Die Aktivitäten US-Biolabore in Armenien
Über die Warnungen vor den Aktivitäten der US-finanzierten Biolabore in aller Welt, die US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard unmittelbar vor ihrem Rücktritt verkündet hat, habe ich ich bereits ausführlich berichtet. Von den 120 US-finanzierten Biolaboren weltweit sind 46 in der Ukraine, aber auch in Georgien und Armenien gibt solche Labore, die von niemandem kontrolliert werden dürfen. Generell konzentrieren sich viele US-Labore in Nachbarländern Russlands.
Hier soll es um Armenien und das dortige US-Biolabor gehen, denn darüber gab es in Armenien bereits Skandale und es gab auch Proteste dagegen.
Das US-Biolabor in Armenien
Die von den USA finanzierten und kontrollierten Biolabore in Armenien sind in Armenien schon lange Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Experten äußern Bedenken hinsichtlich möglicher Risiken, die mit der Tätigkeit dieser Labore auf armenischem Staatsgebiet verbunden sein könnten.
Obwohl Vertreter der zuständigen Institutionen betonen, dass es sich lediglich um modernisierte Labore ehemaliger sanitäts- und epidemiologischer Einrichtungen aus der Sowjetzeit handelt, deren Modernisierung mit finanzieller Unterstützung Washingtons erfolgte, und obwohl Nikol Paschinjan wiederholt hervorgehoben hat, dass diese Labore zwar mit Unterstützung der USA geschaffen wurden, jedoch Eigentum Armeniens sind, hat das die Besorgnis in Teilen der Gesellschaft bislang nicht verringert.
Die Frage ist, warum ausgerechnet das kleine Armenien mit seinen nur etwa drei Millionen Einwohnern für die USA so wichtig ist. Immerhin betreiben die USA in Armenien ihre weltweit zweitgrößte Botschaft und in wohl keinem Land der Welt geben US-amerikanische NGOs pro Einwohner so viel Geld für die Beeinflussung der öffentlichen Meinung aus. Darüber habe ich hier detailliert berichtet.
Armenien liegt zwischen der Türkei, Russland und dem Iran, also Ländern, die für die USA aus unterschiedlichen Gründen weit oben auf ihrer geopolitischen Prioritätenliste stehen. Außerdem ist der Kaukasus mit seiner Vielzahl an Völkern für die Forschung an gegen konkrete Ethnien gerichtete Biowaffen sehr interessant. Armenier werden als ein „Volk mit einzigartigen genetischen Merkmalen“ betrachtet, das für ethnische Waffen interessant ist.
Und im Gegensatz zu anderen Ländern der Region ist Armenien „willig“. Das galt früher auch für das angrenzende Georgien, wo die USA schon lange ein umstrittenes Biolabor unterhalten. Zwar wird die georgische Regierung der EU gegenüber bekanntlich immer widerspenstiger, aber auch die aktuelle georgische Regierung geht nicht gegen das US-Biolabor vor, was aber durchaus noch kommen könnte.
Armeniens Regierung unter Ministerpräsident Paschinjan hingegen ist den USA treu ergeben und will immer neue Finanzhilfen aus dem Westen. Die armenische Regierung stellt keine lästigen Fragen zu den Aktivitäten der US-Biolabore im eigenen Land.
Grigor Grigorjan, ein armenischer Experte für biologische Sicherheit, Wissenschaftler und Virologe und ehemaliger Leiter der armenischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, gab dem armenischen Portal „Arm Info“ schon 2022 ein Interview, in dem es vor allem um die amerikanischen Biolabore ging. Darin ging er auch auf die Geschichte der Labore ein. 2009 wurden Verhandlungen über den Beitritt Armeniens zum US-Programm der Defense Threat Reduction Agency (DTRA) aufgenommen.
DTRA wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion unter dem Vorwand gegründet, der Gefahr, die von den ehemals sowjetischen Beständen an Biowaffen und gefährlichen Krankheitserregern ausgeht, entgegenwirken zu wollen. Unter diesem Vorwand übernahmen die USA die Kontrolle über die ehemals sowjetischen Labore und sicherten sich einen Großteil des sowjetischen Wissens über das Thema. Im Grunde genommen haben die USA unter dem Vorwand, bei der Verhütung biologischer Gefahren zu helfen, im große Stil Spionage betrieben.
