Einige Tage Waffenruhe in der Ukraine?

📰 anti-spiegel.ru

Zu wichtigen Feiertagen gab es im Ukraine-Krieg immer wieder Versuche, für einige Tage eine Waffenruhe zu vereinbaren. Z...

anti-spiegel.ru📅 08.05.2026
Selenskys Trick

Einige Tage Waffenruhe in der Ukraine?

Russland hat für die Tage der Feierlichkeiten des Sieges über Nazi-Deutschland eine Waffenruhe in der Ukraine angeboten. Die Ukraine hat das für einen propagandistischen Trick genutzt, der schwerwiegende Folgen haben könnte.

Zu wichtigen Feiertagen gab es im Ukraine-Krieg immer wieder Versuche, für einige Tage eine Waffenruhe zu vereinbaren. Zwar wurden diese Waffenruhen gebrochen, wobei sich beide Seiten gegenseitig vorwerfen, daran Schuld zu sein, aber zumindest gab es diese Versuche. Russland wollte nun für den 8. und 9. Mai, die Tage der Feierlichkeiten des Sieges über Nazi-Deutschland, auch wieder eine Waffenruhe vereinbaren.

Um zu verstehen, wie die Ukraine das für einen propagandistischen Trick genutzt hat, müssen wir uns die Chronologie anschauen.

Die Chronologie

Am Mittwoch, dem 29. April, haben die Präsidenten Trump und Putin telefoniert und eines der Themen, über die dabei gesprochen wurde, war der Vorschlag Russlands, für den 8. und 9. Mai eine Waffenruhe in der Ukraine zu vereinbaren.

Am Montag, dem 4. Mai, hat Selensky beim EU-Armenien-Gipfel in Armenien erklärt, am 9. Mai die Parade in Moskau aus Anlass des Sieges über Nazi-Deutschland anzugreifen. Er sagte, es könnten bei der Parade ukrainische Drohnen beim Roten Platz, wo die Parade stattfindet, auftauchen.

Darauf reagierte das russische Verteidigungsministerium umgehend mit einer Erklärung, in der es noch einmal darauf hinwies, dass die russischen Streitkräfte sich an die vom russischen Präsidenten für den 8. und 9. Mai angekündigte Waffenruhe halten werden und hoffen, dass auch die ukrainische Seite dies tun werde. Danach kam jedoch ein Hinweis auf Selenskys Drohung gegen die Feierlichkeiten in Russland und die Parade auf dem Roten Platz, und dazu erklärte das russische Verteidigungsministerium, dass Russland auf Angriffe auf die Parade mit einem massiven Raketenangriff auf das Zentrum von Kiew reagieren werde.

Wie widersprüchlich die Erklärungen von Selensky sind, zeigt sich auch daran, dass er, nachdem er für den 9. Mai mit dem Angriff auf die Parade in Moskau gedroht hatte, am gleichen Tag, also am 4. Mai, auch einen einseitigen Waffenstillstand schon ab dem 6. Mai ankündigte. Wie passt es zusammen, dass Selensky am gleichen Tag mit einem Angriff am 9. Mai auf Moskau droht, dann aber unmittelbar danach eine Waffenruhe beginnend am 6. Mai ankündigt.

Natürlich passt das sehr gut zusammen, denn das ganze ist ein weiterer Trick von Selensky. Und da er sich darauf verlassen kann, dass die westlichen Medien seine Propaganda und schmutzigen Tricks bedingungslos unterstützen, geht der Trick propagandistisch auf. Zumindest für das westliche Publikum, dessen Medien diese Widersprüche verschweigen.

Russland hatte seine Idee einer Waffenruhe für den 8. und 9. Mai mit den USA abgesprochen, die die Idee unterstützen und sie sicher über diplomatische Kanäle an Kiew weitergeleitet haben. Selensky hat seine Idee einer Waffenruhe ab dem 6. Mai hingegen mit niemandem abgesprochen und sie der russischen Seite nicht einmal übermitteln lassen. In Russland hat man davon aus den Medien erfahren. All das bedeutet, dass diese Waffenruhe nicht abgesprochen oder gar vereinbart war und daher auch nicht zum 6. Mai in Kraft getreten ist.

