Laut französischen Medien kämpfen in Afrika Ukrainer zusammen mit Terroristen für Frankreichs Interessen
Deutsche Medien verschwiegen, was RTL nun gemeldet hat, denn dass Frankreich in Afrika islamistische Terroristen unterstützt und dabei ukrainische Soldaten zusammen mit Terroristen gegen die Regierung Malis kämpfen lässt, passt so gar nicht ins gewollte Bild. Immerhin wurde das ja als „russische Propaganda“ bezeichnet – und überhaupt: Deutsche Medien würden nie eingestehen, dass europäische Länder mit Terrorgruppen zusammenarbeiten, um in Afrika und dem Nahen Osten ihre politischen Ziele durchzusetzen.
Worum es dabei geht
RTL berichtet, dass Frankreich, obwohl sein Militär Mali verlassen hat, am Boden operative Unterstützung für ukrainische Soldaten leistet, die mit den Tuareg-Rebellen zusammenabeiten.
Sie erinnern sich vielleicht daran, dass die Bundeswehr vor den Putschen in den Jahren 2020 und 2021 in Mali zusammen mit dem französischen Militär dort angeblich gegen Terroristen gekämpft hat. Diese Terroristen sind unter anderem die Tuareg-Rebellen, die Frankreich nun laut RTL unterstützt und dazu auch ukrainische Soldaten einsetzt.
Ich schreibe bewusst, dass die Bundeswehr zusammen mit der französischen Armee „angeblich“ gegen Terroristen gekämpft hat, denn ich habe schon oft berichtet, dass dieser Kampf nie ernsthaft geführt wurde, weil die angebliche Hilfe beim Kampf gegen die Terroristen Frankreich den Vorwand geliefert hat, seine Truppen in Mali und anderen westafrikanischen Ländern zu stationieren, also diese Länder, allesamt ehemalige französische Kolonien, de facto zu besetzen und damit zu kontrollieren.
Damit hat Frankreich sich damit neben geopolitischem Einfluss vor allem Zugriff auf die dortigen Bodenschätze wie Uran gesichert, die französische Konzerne in den Ländern sehr billig fördern durften und die Frankreich dringend braucht. Frankreich hatte also kein Interesse an einem Sieg über die Terroristen, denn dann wäre der Vorwand, seine Truppen in den Ländern zu stationieren, weggefallen.
Mit anderen Worten: Der angebliche Kampf gegen die Terroristen in Mali, zu dem auch Bundeswehrsoldaten entsandt wurden, war nur eine Show.
Und wieder hatte die „russische Propaganda“ recht
Nun zeigt sich, dass das alles keineswegs „russische Propaganda“ war, sondern der Wahrheit entspricht, denn nun plötzlich wird in Frankreich offen berichtet, dass Paris die Tuareg, die es vor kurzem noch als “Terroristen” bezeichnet und angeblich bekämpft hat, nicht etwa bekämpft, sondern unterstützt. Sie waren früher ein Instrument Frankreichs, um die französische Besatzung Malis und anderer Länder Westafrikas zu begründen, und nun sind sie ein Instrument Frankreichs, um die neuen Regierungen dieser Länder zu bekämpfen, die Frankreich aus den Ländern rausgeworfen haben.
RTL berichtet unter Berufung auf eine französischen Sicherheitsquelle, Frankreich sei insbesondere auf viele französischsprachige ukrainische Soldaten, die in der Fremdenlegion gedient haben, und auf Einheiten des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR angewiesen, die in Mali in Koordination mit den Tuareg-Rebellen operieren, die vor zwei Wochen dank eines Bündnisses mit Dschihadisten mehrere Städte erobert haben.
Der Putschversuch von vor zwei Wochen
Vor zwei Wochen hat ein Putschversuch in Mali Schlagzeilen gemacht, bei dem Islamisten und Tuareg-Rebellen – die in europäischen Medien heute nicht mehr als „Terroristen“, sondern als „Rebellen“ bezeichnet werden – versucht haben, die Hauptstadt zu erobern und die Regierung zu stürzen. Der Putschversuch wurde dank der Hilfe des russischen Afrikakorps, mit dem die ehemaligen französischen Kolonien seit dem Abzug Frankreichs zusammenarbeiten, blutig niedergeschlagen.
Ich habe nach dem Putschversuch berichtet, dass dieser Putsch im Interesse und mit Hilfe Frankreichs durchgeführt wurde, was man in deutschen Medien natürlich nicht erfahren hat.
Nun sagt RTL das ganz offen, denn in dem RTL-Artikel erfährt man, dass die Tuareg-Rebellen versuchen, die „Junta“ in Mali zu schwächen, während Frankreich und die Ukraine „die russischen Unterstützer der Junta, die ehemalige Wagner-Miliz (umbenannt in Afrikakorps), stürzen wollen, die alles getan haben, um Frankreich aus Afrika zu vertreiben“. Damit hätten die Tuareg und Frankreich ein gemeinsames Interesse, so RTL.
Frankreich lässt Ukrainer die Drecksarbeit machen
Aber auch das ist noch nicht alles, denn RTL berichtet auch offen darüber, dass Frankreich Ukrainer nutzt, um sich seine Hände nicht durch direkten Kontakt mit den Terroristen schmutzig zu machen. RTL behauptet, Frankreich habe den Vorschlag der Ukraine, Paris in der Sahelzone militärisch zu unterstützen, zunächst abgelehnt.
Auch davon, dass die Ukraine Frankreich in Afrika Unterstützung in Form von Zusammenarbeit mit islamistischen Terroristen angeboten hat, hat man in deutschen Medien nie etwas erfahren. Dazu muss man schon den Anti-Spiegel lesen.
Inzwischen hat Frankreich laut RTL diese Ablehnung aufgegeben und ist auf den ukrainischen Vorschlag eingegangen, was „eine Reihe von Strategien“ ermögliche, die den „Dschihadisten zugutekommen“, die derzeit mit den Tuareg-Separatisten verbündet sind, die wiederum von den ukrainischen Kräften unterstützt werden.
Weiter schreibt RTL, indem Frankreich seine operative Hilfe auf die ukrainischen Soldaten beschränke, vermeide es die direkte Zusammenarbeit mit den Dschihadisten, die wiederum mit al-Qaida verbunden sind. Auf Nachfrage von RTL sei das Verteidigungsministerium vage geblieben und habe darauf hingewiesen, dass Frankreich keine Stellungnahme abgebe, falls ukrainische Soldaten die Fremdenlegion verlassen, um der Ukraine auf eine für nützlich gehaltene Weise zu dienen.
Im Klartext: Frankreich benutzt Ukrainer für die Drecksarbeit in Afrika und unterstützt mit den Händen der Ukrainer die Islamisten der al-Qaida in Afrika. Und diese Meldung kommt, ich muss das wiederholen, von der französischen Ausgabe von RTL und nicht etwa von der bösen “russischen Propaganda”.
Ob deutsche Medien darüber wohl berichten werden?
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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