Inzwischen sind seit dem Zerfall der Sowjetunion 35 Jahre vergangen und man sollte meinen, dass die von den ehemaligen sowjetischen Laboren angeblich ausgehende Gefahr längst gebannt sein müsste. Trotzdem läuft DTRA weiter und die USA kontrollieren die Biolabore weiterhin.
2010 hat Armenien ein Abkommen mit der DTRA unterzeichnet und 2011 begann die Renovierung des Labors in Jerewan. Als 2016 die Eröffnung der Labore verkündet wurde, waren sie bereits seit mindestens drei Jahren in Betrieb. Berichten zufolge war zu diesem Zeitpunkt der gesamte Bestand an Mikroorganismen, der von diesen Laboren gesammelt wurde, bereits aus dem Land abtransportiert worden, so der armenische Experte Grigorjan. Die im armenischen Institut für Mikrobiologie angelegte große Sammlung an Bioproben sei ebenfalls aus dem Land gebracht worden. Es sei auch bekannt, dass es in der armenischen Region Ararat zwei unterirdische Biolabors gebe.
Die Verhandlungen über den Abschluss eines Memorandums über die Zusammenarbeit zwischen Russland und Armenien auf dem Gebiet der biologischen Sicherheit wurden im November 2019 abgeschlossen, doch die Unterzeichnung wurde verzögert, weil die USA logischerweise dagegen sind und mit Paschinjan inzwischen ein pro-westlicher Ministerpräsident im Amt war, der zuvor durch eine Farbrevolution an die Macht gekommen war.
Außerdem kontrollieren die USA die Arbeit Labore in Armenien und alles, was mit ihnen zusammenhängt, einschließlich Abkommen mit anderen Ländern in dem Bereich der Biosicherheit, so Experte Grigorjan. Die USA hätten den postsowjetischen Raum von Beginn an in die europäische Region, Transkaukasien und Zentralasien aufgeteilt. Die Ukraine wurde als Sprungbrett für die europäische Region ausgewählt. Georgien, das sowohl an den Nordkaukasus als auch an Armenien, Aserbaidschan und den Iran grenzt, wurde das Zentrum für Transkaukasien. Kasachstan, seit der Sowjetzeit ein sehr bekanntes wissenschaftliches Zentrum für Quarantäne und zoonotische Infektionen, wurde zum wichtigsten Standort für Zentralasien.
Georgien gelte heute (also 2022, als das Interview stattfand) als eines der Zentren des biologischen Einflusses der USA, es sei quasi die biologische Aufklärungseinheit der USA in der Region. Von dort aus könne man in eine Reihe von Ländern wie Russland, Türkei, Armenien und andere einwirken, wozu auch die innerrussischen Krisenherde Dagestan, Tschetschenien und Karatschai-Tscherkessien im russischen Teil des Kaukasus gehören. Die USA würden die Biowaffenkonvention verletzen und Armenien werde indirekt zum Komplizen, so Grigorjan.
Das „Project for the New American Century“
Die einflussreiche NGO „Project for the New American Century“ (PNAC), die in den 2000er-Jahren erheblichen Einfluss auf die Ideologie und die Militärpolitik der Regierung von George W. Bush ausübte, vertrat die Auffassung, dass fortschrittliche Formen von Biowaffen, die gezielt auf bestimmte Genotypen ausgerichtet werden können, die biologische Kriegsführung von einem Instrument des Terrors zu einem politisch nutzbaren Mittel machen könnten.
