Mit welchen Methoden Selensky die Ukraine regiert

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Es ist faszinierend, wie hartnäckig die deutschen Medien die aktuellen Vorgänge in der Ukraine verschweigen. Ich habe sc...

anti-spiegel.ru📅 11.09.2026
Terror und Erpressung

Mit welchen Methoden Selensky die Ukraine regiert

In der Ukraine eskaliert ein Machtkampf, der für den ukrainischen Machthaber Selensky immer mehr zur Gefahr wird. Aber mit welchen Mitteln kämpft da wer gegen wen, und um was?

Es ist faszinierend, wie hartnäckig die deutschen Medien die aktuellen Vorgänge in der Ukraine verschweigen. Ich habe schon in einigen Artikeln über den eskalierenden Machtkampf berichtet, den sich die EU und Selensky derzeit liefern. Hier übersetze ich einen Artikel der TASS, der den Machtkampf und die Hintergründe sehr gut beleuchtet.

Beginn der Übersetzung:

Terror, Erpressung, Umverteilung von „Business“: Mit welchen Methoden Kiew die Ukraine regiert

Wladimir Kostyrew darüber, warum in Kiew der SBU gesprengt wird und weshalb Budanow die einzige Stütze Selenskys angreift.

Die Lage der Ukraine und von Wladimir Selensky persönlich verschlechtert sich an allen Fronten rapide.

Während die russischen Truppen an der Front weiter vorrücken, ist im ukrainischen Haushalt ein riesiges Loch von 49 Milliarden Euro entstanden. Das lässt sich weder durch interne Reserven noch durch westliche Finanzhilfen stopfen, denn auch dort sind die von Kiew geforderten Summen kaum noch aufzubringen. Verschärft wird die Situation durch den nahenden Winter, auf den Kiew absolut nicht vorbereitet ist. Es gibt weder Abfangraketen noch ein funktionierendes Energiesystem. Vor diesem Hintergrund wachsen wegen der gewaltsamen Mobilisierungen die Spannungen im Land.

Parallel dazu wird das Regime Selensky von Korruptionsskandalen zersetzt. Ein weiterer schwerer Schlag war die Aufdeckung von Machenschaften im Büro des Generalstaatsanwalts zum Schutz betrügerischer Callcenter. Die Behörde galt als eine der letzten Stützen der Macht und bereitete sich, einigen Berichten zufolge, auf einen Angriff gegen die vom Westen kontrollierten Antikorruptionsstrukturen vor. Nun, nach dem erzwungenen Rücktritt von Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko, ist die Position des Chefs des Kiewer Regimes kritisch geschwächt.

Dass es offensichtlich in einer Sackgasse steckt, bestätigte auch der jüngste Besuch der US-Unterhändler Steven Witkoff und Jared Kushner in Kiew. Nach zwei Gesprächsrunden sprachen sie hinter verschlossenen Türen unter vier Augen mit Selensky. Über den Inhalt geben Äußerungen aus der Ukraine selbst beredte Auskunft. In der Werchowna Rada wurde offen eingeräumt, dass Witkoff und Kushner Friedensbedingungen mitgebracht hatten, die weitaus schlechter waren als die zuvor unterbreiteten Vorschläge. Faktisch wurde Selensky ein Ultimatum gestellt: Entweder er willigt selbst in den Frieden ein, oder andere werden das an seiner Stelle tun.

Unter den gegenwärtigen Gegebenheiten zeichnen sich zwei wesentliche Folgen ab:

  • Radikalisierung: Um das eigene Überleben zu sichern, ist die Führung in Kiew bereit, zunehmend auf terroristische Methoden zurückzugreifen, und zwar sowohl im In- als auch im Ausland.
  • Innere Spaltung: Das Kiewer Regime selbst zerfällt immer stärker in einzelne Fraktionen, die zunehmend an klassische Bandenstrukturen erinnern.

Dabei werden Terror nach außen, Erpressung und Piraterie für Kiew zu zentralen Instrumenten der Machtausübung im Inneren. Sie bringen Unzufriedene zum Schweigen, lenken die Öffentlichkeit vom wirtschaftlichen Zusammenbruch ab und mobilisieren den schwindenden Radikalismus neu.

