ME/CFS als Symptom eines extrem deregulierten Proteoms

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Charting the circulating proteome in ME/CFS using cross-system profiling to uncover mechanistic insights

drbine.substack.com📅 20.05.2026

Allen, die geglaubt haben Mee/CFS wäre ein Krankheit, die eine Ursache hat und auch irgendwie medikamentös oder ursächlich behandelt werden könnte, muss ich mit diesem Artikel leider diesen Zahn ziehen.

Die Biologie ist ein komplexes Netzwerk an Interaktionen von Proteinen untereinander oder DNA/RNA mit Proteinen. Dabei gibt es feed-forward Schleifen und feed-back Schleifen.

Das Thema biochemische Deregulierung durch die Impfung habe ich bereits vor längerer Zeit behandelt.

Zur Erinnerung, das Übersichtsbild unten ist der letzte Stand der Dinge, bevor Roche das Projekt nun nach 50 Jahren eingestellt hat.

Roche hat vor der Komplexität das Handtuch geworfen und aufgegeben. Man drückt es natürlich eleganter aus: “Da die Grenzen der Wissenschaft immer weiter verschoben werden, hat Roche beschlossen, die Weiterentwicklung des Posters zu biochemischen Stoffwechselwegen einzustellen.”

Dieses Bild unten ist der Stand an Komplexität, den man bei Roche noch handhaben konnte. Die Realität ist noch unübersichtlicher, weil hier sind nur feed-forward Verbindungen drinnen, nicht einmal feed-back (die im Übrigen auch nicht gleich stark sein müssen). Dieses Bild unten ist also schon extrem unterkomplex und veraltet.

Roche Biochemical Pathways Part 1 Metabolic Pathways

Nun hat man sich also endlich einmal die Mühe gemacht, bei ME/CFS Proteomik zu machen und die Proteinexpressionsmuster und Verteilungsmuster von Kranken Menschen und gesunden Menschen zu vergleichen.

Hoel, A., Hoel, F., Dyrstad, S. E., Chapola, H., Rekeland, I. G., Risa, K., Alme, K., Sørland, K., Brokstad, K. A., Marti, H., Mella, O., Fluge, Ø., & Tronstad, K. J. (2026). Charting the circulating proteome in ME/CFS using cross-system profiling to uncover mechanistic insights. Cell Reports Medicine, 7(3), 102647. https://doi.org/10.1016/j.xcrm.2026.102647

Man hat von den Menschen Serum abgenommen und nach gewebespezifische Veränderungen und immunologischen Signaturen geschaut. Wohlgemerkt eher grob. Man kann noch nicht einzelne Netzwerke analysieren, man kann nur qualitativ schauen, ob sie größere Mengen an Proteinen und Botenstoffen auffällig unterschiedlich verhalten.

Die COVID-Injektionen spielen bei diesen Messungen noch keine Rolle, weil man mit Proben von vor 2021 gearbeitet hat: (RituxME, NCT02229942, 2014–2017 and CycloME, NCT02444091, 2015–2020). Das heißt, die in dieser Publikation beobachteten Veränderungen sind noch durch normale Infektionen entstanden und somit die Kontrollgruppe zu LongCovid oder PostVac. Wer sich also nur für PostVac und Impfschäden interessiert, kann an dieser Stelle aufhören mit dem Lesen.

  • Gewebespezifische Veränderungen zeigen eine Abnahme intrazellulärer und eine Zunahme sekretierter Proteine.

  • Immunologische Signaturen weisen auf eine Umprogrammierung mit einer Abnahme von aus Neutrophilen stammenden Proteinen hin.

  • Regulatorische Netzwerke verbinden immunologische, vaskuläre und metabolische Dysfunktionen

Hoel et al. charakterisieren zirkulierende proteomische Signaturen bei ME/CFS und identifizieren weitreichende gewebespezifische Veränderungen, darunter erhöhte Konzentrationen sekretierter Proteine und verringerte Konzentrationen intrazellulärer Proteine. Proteinveränderungen, die Immun-, Stoffwechsel- und Gefäßprozesse beeinflussen, stützen die Hypothese einer Immunumprogrammierung und definieren regulatorische Netzwerke, die pathobiologische Erkenntnisse liefern, die für die Entwicklung von Biomarkern relevant sind.