Reine Propaganda in deutschen Medien

Aber das berichten die deutschen Medien nicht. Im Gegenteil, der Spiegel hat sogar kräftig desinformiert. Am 6. Mai erschien dort ein Artikel mit der Überschrift „Vor Militärparade in Russland – Ukraine meldet trotz Waffenruhe über 100 russische Drohnenangriffe“ und in der Einleitung hieß es:

„Vor den Feierlichkeiten zum Sieg über Nazideutschland bot der Kreml eine Feuerpause an – und hat sie dann offenbar dutzendfach gebrochen, wie Berichte aus der Ukraine nun zeigen. Zahlreiche Menschen wurden dabei getötet.“

In dem ganzen Artikel verschweigt der Spiegel, dass Russland eine Waffenruhe nicht ab dem 6. Mai, sondern für den 8. und 9. Mai angeboten hat. Selenskys Propaganda-Trick ist also aufgegangen, denn die westlichen Medien unterstützen ihn nach Kräften.

Anstatt seine Leser umfassend und vollständig zu informieren, hat der Spiegel die Ukraine in seinem Artikel ausführlich zitiert. Demnach sagte der ukrainische Außenminister, Putin kümmere „sich nur um Militärparaden und nicht um Menschenleben“, und Selensky sagte, es dürfe nicht sein, dass Russland seine Angriffe nur wegen einer Militärparade kurzzeitig einstelle, nachdem es die Ukraine zuvor schwer bombardiert habe.

Über diese Erklärungen und andere Erklärungen aus Kiew berichtet der Spiegel detailliert, während er seinen Lesern alles verschwiegen hat, was aus Russland gekommen ist. Sogar das tatsächliche Datum der Waffenruhe hat der Spiegel verschwiegen. So hat der Spiegel seinen Lesern den – absolut unwahren – Eindruck vermittelt, Russland habe die von Russland selbst geforderte Waffenruhe gebrochen.

Wozu das alles?

An dieser Stelle erinnere ich an meinen Artikel von gestern, in dem ich berichtet habe, dass Selensky offenbar an einem russischen Angriff auf Kiew interessiert ist, bei dem es natürlich Bilder geben wird, die Kiew und die Europäer als „weiteren Beleg“ dafür verwenden würden, Russland bestialische Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Nach meinen Informationen hat Selensky dazu mindestens eine False Flag Operation geplant, bei der die kasachische Botschaft und eine Kinderkrebsklinik in Kiew beschädigt oder zerstört werden sollen, die Details finden Sie hier.

Selensky hat mit seiner mit niemandem abgesprochenen Waffenruhe ab dem 6. Mai den Boden dafür bereitet, dass europäische Medien ihr Publikum schon Tage vorher auf angebliche russische Verstöße gegen die Waffenruhe vorbereiten konnten. Sollte es tatsächlich zu ukrainischen Angriffen auf die Parade in Moskau und den russischen Vergeltungsschlag gegen Kiew kommen, werden die deutschen Medien von dem ukrainischen Angriff ablenken und stattdessen ausführlich über die Schäden in Kiew berichten.

Die Frage ist allerdings, ob Selensky sich tatsächlich dazu durchringt, die Parade in Moskau anzugreifen, bei der außer der russischen Führung ja auch Dutzende Staats- und Regierungschefs aus aller Welt auf der Ehrentribüne sitzen werden. Diese Tatsache könnte Selensky – und auch die Europäer, die Selensky den Rücken stärken – von einem solchen Schritt abhalten, denn das würde nicht nur das Image der Ukraine, sondern auch das der Europäer schwer beschädigen.

Schließlich berichten ausländische Medien umfassender über das, was passiert, als es die nur einseitig berichtenden deutschen Medien tun.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


N&aumlchster Beitrag: Tacheles #204 ist online
📋 Vollständig gespiegelt von anti-spiegel.ru
👁 4 Aufrufe 👤 5 Leser

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert