisher nichts bekannt war. Demnach haben Zeugen sie vier Stunden vor der Entdeckung der Drohne auf dem Flugplatz gehört, just zu dem Zeitpunkt, an dem die Drohne – wie man inzwischen weiß – auf das Gelände des Flugplatzes geflogen ist.

An dem Vorfall ist einiges merkwürdig, worauf ich schon in meinem ersten Artikel darüber hingewiesen habe. Warum hat jemand die Drohne gegen 19.30 Uhr auf den Flugplatz geflogen und sie dort gelassen, bis sie etwa vier Stunden später von einem Busfahrer entdeckt wurde? Selbst wenn es einen Versuch gab, die Drohne in einen Flügel einer der ukrainischen Transportmaschinen zu steuern, sie dabei aber nicht explodiert ist, weil der Zünder anscheinend nicht funktioniert hat, hätte ein Täter die Drohne doch vom Flugplatzgelände weggeflogen, denn im Falle einer Entdeckung der unbeschädigten Drohne könnte man die Täter recht leicht ermitteln. So macht die Geschichte jedoch den Eindruck, als hätten die Täter gewollt, dass die Drohne erstens keinen Schaden anrichtet und dass sie zweitens unbeschädigt gefunden wird.

Auch die Geschichte mit dem Busfahrer ist merkwürdig, denn sie wurde mehrfach verändert. Zuerst soll er die Drohne im Flug erwischt und mit einem Schlag zu Boden befördert haben. Dann soll die Drohne über dem Boden geschwebt sein und er habe sie mit einem Tritt außer Gefecht gesetzt. Nun lag die Drohne bereits am Boden und er hat einfach nur auf sie draufgetreten, wobei man sich fragt, wieso jemand freiwillig auf eine Drohne treten sollte, die am Boden liegt und einen verdächtigen Behälter trägt, in dem der Sprengstoff war.

Hinzu kommen nun noch die ungeklärte Explosion, über die die „Zeit“ berichtet, und die Durchsuchung eines nahegelegenen verlassenen Dorfes durch die Polizei, wovon wir ebenfalls aus der „Zeit“ erfahren.

Die „Zeit“ stellt nun fest, dass die Bauart der Drohne und auch der von ihr mitgeführte militärische Semtex-Sprengstoff darauf hindeuten, dass hinter dem Vorfall ein Staat steht. Die „Zeit“ nennt als mögliche Verdächtige die Ukraine und Russland, dass auch die Bundesregierung, also Deutschland, in Frage kommt, erwähnt die „Zeit“ nicht.

Schauen wir uns also einmal an, wie die „Zeit“ argumentiert und welcher Staat welche Motive hatte.

Die Ukraine

Die „Zeit“ schreibt:

„Für plausibel gehalten wird, dass ein Staat den Auftrag gab. Theorie eins lautet, dass die Ukraine infrage kommt. Sie kennt sich mit Drohnen aus, und sie könnte ein Interesse an einer False-Flag-Aktion haben. Also an einem Angriff, der aussehen soll wie ein russischer: Um die deutsche Bevölkerung dazu zu bringen, sich noch stärker am Kampf gegen Russland zu beteiligen. Aber diese Theorie hat Lücken: Erstens ist Deutschland bereits einer der stärksten Unterstützer der Ukraine. Zweitens hätte diese mit dem Angriff ihr eigenes Frachtflugzeug riskiert. Und drittens wäre völlig unabsehbar gewesen, wie die deutsche Öffentlichkeit wirklich auf ein solches Ereignis reagiert.“

Die „Zeit“ lenkt von einer Täterschaft der Ukraine ab, indem sie von „Lücken“ in der Theorie spricht. Aber stimmt das? Ich denke, nein.

Die „Zeit“ suggeriert, da Deutschland „einer der stärksten Unterstützer der Ukraine“ ist, falle das Motiv, „die deutsche Bevölkerung dazu zu bringen, sich noch stärker am Kampf gegen Russland zu beteiligen“, weg. Das stimmt nicht, denn die Deutschland ist heute zwar der wichtigste Unterstützer der Ukraine, aber diese Entscheidung der Regierung ist in der Bevölkerung durchaus umstritten. Das gilt vor allem für Ostdeutschland, wo der Vorfall stattfand und wo im September drei wichtige Landtagswahlen stattfinden, denn dort sind die Menschen mehrheitlich gegen die Ukraine-Unterstützung. Da könnte ein angeblich russischer Angriff durchaus den gewünschten Effekt haben, die Menschen gegen Russland einzustimmen, was wiederum der Ukraine ein Motiv geben würde.

Weiter schreibt die „Zeit“, mit dem Angriff hätte die Ukraine „ihr eigenes Frachtflugzeug riskiert“. Ja, aber nur, wenn der Zünder auch funktioniert hätte. Aber wie es der „glückliche Zufall“ wollte, hat der Zünder nicht funktioniert. Auch das spricht also eher für eine False-Flag-Operation der Ukraine, die zwar dramatische Schlagzeilen und eine anti-russische Stimmung in Deutschland produzieren, aber nicht etwa ihr wertvolles Frachtflugzeug riskieren will.