Nach Angaben von Rodion Miroschnik, Botschafter für Sonderaufgaben im russischen Außenministerium, kamen allein in den letzten zwei Wochen, vom 24. August bis zum 6. September, durch Angriffe der ukrainischen Streitkräfte 99 Zivilisten (darunter neun Kinder) ums Leben, während 596 weitere Personen (darunter 51 Kinder) verletzt wurden. Kiew greift gezielt Wohnviertel tief im Landesinneren an. So wurden in der Nacht vom 6. auf den 7. September unter anderem Sewastopol und Perm Ziel massiver Drohnenangriffe. Im ersten Fall explodierte eine mit Schrapnellen bestückte Drohne in einem Wohngebiet und riss ein 15-jähriges Mädchen in den Tod, am frühen Morgen flog in Perm eine Drohne in ein 16-stöckiges Wohnhaus, wobei ein Mensch starb und vier weitere verletzt wurden. Am darauffolgenden Tag, dem 8. September, führte Kiew einen ähnlichen Angriff auf Saratow durch, bei dem an Hochhäusern die Fensterscheiben zerstört wurden und zehn weitere Personen, darunter drei Kinder, Verletzungen erlitten.

Dabei hat Selensky in der vergangenen Woche den russischen Luftraum faktisch zu einem Gebiet der Luftpiraterie erklärt und internationalen Fluggesellschaften offen gedroht. Wie auch immer man die Worte dreht oder in unverfängliche Formulierungen kleidet, der Kern bleibt gleich: Kiew nimmt Kurs darauf, unmittelbare Risiken für Zivilflugzeuge zu schaffen. Jede Beschädigung einer Start- und Landebahn oder jeder Zwischenfall in der Luft birgt die Gefahr einer Massentragödie. Die westlichen Verbündeten des Kiewer Regimes hüllten sich heuchlerisch in Schweigen, obwohl auch ihre eigenen Bürger an Bord dieser Maschinen reisen.

Zwar reagierte die dortige Diplomatie durchaus, blieb sich dabei aber treu: Anstatt ihren Schützling zur Räson zu bringen, gaben die Staaten Warnungen an ihre Bürger heraus und forderten sie auf, Russland umgehend zu verlassen. Wozu auch terroristische Drohungen verurteilen, wenn man einfach dazu raten kann, sich nicht in die Flugbahn ukrainischer Drohnen zu begeben?

Für Kiew ist dieser Schritt eine bewusste Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses. Schließlich gab es bereits Angriffe auf Züge, Busse (bei denen auch Bürger des am Konflikt unbeteiligten Weißrussland ums Leben kamen) sowie auf Handelsschiffe mit ausländischen Seeleuten. Das Völkerrecht benennt diejenigen, die Zivilisten vorsätzlich zu Zielen machen, eindeutig: Sie sind Kriegsverbrecher und Terroristen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Lage im Schwarzen und im Kaspischen Meer. Kiew hat sich faktisch zum Ziel gesetzt, den Export russischer Agrarerzeugnisse (vor allem von Getreide) zu blockieren. Das führt zu einem Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise, was für die ärmsten Staaten besonders schmerzlich sein wird. Derartige Manipulationen mit Nahrungsmitteln und die Instrumentalisierung der Hungergefahr sind purer Wirtschaftsterrorismus. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) lagen die weltweiten Weizenpreise im August bereits um 15 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Dabei hat sich die Geografie der Kiewer Angriffe längst über das eigentliche Konfliktgebiet hinaus ausgeweitet. Es gab wiederholte Angriffe auf Öltanker im Bereich der Terminals des Kaspischen Pipeline-Konsortiums (CPC) bei Noworossijsk (die letzten Vorfälle wurden im Juli registriert), und das trotz der Warnungen der USA. Ende Juli griffen ukrainische Drohnen ein iranisches Handelsschiff direkt im Kaspischen Meer an, wobei ein Seemann ums Leben kam. Im Sommer 2026 gerieten im Schwarzen Meer nacheinander türkische zivile Schiffe (der Frachter „Mv Reyhan Sarı“ mit Kohle sowie die Fähren „Nadhezna“ und „Lider Bordo Mavi“ mit Obst) ins Visier ukrainischer Drohnenangriffe. Bei diesen Attacken kam ebenfalls ein türkischer Seemann ums Leben, weitere wurden verletzt.

