Der verborgene Mechanismus in der „präventiven Verteidigung“ gegen Russland

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Die militärische Führung der NATO hat vor kurzem mit großem Pomp ihre neue Militärdoktrin gegen Russland, die sogenannte...

anti-spiegel.ru📅 21.10.2026
NATO-Vorbereitungen auf Atomkrieg

Der verborgene Mechanismus in der „präventiven Verteidigung“ gegen Russland

Die NATO-Führung hat vor kurzem ihre sogenannte „Theory of Victory“ gegen Russland vorgestellt. Dahinter verbirgt sich kaum verschleiert die Vorbereitung auf False-Flag-Operationen zur Provokation eines Krieges mit Russland und die Vorbereitungen auf einen Atomkrieg in Europa.

Die militärische Führung der NATO hat vor kurzem mit großem Pomp ihre neue Militärdoktrin gegen Russland, die sogenannte „Theory of Victory“ (Theorie des Sieges), vorgestellt. Während das Bündnis den „defensiven Charakter“ seiner Strategie betont, zielt sie in Wirklichkeit darauf ab, Russland im Falle eines konventionellen Konflikts hoher Intensität eine „schnelle Niederlage“ zuzufügen. Ein solcher Konflikt wäre zu Beginn voraussichtlich im Baltikum, Polen, Weißrussland und den nordwestlichen Regionen Russlands, einschließlich Kareliens, der Umgebung von St. Petersburg und Kaliningrad, am heftigsten.

Das zumindest zeigen alle Vorbereitungen der NATO, die sich darauf konzentrieren, im Kriegsfalle schnell Kaliningrad einzunehmen und den gesamten Nordwesten Russlands zu bombardieren, wie sogar der Chef der deutschen Luftwaffe ganz offen sagt.

Kriegspropaganda als Vorbereitung auf False-Flag-Operation?

Leser deutscher Medien erfahren über so interessante Details wie die „Theory of Victory“ der NATO nur sehr wenig. Im Spiegel wurde sie in einem Interview kurz erwähnt, das der Spiegel mit US-General Alexus Grynkewich, dem Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, und dem Generalinspekteur der Bundeswehr Carsten Breuer geführt hat. Es wurde unter der Überschrift „Nato-Befehlshaber Grynkewich – »Unsere militärischen Fähigkeiten übertreffen die Moskaus bei Weitem«“ veröffentlicht und ist ein Paradebeispiel für gruselige Kriegspropaganda, wie schon die erste Frage des Spiegel zeigte, der sich als bloßer Stichwortgeber der Generäle inszenierte:

„General Grynkewich, General Breuer, fast jeden Tag verletzen russische Drohnen den Nato-Luftraum, hinzu kommen aggressive Manöver der russischen Marine oder gar Angriffsversuche wie auf den Flughafen Leipzig. Können Sie noch gut schlafen?“

Nehmen wir das mal kurz auseinander.

Erstens gibt es keinen Fall, in dem russische Drohnen den NATO-Luftraum zweifelsfrei verletzt haben. Es gab viele Fälle, in denen das behauptet wurde und die Medien es reißerisch berichtet haben, aber wenn sich die Drohnen danach als ukrainische Drohnen entpuppten, wurde darüber fast nie berichtet. Und Fälle, wie beispielsweise im September 2025, als viele anscheinend russische Drohnen in Polen abgestürzt sind, werfen Fragen auf, weil die gezeigten Drohnenmodelle gar keine ausreichende Reichweite haben, um vom Russland oder Frontlinie bis nach Polen zu fliegen. Das waren wohl eher ukrainische Beutedrohnen, also eine False-Flag-Operation.

Zweitens gibt es keine aggressiven Manöver der russischen Marine. Der Spiegel spielt hier auf einen Vorfall in der Ostsee an, bei dem ein russisches Kriegsschiff vor kurzem in internationalen Gewässern unterwegs war und zwei Leuchtraketen in Richtung eines dänischen Militärhubschraubers abgefeuert hat, was Medien wie der Spiegel als aggressives Manöver bezeichnet haben. Nur können solche Leuchtraketen erstens einem Militärhubschrauber nicht gefährlich werden, und zweitens war es anders herum: Der dänische Hubschrauber hat sich dem russischen Schiff gefährlich angenähert und die Leuchtraketen waren eine Warnung. Dass diese Version stimmt, zeigt schon die Tatsache, dass die Leuchtraketen nicht einmal in die Nähe des dänischen Hubschrauber gekommen wären, wenn der sich an die Abstandsregeln gehalten hätte.

Und drittens ist zu dem angeblichen Drohnenvorfall von Leipzig in meinen Augen schon alles gesagt, das möchte ich hier nicht wiederholen.

Aber da die Öffentlichkeit ununterbrochen mit dieser anti-russischen Kriegspropaganda beschallt wird, glauben viele all das natürlich. Das ist der perfekt Nährboden für eine False-Flag-Operation, bei der man Russland beschuldigen kann, um zu begründen, warum die NATO angeblich gezwungen ist, „seit 5.45 Uhr zurückzuschießen“. Solche False-Flag-Operationen gab es in der Geschichte viele, man erinnere sich nur an den angeblichen Überfall auf den Sender Gleiwitz, mit dem Hitler den Angriff auf Polen begründet hat, oder an den Tonkin-Zwischenfall, mit dem die USA den Vietnamkrieg begründet haben.

Das Muster hat in der Geschichte unzählige Male funktioniert – und die NATO bereitet es nun gegen Russland vor.

Die „Theory of Victory“

Die „Theory of Victory“ besteht aus einem dreiteiligen Plan, den sein Erfinder Grynkewich als den Plan der „drei Bs“ bezeichnet: „to block, to blunt and to break“, was übersetzt etwa „blockieren, schwächen und zerbrechen“ bedeutet. Wie das in der Praxis funktionieren soll, hat Grynkewich dem Spiegel so erklärt:

„Zunächst einmal werden wir jede Verletzung des Nato-Raums sofort blockieren, mit Landstreitkräften, Flugzeugen und der Marine. Wenn die Angriffe nicht aufhören, werden wir den Gegner schwächen, indem wir seine erste und zweite Linie mit Artillerie und Bomben bekämpfen. Wenn der Gegner weiter angreift, beginnt die »break«-Phase. Dann greifen wir das Hinterland an, zerstören Kommandoposten, Nachschubwege, die Rüstungsindustrie, das ganze System, das uns attackiert. Das muss schnell gehen, wir müssen aus dem Stand reagieren.“

Im Grunde ist daran wenig Neues, denn jeder Kriegsplan sieht vor, den Gegner möglichst zu blockieren, ihn zu schwächen und dann zu zerschlagen. Und im Grunde übt die NATO das in jedem Manöver, die inzwischen alle offen gegen Russland und Weißrussland gerichtet sind.

Was den Plan besonders macht, ist die Aussage von Grynkewich, das alles müsse sehr schnell gehen, die NATO müsse also sehr schnell dazu übergehen, das russische Hinterland anzugreifen. Wie passen so offen geäußerte Angriffspläne zu der Legende, die NATO sei rein defensiv?

Das war eine rhetorische Frage, die nächste Frage ist jedoch nicht rhetorisch.

Erst vor kurzem hat die russische Regierung sehr deutlich davor gewarnt, dass jeder Versuch von EU und NATO, Kaliningrad zu Lande, zur See oder in der Luft zu blockieren, zu einem Krieg führen würde, der sich sehr von dem in der Ukraine unterscheiden und der „sehr kurz“ sein werde. Das war die klare Warnung, dass Russland darauf notfalls nuklear reagieren würde. https://anti-spiegel.ru/2026/was-der-spiegel-ueber-russlands-warnung-an-die-nato-verschweigt/

Ein normal denkender Mensch würde erwarten, dass ein Atomkrieg etwas ist, was man um jeden Preis verhindern will. Aber Militärs denken anders und gerade in der NATO und in den USA gab es schon in der Vergangenheit Hardliner, die meinten, ein Atomkrieg sei zu gewinnen.

Interessant ist, was nicht drin steht

Und genau das ist das wichtigste Merkmal der neuen „Theory of Victory“, denn sie klammert den Faktor Massenvernichtungswaffen komplett aus. In dem, was öffentlich über diese Kriegspläne der NATO gegen Russland bekannt ist, findet sich kein Szenario für den Fall, dass Moskau, gemäß seiner Nukleardoktrin, taktische oder strategische Atomwaffen einsetzt. Dabei ist es doch vollkommen klar, dass diese Reaktion auf die „präventiven“ Schritte des Westens die Logistik und auch die großen Truppenverbände der NATO in der Region augenblicklich vernichten und damit sämtliche „Theorien des Sieges“ zunichtemachen würde.

Das wissen auch die Militärs der NATO. Und die Tatsache, dass sie dazu öffentlich nichts sagen, ist ein klarer Hinweis darauf, dass sie den Atomkrieg einplanen und entweder hoffen, ihn entweder regional begrenzen, oder Russland in einem Erstschlag besiegen zu können. Aber das Thema wird bewusst aus der medialen Berichterstattung herausgehalten, um die Öffentlichkeit nicht zu beunruhigen. Auch in dem Spiegel-Interview wurde das Thema ausgeklammert.

Parallel dazu finden in Europa übrigens gerade Nuklearübungen wie etwa „Steadfast Noon“ statt und es werden Angriffe gegen die Region Kaliningrad geübt.

Und besonders wichtig ist – und die deutschen Medien verschweigen das komplett -, dass die baltischen Staaten und Finnland, die alle direkt an Russland angrenzen, gerade bisher bestehende Verbote für die Stationierung von Atomwaffen in ihren Ländern aufheben. Wenn all das keine deutliche Indizien dafür sind, dass die NATO hinter der Fassade des lautstarken Säbelrasselns mit konventionellen Waffen konkrete Vorbereitungen für einen Atomkrieg trifft, was sollen dann Indizien dafür sein?

Die Angst vorm Krieg verloren

Während des Kalten Krieges wurde ein heißer Krieg vor allem durch die Angst verhindert, dass ein Konflikt in eine unkontrollierbare, katastrophale Eskalation mit der „garantierten gegenseitigen Vernichtung“ münden könnte. Die damaligen politischen Führer in Europa hatten den Zweiten Weltkrieg noch erlebt und wussten, was Krieg bedeutet. Bei den heutigen europäischen Führern hat man das Gefühl, sie haben sich daran gewöhnt, dass alle Krisen sie persönlich nicht betreffen, und sie scheinen Krieg eher für ein Spiel zu halten.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes sowie der Verringerung der nuklearen Arsenale hat die stabilisierende Angst vor einem Atomkrieg nachgelassen. Das damit verbundene Schwinden psychologischer Hemmschwellen hat die Wahrscheinlichkeit einer nuklearen Katastrophe sogar erhöht. Das zeigt vor allem der erste Punkt von Grynkewichs „Theory of Victory“, der den Übergang vom derzeitigen Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland hin zu einer direkten militärischen Konfrontation beschreibt.

Der verborgene Mechanismus

Das „Blockieren“ impliziert für sich genommen bereits aktive Maßnahmen gegen die russischen Streitkräfte. Faktisch legitimiert Grynkewichs Strategie somit Präventivschläge nach dem Prinzip: „Wenn ein Angriff unvermeidlich ist, muss man zuerst zuschlagen“ – und zwar müsse das, wie er im Spiegel unmissverständlich sagte, „schnell gehen“ und man müsse es „aus dem Stand“ tun können.

Dass das in Russland Erinnerungen an das Dritte Reich weckt, ist kaum verwunderlich, schließlich hat Hitler seinen Angriff auf die Sowjetunion auch damit begründet, er habe „präventiv“ handeln müssen, um einem sowjetischen Angriff zuvorzukommen. Grynkewichs „Theory of Victory“ zeigt daher durchaus Parallelen zur „Operation Barbarossa“, zumindest wirkt es aus russischer Perspektive so.

Und auch die westlichen Medien benehmen sich so ähnlich, wie die Medien in Nazi-Deutschland, die unter Hitler jahrelang den „Bolschewismus“, das damalige Synonym für Russland, zum größten Feindbild aufgebaut haben.

Heute konstruieren die westlichen Medien seit Jahren das Bild eines angeblich aggressiven Russlands, das angeblich Europa angreifen will. Hier sei nur an die Eingangsfrage des Spiegel-Interviews mit Grynkewich erinnert, in der alle Grundannahmen gelogen waren.

Ergänzt wird dieses Narrativ durch den Stellvertreterkrieg in der Ukraine und angebliche Sabotageakte, die Moskau – gänzlich ohne Beweise – vorgeworfen werden: von der Sprengung der Nord Stream-Pipelines (die zunächst Russland angehängt werden sollte, was dann aber wohl selbst den westlichen Propagandisten zu absurd war) über beschädigte Datenkabel in der Ostsee bis hin zum Vorfall in Leipzig, um nur die wichtigsten zu nennen.

Gleichzeitig findet seit einem Jahr unter der Bezeichnung Eastern Sentry ein massiver Ausbau der NATO-Präsenz in Polen und im Baltikum statt, begleitet von intensiven Vorbereitungen im Bereich der militärischen Logistik und des Zivilschutzes.

Der Automatismus eines neuen Weltkriegs

Stellen wir uns mal ein Szenario vor: Eine „unbekannte Drohne“ (oder eine tragbare Flugabwehrrakete sowjetischer Bauart) trifft bei einem europäischen Flughafen ein Passagierflugzeug während des Starts oder der Landung, es kommen 150 oder gar 300 Zivilisten ums Leben.

Oder ein anderes Szenario: Ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Antonow, die der Öffentlichkeit vom Drohnenvorfall von Leipzig ja bereits als angeblich bevorzugte Ziele Russlands bekannt sind, explodiert über einem Wohngebiet einer europäischen Stadt, etwa in der Nähe des NATO-Logistikzentrums in Leipzig, wo die Maschinen stationiert sind.

Solche False-Flag-Operationen durchzuführen, ist für westliche Geheimdienste und Militärs keine schwierige Aufgabe. Medien und Politik würden Russland automatisch als Schuldiger benennen und es eines „hybriden Angriffs“ – ob „absichtlich“ oder „unabsichtlich“, spielt dabei keine Rolle – auf ein NATO-Mitglied beschuldigen. Das würde zufällig genau dann passieren, wenn der militärische Aufmarsch der NATO an der russischen Grenze, der übrigens auf Hochtouren läuft, abgeschlossen ist.

Auf eine unabhängige Untersuchung braucht niemand zu hoffen, mit so etwas gibt man sich im Westen nicht ab, wie so viele Vorfälle zeigen, die alle nie unabhängig untersucht wurden. Als willkürliche Beispiele kann man die Sprengung der Nord Streams, den Fall Skripal, Butscha, den Drohnenvorfall von Leipzig und viele andere nennen, die alle eines gemeinsam haben: Sie wurden nie unabhängig untersucht, sondern es wurde im Gegenteil alles zur Geheimsache erklärt. Die Welt sollte dem Westen einfach glauben, dass er die Wahrheit sagt.

Folgt man der Logik von Grynkewichs „Theory of Victory“, würde ein solcher Vorfall entweder zur Stellung eines Ultimatums mit für Russland von vornherein inakzeptablen Forderungen führen, ähnlich den Forderungen Österreich-Ungarns an Serbien im Jahr 1914, was zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs geführt hat, oder aber zu unmittelbaren „präventiven“ Schlägen gegen Kaliningrad, die unter dem Vorwand der Vergeltung erfolgen würden.

Russland bliebe in so einem Szenario keine andere Wahl, als militärischen Widerstand gegen die Aggressoren zu leisten und Gegenschläge zu führen. Eine Blockade der Region Kaliningrad würde die russische Armee dazu zwingen, die Frage des Suwalki-Korridors zu klären, um eine Landverbindung zu seiner Exklave herzustellen. Damit wäre die Bundeswehrbrigade in Litauen an vorderster Front im Krieg und die deutschen Medien würden berichten, wie die Frauen und Kinder der Bundeswehrsoldaten, für die dort extra ein Städtchen gebaut wurde, in russischem Feuer sterben. So soll die Kriegsstimmung in Deutschland angefeuert werden

Genau diese unvermeidliche Reaktion Moskaus kalkuliert die „Theory of Vicotory“ jedoch ein: Phase 2 des Plans zielt darauf ab, die russische Gegenoffensive zu stoppen (zu “schwächen”), während Phase 3 die Zerschlagung der russischen Truppenverbände vorsieht.

Natürlich würde all das als „Gegenmaßnahme gegen die russische Aggression“ dargestellt, denn über die Warnungen des Kremls, dass ein durch derartige Aktionen ausgelöster Krieg „kurz“ sein würde, haben die Medien fast völlig ignoriert, während aber gleichzeitig die Aktivitäten der nuklearen Streitkräfte der NATO zunehmen, wie die eiligen Gesetzesänderungen in Finnland und dem Baltikum zeigen, die nun die Stationierung von Atomwaffen erlauben.

Der potenzielle Zeitpunkt des „Tag-X“ bleibt flexibel. Ein Abgleiten in eine unkontrollierte Eskalation wird zwar immer wieder durch Erklärungen gebremst, wonach „Russland derzeit nicht bereit sei, die NATO anzugreifen“, doch kurz darauf bringen die gleichen Politiker und Militärs der NATO-Staaten das Thema eines „Krieges vor der Haustür des Bündnisses“ und des angeblich drohenden russischen Angriffs auf Europa erneut ins Spiel. Dieses Hin und Her in der Informationspolitik ermöglicht es dem Westen, einerseits zu versuchen, russische Reserven vom ukrainischen Kriegsschauplatz abzuziehen, und andererseits die eigenen Militärbudgets aufzublähen, während sie gleichzeitig die öffentliche Meinung im eigenen Land manipulieren.

Warum das immer wahrscheinlicher wird

Der ursprüngliche Plan des Westens war es, Russland in den Ukraine-Krieg zu zwingen, weil der für Russland inakzeptable NATO-Beitritt des Landes nur noch so verhinderbar erschien. Russlands Wirtschaft sollte durch die Sanktionen schnell zerschlagen und Russland selbst sollte international isoliert werden, während die angeblich marode russische Armee von der vom Westen aufgerüsteten ukrainischen Armee zerschlagen werden sollte.

Bekanntlich hat nichts davon geklappt. Stattdessen ist es umgekehrt gekommen und Europa ertrinkt in Schulden und seine Wirtschaft bricht zusammen.

Und alle Kriegspropaganda des Westens kann die allgemeine Dynamik der Ereignisse in der Ukraine, wo Kiew stetig an Boden verliert, nicht verändern. Nahezu alle Stufen der konventionellen Eskalation sind bereits durchlaufen.

Trotzdem hält Russland sowohl der Konfrontation der militärischen Ressourcen mit der NATO als auch dem wirtschaftlichen Zermürbungskrieg erfolgreich stand, und zwar besser als Europa selbst, das diesen Krieg vom Zaun gebrochen hat. Es ist nicht gelungen, die russische Wirtschaft zu zerschlagen, in Russland Unruhen und einen Regimechange zu organisieren, um Russland politisch und territorial zu zerschlagen, oder die russische Bevölkerung durch ukrainische Terrorangriffe einzuschüchtern.

Mit anderen Worten: Die Handlungsoptionen innerhalb der Eskalationslogik dieses Stellvertreterkrieges sind weitgehend erschöpft.

Daher steigt mit der Fortdauer des Konflikts die Wahrscheinlichkeit eines Übergangs zu einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Russland und der NATO, oder zumindest der EU, die sich gerade selbst als Militärblock neu erfindet.

Die Schaffung eines formellen Vorwands unter falscher Flagge, sozusagen ein „Gleiwitz 2.0“ wäre nicht schwierig – und die gleichgeschalteten westlichen Medien würden es nicht hinterfragen. Ein solches Szenario würde genau in die Linie der aktuellen Propaganda passen, die den „Kampf gegen hybride Angriffe Russlands in Europa“ propagiert.

Es ist offensichtlich alles vorbereitet, die Frage ist nur, ob und wann sich die NATO – oder die EU – dazu entschließt.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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