Die methodische Militarisierung und Kriegsvorbereitung der EU

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Dass die EU sich auf einen Krieg gegen Russland vorbereitet, ist schon lange keine russische Propaganda oder Verschwörun...

anti-spiegel.ru📅 06.05.2026
EU vs. Russland

Die methodische Militarisierung und Kriegsvorbereitung der EU

Die EU bereitet sich, das sagt sie selbst, auf einen Krieg mit Russland vor. Wie weit die Vorbereitungen in einigen Ländern bereits gehen, ist beängstigend.

Dass die EU sich auf einen Krieg gegen Russland vorbereitet, ist schon lange keine russische Propaganda oder Verschwörungstheorie mehr, denn das sagen Politiker und Militärs in Europa ja inzwischen ganz offen. In der TASS ist ein Artikel erschienen, der am Beispiel der Maßnahmen ausgewählter europäischer Länder aufzeigt, wie weit die Kriegsvorbereitungen bereits gediehen sind, und ich habe den Artikel übersetzt, weil er zeigt, wie in Russland die warnenden Stimmen zunehmen.

Beginn der Übersetzung:

Die Militarisierung Europas oder die methodische Kriegsvorbereitung

Boris Roschin darüber, wie der Westen, unter Berufung auf eine Bedrohung aus dem Osten, sein wirtschaftliches, politisches und soziales Leben militärischen Zielen unterordnet.

Vor dem Hintergrund der diplomatischen Pause in den Ukraine-Verhandlungen bereitet sich Europa weiterhin aktiv auf den „unvermeidlichen Krieg mit Russland“ vor. Rhetorisch hört man ständig Aussagen, Moskau stehe kurz davor, „das friedliche Europa anzugreifen“, und man müsse sich bis 2027, 2029 oder 2030 darauf vorbereiten.

Die „russische Bedrohung“ ist ein bequemes Schreckgespenst, um Militarisierung, Wettrüsten, den Machterhalt unpopulärer Regierungen und das „Gürtel enger schnallen“ für die Bevölkerung zu rechtfertigen. Sie wird auch als Sündenbock für soziale und wirtschaftliche Probleme, den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, die Schließungen von Industriebetrieben und das Scheitern des Multikulturalismus und der „grünen Wende“ benutzt.

Doch das beschränkt sich nicht auf die bombastische Rhetorik über die im Westen erdachte, angebliche russische Aggression und verbale Drohungen gegen Moskau. Es werden systematische und praktische Anstrengungen unternommen, um die Kriegsbereitschaft zahlreicher europäischer Länder für einen offenen Krieg mit Russland zu erhöhen. Das betrifft mittlerweile alle Bereiche, von der Propagandamaschinerie und den Streitkräften über die Rüstungsindustrie und die Geheimdienste bis hin zu Zivilschutz und der Transport- und Logistikinfrastruktur.

Militarisierung in der Praxis

Vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen den europäischen globalistischen Eliten und der Regierung von US-Präsident Donald Trump sowie der angekündigten Reduzierung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa wird in der EU zunehmend die Idee eines unabhängigen Militärblocks, einer eigenen Armee gesprochen. Auch die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 3 bis 5 Prozent des BIP wird vorangetrieben, nicht etwa auf Drängen der USA innerhalb der NATO, sondern für den „Kampf gegen Russland“ und um „die Verbündeten zu einen“.

Der Prozess der Militarisierung Europas lässt sich gut am Beispiel dreier Länder nachvollziehen, die derzeit das Rückgrat der neuen NATO-Verteidigungsarchitektur an der Ostflanke bilden.

So hat Deutschland beispielsweise angekündigt, bis 2039 die quantitativ und qualitativ stärkste Armee Europas aufzubauen. Die erste Militärstrategie der Bundesrepublik sieht eine Aufstockung des stehenden Heeres von 185.000 auf 260.000 Mann und der Reservisten von 70.000 auf 200.000 Mann vor. Das soll eine Gesamtstärke der Armee von 460.000 Mann ergeben und damit beispielsweise die Ambitionen Frankreichs übertreffen. Diese „militärische Faust“ wird gegen Russland aufgebaut, das in den Doktrinen als „größte Bedrohung für Deutschland“ bezeichnet wird.