Da ist es mit ein paar Medikamenten nicht getan, das sind weitreichende Veränderungen, deren Komplexität wir nicht einmal erahnen können.

Die Stichprobe ist klein, die Experimente sind wahrscheinlich so aufwändig und teuer, dass man nicht mit viel mehr Probanden arbeiten kann. Mann hatte 29 gesunde Menschen (healthy controly HC) und 50 ME/CFS Patienten (ME)

Geschlecht, BMI, Alter, Medikamenteneinnahme oder nüchterner Zustand hatten kaum Einfluss auf die Daten könnten aber dennoch einen Einfluss auf die körperlichen Einschränkungen und dem Schweregrad der Erkrankung haben.

Zu den Proteinen, deren Konzentrationen bei ME/CFS am niedrigsten waren, gehörten nukleäre Histone (H1x, H2.1 sowie verschiedene H2B- und H2A-Typen) (Abbildungen 1E und 1F), die von aktivierten Neutrophilen freigesetzt werden können, z. B. als Bestandteil von extrazellulären Neutrophilenfallen.

Diese NETs sind auch im Gespräch, bei den Calamari Clots. Es gibt die Vermutung, dass es sich um eine NETose handeln könnte. Da es sich hier aber um Proben vor 2021 handelt, kann das nicht mit COVID-Injektionen zusammenhängen. Es ist nur eine interessante Beobachtung.

Zu den weiteren Proteinen, deren Konzentrationen deutlich niedriger waren, gehörten Enzyme, die am zellulären Energiestoffwechsel beteiligt sind.

Damit dürfte klar sein, warum betroffene Menschen weniger Energie haben.

Mehrere immunbezogene Proteine gehören zu den am stärksten erhöhten, darunter die Malignant T-Cell-Amplified Sequence 1 (MCTS1), , der Komplementfaktor D (CFD) und die Komplementkomponente C6 (C6).

Das Komplement und seine Bedeutung für das Immunsystem habe ich in diesem Artikel erklärt:

Die Kurzversion ist: Eine starke Komplementaktivierung nennt man Anaphlaxie.

Wenn das Komplement im Hintergrund vor sich hin dümpelt und nicht runter fährt, nennt man das CARPA (Komplement aktivierte Pseudoallergie). Normalerweise hat das Komplement einen Selbstzerstörungsmechanismus, welches es sofort abschaltet, wenn der Reiz weg ist. Wenn das Komplement aktiv ist und gewisse Spaltprodukte in zu hohem Maße frei im Serum sind, heißt das, dass irgendeine Substanz das rein chemisch agierende Komplement, aktiviert hat.

C6 wird gegen Ende der Aktivierung frei auf dem Weg hin zur Zelllyse. Das heißt, irgendwelche Zellen sind mit etwas befallen und daher zerstört das Komplement diese Zellen.

Von den 924 mit ME/CFS assoziierten Aptameren waren 775 für diese Diagnose spezifisch und wiesen eine Anreicherung im Bereich des intrazellulären Transports/der Translation auf. Metabotyp und SF-36PF beeinflussten 1.015 bzw. 726 Aptamere mit unterschiedlichen Anreicherungen: Metabotyp-assoziierte Proteine waren an der Hormonausschüttung und der Regulation glatter Muskelzellen beteiligt, während SF-36PF-assoziierte Proteine mit der Gewebehomöostase und der Entwicklung des Nervensystems in Verbindung standen.

775 spezifische Veränderungen. Da bekommt jeder Systembiologie graue Haare. Das schafft wahrscheinlich nicht einmal mehr MACS (Magdeburg Center for Systems Biology) zu modellieren und die sind auf Netzwerke spezialisiert.

Zusammengenommen deuten diese Daten auf ein spezifisches ME/CFS-Serummuster hin, das durch eine verminderte Konzentration intrazellulärer Proteine gekennzeichnet ist.

