EU macht Druck auf Selensky: Neue Tonbänder des Minditsch-Korruptionsskandals in der Ukraine veröffentlicht

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In der Ukraine wurden neue Tonbänder des Minditsch-Korruptionsskandals veröffentlicht. Der Minditsch-Skandal wurde im No...

anti-spiegel.ru📅 29.04.2026
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EU macht Druck auf Selensky: Neue Tonbänder des Minditsch-Korruptionsskandals in der Ukraine veröffentlicht

In der Ukraine wurden neue Tonbänder des Minditsch-Korruptionsskandals veröffentlicht, die die Beteiligung des ehemaligen Verteidigungsministers Umerow an der Korruption belegen. Demnach will die EU damit im Zuge des 90-Milliardenkredits Druck auf Selensky ausüben, Machtbefugnisse an die EU zu übertragen.

In der Ukraine wurden neue Tonbänder des Minditsch-Korruptionsskandals veröffentlicht. Der Minditsch-Skandal wurde im November 2025 bekannt, als das vom Westen kontrollierte Anti-Korruptionsbüro der Ukraine (NABU) die ersten Tonbänder veröffentlichte, die in der Wohnung von Timur Minditsch, einem alten Freund und Geschäftspartner von Selensky, aufgenommen wurden. Darauf war zu hören, wie Minditsch und andere Regierungsmitglieder aus Selenskys engstem persönlichem Umfeld die Unterschlagung von mindestens 100 Millionen Euro organisierten, die die EU der Ukraine für die Instandsetzung der Energieinfrastruktur bezahlt hatte. Es gibt Hinweise darauf, dass Vertreter des Westens von den Vorgängen wussten und weggesehen haben.

Im Zuge des Skandals musste Selensky seine rechte Hand, seinen Büroleiter Jermak, feuern, der damals als die „graue Eminenz“ in der ukrainischen Führung galt, weil er in den Gesprächsmitschnitten als zentraler Organisator der Korruption genannt wurde. Anklage wurde gegen ihn jedoch bis heute nicht erhoben, während andere Beteiligte in Untersuchungshaft mussten. Minditsch selbst verließ die Ukraine unmittelbar vor dem Zugriff durch das NABU, weil er offenbar gewarnt worden war, und lebt seitdem in Israel.

Nun wurden weitere Mitschnitte der Gespräche an die ukrainische Presse durchgestochen, die die Beteiligung des damaligen Verteidigungsministers Umerow an Korruptionsfällen im Verteidigungsministerium belegen sollen. Umerow besitzt mehrere Luxusimmobilien in den USA und wurde bereits mit den nun genannten Korruptionsfällen in Verbindung gebracht.

Laut ukrainischen Medien steht der Korruptionsfall in Verbindung mit dem neuen 90-Milliardenkredit der EU an Kiew. Die EU hat bereits mitgeteilt, dass die Zahlungen an Kiew im zweiten Quartal 2026 beginnen und „einer Reihe strenger Bedingungen unterliegen, darunter der Bekämpfung der Korruption“.

Laut ukrainischen Medien fordert die EU von Selensky, ihr die Kontrolle über wichtige Behörden zu übertragen, was Selensky viele Kompetenzen entziehen und ihn de facto entmachten und die Macht in der Ukraine an die EU übertragen würde.

Da die Meldungen erst an diesem Morgen bekannt wurden, ist es noch zu früh für eine umfassende Analyse. Ich veröffentliche daher hier eine Meldung der TASS über die aktuellen Ereignisse aus der Ukraine, die den bisherigen Stand der Erkenntnisse zusammenfasst.

Beginn der Übersetzung

Verbindung zu den 90 Milliarden Euro aus der EU und und der Wunsch, nicht zu politisieren: Neue Auszüge der Minditsch-Tonbänder

Laut dem Portal „Strana“ hat die EU die Bereitstellung der Gelder an die Umsetzung von Antikorruptionsreformen in der Ukraine geknüpft.

Rustem Umerow, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine, sprach während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister mit dem Geschäftsmann Timur Minditsch über millionenschwere Verträge, die Produktion von Drohnen und den Kauf von kugelsicheren Westen. Das belegen Transkripte neuer Auszüge der Minditsch-Tonbänder, die die „Ukrainskaja Pravda“ aus politischen Kreisen erhalten hat.

Die Veröffentlichung der neuen Transkripte aus den Mindich-Bändern steht laut „Strana“ in direktem Zusammenhang mit der Bereitstellung des 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU an Kiew.

Die TASS hat die wichtigsten Details zur Entwicklung des Korruptionsskandals in der Ukraine zusammengetragen.

Anweisungen an Umerow zu Schutzwesten

Das veröffentlichte Gespräch zwischen Minditsch und dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine Rustem Umerow fand Anfang Juli 2025 statt.
Laut den Transkripten besprach Umerow, damals noch Verteidigungsminister, mit dem Geschäftsmann Minditsch millionenschwere Verträge, die Produktion von Drohnen und den Kauf von Schutzwesten.
Laut der „Ukrainskaja Pravda“ ging es unter anderem um die Finanzierung der Drohnenproduktion durch Fire Point, ein Unternehmen, an dem Minditsch als beteiligt ist.
In der Aufnahme äußert Minditsch seine Besorgnis über Umerows bevorstehende Ablösung als Verteidigungsminister und merkt an, dass dann „alles zusammenbricht“, es niemanden mehr geben wird, mit dem man reden könne, und Probleme begännen.
Die Aufnahme enthält eine lebhafte Diskussion darüber, wie das Problem der Lieferung von Schutzwesten gelöst werden kann, die der Staat nicht abnimmt.
Minditsch bittet Umerow, die Abnahme der Schutzwesten anzuordnen, und gibt ihm auch Ratschläge zur Lösung der Finanzierungsprobleme.

