Lawrow: „Sie wollen wieder Krieg“
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich im Interview mit der Agentur Vesti zu den Anschuldigungen Deutschlands und der EU gegen Russland wegen der Drohne in Leipzig geäußert und die Entscheidungen der Bundesregierung als Beginn eines echten Krieges bezeichnet:
„Am Leipziger Flughafen hat man irgendeine Drohne gefunden. Sie sagten, das sei eine russische Drohne, niemand hat das untersucht. Im Grunde ist das der Beginn eines echten Krieges. Sie haben das Generalkonsulat in Bonn rausgeworfen und die Kündigung des Abkommens verkündet. Sie schließen das Russische Haus in Berlin. Ich erinnere daran, dass die Deutschen vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, des Großen Vaterländischen Krieges, auch ihre diplomatischen Vertretungen geschlossen haben.“
Er bezeichnete so ein Spiel als „absolut inakzeptabel“ und fügte hinzu:
„Ich denke, das muss man nicht noch lange erklären. Sie wollen wieder Krieg.“
Das charakterisiert, wie die Politik der Bundesregierung und der EU in Moskau aufgenommen und interpretiert werden. Und aus Europa kommen keine Signale, die in eine andere Richtung hindeuten würden.
Wenn wir darüber nachdenken, was das für die Zukunft bedeutet, dann scheinen mir Lawrows Worte ausgesprochen passend: Ich denke, das muss man nicht noch lange erklären.
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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