Abbildung 3. Der subzelluläre Ursprung der betroffenen Proteine Die Aptamere wurden anhand der annotierten subzellulären Lokalisierung der Zielproteine (HPA) in vier Kategorien eingeteilt: „intrazelluläre“, „membranständige“ (Membran + membranassoziierte), „sekretierte“ Proteine sowie die übrigen nicht annotierten („nicht zugeordnet“ [NA], graue Balken). Die Zahlen geben die Anzahl der Aptamere und die entsprechenden Prozentsätze an für (A) alle Aptamere und (B) nur die veränderten Aptamere. Die Prozentsätze in den drei subzellulären Kategorien (rechts dargestellt) beziehen sich auf die Gesamtzahl der zugeordneten Aptamere in jeder Klasse. Die roten und grünen Balken veranschaulichen den Anteil der Zunahmen bzw. Abnahmen.

Diese Daten zeigen ein Muster erhöhter Sekretion von Proteinen, die an der Blutgerinnung, den Komplementwegen und Entzündungsprozessen (Chemokine und Interleukine) beteiligt sind. Im Gegensatz dazu wies die Enzymklasse überwiegend niedrigere Serumspiegel auf, was zum Teil auf die insgesamt verminderte Freisetzung intrazellulärer Proteine zurückzuführen ist (Abbildung 3)

Im Gehirn-Panel wiesen bei ME/CFS etwas mehr Proteine höhere als niedrigere Serumspiegel auf, was hauptsächlich auf Membran- und sekretierte Proteine zurückzuführen war, während intrazelluläre Proteine tendenziell reduziert waren. In den Leber- und Darm-Panels wurde ein ähnliches Muster beobachtet, allerdings mit einer geringeren Reduktion der intrazellulären Proteine. Im Skelettmuskel-Panel zeigten intrazelluläre Proteine deutliche Reduktionen, Membranproteine wiesen gemischte Effekte auf, und alle betroffenen sekretierten Proteine waren erhöht. Im Lymphgewebe-Panel waren intrazelluläre Proteine reduziert, während Membran- und sekretierte Proteine überwiegend erhöht waren. Das Knochenmark-Panel zeigte ein ausgeprägtes Profil mit wenigen Erhöhungen und weitverbreiteten Reduktionen, insbesondere bei intrazellulären und sekretierten Proteinen.

Das lässt sich wohl am ehesten mit Biochemischem Totalchaos beschreiben. Alles ist komplett durcheinander.

Auch das adaptive Immunsystem scheint verrückt zu spielen:

Diese Ergebnisse deuten auf eine vorwiegend auf das angeborene Immunsystem zurückzuführende Abnahme der mit Granulozyten und Monozyten assoziierten Marker hin, im Gegensatz zu eher gemischten oder ansteigenden Veränderungen bei den lymphoiden Zellgruppen.

Abbildung 5B zeigt ein weitverbreitetes Muster erhöhter Konzentrationen in diesen Sekretomkategorien, was auf eine gesteigerte Aktivität hindeutet, an der mehrere Organsysteme und physiologische Prozesse beteiligt sind.

Die Autoren müssen aber zugeben, dass diese Daten nur einen groben Überblick über die Problemzonen bei ME/CFS geben.

Auch wenn diese Ergebnisse keinen kausalen Zusammenhang belegen, weisen sie doch auf Signalwege hin, die bei ME/CFS möglicherweise zur Stoffwechselregulation, zur Gewebeentwicklung und -regeneration, zu Entzündungen oder zur Angiogenese beitragen.

Stoffwechsel, Gewebeentwicklung und -Regeneration, Entzündungen oder Angiogenese…. Was genau bleibt noch übrig?

Abbildung 7. Auswirkungen von Veränderungen des Serumproteoms bei ME/CFS Diese schematische Darstellung fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen:

(1) Gewebespezifische Effekte: Bei ME/CFS-Patienten wurden verringerte Blutspiegel intrazellulärer Proteine festgestellt, am ausgeprägtesten für Skelettmuskel und Knochenmark, sowie erhöhte Spiegel membranassoziierter und sekretierter Proteine aus Gehirn, Darm, Leber, Skelettmuskel und lymphatischem Gewebe. Eine erhebliche Verringerung der von aktivierten Neutrophilen freigesetzten Proteine stand im Gegensatz zu variableren oder erhöhten Mustern bei lymphoiden Zellen.

(2) Auswirkungen auf das Sekretom: Die gesamte Sekretionsaktivität war erhöht, mit erhöhten Spiegeln von Gerinnungsproteinen, Komplementfaktoren, Chemokinen, Zytokinen und Hormonen, während die Enzymspiegel verringert waren.

