Russland präsentiert Beweise dafür, dass es das angebliche Massaker von Butscha nicht gab
In Russland gibt es seit 2022 das sogenannte „Internationale öffentliche Tribunal zu den Verbrechen ukrainischer Neonazis“, an dessen Gründung ich beteiligt war und bei dem ich bis heute, wenn auch derzeit passives, Mitglied bin. Das Tribunal ist eine zivilgesellschaftliche Initiative zur Dokumentierung von ukrainischen Kriegsverbrechen und kein Gericht, wie der Name vermuten lassen könnte.
Am 17. September hat Maxim Grigorjew, der Gründer und Vorsitzende des Tribunals, der Öffentlichkeit einen Bericht vorgestellt, der einmal mehr belegt, dass es das angebliche Massaker von Butscha nie gegeben hat. Der Bericht enthält Dokumente, die Fälschungen entlarven, sowie Zeugenaussagen. Den Bericht können Sie hier im russischen Original und hier in der deutschen Übersetzung lesen und als PDF herunterladen.
Die Gedenkstätte für Butscha
Laut der offiziellen Version wurden Anfang April 2022, nach dem Abzug der russischen Truppen, in den Straßen von Butscha 458 Leichen gefunden, von denen 419 Anzeichen dafür trugen, dass sie erschossen, gefoltert oder erschlagen worden waren. 39 starben möglicherweise ohne Gewalteinwirkung. Im Juli 2023 wurde in Anwesenheit von Selensky in Butscha ein Denkmal mit über 500 Namen der angeblichen zivilen Opfer eingeweiht.
Damit sind wir bei einem der zentralen Widersrpüche der Geschichte von Butscha: Die Zahl der Opfer ist widersprüchlich und es hat nie eine offizielle Untersuchung gegeben. Auch eine offizielle Liste mit den Namen der Opfer von Butscha, anhand derer man überprüfen könnte, ob die damals präsentierten Leichen überhaupt Einwohner von Butscha waren, hat die Ukraine nie veröffentlicht.
Im Gegensatz zur Ukraine und dem Westen fordert Russland immer wieder eine offizielle Untersuchung durch die UN und eine offizielle Veröffentlichung der Namen der Opfer, denn es ist das eine, Namen auf ein Denkmal zu schreiben, aber es ist etwas anderes, der UNO eine offizielle Liste mit den Namen der Opfer zu übergeben und deren Identitäten überprüfen zu lassen.
Ukrainische Soldaten als zivile Opfer von Butscha
Das „Internationale öffentliche Tribunal zu den Verbrechen ukrainischer Neonazis“ hat sich die auf der Gedenkstätte genannten Namen nun näher angeschaut und dabei beweisen können, dass eine ganze Reihe der Namen keine Einwohner von Butscha oder Opfer des angeblichen Massakers von Butscha waren, sondern ukrainische Soldaten, oft sogar Soldaten der für ihre Kriegsverbrechen bekannten Bataillone wie Asow.
Der russische Bericht belegt, dass mindestens über 20 der angeblich zivilen Opfer des angeblichen Massakers von Butscha in Wahrheit ukrainische Soldaten waren, die weit weg von Butscha an der Front ums Leben gekommen sind und auch nicht in Butscha beerdigt wurden.
