Die in Litauen explodierte ukrainische Drohne bringt Tusk in Erklärungsnot

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anti-spiegel.ru📅 21.10.2026
Kriegsbeteiligung

Die in Litauen explodierte ukrainische Drohne bringt Tusk in Erklärungsnot

Bei dem ukrainischen Angriff auf St. Petersburg am Wochenende ist eine Drohne über Litauen explodiert. Der Vorfall bringt die lettische und die polnische Regierung in Erklärungsnot, die dieses Mal nicht ignorieren können, dass die Ukraine ihre Lufträume für Angriffe auf Russland nutzt.

Man muss weder Völkerrechtler noch Experte sein, um zu wissen und zu verstehen, dass es eine direkte Kriegsbeteiligung ist, wenn ein Land einem anderen Land seinen Luftraum für Angriffe auf ein weiteres Land zur Verfügung stellt. Genau das tun Polen, die baltischen Staaten und Finnland aber schon seit etwa zwei Jahren, denn so lange fliegen ukrainische Drohnen bei Angriffen auf Nordwest-Russland durch deren Lufträume, worüber ich seit Sommer 2025 berichte und was die Balten und Finnen seit diesem Frühjahr auch offen zugeben.

Trotzdem tun die Regierungen dieser Länder alles, um das herunterzuspielen. Am liebsten reden sie gar nicht darüber. Und wenn Drohnen über ihren Ländern gesichtet werden, formulieren sie es stets so, als seien es russische Drohnen. Nur, wenn diese Drohnen bei ihnen tatsächlich Schäden anrichten, müssen sie eingestehen, dass es ukrainische Drohnen waren.

Um zu verschleiern, dass die ukrainischen Drohnen ihre Länder mit ihrer Erlaubnis überfliegen, richten sie in solchen Fällen pflichtschuldige Beschwerden in Richtung Kiew und fordern Erklärungen. Kiew ignoriert das meistens, oder verkündet, wenn es nicht anders geht, man bedauere den Zwischenfall, bei dem eine Drohne versehentlich deren Luftraum eingedrungen sei.

Dieses Vorgehen ist inzwischen Routine. Wenn ukrainische Drohnen in deren Ländern vom Himmel fallen, tun die Regierungen von Finnland und den baltischen Staaten so, als hätten sie die Überflüge für Angriffe auf Russland nicht erlaubt.

Nun ist aber etwas Neues passiert, denn wer auf die Landkarte schaut, der stellt fest, dass die Drohnen aus der Ukraine die Baltenstaaten und Finnland gar nicht erreichen können, wenn sie nicht zuvor über Polen hinweggeflogen sind. Ich erwähne in diesem Zusammenhang daher immer auch Polen, auch wenn es aus Polen bisher keinerlei Erklärungen über die Drohnen gegeben hat.

In Polen tat man bisher regelrecht so, als würden die Drohnen wie durch Zauberhand direkt aus der Ukraine in die Baltenstaaten “gebeamt”, ohne durch das dazwischen liegende Polen zu fliegen. Das hat sich nun geändert.

Über die Gründe kann man nur spekulieren, aber am Dienstag hat der polnische Ministerpräsident Tusk von der Ukraine Erklärungen wegen dem Überflug der Drohne gefordert, die danach in Litauen explodiert ist. Zu dieser Drohne hatte der litauische Verteidigungsminister am 18. Oktober erklärt, sie sei Teil des ukrainischen Angriffs auf St. Petersburg gewesen, und der Sprecher der litauischen Regierung fügte hinzu, dass die Drohne von ukrainischem Staatsgebiet aus gestartet ist und mit Sprengstoff bestückt war.

Tusks Erklärung dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass der litauische Präsident Gitanas Nausėda zu Gesprächen über den Vorfall nach Warschau gekommen ist.

Jedenfalls erklärte Tusk, er erwarte „von der ukrainischen Seite volle Kooperationsbereitschaft, um genau aufzuklären, was tatsächlich geschehen ist“, wie es auf den Social-Media-Kanäle der Regierung hieß. Und natürlich durfte der Standardsatz nicht fehlen, dass Polen keine Operationen auf oder über seinem Staatsgebiet dulde, die nicht vom polnischen Staat genehmigt wurden.

Wie verlogen das ist, zeigt die Tatsache, dass diese ukrainischen Operationen auf oder über polnischem Staatsgebiet seit über zwei Jahren stattfinden, ohne dass die polnische Regierung sich deswegen beschwert oder gar versucht hätte, die Drohnen abzufangen. Wie gesagt, ein Blick auf die Landkarte genügt, um das zu verstehen.

Und noch etwas ist bemerkenswert: Petersburg wurde am Wochenende von weit über hundert Drohnen angegriffen, die alle aus der Ukraine über Polen und das Baltikum geflogen sind. Warum haben Tusk und die Litauer von Kiew nur eine Erklärung für die eine Drohne gefordert, aber nicht für die über hundert anderen, wenn sie ihre Lufträume angeblich nicht für die ukrainischen Angriffe geöffnet haben?

Damit hat sich ein weiteres Element der angeblichen „russischen Propaganda“ als wahr herausgestellt, denn der Anti-Spiegel berichtet über die Überflüge ukrainischer Drohnen über Polen schon seit Sommer 2025.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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