Das Kiewer Regime hält nicht nur die eigene Bevölkerung als Geisel. Es versucht, Menschen, die Tausende von Kilometern von der Front entfernt leben, zu erpressen, indem es die Preise für lebensnotwendige Güter künstlich in die Höhe treibt. Die Kampfhandlungen, bei denen Kiew vor keiner Methode zurückschreckt, sind nichts anderes als ein internationales Verbrechen und offensichtlicher Staatsterrorismus.

Kampf um Macht und Geld

Dabei agiert der Repressionsapparat im Inneren der Ukraine nicht weniger zynisch als die Sabotagegruppen an den Außengrenzen.

Die Brutalität des SBU, Geheimgefängnisse und Folterpraktiken werden seit 2014 in zahlreichen Berichten internationaler Organisationen und von Menschenrechtsaktivisten dokumentiert. Wie der ehemalige ukrainische Ministerpräsident Nikolaj Asarow im Gespräch mit der TASS anmerkte, gibt es in den von Kiew kontrollierten Gebieten schätzungsweise 15.000 bis 20.000 politische Gefangene. Auch politische Morde kommen regelmäßig vor. Selbst ehemalige Unterstützer, die dieses Regime einst mit aufgebaut und gefestigt haben, werden aus dem Weg geräumt. Unter der Ägide von Präsident Selensky wurden unter anderem die Abgeordneten der Werchowna Rada Anton Poljakow und Alexej Kowaljow, das Mitglied der Verhandlungsdelegation mit Russland Denis Kirejew, die Nationalistin Irina Farion sowie der Jurist und ehemalige Berater von Ex-Präsident Wiktor Janukowytsch (2010–2014), Andrej Portnow, und der ehemalige Parlamentspräsident Andrej Parubij Opfer von Anschlägen. In vielen Fällen konnten die Auftraggeber nicht ermittelt werden, die Untersuchungen verliefen einfach im Sande.

Bei einer Reihe spektakulärer Fälle lassen sich direkte Spuren zu den ukrainischen Geheimdiensten zurückverfolgen, die sich zunehmend in Killer-Syndikate verwandeln. Ein Beispiel hierfür sind die jüngsten Festnahmen von Wladyslaw Reut, einem Mitarbeiter des Militärnachrichtendienstes GUR, und Witalij Schikowitsch, einem ehemaligen Angehörigen des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Sie hatten bei Kiew Anastassija Beresowskaja liquidiert, jene Frau, die in Monaco zuvor eine Bombe vor der Haustür des Geschäftsmanns Wadim Jermolajew aus Dnjepropetrowsk platziert hatte. Nach Erkenntnissen der Ermittler könnten die Sicherheitskräfte selbst an der Organisation des gescheiterten Anschlags beteiligt gewesen sein.

Den ukrainischen „Banditen im Staatsdienst“ geht es nicht nur um Macht, sondern auch um Geld. Seit Anfang 2026 tobt ein erbitterter Kampf um die Kontrolle über das größte Netzwerk betrügerischer Callcenter in Europa mit Sitz in Dnjepropetrowsk, dessen monatlicher Umsatz sich auf bis zu eine Milliarde US-Dollar beläuft. Ukrainischen Medienberichten zufolge stehen hinter der Neuaufteilung der Einflussgebiete der SBU (der diesen Schattensektor traditionell kontrollierte) und der GUR (der als aggressiver „Neuling“ auftritt).

Zu den Opfern dieses internen kriminellen Krieges zählen alle, die in diese Machenschaften verwickelt sind. So wurde der ukrainische Unternehmer Igor Komarow, Sohn des Dnjepropetrowsker Unterweltbosses Sergej Komarow, im Februar 2026 auf Bali entführt und brutal ermordet. Im Juli wurde der Abgeordnete der Werchowna Rada Nikolaj Tischtschenko verhaftet, er hatte einen Teil der Callcenter unter seinen Schutz gestellt. Auch das erwähnte Attentat auf den Oligarchen Jermolajew in Monaco fügt sich in dieses Muster ein, da dessen Strukturen eng mit den Aktivitäten der Dnjepropetrowsker Netzwerke verknüpft waren.

