Die BSH GmbH & Co. KG aus Bad Königshofen hat aufgrund von Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Schweinfurt einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Dies teilt die Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Alexander Zarzitzky von Anchor bestellt.
Das im Jahr 2009 gegründete Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren als überregional tätiger Handwerksbetrieb im Bereich der Solartechnologie etabliert. Zu den Kernkompetenzen der BSH GmbH & Co. KG zählen laut Anchor die Planung, der Vertrieb, die Installation sowie die Wartung von Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern. Ergänzt wird das Portfolio durch Wärmepumpen, Wallboxen, Energiemanagementsysteme sowie die Vermittlung von Stromtarifen. Im Endkundengeschäft fokussierte sich der Vertrieb dabei maßgeblich auf Produkte der Senec GmbH. In seiner starken Wachstumsphase baute das Unternehmen seine Belegschaft auf durchschnittlich 153 Beschäftigte im Jahr 2025 aus, bevor veränderte Marktbedingungen eine erste Restrukturierung erforderten.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Zarzitzky verschafft sich aktuell mit seinem Team vor Ort ein umfassendes Bild der wirtschaftlichen Lage und führt erste Gespräche mit Geschäftspartnern. In einer Mitarbeiterversammlung wurden die Beschäftigten laut Anchor über die Situation und das weitere Vorgehen informiert. Der Geschäftsbetrieb der BSH GmbH & Co. KG ist nicht eingestellt und wird derzeit fortgeführt. Die Gehälter für den Monat August wurden regulär an die Belegschaft ausgezahlt. Für die kommenden Monate wird die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes vorbereitet, um die Zahlung der Löhne für die rund 80 verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicherzustellen. Das Unternehmen plant daher in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter kurzfristig auf die Kunden zuzugehen, um die weitere Durchführung der Projekte zu ermöglichen.
Die Ursachen für den Insolvenzantrag sind vielschichtig. Bereits 2024 litt das Unternehmen laut Anchor unter einem spürbaren Nachfragerückgang im Privatkundensegment. Ein im Jahr 2025 erstelltes und validiertes Restrukturierungskonzept, das unter anderem einen Personalabbau und Fixkostensenkungen vorsah, verfehlte letztlich die erhoffte Wirkung. Zusätzlich belasteten Forderungsausfälle von insolventen Tochter-Gesellschaften die Bilanz.
»Die allgemeine Situation in der Solarbranche ist derzeit bekanntermaßen schwierig, dennoch suchen wir mit Nachdruck nach einer zukunftsfähigen Sanierungslösung. Wir sondieren den Markt nach Investoren, die das Potenzial der BSH GmbH & Co. KG erkennen und den Betrieb gemeinsam mit der motivierten Belegschaft in die Zukunft führen wollen. Das Verfahren bietet in jedem Fall eine Chance für BSH sich nunmehr am Markt unabhängig zu behaupten«, betont Zarzitzky abschließend.
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