Die Aussagen von Merz beim Besuch bei Trump schlagen in der EU hohe Wellen

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Ich habe gestern schon berichtet, dass der Besuch von Kanzler Merz keinerlei greifbaren positiven Ergebnisse gebracht ha...

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Merz brĂŒskiert EU-Staaten

Die Aussagen von Merz beim Besuch bei Trump schlagen in der EU hohe Wellen

Kanzler Merz hat die EU brĂŒskiert, als er beim Besuch bei Trump offen Spanien kritisierte, wĂ€hrend die EU, Macron und weitere EU-Staaten sich demonstrativ hinter Spanien und gegen Trumps Kritik gestellt haben.

Ich habe gestern schon berichtet, dass der Besuch von Kanzler Merz keinerlei greifbaren positiven Ergebnisse gebracht hat, dafĂŒr aber fĂŒr Ärger in der EU gesorgt hat. Trump hat Spanien heftig kritisiert, weil es die USA beim Iran-Krieg nicht unterstĂŒtzt und den USA nicht erlaubt, seine MilitĂ€rbasen fĂŒr den Krieg zu nutzen. Anstatt dem EU-Partner Spanien beizustehen, hat Merz, der bekanntlich stĂ€ndig tief in Trumps Rektum eintaucht (um einen umgangssprachlicheren Ausdruck dafĂŒr zu vermeiden), Spanien kritisiert.

In der EU ist das gar nicht gut angekommen, weil Merz mal wieder gezeigt hat, dass ihm Streicheleinheiten von Trump wichtiger sind als die vielbeschworene “europĂ€ische SolidaritĂ€t”.

WĂ€hrend es von der deutschen Regierung kein kritisches ĂŒber den illegalen Angriffskrieg der USA gegen den Iran gibt, kommt aus der EU immer mehr Kritik. Der französische PrĂ€sident Macron bezeichnete den Krieg der USA gegen den Iran als „außerhalb der Rahmend des Völkerrechts“ und versicherte Spanien nach Trumps Drohungen Frankreichs SolidaritĂ€t. Die EU-Kommission erklĂ€rte nach Trumps Drohungen gegen Spanien, sie werde die Interessen der EU verteidigen, und der EU-Ratschefs sprach ebenfalls von SolidaritĂ€t der EU mit Spanien.

Mit anderen Worten: Merz hat Deutschland innerhalb der EU mal wieder isoliert, was seinen Ambitionen, zu einem MeinungsfĂŒhrer der EU zu werden und den Kurs der EU zu bestimmen, nicht eben helfen wird.

Die Spanien-Korrespondentin der TASS hat in einem Artikel berichtet, wie diese Sache in Spanien aufgenommen wurde, und ich habe den Artikel ĂŒbersetzt.

Beginn der Übersetzung:

VerbĂŒndete oder Gegner: Warum droht der US-PrĂ€sident Spanien?

Ekaterina Vorobyova, Leiterin des TASS-BĂŒros in Spanien, erklĂ€rt, wie die Operation im Nahen Osten eine neue Eskalation im Konflikt zwischen Washington und Madrid ausgelöst hat.

Am 3. MĂ€rz drohte der US-PrĂ€sident mit dem Abbruch der Handelsbeziehungen zu Spanien. Madrid verweigert den Amerikanern die Nutzung von MilitĂ€rbasen auf spanischem Territorium fĂŒr die Operation im Iran. Donald Trump erklĂ€rte jedoch, Washington könne diese trotz der Blockade seines NATO-Partners nutzen, wenn es wolle.

Die von Trump geworfene „Informationsbombe“ löste in Spanien und im Ausland eine Flut von Reaktionen aus und hat erneut Zweifel daran aufgeworfen, wer wessen VerbĂŒndeter ist.

Der Angriff auf den Iran

Generell hat Donald Trumps RĂŒckkehr ins Weiße Haus schnell die politischen Differenzen zwischen seiner Regierung und der linksgerichteten spanischen Regierung gezeigt. Die NATO-Verteidigungsausgaben, das Vorgehen des israelischen MilitĂ€rs im Gazastreifen, die EntfĂŒhrung des venezolanischen PrĂ€sidenten NicolĂĄs Maduro und nun die aktuelle amerikanisch-israelische Operation im Iran. Madrids Position gegenĂŒber Washingtons Vorgehen kann man als eine der hĂ€rtesten (wenn nicht sogar die hĂ€rteste) in der EU bezeichnen.

