Massiver ukrainischer Drohnenangriff auf St. Petersburg durch den Luftraum der Baltenstaaten

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In Litauen sind in der Nacht NATO-Kampfjets aufgestiegen, nachdem wegen in den Luftraum eingedrungenen Drohnen Luftalarm...

anti-spiegel.ru📅 18.10.2026
Mit Unterstützung von NATO-Staaten

Massiver ukrainischer Drohnenangriff auf St. Petersburg durch den Luftraum der Baltenstaaten

In der Nacht fand einer der heftigsten ukrainischen Drohnenangriffe des Jahres auf Russland statt. Auch St. Petersburg wurde sehr heftig beschossen. Die Angriffe wurden mit von der EU finanzierten und in Europa produzierten Drohnen durchgeführt, die dazu die Lufträume der Baltenstaaten genutzt haben.

In Litauen sind in der Nacht NATO-Kampfjets aufgestiegen, nachdem wegen in den Luftraum eingedrungenen Drohnen Luftalarm ausgelöst worden war, teilte Vilmantas Vitkauskas, der Leiter des Nationalen Krisenmanagementzentrums, im Programm des nationalen Rundfunksenders LRT mit. Der internationale Flughafen Kaunas wurde geschlossen. Etwa eine Stunde nach der Auslösung wurde der Alarm wieder aufgehoben. Nach Angaben der litauischen Behörden bewegte sich das Objekt in Richtung Lettland.

Da in der gleichen Nacht der heftige Angriff auf St. Petersburg und das die Stadt umgebende Leningrader Gebiet stattfand, muss man nicht lange spekulieren, auf welchem Weg die ukrainischen Drohnen gekommen sind, dazu reicht ein Blick auf die Landkarte. Sie sind wieder, wie auch schon bei früheren Angriffen auf die Region, über Polen und dann Litauen, Lettland und Estland nach Nordwest-Russland geflogen, ohne dass die NATO-Streitkräfte auch nur versucht hätten, sie daran zu hindern. Das ist im Klartext die Erlaubnis dieser Staaten an die Ukraine, ihre Lufträume für Angriffe auf Russland zu benutzen, was eine klare Kriegsbeteiligung bedeutet – und was sie auch ganz offen sagen, wenn sie meinen, unter sich zu sein.

Es dürfte daher kein Zufall sein, dass US-Außenminister Rubio, während die ukrainischen Angriffe liefen, vor Journalisten erklärt hat, die Ukraine habe derzeit keinen Zugang zu Starshield, dem militärischen Teil von Starlink. Damit wollte er mitteilen, dass die USA mit dem Angriff nichts zu tun haben, was in sofern auch glaubwürdig ist, weil der ukrainische Angriff unter anderem der russischen Ölindustrie galt, während die USA russischen Diesel kaufen wollen.

Ich werde hier zwei TASS-Meldungen über den Angriff auf meine Wahlheimat St. Petersburg und die Folgen übersetzen und anschließend noch berichten, wie ich die Nacht erlebt habe.

Beginn der Übersetzung der ersten Meldung:

TASS: Der ukrainische Drohnenangriff in der Nacht auf Russland war einer der massivsten des Jahres

Russische Luftabwehrsysteme haben 1.015 Luftziele abgeschossen.

MOSKAU, 18. Oktober. /TASS/. Der Drohnenangriff der ukrainischen Streitkräfte in der Nacht zum 18. Oktober, bei dem die russische Luftabwehr 1.015 Luftziele abgeschossen hat, war einer der massivsten Angriffe des Jahres. Das geht aus Berechnungen der TASS hervor, die auf Angaben des russischen Verteidigungsministeriums basieren.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober über 16 russischen Regionen, darunter die Region Moskau und das Leningrader Gebiet, sowie über dem Schwarzen Meer insgesamt 1.015 ukrainische Drohnen zerstört.

Der letzte massive Angriff ereignete sich in der Nacht zum 14. Oktober. Damals schoss die russische Luftabwehr 902 Drohnen über verschiedenen Regionen des Landes sowie über dem Asowschen Meer ab.

Der massivste Angriff des Jahres fand am 20. September statt, dem letzten Tag der Wahlen zur Staatsduma. Damals wurden 1.951 Drohnen und 8 Raketen der ukrainischen Streitkräfte abgefangen und zerstört.

Ende der Übersetzung

Beginn der Übersetzung der zweiten Meldung:

Angriffe auf Rechenzentrum und Ölterminal: Was über die ukrainischen Angriffe auf das Leningrader Gebiet und St. Petersburg bekannt ist

In Wsewoloschsk und Kirowsk stürzten Trümmerteile von Drohnen auf Gebäude.

Die ukrainischen Streitkräfte haben St. Petersburg und das Leningrader Gebiet mit Drohnen angegriffen. Wie Gouverneur Alexander Drosdenko auf X mitteilte, wurden über der Region 145 Drohnen abgeschossen.

Der Flughafen Pulkowo hat den Betrieb vorübergehend eingestellt, erklärte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija. Passagiere und Mitarbeiter an sichere Orte gebracht, teilte der Flughafen mit.

Der Gegner hat ein Ölterminal St. Petersburg sowie zivile Infrastruktureinrichtungen in vier Stadtteilen angegriffen. Es gab keine Opfer, erklärte Gouverneur Alexander Beglow.

Im Leningrader Gebiet stürzten Trümmerteile nahe der Stadt Kirowsk auf ein Einfamilienhaus sowie in Wsewoloschsk auf ein Mehrfamilienhaus.

Später bestätigte das Unternehmen VK einen Angriff auf ein Rechenzentrum. Die Dienste funktionieren den Angaben zufolge weiterhin regulär.

Die TASS hat das Wichtigste über die Folgen zusammengefasst.

Das Ausmaß

  • Laut Gouverneur Drosdenko wurden über dem Leningrader Gebiet 145 Drohnen abgeschossen.
  • Im Leningrader Gebiet wurden Angriffe in Nisino (Landkreis Lomonossow), in der Nähe der Stadt Kirowsk sowie in Wsewoloschsk verzeichnet.
  • Gouverneur Beglow erklärte, die ukrainischen Nazis hätten St. Petersburg in der Nacht mit Militärdrohnen angegriffen.
  • In St. Petersburg wurden in den Stadtteilen Newski, Krasnoselski, Krasnogwardeiski und Moskowski Folgen der Angriffe registriert.

Die Folgen

  • Der Flughafen Pulkowo hat die Abfertigung von ankommenden und abfliegenden Flugzeugen eingestellt, teilte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija mit.
  • Passagiere und Mitarbeiter wurden an sichere Orte gebracht, so der Pressedienst des Flughafens Pulkowo.
  • Der Flugplan wird derzeit angepasst.
  • Passagiere werden gebeten, nicht zu früh zum Flughafen anzureisen.
  • Die Infrastruktur des Flughafens Pulkowo wurde nicht beschädigt.
  • Trümmerteile von Drohnen sind auf ein Privathaus in der Nähe der Stadt Kirowsk sowie auf ein Mehrfamilienhaus in Wsewoloschsk gefallen, erklärte Drosdenko.
  • In Nisino (Landkreis Lomonossow) wurden durch Drohnentrümmer vier auf einem Parkplatz abgestellte Fahrzeuge beschädigt, zudem kam es zu einem Brand.
  • Es gibt Stromausfälle, weil Drohnenteile auf Stromleitungen gefallen sind.
  • Das Rechenzentrum von VK im Leningrader Gebiet wurde mit Drohnen anggeriffen, die Dienste funktionieren jedoch weiterhin wie gewohnt, teilte das Unternehmen mit.
  • Auf dem Gelände des Ölterminals St. Petersburg wurde ein Brand gemeldet, so Beglow.
  • Einsatzkräfte des Zivilschutzministeriums sind in St. Petersburg damit beschäftigt, Brände an ziviler Infrastruktur zu löschen, die durch Drohnenangriffe in den Stadtteilen Newski, Krasnoselski, Krasnogwardeiski und Moskowski entstanden sind.
  • Es gibt keine Opfer.
  • Der Petersburger Autobahnring ist zwischen dem Makarow-Ufer und dem Ufer des Flusses Jekateringowka für den Verkehr gesperrt.
  • Die Einwohner von St. Petersburg wurden gebeten, Fahrten mit dem Auto einzuschränken.
  • In St. Petersburg kann es zu Störungen beim mobilen Internet kommen.
  • Ein unter der Leitung von Beglow stehender operativer Stab koordiniert die Arbeit der städtischen Dienste sowie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Behörden.
  • Im Leningrader Gebiet sind infolge des Drohnenangriffs etwa 20.000 Menschen ohne Strom. Im Bezirk Wsewoloschsk wurden nach einem Drohnenangriff vier Personen mit Symptomen einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.
  • In Gatschina stürzten Drohnentrümmer auf ein Wohnhaus, im Bezirk Lomonossow wurden 55 Fahrzeuge beschädigt.

Ende der Übersetzung

Wie ich die Nacht erlebt habe

Ab etwa 3 Uhr Nachts hörte ich Explosionen. Zunächst waren sie weit weg. Etwa zur gleichen Zeit wurde, zum ersten Mal seit längerer Zeit, Drohnenalarm für das Petersburger Stadtgebiet ausgelöst. Dabei dröhnen keine Sirenen, sondern man bekommt eine SMS vom Katastrophenschutz.

Danach wurde es laut. Bis nach 6 Uhr morgens waren immer wieder heftige Explosionen sowohl der Luftabwehr als auch der Einschläge der Drohnen zu hören, einige Male so nahe an meiner Wohung, dass die Explosionen das Zimmer erhellt haben.

Aus Richtung des Hafens war greller Feuerschein zu sehen, daher war es offensichtlich, dass ein Terminal der Ölindustrie getroffen wurde und lichterloh brannte. Daraufhin wurde der Teil der Petersburger Stadtautobahn gesperrt, der über Hochbrücken über den Hafen führt, was die Verkehrssituation in der Stadt belastet. Wenn die Sperrung auch nach dem Wochenende weiter gelten sollte, wird sie an Arbeitstagen zu heftigen Staus führen.

Man wurde insgesamt recht gut über die Lage informiert. Erstens berichtet der Gouverneur des Leningrader Gebiets auf seinen sozialen Netzwerken sehr zeitnah über die Ereignisse und zweitens berichtet Fontanka, sozusagen die Petersburger Regionalzeitung, auch sehr zeitnah. Hinzu kommt, dass die Kommentarfunktion auf deren Seite hilfreich ist, weil Leser dort über die Lage in ihren Stadtteilen berichten, sodass man ein recht gutes Bild über die Lage in der Stadt bekommt.

Insgesamt waren das sehr heftige Angriffe, die sogar zum Stromausfällen in einigen Stadtteilen geführt haben. Aktuell sind noch etwa 20.000 Menschen im Leningrader Gebiet ohne Strom.

Opfer gab es, im Gegensatz zu dem, was in der Zusammenfassung der TASS steht, leider doch. Der Petersburger Gouverneur meldete später einen Toten, der in seinem Auto von Teilen einer abgeschossenen Drohne getroffen wurde und sofort tot war, und fünf Verletzten.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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