
Linke, Grüne und SPD haben ihre Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung in Berlin am Samstag, 17. Oktober 2026, erfolgreich abgeschlossen. Die Parteispitzen wollen ihren Gremien empfehlen, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Beginnen könnten diese Anfang November, sofern alle drei Parteien zustimmen.
Inhaltlich verständigten sich die Parteien unter anderem auf ein umfangreiches Neubauprogramm, einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen und die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände. Private Unternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen in Berlin sollen demnach gegen Entschädigung enteignet werden können; rund 160.000 Wohnungen könnten dadurch der Marktlogik entzogen werden, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp.
Ein zentraler Bestandteil der Einigung ist zudem der gemeinsame Umgang mit Antisemitismus. Die Parteien bekennen sich zum Schutz jüdischen Lebens, zum Existenzrecht Israels und zu einer Zweistaatenlösung. Der vereinbarte Text soll Bestandteil eines möglichen Koalitionsvertrags werden. Bei Verstößen sind Sanktionen bis hin zum Fraktionsausschluss vorgesehen.
Die Berliner Grünen wollen am Montag, 19. Oktober, auf einem kleinen Parteitag über Koalitionsverhandlungen abstimmen. Bei der SPD entscheidet ebenfalls am Montag der Landesvorstand. Die Linke plant ihren Parteitag wegen der Herbstferien erst für den 31. Oktober.
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