Ungarn stoppt wegen Kiewer Ölblockade neue Russland-Sanktionen und den 90-Milliardenkredit der EU

📰 anti-spiegel.ru

Am Donnerstag habe ich bereits darüber berichtet, dass die Ukraine die Lieferungen von russischem Öl durch die Druschba-...

anti-spiegel.ru📅 22.02.2026
Kampf um Orbans Wiederwahl

Ungarn stoppt wegen Kiewer Ölblockade neue Russland-Sanktionen und den 90-Milliardenkredit der EU

Nachdem Kiew keine Anstalten macht, die Ölpipeline wieder einzuschalten, die russisches öl nach Ungarn und in die Slowakei bringt, hat Orban angekündigt, neue Russland-Sanktionen, den 90-Milliardenkredit der EU für Kiew und jedwede Militärhilfe der EU zu blockieren, bis das Öl wieder fließt.

Am Donnerstag habe ich bereits darüber berichtet, dass die Ukraine die Lieferungen von russischem Öl durch die Druschba-Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei blockiert hat. Kiew hat die Lieferungen am 27. Januar wegen (angeblicher) Reparatur- oder Wartungsarbeiten eingestellt und seit dem 13. Februar beschweren sich Ungarn und die Slowakei, dass die Pipeline längst wieder Öl liefern könnte, aber weiterhin geschlossen bleibt.

Worum es tatsächlich geht

Der Grund dafür sind offensichtlich die am 12. April stattfindenden Parlamentswahlen in Ungarn, bei denen der von der EU geförderte Oppositionskandidat in allen Umfragen führt. Die EU hat auf die Forderungen Ungarns und der Slowakei, auf Kiew einzuwirken, damit es die Pipeline wieder öffnet, nicht reagiert, sondern lediglich mitgeteilt, sie sehe kein Problem mit der Energieversorgung, weil beide Länder ja noch ihre staatlichen Öl-Notreserven haben – und im übrigen könne Kiew entscheiden, wann es die Pipeline repariert.

Selensky hat ein Interesse an Orbans Sturz, weshalb er mit der Blockade der Pipeline vor den ungarischen Wahlen einen Anstieg der Benzin und Energiepreise in Ungarn erreichen will, um Unzufriedenheit mit der ungarischen Regierung zu schüren.

Deutsche Medien wie der Spiegel haben erst Tage später angefangen, über die Kiewer Blockade zu berichten, und dabei natürlich nicht den Zusammenhang mit den ungarischen Wahlen erwähnt, sondern durch Formulierungen, dass Ungarn und die Slowakei kein “russisches Öl” mehr bekommen, sogar suggeriert, Russland habe die Lieferungen eingestellt.

Nachdem alle Anfragen Ungarns und der Slowakei bei der EU kein Ergebnis gebracht haben, hat der ungarische Ministerpräsident Orban auf härtere Maßnahmen gesetzt. Zunächst stellte Ungarn die Lieferungen von Diesel an die Ukraine ein, und als das nichts half, hat die ungarische Regierung erklärt, sie werde nun alle EU-Hilfen für die Ukraine blockieren, solange die Ukraine die Öllieferungen nicht wieder zulässt. Konkret hat Ungarn das 20. Paket anti-russischer Sanktionen blockiert und auch eine Blockade des 90-Milliardenkredits angekündigt. Das Geld braucht Kiew besonders dringend und der Kredit wurde nötig, nachdem es der EU-Kommission im Dezember nicht gelungen ist, die nötige Mehrheit für den Raub der in der EU eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu bekommen.

Offener Streit zwischen Tusk und Orban

Nach Ungarns Blockade des 20. Sanktionspaketes kam es zum offenen Streit zwischen dem polnischen Ministerpräsidenten Tusk und Orban. Tusk schrieb auf X:

„Ministerpräsident Orban hat die europäische Hilfe für die Ukraine blockiert, Kaczyński versucht, das SAFE-Programm zu blockieren, was die Finanzierung der Verteidigung und die polnische Rüstungsindustrie gefährdet. Raten Sie mal, wer sich jetzt freut.“

Darauf antwortete Orban ebenfalls auf X:

„Lieber Donald, ich trage die Verantwortung für das ungarische Volk und für Ungarn. Wenn denen jemand Schaden zufügt, ist es meine Pflicht, sie zu schützen. So wird es auch jetzt sein. Solange Präsident Selensky die Öllieferungen nicht wieder aufnimmt, sollte er keine Unterstützung von uns erwarten.“

Orban und Fico machen Ernst

Danach legte Orban in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache nochmal nach und sagte:

„Wir haben beschlossen, dass die Sanktionspolitik der EU so lange nicht unterstützen werden, bis die Lieferungen über die Druschba-Pipeline wieder aufgenommen sind. Daher werden wir auch das der EU zur Prüfung vorgelegte 20. Sanktionspaket ablehnen. Sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen werden, kehren wir zu den vorherigen Bedingungen zurück.“

Orban sagte in seiner Ansprache auch, dass die Weigerung der ukrainischen Führung, den Transit von russischem Öl wieder aufzunehmen, eine „Gefahr für Ungarns Energiesicherheit“ schaffen könnte. Nach jetzigem Stand sei „diese Gefahr abgewendet und wir gewährleisten das normale Funktionieren der Wirtschaft des Landes“.