Und dann schreibt die „Zeit“ allen Ernstes noch, es sei „völlig unabsehbar gewesen, wie die deutsche Öffentlichkeit wirklich auf ein solches Ereignis reagiert“. Wie die Öffentlichkeit darauf reagiert, dafür sind in erster Linie die Medien zuständig, die die öffentliche Meinung lenken (oder es zumindest versuchen). Und die berichten schon jetzt, wo gar nichts passiert ist, schon regelrecht hysterisch und fabulieren wegen dem Drohnenvorfall vom NATO-Bündnisfall und von „präventiven“ Angriffen des BND gegen Infrastruktur oder Drohnenfabriken in Russland.

Mit anderen Worten: Die deutschen Medien trommeln für Krieg gegen Russland, obwohl offiziell nicht einmal bekannt ist, wer hinter dem Drohnenvorfall steckt. Wie groß wäre die mediale Hysterie in Deutschland wohl, wenn es auch noch eine heftige Explosion gegeben hätte?

Das ist genau das, was die Ukraine seit 2022 erreichen will: Sie will am liebsten die NATO, aber wenigstens die EU oder ihre wichtigsten Mitgliedsländer in den Krieg gegen Russland hineinziehen. Und die deutschen Medien spielen dem nun in die Hände.

Russland

Zu Russland schreibt die „Zeit“:

„Bleibt Theorie zwei: Russland steckt hinter dem Angriff. Denn auch Russland kennt sich mit Drohnen aus, genauso wie mit hybriden Angriffen. Vor allem aber hätte Russland eine aus seiner Sicht logische Motivation. Direkt an den Flughafen Leipzig/Halle grenzt das Bundesland Sachsen-Anhalt. Hier wird im September ein neuer Landtag gewählt; die russlandfreundliche AfD ist nur noch wenige Prozentpunkte von der absoluten Mehrheit entfernt. Und auch die deutsche Bundesregierung rutscht von einer Krise in die nächste, während die AfD im Bund die Umfragen anführt. Wäre das nicht ein geeigneter Zeitpunkt, um der AfD zum Durchbruch zu verhelfen? Und zwar, indem man die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt? Russland könnte das Ziel gehabt haben, den Deutschen mit einer gewaltigen Explosion auf einem bedeutenden Flughafen zu demonstrieren: Wenn ihr nicht andere Regierungen wählt, dann kommt der Krieg zu euch.“

De facto nennt die „Zeit“ nur ein einziges mögliches Motiv für Russlands Täterschaft, nämlich, dass ein russischer Angriff der AfD in die Hände spielen würde, was wiederum in Russlands Interesse sei.

Dazu muss ich sagen, dass ich selten so einen Unsinn gelesen habe, denn die Geschichte zeigt sehr deutlich, dass es noch nie einen Fall gab, in dem ein Angriff auf ein Land dazu geführt hätte, dass die Unterstützer des Angreifers im angegriffenen Land an Beliebtheit gewonnen hätten. Eine Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen, führt in der Regel dazu, dass diese Bevölkerung sich gegen den stellt, der sie terrorisiert. Dafür gibt es unzählige Beispiele: Der Bombenkrieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg hat den Kampfgeist der deutschen Bevölkerung nicht gebrochen, die Vietnamesen haben trotz aller Bombardements tapfer gegen die US-Truppen gekämpft und so weiter.

Mit anderen Worten: Wenn eindeutig klar wäre, dass Russland hinter einem Angriff auf Deutschland steckt, kann man davon ausgehen, dass das er AfD schadet und den Unterstützern der Ukraine nützt, aber eben nicht umgekehrt.

Deutschland

Bleibt noch die Theorie, die die „Zeit“ gar nicht erwähnt, nämlich, dass es sich bei dem Drohnenvorfall um eine False-Flag-Operation der Bundesregierung und/oder deutscher Geheimdienste gehandelt hat. Dass deutsche Geheimdienste in Deutschland unter falscher Flagge Terroranschläge verüben, ist keineswegs abwegig, denn das gab es früher schon, man denke nur an das Celler Loch, bei dem das unstrittig ist, und an die vielen anderen Fälle, bei denen es viele Fragezeichen gibt. Wenn es ihren politischen Zielen hilft, dann haben deutsche Geheimdienste schon zu diesem Mittel gegriffen, um bestimmte Kräfte zu diskreditieren.

Ein russischer Angriff auf ein Ziel in Deutschland hätte das Potenzial, die Zustimmung für die Unterstützung der Ukraine in der Bevölkerung zu erhöhen. Da die Deutschen in dieser Frage gespalten sind und da viele gegen die horrenden Ausgaben für die Ukraine sind, könnte man hier auch ein Motiv der Bundesregierung sehen. Und zwar erst recht unmittelbar vor den Wahlen in Ostdeutschland, wo das die AfD schwächen könnte (und nicht etwa stärken würde, wie die „Zeit“ absurder Weise behauptet).

Aber die „Zeit“ beschränkt sich darauf, die Ukraine und Russland als mögliche Täter zu nennen. Die Leser sollen offensichtlich nicht auf die Idee kommen, über eine mögliche Rolle der eigenen Regierung auch nur nachzudenken. Immerhin könnte das der AfD ja sogar helfen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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