Man kann konstatieren, dass sich der deutsche Militarismus endgültig von den Fesseln des Jalta-Potsdam-Systems befreit. Die Bundeswehr konzentriert sich 2026 vorrangig auf die beschleunigte Aufstellung der in Litauen stationierten 45. Panzerbrigade. Deren Einsatzbereitschaft ist für 2029 vorgesehen, das Berlin als „Jahr des möglichen Krieges“ bezeichnet.

Was die zivile Infrastruktur betrifft, hat Deutschland laut Medienberichten 1,6 Milliarden Euro für die umfassende Modernisierung des Autobahnhafens Bremerhaven bereitgestellt. Das wird getan, um große Lieferungen schwerer Panzerfahrzeuge, die im Falle eines umfassenden Krieges mit Russland über Deutschland nach Europa transportiert werden sollen, abzufertigen. Es wird auch an der Verstärkung von Brücken für den Schwerlastverkehr gearbeitet, und die wichtigen Straßen werden prioritär instand gesetzt.

Im Rahmen seiner Unterstützung für den ukrainischen Kriegsschauplatz finanziert Deutschland unter anderem den Kauf von PAC-2-Raketen für das Flugabwehrsystem Patriot und zusätzliche Startrampen für das Luftverteidigungssystem IRIS-T. Langstreckendrohnen für Angriffe gegen Russland werden bereits in Deutschland montiert.

Insgesamt plant Berlin, die Verteidigungsausgaben von derzeit 2,8 Prozent des BIP bis 2029 auf 3,5 Prozent zu erhöhen.

Ähnliche Aufrüstungsprozesse schreiten im Nachbarland Polen voran. Am 3. Mai begannen dort die NATO-Militärübungen „Amber Shock 2026“, um das Zusammenwirken der Bodentruppen der teilnehmenden Länder Polen, Litauen und Finnland zu trainieren. Das Hauptziel ist die „Abschreckung der russischen Bedrohung“.

Und erst kürzlich, im April 2026, wurde in Breslau ein APOD (Air Port of Debarkation), ein neuer amerikanischer Logistikstützpunkt, eröffnet, der große Transportflugzeuge der US-Luftwaffe aufnehmen kann. Obwohl die polnische Führung behauptet, noch keine „Signale“ aus Washington erhalten zu haben, geht sie offenbar davon aus, dass ein Teil der Truppen, die die USA aus dem Nahen Osten und Deutschland abziehen, in Polen stationiert wird.

Gleichzeitig plant Polen, wie der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz im Februar 2026 feststellte, seine Armee innerhalb weniger Jahre auf 500.000 Soldaten und Offiziere aufzustocken. Bis 2025 war sie bereits von 206.000 auf 230.000 angewachsen. Es läuft eine aktive Kampagne zur Förderung der Streitkräfte. Die Beteiligung von Polen am Stellvertreterkrieg in der Ukraine wurde de facto entkriminalisiert.

Polen ist, trotz eines erheblichen Haushaltsdefizits, mit 5 Prozent des BIP das NATO-Land mit den höchsten Verteidigungsausgaben. Die Waffenkäufe werden hauptsächlich über Kredite finanziert. Polen ist im Rahmen des SAFE-Programms (Security Action for Europe) der größte Empfänger europäischer Verteidigungskredite. Warschau plant außerdem den Verkauf seiner Goldreserven (ein gemeinsamer Vorschlag von Nationalbankgouverneur Adam Glapiński und Präsident Karol Nawrocki). All dies dient der Finanzierung des Militarismus.

Währenddessen wird in Finnland, das erst 2023 der NATO beigetreten ist, aktiv das Bild Russlands als persönlicher Feind geformt. Die Strategie ist die gleiche: Die Bevölkerung und staatliche Institutionen auf einen möglichen Krieg vorzubereiten. Die Beschaffung von Flugzeugen und Drohnen läuft, ebenso wie der Aufbau der Truppe.

Helsinki ist aus dem Ottawa-Übereinkommen über Antipersonenminen ausgetreten und beabsichtigt, deren Produktion bereits 2027 wieder aufzunehmen. Damit soll die Grenze zu Russland vermint werden und möglicherweise sollen sie in die Ukraine geliefert werden. Am 2. Mai begann in Finnland (70 Kilometer von Russland entfernt) das NATO-Manöver „Northern Strike 26“. Es soll Moskau ein klares Signal senden: „Die NATO ist bereit, Finnland zu unterstützen.“

Helsinki seinerseits plant, die Verteidigungsausgaben bis 2030 auf 3,2 und bis 2035 auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen, unter anderem durch Kürzungen in anderen Bereichen.

