Eine umstrittene App – Allenstein wirbt mit satten Rabatten um Steuerzahler

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Planen, Fahrkarten kaufen und Parkgebühren bezahlen für Jedermann – Vergünstigungen gelten nur für die Bürger der Stadt

paz.de📅 11.09.2026

Eine neue App namens „Unser Allenstein“ soll den Einwohnern der Stadt und Besuchern dabei helfen, sich im städtischen Raum zurechtzufinden. Erstmals Ende August vorgestellt, sorgte die App allerdings sofort für Kontroversen, da sie diejenigen begünstigt, die bei der örtlichen Behörde in Allenstein als Steuerzahler registriert sind.

Mit der App lassen sich Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr kaufen, Fahrten planen und Parkgebühren bezahlen. Nutzer, die sich in der App anmelden, bekommen Zugang zu Vorzugstarifen. Ein Partnerprogramm umfasst Rabatte in lokalen Restaurants und bei Dienstleistungen in teilnehmenden Geschäften sowie Sonderangebote in Freizeiteinrichtungen.

Im Freizeit- und Sportzentrum am Stadtstrand am Okullsee, wo die Präsentation der neuen App stattfand, stellte die stellvertretende Stadtpräsidentin Justyna Sarna-Pezowicz eine Simulation vor, aus der hervorging, dass Familien mit Kindern dank Vorzugstarifen und Ermäßigungen bis zu etwa 700 Euro pro Jahr sparen können.

Die App kann sowohl von Einheimischen als auch von auswärtigen Personen heruntergeladen werden. Letztere können zwar Fahrkarten kaufen und Parkgebühren bezahlen, kommen jedoch nicht in den Genuss der Vorzugstarife.

„Unser Allenstein“ ist ein Instrument, das indirekt dazu anregen soll, sich im Stadtgebiet niederzulassen und dort Steuern zu zahlen. Deutliche Vergünstigungen von bis zu 30 Prozent auf Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr sowie Rabatte von bis zu 20 Prozent auf Dienstleistungen sind ein klarer Anreiz für alle, die in Allenstein arbeiten, aber außerhalb der Stadt wohnen, ihren Wohnsitz zu verlegen und so durch ihre Steuern den städtischen Haushalt zu stärken.

Natürlich bleibt diese Maßnahme nicht ohne Kritik seitens derjenigen, die nun mehr für Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr bezahlen müssen. Auch die App selbst sorgt für Kontroversen, da die Nutzer in den ersten Tagen nach der Inbetriebnahme erhebliche Schwierigkeiten hatten, ihren Wohnsitzstatus zu verifizieren.

Mängel im Zusammenhang mit der App sollen laufend behoben werden, und die Stadt hat am letzten Sonntag im August sogar Aktionen in Einkaufszentren organisiert, bei denen Beamte den Interessenten halfen, ihren Status zu überprüfen. Hervorzuheben ist, dass die Anwendung auch der Kommunikation mit den Einwohnern dienen soll. Der Nutzer kann die für ihn interessanten Wohngebiete und Informationskategorien auswählen, um u. a. Meldungen über Verkehrsbehinderungen, Veranstaltungen oder Krisensituationen zu erhalten.

Auf einer Pressekonferenz zur Software wurde mitgeteilt, dass die Einführung der App umgerechnet etwa 350.000 Euro gekostet hat. In diesem Betrag sind die Anwendung, die Infrastruktur sowie die technische Unterstützung enthalten. „Unser Allenstein“ ist für iOS-, Android- und Huawei-Geräte verfügbar und kann im Google Play Store sowie im App Store heruntergeladen werden. Die App wurde zudem Cybersicherheits- und Belastungstests unterzogen. Die Stadt kündigt ihre weitere Entwicklung an.

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