Er bestätigte noch einmal die Entscheidung, die Diesellieferungen in die Ukraine einzustellen, „bis die Öllieferungen aus der Ukraine wieder aufgenommen werden“, und dass Ungarn als Reaktion auf die Aussetzung des Transits durch die Druschba-Pipeline zudem den 90 Milliarden Euro schweren „Kriegskredit“ der EU an die Ukraine blockieren werde.

Orban hatte außerdem eine Sondersitzung des ungarischen Energiesicherheitsrates einberufen, auf der auch eine mögliche Unterbrechung der Stromexporte in die Ukraine besprochen wurde, aber Ungarn werde das vorerst nicht tun, um der ukrainischen Bevölkerung keine unnötigen Härten aufzuerlegen. Man habe gesehen, dass die Ukraine bei der Energieversorgung von Ungarn abhängig sei und Ungarn werde „vorsichtig vorgehen, denn auf der anderen Seite der Grenze leben auch Ungarn und unser Feind ist nicht das ukrainische Volk, sondern die schlechte ukrainische Politik“, erklärte Orban.

Auch der slowakische Ministerpräsident Fico schloss sich Orban an, wenn auch mit anderen Maßnahmen. Über eine slowakische Blockade der Ukraine-Hilfen sagte er nichts, aber er kündigte am Samstag in einem langen Post auf X an, ab Montag die slowakischen Stromlieferungen an die Ukraine einzustellen, wenn Kiew die Lieferungen von russischem Öl bis dahin nicht wieder aufgenommen hat. Auch einen Seitenhieb auf Deutschland konnte er sich dabei anscheinend nicht verkneifen, denn er schrieb unter anderem:

„Wenn es dem Westen egal ist, dass die Nord Stream Gaspipeline gesprengt wurde, kann die Slowakei die slowakisch-ukrainischen Beziehungen nicht als Einbahnstraße ansehen, von der nur die Ukraine profitiert.“

Die Ukraine, die die Krise durch ihre Blockade erst verursacht hat, reagierte in der ihr eigenen Art. Das ukrainische Außenministerium warf Ungarn und der Slowakei auf Telegram „Ultimaten und Erpressung“ vor, denn „solche Aktionen“ seien “provokativ” und “unverantwortlich” und würden „die Energiesicherheit der gesamten Region gefährden“. Stattdessen forderte das ukrainische Ministerium von Ungarn und der Slowakei „konstruktives und verantwortungsvolles Handeln“.

Die deutschen Medien

Deutsche Medien wie der Spiegel bleiben sich weiterhin treu und verheimlichen dem deutschen Publikum die Hintergründe des Streits. Der Spiegel beispielsweise berichtete am Samstagmorgen in zwei kurzen Artikeln darüber, wobei schon die Überschriften „Streit um Erdöllieferungen aus Russland – Orbán droht Ukraine mit Einschränkungen bei Stromversorgung“ und „Streit über russisches Erdöl – Ungarn droht mit Blockade von Ukrainedarlehen“ zeigen, wem der Spiegel die Schuld für den Streit gibt.

Die Artikel sind nach einem alten Trick der Propaganda aufgebaut. Das menschliche Gehirn denkt in Chronologien, weshalb die Spiegel-Artikel mit Orbans „Drohungen“ beginnen und erst danach erwähnen, dass das eine Reaktion auf die ukrainische Blockade ist. Mit diesem einfachen Trick, zuerst über die Reaktion und dann über den Grund dafür zu berichten, entsteht bei vielen Lesern der Eindruck, Orbans Drohungen seien der Grund für den Streit, oder sie seien zumindest eine grundlose Provokation. Und natürlich formuliert der Spiegel alles so, dass Orbans Erklärungen zweifelhaft, die ukrainischen hingegen glaubhaft klingen.

Außerdem plappert der Spiegel wieder einmal vollkommen unkritisch die Kiewer Behauptungen nach:

„Hintergrund ist, dass die Druschba-Pipeline nach Angaben der ukrainischen Behörden infolge einer Beschädigung während eines russischen Angriffs Ende Januar nahe der ukrainischen Stadt Brody stillgelegt wurde.“

Russland hat jedoch keinen Grund, die Pipeline zu beschießen, die ihm durch Ölexporte Geld in die Kassen spült. Russland ist ja nicht die EU, die sich mit ihren Sanktionen selbst mehr schadet, als Russland.

Dafür hat die Ukraine die Pipeline im vergangenen Sommer aber mehrmals beschossen. Damals hat Kiew Pumpstationen der Pipeline in Russland beschädigt und so die Öllieferungen nach Ungarn und in die Slowakei unterbrochen. Russische Angriffe auf die ukrainischen Transitpipelines für Öl und Gas hat es hingegen bisher nie gegeben, weil Russland ja auch gar keinen Grund hätte, diese zu beschießen.

Aber das müssen Spiegel-Leser ja nicht wissen, denn die sollen ja glauben, Russland beschieße selbst die Pipelines, die ihm Geld bringen, und Orban und Fico würden der Ukraine vollkommen ungerechtfertigte Vorwürfe machen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Zurück
N&aumlchster Beitrag: Selensky schaltet auf pure Fäkalsprache um, auch gegenüber seinen „Verbündeten“
📋 Vollständig gespiegelt von anti-spiegel.ru
👁 1 Aufrufe 👤 1 Leser

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert