Naziverehrung in der Ukraine führt zu Streit mit Polen, aber die Bundesregierung will davon nichts gehört haben

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Dass in der heutigen Ukraine ein Regime herrscht, das seine Wurzeln im deutschen Nationalsozialismus hat, ist keine russ...

anti-spiegel.ru📅 04.06.2026
Berlin stellt sich dumm

Naziverehrung in der Ukraine führt zu Streit mit Polen, aber die Bundesregierung will davon nichts gehört haben

Die offene Verehrung für Nazi-Kriegsverbrecher in der Ukraine hat zu einem Streit zwischen Kiew und Warschau geführt. Danach gefragt, stellten sich die Sprecher der deutschen Regierung dumm und behaupteten, davon sei ihnen nichts bekannt.

Dass in der heutigen Ukraine ein Regime herrscht, das seine Wurzeln im deutschen Nationalsozialismus hat, ist keine russische Propaganda. Dass der Nazi-Kollaborateur Bandera in der Ukraine als Nationalheld verehrt und gefeiert wird, ist allgemein bekannt. Aber die Heldenverehrung umfasst noch weit mehr Kriegsverbrecher, die an der Seite der Nazis gekämpft und Massaker in der Zivilbevölkerung und an Juden veranstaltet haben.

Einer dieser Kriegsverbrecher war Andrej Melnik, ein Namensvetter und geistiger Vater des ehemaligen ukrainischen Botschafters in Deutschland Andrej Melnik, der im Zweiten Weltkrieg der Anführer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) war. So sagte Melnik in einer an Adolf Hitler adressieren Rede beispielsweise:

„Wir, die alten Freiheitskämpfer von 1918 bis 1921, bitten Sie, uns und unserer Jugend die Ehre erweisen, an dem Kreuzzug gegen die bolschewistische Barbarei teilzunehmen. Gemeinsam mit den Legionen Europas möchten wir mit unserem Befreier — der deutschen Wehrmacht — Schulter an Schulter gehen und diesem Zweck einen ukrainischen bewaffneten Verband aufstellen können.“

Die Nazi-Verehrung in der Ukraine

Das wurde ihm erlaubt und die Nazis nahmen Ukrainer in die SS-Division Galizien auf, wo Melnik und seine Leute an Massakern an der Zivilbevölkerung teilnahmen und dabei so brutal vorgingen, dass sogar die SS angewidert war. Nach dem Krieg fand er Unterschlupf im Westen, lebte in Luxemburg und starb 1964 in Köln.

Im Mai wurden die sterblichen Überreste von Andrej Melnik in Luxemburg exhumiert und für eine Wiederbestattung in der Nähe von Kiew in die Ukraine überführt, wo sie im Rahmen einer staatlichen Zeremonie beigesetzt wurden, an der auch der ukrainische Machthaber Selensky teilnahm.

Außerdem hat Selensky einer Einheit der ukrainischen Armee Ende Mai den Namen „Helden der UPA“ verliehen. Die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) war verantwortlich an Massakern an zehntausenden Polen in Wolhynien und anderen Massakern in Teilen Ostgaliziens und wird in Polen daher als verbrecherische Organisation betrachtet.

Als Reaktion auf diese Ereignisse schlug der polnische Präsident Karol Nawrocki vor, Selensky den Orden des Weißen Adlers, die höchste staatliche Auszeichnung des Landes, abzuerkennen und Krzysztof Bosak, Vizevorsitzender des polnischen Parlaments, sagte am Dienstag in einem Interview, Selensky sei in Polen kein willkommener Gast mehr. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski äußerte sich enttäuscht über Selenskys Verehrung der Anhänger Banders.

Berlin tut ahnungslos

Deutsche Politiker geben sich seit 2014 alle Mühe, die offene Nazi-Verehrung und die offen zur Schau getragene Nazi-Politik der ukrainischen Machthaber zu ignorieren. Wenn sie, was selten genug vorkommt, weil die deutschen Medien keine kritischen Fragen stellen, danach gefragt werden, lautet ihre Antwort immer, davon hätten sie noch nie gehört.

So ist es nun wieder geschehen, als der Sprecher des Auswärtigen Amtes bei der Regierungspressekonferenz nach der Umbettung der sterblichen Überreste von Melnik gefragt wurde, denn die Antwort lautete:

„Darüber ist mir nichts bekannt, tut mir leid.“

Nun stellt sich die Frage, ob das der Wahrheit entspricht, was allerdings bedeuten würde, dass das deutsche Außenministerium seinen Job nicht macht, wenn es von dem Streit zwischen Polen und der Ukraine, der ja aufgrund der Umbettung von Melnik ausgebrochen ist, nichts weiß. Wahrscheinlicher ist, dass der Sprecher des deutschen Außenministeriums die Journalisten mal wieder angelogen hat. Aber da die sich das klaglos gefallen lassen, wird das wieder keinerlei Folgen haben.

Die Nazi-Verehrung in der Ukraine

Hier folgt noch eine (absolut unvollständige) Auswahl weiterer Nazi-Kollaborateure, die in der heutigen Ukraine als Nationalhelden verehrt werden.

Wassili Lewkowytsch war ein Kriegsverbrecher der ukrainischen Hilfspolizei in Dubno, Organisator und Teilnehmer des Massenmordes an 5.000 Juden in Dubno und Riwne.

Ulas Samtschuk war der Chefredakteur der nationalsozialistischen und antisemitischen Zeitung „Wolhynien“ in Rowno und Teilnehmer an der Vernichtung von 25.000 Juden dort. Seine Werke wurden jedoch offiziell in den ukrainischen Schullehrplan aufgenommen. Samtschuk veröffentlichte in der Zeitung „Wolhynien“ Lobpreisungen wie diese auf Adolf Hitler und den deutschen Faschismus:

„Dies ist die unbesiegbare spirituelle und moralische Kraft, die dieses Volk im Laufe der Jahrhunderte geformt und verhärtet hat. Dies sind die vielen Generationen von unsterblichen Trägern des kreativen Geistes dieses Volkes, das heute in seiner Vollendung unter der Leitung seines mächtigen Führers an der Spitze historischer Ereignisse steht“.

Wassili Sydor war ein Kriegsverbrecher des Nachtigall-Bataillons und des 201. Hilfspolizeibataillons. Er beteiligte sich an Massenmorden an Estland und Strafaktionen gegen die Zivilbevölkerung in Weißrussland.

Kirill Osmak war einer der Führer der ukrainischen Nationalrada, die 1941 bis 1943 mit Unterstützung nationalsozialistischer deutscher Rubel in Kiew unter der Führung von Andrej Melnik gegründet wurde.

Wladimir Kubijowytsch war einer der Initiatoren bei der Gründung der SS-Division „Galizien“.

Wassili Halasa war ein Aktivist der Organisation Ukrainischer Nationalisten und einer der Organisatoren von Massenmorden an Estland und Juden.

Wie gesagt, das waren nur einige Beispiele, die Liste ließe sich fortsetzen. Aber von all dem hat das deutsche Außenministerium sicherlich auch nie etwas gehört.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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