Im September 2000 veröffentlichte die Organisation den Bericht „Rebuilding America’s Defenses“, in dem propagiert wurde, dass die USA ihre Position als globale Führungsmacht bewahren und ausbauen sollten, indem sie die militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte sichern. In dem Bericht heißt es:
„Fortschrittliche Formen biologischer Kriegsführung, die auf bestimmte Genotypen abzielen können, könnten die biologische Kriegsführung aus dem Bereich des Terrors in ein politisch nützliches Instrument verwandeln.“
Aus diesem Grund werden dei US-Biolabore bis heute intensiv und kontrovers diskutiert. Armen Gukasjan, ein anderer armenischer Experte, meint, dass die von den USA kontrollierten Labore in Armenien militärischen Zwecken dienen:
„Es kann mit Nachdruck festgestellt werden, dass diese Labore einen doppelten Verwendungszweck haben, da sie vom Militär finanziert werden und ihre Tätigkeit strenger Geheimhaltung unterliegt. Die USA investieren enorme Summen in den Unterhalt dieser Einrichtungen. So wurden beispielsweise in der Ukraine 175 Millionen US-Dollar, in Georgien 150 Millionen US-Dollar und in Kasachstan 130 Millionen US-Dollar aufgewendet. In Armenien sind solche Labore in Jerewan, Gjumri und Idschewan tätig. Außerdem gibt es Informationen, wonach die Eröffnung weiterer Labore in anderen Regionen geplant ist. Es besteht kaum Zweifel daran, dass die USA, insbesondere das Pentagon, mit der Bereitstellung derart umfangreicher finanzieller Mittel bedeutende politische und militärische Ziele verfolgen. Zahlreiche Forscher weisen zudem darauf hin, dass seit dem Auftreten dieser Labore weltweit ein deutlicher Anstieg verschiedener Viren und Erkrankungen zu beobachten ist.“
Die Geschichte der Biolabore in Armenien
Vor dem Zerfall der Sowjetunion gehörte Armenien zu den führenden Zentren für die Erforschung von Mikroorganismen und die Entwicklung von Methoden zu deren Bekämpfung. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR bemühten sich die USA umgehend darum, die in den ehemaligen Sowjetrepubliken entwickelten wissenschaftlichen Erkenntnisse unter ihre Kontrolle zu bringen und sowohl im Gesundheitswesen als auch für militärische Zwecke zu nutzen.
Seit den 1990er-Jahren wurden daher mit finanzieller Unterstützung des Pentagons schrittweise Laboratorien in den postsowjetischen Staaten übernommen oder neu aufgebaut. Heute existieren solche Einrichtungen unter anderem in Moldawien, Georgien, Aserbaidschan, Usbekistan, Kirgisien, Kasachstan, der Ukraine und Armenien.
Die dem US-Verteidigungsministerium unterstellte Behörde DTRA, beziehungsweise ihr Programm zur Verringerung biologischer Gefahren, finanziert diese Labore in den postsowjetischen Staaten nicht nur, sondern organisiert auch die Weiterbildung von Fachkräften und entsendet eigene Experten in die betreffenden Länder, um dort Forschungen und biologische Entwicklungsprojekte durchzuführen.
Das Jahresbudget der Behörde übersteigt zwei Milliarden US-Dollar. Allein im Jahr 2016 stellten die USA für die in Armenien betriebenen Biolabore 15,5 Millionen US-Dollar bereit. Nach Angaben verschiedener Quellen belaufen sich die Kosten für die Modernisierung eines solcher Labore auf mehrere Millionen Dollar.
Auf die naheliegende Frage, weshalb Gesundheitseinrichtungen vom Verteidigungsministerium eines anderen Staates finanziert werden, verweisen die USA darauf, dass die Mittel über die dem Pentagon unterstehende Behörde zur Reduzierung von Bedrohungen bereitgestellt werden, um der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen entgegenzuwirken. Das ist die oben bereits erwähnte Legende, die die USA weiterhin nutzen, obwohl der Zerfall der Sowjetunion schon 35 Jahre her ist.
Offiziell werden in den Labors Technologien zur Bekämpfung von Infektionen entwickelt, aber Experten warnen vor dem doppelten Zweck der Programme, denn unter dem Vorwand, gefährliche Krankheiten zu bekämpfen, werden oft die seit Corona allgemein bekannten Gain-of-function-Forschungen durchgeführt, bei denen Krankheitserreger so verändert werden, dass sie auf den Menschen übertragbar werden. So wird die angebliche Bekämpfung und Vorsorge von gefährlichen Infektionskrankheiten zur Tarnung für die Entwicklung von gefährlichen Krankheitserregern, also von Biowaffen.
Seit dem Verbot der Gain-of-function-Forschung in den USA durch Präsident Obama Ende 2014 haben die USA diese Forschung de facto ins Ausland ausgelagert, wie das Beispiel Covid-19 gezeigt hat, bei dem die US-Regierung die Gain-of-function-Forschung in dem Labor in Wuhan finanziert hat, die dann aller Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch von Covid geführt hat.
De facto haben die vom Pentagon betriebenen Labors extraterritorialen Status und entziehen sich damit der Kontrolle der Länder, in denen sie aktiv sind. Das gilt auch für Armenien, weshalb dort wegen der Gefahren vor der US-Botschaft protestiert wurde. So entzieht sich das US-amerikanische Personal der Gesetzgebung der jeweiligen Länder und die Labors selbst arbeiten praktisch ohne Kontrollen.
Die DTRA ist in Armenien sehr aktiv. Bei der Recherche für diesen Artikel habe ich nebenbei, also ohne danach auch nur zu suchen, alleine zwei Pandemie-Planspiele gefunden, die die DTRA 2024 in Armenien veranstaltet hat. Im Zuge der Covid-Pandemie wurden solche Planspiele bekannt, das berühmteste war Event 201 vom Oktober 2019. Aber es gab noch einige mehr, über die ich in meinem Buch “Inside Corona” berichtet habe. https://www.kopp-verlag.de/a/inside-corona
Bei einem Planspiel hat die DTRA im Mai 2024 mit Vertretern Armeniens die Reaktion auf ABC-Bedrohungen durchgespielt. Der Sinn solcher Planspiele ist nicht nur, sich auf die durchgespielten Szenarien vorzubereiten, sondern man erfährt bei solchen Planspielen auch, welche Pläne ein Land für solche Situationen hat. Das ist also de facto Spionage, bei der die USA alle interessanten Details der (teilweise auch geheimen) Katastrophenpläne eines Landes erfahren. So hat das Pentagon quasi ganz nebenbei einen tiefen Einblick in die armenischen Sicherheitspläne bekommen. Die Informationen dürften für die USA sehr aufschlussreich gewesen sein, denn an der Übung haben über 60 Vertreter armenischer Ministerien und der Regierung teilgenommen, die dem Pentagon bereitwillig die armenischen Pläne offengelegt haben.
Eine weitere Übung fand im September 2024 statt, an der neben Elizabeth DuFrane von der DTRA auch zehn armenische Behörden teilgenommen haben. Dieses Mal war es kein Planspiel am runden Tisch, sondern ein Feldtraining für den Fall des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen, also ABC-Waffen.
Von den USA finanzierte Biolabore sind in den armenischen Provinzen Gegharkunik, Schirak, Lori, Tawusch, Armavir, Ararat und Sjunik tätig. Neben Jerewan befinden sich die am besten ausgestatteten Labore in Idschewan, Gjumri, Martuni, Kapan und Wanadsor.
Fachleute aus dem Gesundheitswesen weisen darauf hin, dass es in den Regionen, in denen amerikanische Biolabore angesiedelt sind, wiederholt zu Ausbrüchen von Infektionskrankheiten gekommen sei. Nach ihren Angaben verlaufen inzwischen selbst saisonale Grippewellen oder Magen-Darm-Erkrankungen häufig deutlich schwerer als früher. Es besteht also der Verdacht, dass verschiedene Forschungen und Experimente in den betroffenen Gebieten einen Einfluss darauf haben könnten.
Krankheitsausbrüche mit möglichem Zusammenhang zu den Laboren
Interessant ist, dass die USA in Armenien auch mit entomopathogenen Krankheitserregern forschen. Das sind Krankheitserrege, die von Insekten übertragen werden, was in Fachkreisen als besonders wirksame potenzielle Biowaffen angesehen wird, wenn beispielsweise Mücken mit einer veränderten Form einer bestehenden Krankheit infiziert und ausgesetzt werden.
Laut russischen Medienberichten wurden die entsprechenden Programme in Armenien im Jahr 2024 verlängert.
Es besteht daher der Verdacht, dass der Ausbruch des West-Nil-Fiebers in Armenien 2024 etwas mit den US-Laboren zu tun haben könnte. Darauf, dass das Pentagon im Ausland am West-Nil-Fieber forscht, hat das russische Verteidigungsministerium im Zuge seiner Veröffentlichungen zu den US-Biowaffenprogrammen in der Ukraine mehrfach hingewiesen.
Unter dem Deckmantel der epidemiologischen Überwachung werden in Armenien geheime Experimente durchgeführt. Vor der Haustür von Russland, dem Iran und der Türkei verändern US-Mediziner Viren und sammeln genetische Daten.
Doch das ist noch nicht alles. Im Jahr 2011 übernahmen die USA die Kontrolle über das staatliche Netz von Anti-Epidemie-Stationen mit dem zentralen Labor sowie dem größten Infektionskrankenhaus „Nork“ in Jerewan. Im darauffolgenden Jahr erhielt dieses Krankenhaus im Rahmen eines Programms zur Reduzierung biologischer Bedrohungen von amerikanischer Seite modernste Diagnostikausrüstung zur Erkennung von Milzbrand.
Nur zwei Wochen später wurde im Land der bis dahin größte Milzbrandausbruch registriert, bei dem, laut offiziellen Angaben, 52 Menschen infiziert wurden. In der Geschichte Armeniens gab es keine dokumentierten Fälle, in denen mehr als drei Personen betroffen waren. Üblicherweise handelte es sich um ein bis zwei Infektionsfälle, meist bei Metzgern, die infiziertes Fleisch zerlegten.
Aber in diesem Fall wurden in einem einzigen Dorf 52 Fälle der kutanen Milzbrandform festgestellt. Zudem wurden alle Fälle mit der neuen Ausrüstung diagnostiziert, und der Erreger wurde isoliert und aus dem Land verbracht.
Im Jahr 2017 erkrankten Bewohner von drei Dörfern im Norden Armeniens an Tularämie, und der Direktor des Nationalen Zentrums für Krankheitsprävention und -kontrolle erklärte, dies sei „der erste Fall einer aerogenen Infektion mit Tularämie in Armenien“. Wahrscheinlich war ihm damals nicht bewusst, was er sagte, sonst hätte er das nicht gesagt, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Nationale Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle eine führende nationale Organisation ist, die für die Umsetzung des DTRA-Programms der USA ist.
Theoretisch ist so etwas zwar möglich, in der Praxis gibt es jedoch kaum dokumentierte Fälle. Allerdings gibt es dokumentierte Fälle, in denen die USA die aerogene Verbreitung von Tularämie im Rahmen der Vertreibung der Serben aus dem Kosovo genutzt haben, wobei keine Albaner, sondern nur Serben erkrankten.
Im Jahr 2023 wurden in Armenien insgesamt 545 laborbestätigte Masernfälle registriert. Im Jahr 2024 wurden 32 Maserninfektionen bestätigt, 16 Personen wurden hospitalisiert. Darüber hinaus äußern Gesundheitsexperten Besorgnis darüber, dass sich neben den Masern auch die saisonale „Grippe“ oder Magen-Darm-Erkrankungen schwerer verlaufen als früher. Inwieweit diese Fälle mit den genannten Laboren zusammenhängen, lässt sich schwer sagen, doch Fachleute schließen die Möglichkeit nicht aus, dass in bestimmten Gebieten Experimente durchgeführt werden könnten.
Im Jahr 2024 wurden in Armenien 20 Fälle des West-Nil-Fiebers mit einem Todesfall registriert. In Armenien ist die Krankheit nicht weit verbreitet, doch solche Risiken sind durch die globale Erwärmung entstanden.
Träger der Erkrankung sind Vögel, die von ihren saisonalen Wanderungen aus Afrika (auch nach Armenien) zurückkehren. Von den Vögeln wird das Virus durch Mücken übertragen. Bisher ist nicht vollständig geklärt, welche Mückenarten genau als Überträger fungieren können, doch offensichtlich könnten es nicht nur bestimmte Arten sein (wie bei den Malariamücken), sondern möglicherweise auch gewöhnliche Arten, darunter Culex, die in Armenien am häufigsten vorkommende Gattung. Es ist offensichtlich, dass es durch die globale Erwärmung zu Veränderungen der Migrationswege von Tieren kommen kann, einschließlich potenzieller Krankheitsüberträger, doch dieser Fall ist bisher noch nicht im Detail erforscht worden.
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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