Kaution für Minister für Nationale Einheit

Ebenfalls veröffentlicht wurde ein Gespräch zwischen Minditsch und Sergej Schefir, einem engen Freund Wladimir Selenskys und einem der Gründer des Studios Kvartal-95.
Das Gespräch stammt aus dem Sommer 2025.
Minditsch und Schefir erörtern darin, wie sie Geld für die Kaution des damaligen Ministers für Nationale Einheit Alexej Tschernyschow aufbringen können, den die Antikorruptionsbehörden wegen Amtsmissbrauchs und der Annahme illegaler Vorteile in besonders großem Umfang angeklagt hatten.
Aus den Auszügen des Gesprächs schließt die Ukrajinskaja Prawda außerdem, dass die Abgeordneten der Regierungspartei „Diener des Volkes“ Jurij Kisel und Alexander Sowa Schefir 50 Prozent eines Teils ihrer Einkünfte geben.

Verbindung zum 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine

Die Veröffentlichung neuer transkribierter Auszüge der Minditsch-Tonbänder steht laut „Strana“ in direktem Zusammenhang mit dem 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an Kiew.
Demnach hat die EU die Bereitstellung dieser Gelder an die Umsetzung von Reformen in der Ukraine, insbesondere an Antikorruptionsreformen, geknüpft.
Durch die Reformen sollen die Befugnisse des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU) und der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) erweitert werden.
Im Zuge der Reformen sollen die Generalstaatsanwaltschaft, das Staatliche Ermittlungsbüro, das Innenministerium, die Hohe Richterkommission und das Verfassungsgericht unter ausländische Verwaltung gestellt werden.
Das Portal erklärt, dass „um die Übertragung der Kontrolle über die genannten Institutionen an eine Organisation geht, die zuvor mit der Demokratischen Partei der USA verbunden war, nun aber unter der Kontrolle der EU steht.“
Außerdem sollen das NABU die SAP künftig ohne die Generalstaatsanwalt Anklage gegen Mitglieder der Werchowna Rada erheben können.
Laut „Strana“ ist es dieses Milieu, das den Korruptionsskandal um Wladimir Selenskys engsten Kreis anheizt, und die Umsetzung all dieser Reformen werde ihn zu einer Art „britischer Königin“ ohne wirkliche Macht machen.
In der Regierungspartei „Diener des Volkes“ sieht man darin keinen Sinn, während ihre Gegner beschlossen haben, die „Minditsch-Tonbänder“ zu veröffentlichen, um Druck auf Selensky auszuüben.

Reaktionen

Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Alexej Gontscharenko gab bekannt, dass er Schefir und Umerow zu einer Sitzung der temporären Untersuchungskommission der Werchowna Rada für Korruptionsbekämpfung vorgeladen hat.
Das Treffen ist für den 13. Mai angesetzt.
Gestern hörte die Werchowna Rada Umerows Antwort auf Fragen der Abgeordneten zum Korruptionsfall Minditsch.
Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Jaroslaw Schelesnjak berichtete, Umerows Auftritt habe weniger als eine Minute gedauert.
Laut Schelesnjak habe Umerow im Grunde zugegeben, vor dem Ermittlern ausgesagt zu haben, und sich geweigert, weiter über die Angelegenheit zu sprechen, „um sie nicht zu politisieren“.

Der Fall Minditsch

Am 10. November 2025 berichteten das NABU und die SAP über eine großangelegte Operation mit dem Codenamen „Midas“ zur Aufdeckung eines bedeutenden Korruptionsskandals im Energiesektor aufzudecken.
Der Geschäftsmann Timur Minditsch, ein Freund von Wladimir Selensky war der Koordinator des Komplotts.
Damals begann das NABU, Auszüge aus Aufnahmen von Gesprächen in Minditschs Wohnung zu veröffentlichen, in denen Korruptionspläne besprochen wurden.
Insgesamt gibt es 1.000 Stunden Audiomaterial.
Laut den Ermittlern haben die Beteiligten des kriminellen Komplotts mindestens 100 Millionen US-Dollar gewaschen.
Am 11. November erhob das NABU die ersten Anklagen, unter anderem gegen Minditsch als Kopf der kriminellen Organisation sowie gegen den ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten und ehemaligen Minister für Nationale Einheit Alexej Tschernyschow, einen Freund und Mentor Selenskys.
Minditsch selbst, der als Selenskys „Geldbeutel“ bezeichnet wird, verließ die Ukraine wenige Stunden vor den Durchsuchungen und befindet sich derzeit in Israel.
Am 17. November tauchten Berichte auf, wonach Andrej Jermak, damals Leiter von Selenskys Büro, möglicherweise unter dem Pseudonym „Ali Baba“ in NABU-Aufnahmen auftaucht.
Am Morgen des 28. November wurde Jermaks Wohnung durchsucht und noch am selben Abend hat Selensky ihn entlassen.
Laut Zerkalo Nedeli bereitete der NABU am 28. November eine Anklage wegen Betrugs beim Bau von Häusern in der Datscha-Kooperative „Dynasty“ gegen Jermak vor, in die Minditsch möglicherweise verwickelt war.
Trotz Jermaks Rücktritt wurde bisher keine Anklage gegen ihn erhoben.
Zuvor hatten ukrainische Medien wiederholt darauf hingewiesen, dass noch nicht alle Ermittlungsunterlagen im Fall Minditsch veröffentlicht seien und dass möglicherweise weitere Namen hochrangiger Beamter auftauchen könnten.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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