Spanien reagierte umgehend und unmissverstĂ€ndlich auf die Nachricht vom Beginn der Operation „Epic Fury“. Obwohl Madrid die Islamische Republik Iran nicht unterstĂŒtzt, erklĂ€rte MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez, Spanien lehne die MilitĂ€raktionen der USA und Israels ab, da diese eine Eskalation der Lage in der Region darstellten. Bald wurde auch bekannt, dass Madrid den Amerikanern die Nutzung ihrer gemeinsamen geneinsam genutzten StĂŒtzpunkte in Rota (Provinz CĂĄdiz) und MorĂłn de la Frontera (Provinz Sevilla) verweigerte. Vor diesem Hintergrund beschlossen die USA, ihre in Spanien stationierten Tankflugzeuge in andere LĂ€nder zu verlegen.

WĂ€hrend die israelische Regierung Madrid umgehend kritisierte, reagierte Washington nicht sofort. Erst bei dem Treffen im Weißen Haus mit Bundeskanzler Friedrich Merz erwĂ€hnte der amerikanische PrĂ€sident Spanien. Trump versuchte, seine Drohungen, die Handelsbeziehungen abzubrechen, mit Madrids Weigerung zu verknĂŒpfen, innerhalb der NATO 5 Prozent des BIP fĂŒr Verteidigung auszugeben. „Sie wollten es bei 2 Prozent belassen, und da sie diese 2 Prozent nicht zahlen, werden wir den gesamten Handel mit Spanien abbrechen. Wir wollen nichts mehr mit Spanien zu tun haben“, bemerkte Trump.

Madrids Position zu den MilitĂ€rausgaben ist seit Langem bekannt und wurde von Washington bereits kritisiert. Daher erscheint es logischer anzunehmen, dass Trump in Wirklichkeit die Haltung des europĂ€ischen Landes gegenĂŒber dem Iran verĂ€rgert hat, zumal der amerikanische PrĂ€sident selbst die aktuelle Situation um die MilitĂ€rbasen angesprochen hatte.

Madrids Position

SĂĄnchez erklĂ€rte am Morgen des 4. MĂ€rz umgehend, die Ziele der MilitĂ€roperation im Iran seien weiterhin unklar. Er erinnerte zudem an die negativen Folgen des Irakkriegs und erinnerte Terrorismus, die FlĂŒchtlingskrise und steigende Energiepreise. Weiter betonte der MinisterprĂ€sident, Spanien werde sich nicht aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen an etwas beteiligen, das dem Frieden schade.

Dabei ist interessant, dass Sånchez in seiner kurzen Rede, bei der Journalisten keine Fragen stellen konnten, die USA und Trump offenbar nicht direkt erwÀhnte und stattdessen unpersönliche Formulierungen verwendete.

Kurz darauf bekrĂ€ftigte auch der spanische Außenminister JosĂ© Manuel AlbĂĄrez, Spanien sei ein souverĂ€nes Land, das seine eigenen Entscheidungen treffe und fordere, das zu respektieren. Der Minister fĂŒgte hinzu: „Das Abkommen [mit den USA ĂŒber die Nutzung der StĂŒtzpunkte] legt eindeutig fest, dass es sich um StĂŒtzpunkte unter spanischer SouverĂ€nitĂ€t handelt, daher gibt es nichts zu diskutieren.“

Laut dem Abkommen bedarf die Nutzung der StĂŒtzpunkte ĂŒber gemeinsame Verteidigungszwecke hinaus der vorherigen Genehmigung der spanischen Regierung. Die Frage ist: Was genau ist mit „Verteidigung“ gemeint? Das Wort taucht im Dokument mehrfach auf, kann aber unterschiedlich interpretiert werden.

Sind alle solidarisch?

Unter anderem haben EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa und der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron ihre SolidaritĂ€t mit Madrid bekundet. China betonte, dass die Angriffe der USA und Israels auf den Iran gegen das Völkerrecht verstoßen und dass Handel nicht als Waffe eingesetzt werden dĂŒrfe.