Probleme der Militarisierung

Trotz der Pläne und Kalkulationen des Westens steht dieses gesamte Vorhaben vor einer Reihe systemischer Probleme. Konkret herrscht ein Mangel an Freiwilligen für den Ausbau der Armee. Deutschland beispielsweise sieht sich gezwungen, die Anhebung des Höchstalters für Reservisten aller Kategorien auf 70 Jahre zu erwägen. Selbst die Zielvorgaben für die Verstärkung der 45. Brigade in Litauen können kurzfristig nicht erreicht werden.

Ein erheblicher Teil dieser Militärprojekte wird angesichts des wachsenden Haushaltsdefizits faktisch auf Kredit finanziert. Zuvor sind daran die Pläne zur Einführung des 800 Milliarden Euro schweren Programms „ReArm Europe“ gescheitert. Ohne erhebliche Kreditaufnahme ist es schlichtweg nicht umsetzbar, was beispielsweise Deutschland und den Niederlanden nicht gefallen hat.

Außerdem darf man die banalen Probleme Korruption und Veruntreuung nicht vergessen. Es ist kein Zufall, dass die Tschechische Republik nach der Rückkehr von Premierminister Andrej Babiš eine Prüfung der „Munitionsinitiative“ eingeleitet hat, bei der im Zuge der Lieferung von gebrauchter Munition an die Ukraine erhebliche Summen verschwunden sind. Zuvor hat ein aufsehenerregender Korruptionsskandal die NATO-Unterstützungs- und Beschaffungsagentur (NSPA) erschüttert, der mehrere Mitgliedsländer betraf. Ganz zu schweigen vom groß angelegten Diebstahl der Waffen und Munition, die direkt an die Ukraine geliefert wurden und nun auf Schwarzmärkten, auch in Europa selbst, auftauchen.

Unterdessen zeigen sich selbst bei Übungen nahe der russischen Grenze Probleme mit der tatsächlichen, nicht nur deklarierten, Koordination der Streitkräfte verschiedener Länder sowie „Verluste durch Zwischenfälle während Gefechtsübungen“ an Personal (Verletzungen und Todesfälle) und Material (Pannen und Unfälle beim Transport).

Trotz der eigenen aktiven Militarisierung stützen sich Europas Pläne zur Eindämmung Russlands weiterhin weitgehend auf die direkte Beteiligung der USA. Washington reduziert – meiner Meinung – nach bewusst seine Beteiligung an europäischen Initiativen zur „Vorbereitung auf einen Krieg mit Moskau“.

Reaktionen

Europas Absichten bei der Unterstützung des Stellvertreterkrieges in der Ukraine sind klar und die fortschreitende Militarisierung geht längst über bloße Panikmache und alarmistische Äußerungen hinaus. Russland muss daher auf die Bedrohung aus dem Westen reagieren.

Unter anderem wird das russische Militärkontingent in Kaliningrad verstärkt. In Weißrussland wurden bereits taktische Atomwaffen stationiert. Die Militärbezirke Moskau und Leningrad wurden wiederhergestellt. Der Auslandsgeheimdienst SWR hat seine Bemühungen intensiviert, die operativen und strategischen Pläne der NATO und einzelner EU-Staaten aufzudecken. So berichtete der SWR beispielsweise über Pläne zur Stationierung britischer und französischer Truppen in der Ukraine, die Lieferung einer Atombombe an Kiew, Polens Absicht, die Westukraine zu annektieren, und vieles mehr. Aufbauend auf den Ende 2024 verabschiedeten Änderungen seiner Nukleardoktrin plant Moskau, diese weiter an die wachsenden Bedrohungen aus dem Westen anzupassen.

Selbstverständlich sind dies nicht die einzigen Gegenmaßnahmen. Da sich der feindselige Kurs des Westens verschärft und länger andauert, muss Russland eine langfristige Abschreckungsstrategie entwickeln, die alle gefährlichen Illusionen des Gegners beseitigt.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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