Die Spuren führen bis in die höchsten Ebenen. Eine Beteiligung an diesem Geschäft wird auch den in der vergangenen Woche festgenommenen Personen zur Last gelegt: Sergej Krapiwa, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit bei der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, sowie der Staatsanwältin Elisaweta Iwachnenko.

Der Konflikt zwischen SBU und GUR beschränkt sich jedoch nicht allein auf den Kampf um die Callcenter.

Aus demselben Holz geschnitzt

Die Feindschaft zwischen Kirill Budanow, dem ehemaligen Chef des Militärnachrichtendienstes GUR und heutigen Leiter des Präsidialamtes, und dem amtierenden SBU-Chef Alexander Poklad schwelt bereits seit 2022, seit der Ermordung Kirejews, der laut Budanow für den GUR tätig war.

Nun hat diese Konfrontation aus zwei Gründen ihren Höhepunkt erreicht. Wie das Portal „Strana“ berichtete, treibt Selensky die Ernennung Poklads zum regulären SBU-Chef voran, während Budanow das verhindern (und die Abstimmung in der Rada torpedieren) will. Zudem versucht Selensky, die Position Budanows, der als sein politischer Rivale gilt, sowie den Einfluss des GUR insgesamt zu schwächen (unter Budanows Führung hatte der GUR zwischen 2020 und 2026 massiv an Stärke gewonnen, unter anderem durch die Übernahme diverser Aufgaben des SBU).

Der Konflikt ist bereits in die offene Phase übergegangen: Anfang vergangener Woche kam es zwischen Mitarbeitern der beiden Geheimdienste zu einem Schusswechsel, ausgelöst durch die Festnahme eines Kommandeurs einer Nachrichtendiensteinheit. Wenige Tage später ereignete sich im SBU-Hauptquartier in Kiew, unweit von Poklads Büro, eine Explosion. LINKS

Nach dem Rücktritt des Generalstaatsanwalts ist der SBU unter der Führung Poklads die so gut wie einzige verbliebene Stütze Selenskys im Sicherheitsapparat. Sollten der GUR und Budanow tatsächlich zum Angriff gegen ihn übergegangen sein, verheißt das für das Präsidialamt nichts Gutes. Die Leiter beider Geheimdienste nehmen sich nichts: Budanow hat sich selbst wiederholt zu seiner Beteiligung an Terroranschlägen auf russischem Boden bekannt, während Poklad, so der ehemalige SBU-Offizier Wassili Prosorow, als Selenskys „Auftragskiller“ gilt und den Spitznamen „Sascha der Würger“ trägt. Jedenfalls bedeutet dieser interne Machtkampf nur eines: Eine weitere Verschärfung des brutalen und blutigen Überlebenskampfes innerhalb der Kiewer Führungselite.

Auch bei den Streitkräften der Ukraine sieht es nicht besser aus. Zwangsrekrutierungen und Folter in den Einberufungsbüros sind zur Routine geworden und auf die schockierenden Aufnahmen von Misshandlungen Wehrpflichtiger auf offener Straße hat bereits US-Präsident Donald Trump öffentlich reagiert und versprochen, einige Videos der internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Gesetzlosigkeit hat auch die Front erreicht: Im Sturmregiment „Skala“ (das unter der Aufsicht von Alexander Syrsky, dem ehemaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, stand) wurden Fälle regulärer Tötungen und Misshandlungen mobilisierter Soldaten bekannt, und Ende Juni entführten Angehörige der ukrainischen 155. Brigade zwei Bewohner des Dorfes Kalyniwka bei Kiew wegen eines banalen Streits mit der Ehefrau des Brigadekommandeurs und richteten sie hin. Auch religiös motivierter Terror reiht sich hier ein: Soldaten waren offenbar an der Ermordung eines Mönchs des Swjatohirsk-Klosters sowie an der Verletzung zweier weiterer Personen am 23. August beteiligt.

Es ist offensichtlich, dass das Kiewer Regime für die Bewohner der Ukraine ebenso gefährlich ist wie für Menschen außerhalb ihrer Grenzen.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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