Als Reaktion auf die Drohungen des US-PrĂ€sidenten gegen Spanien erinnerte EU-Kommissarin Teresa Ribera in einem Interview mit dem Radiosender Cadena SER daran, dass der Außenhandel der EU-LĂ€nder innerhalb der Union verhandelt werde. Laut Ribera seien weder die USA noch die EU selbst daran interessiert, die Handelsbeziehungen abzubrechen. Ribera merkte außerdem an: „Was wir jetzt erleben, Ă€hnelt sehr dem, was vor einem Monat mit diesen – ebenfalls scheinbar mutigen – Drohungen in Bezug auf Grönland geschah. Und was geschah letztendlich? Eine sofortige Reaktion der EU-Partner, der EU-Kommission und der MĂ€rkte.“

Man muss aber erwĂ€hnen, wie sich Bundeskanzler Friedrich Merz wĂ€hrend des Treffens mit dem US-PrĂ€sidenten verhielt. Obwohl er Spanien kritisierte, unterstĂŒtzte der deutsche Kanzler den amerikanischen PrĂ€sidenten faktisch, indem er erklĂ€rte, dass sich „alle an“ das Ziel von 5 Prozent des BIP fĂŒr Verteidigungsausgaben halten mĂŒssten. Merz sagte, er werde versuchen, Madrid von der Notwendigkeit höherer MilitĂ€rausgaben zu ĂŒberzeugen.

Das wurde auch in Spanien bemerkt. So erklĂ€rte beispielsweise der spanische Außenminister JosĂ© Manuel ÁlbĂĄrez, er habe Berlin gegenĂŒber seine „Überraschung ĂŒber diese Worte“ geĂ€ußert. Der Diplomat sagte in einem Interview mit TVE: „Wenn ein Land die WĂ€hrung, die Handelspolitik und den Markt mit einem anderen Land teilt, erwartet es dieselbe SolidaritĂ€t, die Spanien beispielsweise DĂ€nemark entgegengebracht hat.“ „Seit wir an der Regierung sind, haben wir drei Bundeskanzler erlebt“, erinnerte der Minister. „Ich kannte Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeskanzler Olaf Scholz und jetzt Bundeskanzler Merz.“ „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bundeskanzlerin Merkel oder Bundeskanzler Scholz solche Aussagen getroffen hĂ€tten“, bemerkte der Außenminister.

Handelsbeziehungen

Im Jahr 2025 exportierte Spanien Waren im Wert von ĂŒber 16 Milliarden Euro in die USA. Das entsprach 4,3 Prozent der gesamten spanischen AußenhandelsumsĂ€tze. Spanien importierte amerikanische Waren im Wert von ĂŒber 30 Milliarden Euro, was 6,8 Prozent der Gesamtimporte ausmachte. Im Falle eines Abbruchs der Handelsbeziehungen wĂŒrden die USA daher die grĂ¶ĂŸeren wirtschaftlichen Verluste erleiden.

Madrid bezieht einen bedeutenden Teil seiner Energie aus den USA, die sich im Zuge der BemĂŒhungen der EU, ihre AbhĂ€ngigkeit von Russland zu verringern, zum fĂŒhrenden Lieferanten von FlĂŒssigerdgas entwickelt haben. 2025 bezog Spanien 111.660 GWh LNG aus den USA, was 30 Prozent des Gesamtbedarfs entsprach. Damit sind die USA nach Algerien Spaniens zweitgrĂ¶ĂŸter Gaslieferant. Zum Vergleich: 2024 waren es 56.435 GWh an LNG-Lieferungen, sie haben sich also fast verdoppelt. Die USA sind mittlerweile Spaniens grĂ¶ĂŸter Öllieferant und decken 15 Prozent des Gesamtbedarfs ab.

Die Liste der Waren, die Spanien in die USA exportiert, umfasst Olivenöl, Wein, Tafeloliven sowie Motoren, Maschinen, elektrische GerÀte und Arzneimittel.

Die aktuellen Differenzen zwischen Madrid und Washington gehen jedoch weit ĂŒber den Streit um den Nahostkonflikt oder die Verteidigungshaushalte hinaus. Diese Krise stellt das BĂŒndnis zwischen den beiden LĂ€ndern selbst infrage.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte fĂŒr Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt ĂŒber 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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