Ein Krieg mit Europa „würde ganz anders verlaufen und sehr kurz sein“

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Der russische Außenminister Lawrow hat ein Interview gegeben, das ich, sollte ich es zeitlich schaffen, noch komplett üb...

anti-spiegel.ru📅 16.09.2026
Lawrow warnt die Europäer

Ein Krieg mit Europa „würde ganz anders verlaufen und sehr kurz sein“

Der russische Außenminister Lawrow hat ein Interview gegeben, in dem er eine deutliche Warnung an die Europäer vor einer weiteren Eskalation ausgesprochen hat.

Der russische Außenminister Lawrow hat ein Interview gegeben, das ich, sollte ich es zeitlich schaffen, noch komplett übersetze. Hier übersetze ich eine Frage daraus und die Antwort Lawrows.

Beginn der Übersetzung:

Frage: Wenn wir sehen, was Europa sagt und tut, entsteht ein seltsamer Eindruck. Einerseits heißt es, Russland werde keine Eskalation wagen, keine Atomwaffen einsetzen und davor zurückschrecken, Gegenschläge auf europäisches Territorium zu führen. Andererseits bereiten sie sich wie besessen auf 2029/2030 vor, wenn, wie sie sagen, Russland höchstwahrscheinlich „angreifen“ werde. Es findet eine rasante Militarisierung Europas statt. Es geht nicht nur um die Finanzierung von Rüstungsprogrammen in Milliarden- oder gar Billionenhöhe, vielmehr erwecken sie den Eindruck, diese Militarisierung unabhängig von einem Friedensschluss in der Ukraine fortsetzen zu wollen. Angesichts dieses Bildes stellt sich mir die Frage: Glauben Sie, dass sie tatsächlich solche Angst vor uns haben? Oder stärken sie unter dem Vorwand der „russischen Bedrohung“ ihre Rüstungsindustrie und bereiten sich auf einen großangelegten Angriff auf Russland vor?

Lawrow: Ich denke, die militaristischen Kreise verfolgen schlicht ihre eigenen Interessen. In einer Zeit, in der sich die Probleme häufen, verschärfen und vertiefen, werden Finanzmittel in militärische Zwecke umgeleitet: Sie wollen die Verteidigungsausgaben in jedem Fall auf 5 Prozent des BIP steigern und die politischen Parteien fordern von ihren Parlamenten, der Ukraine für das kommende Jahr umgehend weitere 90 Milliarden Euro bereitzustellen.

Die Rüstungsindustrie ist begeistert. Sie streicht enorme Gewinne ein. Dabei erklärt beispielsweise der deutsche Kanzler Friedrich Merz öffentlich: „Ja, mir ist bewusst, dass sich die Lage unserer Bevölkerung erheblich verschlechtert, aber wir sind dazu verpflichtet – wegen der Ukraine, wegen der europäischen Werte.“

Und wie haben sie nun auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt reagiert, wo die AfD einen überwältigenden Sieg errungen hat? Man versucht, ihr vorzuwerfen, sie würde den Nationalsozialismus wiederbeleben. Und das in einer Situation, in der diese Partei – die zweifellos nationalistisch ist, daran besteht kein Zweifel – sich schlicht für einen normalen Dialog mit allen Beteiligten einsetzt.

Besorgniserregend ist natürlich auch der Kurs hin zur Militarisierung der Arktis. Kürzlich haben die USA, Norwegen und weitere Akteure dort Manöver abgehalten, deren Szenario ganz offen von einem Krieg gegen Russland ausging. Was steckt dahinter? Ich glaube nicht, dass sie Russland angreifen werden, während sie gleichzeitig behaupten, wir würden eine Aggression gegen Europa vorbereiten.

Das ist doch lächerlich. Einerseits heißt es, Russland verliere den Krieg – weshalb man die Ukraine massiv unterstützen und diese Hilfe ausweiten müsse, damit sie siegt –, und andererseits soll eben dieses in ihren Augen „verlierende“ Russland einen Angriff auf Europa planen. Aus der Sicht eines Politikers ist es unseriös, so einen Unsinn zu reden. Doch der russische Präsident Putin hat es gesagt und mehrfach wiederholt: „Wir haben nicht vor, irgendjemanden anzugreifen. Das ist Unsinn, Idiotie. Das zeugt von einem völligen Fehlen staatspolitischen Denkens.“

Aber wenn dieses Gerede tatsächlich die Vorbereitung eines Angriffs Ihrerseits bedeuten, dann versichere ich Ihnen, dass der Krieg ganz anders verlaufen und sehr kurz sein wird. Ich würde empfehlen, sich diese Worte zu merken.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich jener Auslöser wiederholt, der zum Ersten Weltkrieg geführte hat, etwas wie Erzherzog Ferdinand in Sarajevo. Könnte man so etwas inszenieren, angesichts der europäischen Vorliebe für Intrigen und Abenteuer sowie ihrer Gerissenheit? Oder einen Reichstagsbrand? Ich schließe Derartiges nicht aus, man denke nur daran, wie sie sich jüngst das mit dieser Drohne in Leipzig ausgedacht und welch weltweites hysterisches Theater sie darum veranstaltet haben, ohne auch nur einen einzigen Beweis vorzulegen.

Genauso, wie man uns nie eine Antwort auf die immer wieder gestellte Frage zu Butscha gegeben hat, wo im April 2022 plötzlich, wie aus dem Nichts, Dutzende von Leichen auftauchten, die säuberlich entlang der Straße aufgereiht waren. Bis heute erhalten wir weder vom UN-Generalsekretär noch vom UN-Hochkommissar für Menschenrechte oder unseren westlichen Gesprächspartnern, einschließlich der Amerikaner, eine Antwort auf die Frage: Können Sie Ihre Möglichkeiten nutzen, um eine Liste der Personen zu beschaffen, deren Leichen das BBC-Team gezeigt hat, das genau zur richtigen Zeit vor Ort war? Niemand gibt uns eine Antwort.

Uns wird mitgeteilt, dass die Angehörigen das nicht wollen. Doch man hört nichts von ihnen. Das gibt es nicht, dass Dutzende von Menschen massenhaft getötet werden und Kriegsverbrechen stattfinden, ohne dass sich eine Initiative der Angehörigen zu Wort meldet. Aber hier herrscht völliges Schweigen, daher schließe ich eine Provokation nicht aus.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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