Fälschungen der Todesursache
In dem russischen Bericht erfahren wir außerdem:
„Eine weitere Methode zur Fälschung der Ereignisse in Butscha besteht darin, ältere Bürger, die an Krankheiten gestorben sind, als von russischen Truppen Getötete darzustellen. Ein Beispiel dafür ist die 68-jährige Galina Alexandrowna Semenjuk, die an einer Krebserkrankung starb und deren Name ebenfalls an der Gedenkstätte für die „getöteten Zivilisten“ der Stadt angebracht wurde.“
Zeugenaussagen für ukrainische Fakes
Es ist eine beliebte Methode der ukrainischen Propaganda, vor allem westliche Journalisten auf Pressetouren mitzunehmen und dabei angebliche russische Gräueltaten zu inszenieren. Das ist in Frontnähe bekannt und es gibt in Russland bereits unzählige Zeugenaussagen dafür. Der neue russische Bericht lässt 16 namentlich genannte Zeugen von solchen Ereignissen zu Wort kommen und in den Bericht steht unter anderem:
„“Wenn die Presse in der Stadt ist, bedeutet das, dass wir auf Beschuss warten. Allen Einwohnern war alles klar, das war alles verständlich.“
Igor Karatschenzew berichtet: „Sobald Journalisten kamen, ganz gleich welche – ukrainische oder ausländische, wussten wir schon: Die Siedlung wird beschossen, hundertprozentig… Waren keine Journalisten da, herrschte Ruhe. Sobald die Journalisten kamen, mussten sie etwas filmen. Und dann beschießt uns die Ukraine unbedingt, wie bestellt.“
Juri Burik sagt, „wenn es heißt, dass Journalisten aus Kiew gekommen sind, dann ist alles klar, die Menschen beginnen sich darauf vorzubereiten, dass es starken Beschuss geben wird… Aber wir sehen doch alles… Dass von Westen, von ukrainischer Seite geschossen wird, wusste bei uns bereits jede Großmutter.“
Jeder Versuch, die Wahrheit zu sagen, war für die örtlichen Einwohner gefährlich. Wera Machowa berichtet: „Einmal kamen Journalisten aus Estland. Sie sagten zu uns: Erzählen Sie uns von der Grausamkeit der Russen. Was soll ich ihnen erzählen? Dass man den Ukrainern all das, was sie getan haben, nicht verzeihen kann? Aber das darf man doch nicht sagen. Man durfte sie hier nicht einmal irgendwie schief ansehen, geschweige denn etwas sagen.““
Leider gab es inzwischen viele solcher Fakes, Butscha war nur das erste in einer langen Liste. Daher werde ich nun noch einmal auf die offenen Fragen zu Butscha selbst und auf ähnliche Vorfälle eingehen, die in deutschen Medien als Beispiele für angebliche russische Kriegsverbrechen Schlagzeilen gemacht haben, über die deutsche Medien aber nicht mehr berichtet haben, als sich später eindeutig herausstellte, dass es von der Ukraine inszenierte Fakes waren.
Die Inszenierung von Butscha
Im März 2022 fanden Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine statt. Vor diesem Hintergrund rief der französische Präsident Macron im März 2022 Präsident Putin an und forderte, die russischen Truppen aus dem Gebiet um Kiew abzuziehen, da die Ukraine ja nicht „mit der Pistole an der Schläfe“ verhandeln könne. Da die Verhandlungen kurz vor einer Einigung standen und die ukrainische Delegation einen für Russland akzeptablen Vorschlag vorgelegt und paraphiert hatte, ging Putin als Geste des guten Willens auf Macrons Vorschlag ein.
Am 30. März 2022 zogen sich die russischen daher aus dem Raum Kiew, einschließlich Butscha, zurück. Das bestätigte der Bürgermeiste von Butscha am 31. März in einem von ihm veröffentlichten Video, in dem er sich ausführlich über das Ende der Besetzung freute, aber mit keinem Wort irgendein Massaker oder russische Kriegsverbrechen erwähnte.
Am 2. April filmte die ukrainische Polizei, wie sie in die Stadt eingerückt ist und mit Passanten gesprochen hat. Auch dabei waren auf den Straßen keine Leichen zu sehen und auch die Passanten erwähnten keine Leichen und kein Massaker. Dafür meldeten ukrainische Medien am gleichen Tag, dass nationalistische ukrainische Einheiten eine „Säuberungsaktion“ in Butscha durchführen würden, um Butscha von „Komplizen Russlands“ zu säubern. Ein Video von dem Tag zeigt außerdem, wie ein Soldat einer solchen Einheit seinen Kommandanten fragt, ob er auf alle schließen dürfe, die kein blaues Armband als Zeichen der Sympathie für die Ukraine tragen, was der Kommandant erlaubte.
Am nächsten Tag, dem 3. April, meldeten die westlichen Medien dann das angebliche Massaker von Butscha und zeigten all die Leichen auf den Straßen von Butscha, die in den drei vorherigen Tage auf keinem Video zu sehen waren und von niemandem erwähnt wurden. Und die in den Medien gezeigten Leichen in der Straßen von Butscha trugen fast alle weiße Armbänder, die Sympathie für die Russen symbolisieren (siehe Titelbild dieses Artikels), aber eben keine blauen.
Um die ukrainische und die weltweite Öffentlichkeit von der Idee eines Waffenstillstands abzubringen, wurde noch nachgelegt. Am 8. April 2022 wurde ein Raketenangriff auf den Bahnhof der ukrainisch kontrollierten Stadt Kramatorsk gemeldet, wobei mindestens 30 Menschen getötet wurden und natürlich wurde ebenfalls sofort Russland beschuldigt. Allerdings haben westliche Nachrichtenagenturen die Trümmerteile der Rakete fotografiert, wobei die Seriennummer der Rakete deutlich zu sehen war. Und die Seriennummer wies die Rakete eindeutig als ukrainische Rakete aus, was westliche Medien allerdings verschwiegen haben.
September 2023: Raketenangriff auf Konstantinowka
Ein weiteres Beispiel für solche von der Ukraine inszenierten Vorfälle fand am 6. September 2023 statt. An dem Tag schlug eine Rakete auf dem Marktplatz der Stadt Konstantinowka ein, die im von der Ukraine kontrollierten Teil des Gebietes Donezk lag, und tötete 16 Menschen. Für die westlichen Medien war sofort alles klar: Das waren die Russen! Der Spiegel zum Beispiel titelte beispielsweise „Artilleriebeschuss – Mindestens 16 Tote durch russischen Angriff auf Markt in der Ostukraine“.
Der Spiegel wusste jedoch schnell, dass das eine ukrainische Lüge gewesen ist, denn Videos von dem Vorfall zeigten, dass die Rakete aus ukrainisch kontrolliertem Gebiet angeflogen kam. Das Video, das das belegte, war in der ursprünglichen Version des Spiegel-Artikels sogar verlinkt, wurde vom Spiegel aber schon am nächsten Tag wieder aus dem Artikel entfernt, natürlich ohne die Leser über die nachträgliche Veränderung des Artikels zu informieren. Den Hinweis auf die Veränderung des Artikels hat der Spiegel erst am 21. September, also über zwei Wochen danach, als niemand den Artikel mehr angeschaut hat, eingebaut, wie man im Internetarchiv sehen kann. Die Details und Belege zu dieser Manipulation des Spiegel-Artikels finden Sie hier.
Dass der Spiegel die heimliche Veränderung seines Artikels erst am 21. September eingestanden hat, dürfte daran liegen, dass die New York Times am 18. September ausführlich aufgezeigt hat, dass der Markt in Konstantinowka von der Ukraine beschossen wurde. Ich habe den Artikel der New York Times damals zur Information übersetzt.
Der Grund für den Angriff vom 6. September 2023 war ein für die Öffentlichkeit überraschender Besuch von US-Außenminister Blinken in Kiew. Selensky hatte die US-Regierung zuvor verärgert, worüber westliche Medien jedoch nicht berichtet haben, worum es dabei ging, können Sie hier nachlesen.
Selensky musste negative Presse befürchten, weil er die US-Regierung sehr verärgert hatte, also brauchte er wieder eine mediale Ablenkung. Und wie es der Zufall wollte, meldete Kiew während des unangemeldeten Blinken-Besuches den angeblich russischen Raketenangriff auf Konstantinowka.
Das waren nur einige Beispielse dafür, wie das Kiewer Regime immer wieder, wenn es politisch gebraucht wird, Kriegsverbrechen gegen die eigene Zivilbevölkerung begeht, die es dann – mit Unterstützung westlicher Medien und Politiker – Russland anhängen möchte.
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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