(3) Interpretation: Diese Muster deuten auf eine zugrunde liegende Immundysregulation hin, möglicherweise unter Einbeziehung von Autoimmunmechanismen, mit nachgelagerten Rollen von Low-Grade-Entzündungen, Gewebehypoperfusion und Stoffwechselstörungen.

Die verminderte Freisetzung intrazellulärer Skelettmuskelproteine scheint einen eigenständigen ME/CFS-Phänotyp darzustellen, was durch unsere Daten gestützt wird. Es ist unwahrscheinlich, dass dies auf mögliche Verdünnungseffekte aufgrund eines veränderten Blutvolumens zurückzuführen ist, da die Veränderungen insgesamt gewebe- und signalwegspezifisch sind. […] Auch wenn die zugrunde liegenden Mechanismen noch unklar sind, scheint es wahrscheinlich, dass die Homöostase und der Umsatz des Muskelgewebes beeinträchtigt sind, was möglicherweise mit zuvor berichteten Muskelanomalien zusammenhängt und zu den typischen ME/CFS-Symptomen wie Erschöpfung und PEM beiträgt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Serumproteom bei ME/CFS ein ausgeprägtes Muster aufweist, das durch eine verminderte Freisetzung intrazellulärer Proteine und eine erhöhte Sekretion extrazellulärer Proteine gekennzeichnet ist, was auf eine weitreichende Gewebebeteiligung und eine gestörte systemische Homöostase hindeutet. Diese Veränderungen deuten auf veränderte Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse hin.

Das ist leider nur eine Beschreibung des ist Zustandes der Patienten. Was die Ursache ist und warum die Biochemie der Patienten dermaßen durcheinander ist, können die Autoren leider nicht sagen.

Sich bei 775 spezifischen Veränderungen auf einen oder mehrere Marker festzulegen, dürfte auch noch interessant werden.

Damit ist eines definitiv klar: ME/CFS ist ganz klar eine biochemisch sehr komplexe Erkrankung und keine Einbildung der Patienten.
Vor allem bei erkrankten Jugendlichen neigt das Jugendamt leider immer noch dazu, zu behaupten, die Kinder wären psychisch krank oder die Eltern würden sie vergiften (Münchhausen by proxy). Diese Familien leiden schon genug, ohne dass das Jugendamt sich noch einmischt und die Situation durch Drohung des Kindesentzugs verschlimmert, weil das ME/CFS kranke Kind vom Direktor der Schule beim Jugendamt wegen zu viel Fehlzeiten gemeldet wurde. Diese Fälle häufen sich aktuell leider incl. Kindesentzug. Das verschafft den behandelnden Ärzten nur noch mehr Arbeit, die Kinder zu schützen, die sie besser in die Behandlung investieren könnten.

Diese Arbeit beschreibt aber nur den Zustand des “klassischen” ME/CFS, also die Kontrollgruppe, mit der man nun LongCOVID (Ungeimpfte, die nach COVID erkrankt sind) und PostVac vergleichen würde. Man müsste das Paper noch mal replizieren aber mit Blutproben von LongCOVID und PostVac Erkrankten. Bei PostVac jeweils auch nach Produkt, Produktkombination differenziert und optimaler Weise mit Chargeninformationen. Vielleicht auch mit Stratifizierung nach Todeschargen.

Wer jedoch würde so eine Arbeit finanzieren?

Wer würde sich trauen die Ergebnisse zu veröffentlichen?

3

NETose – DocCheck Flexikon https://flexikon.doccheck.com/de/NETose

4

Schröder-Braunstein, J., & Kirschfink, M. (2020). Das Komplementsystem: von den Grundlagen zur klinischen Bedeutung. Transfusionsmedizin, 10(02), 75–88. https://doi.org/10.1055/a-0997-4456 (https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-0997-4456)

5

Translationale Entzündungsforschung – Magdeburg Center for Systems Biology (MaCS) https://agtef.med.ovgu.de/MaCS.html

6

Münchhausen-by-proxy-Syndrom – DocCheck Flexikon https://flexikon.doccheck.com/de/M%C3%BCnchhausen-by-proxy-Syndrom

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