Außerirdische, Trumps „Friedensrat“ und Kriegsgefahr im Iran

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anti-spiegel.ru📅 23.02.2026
Die politische Woche in den USA

Außerirdische, Trumps „Friedensrat“ und Kriegsgefahr im Iran

Die letzte politische Woche in den USA war turbulent, denn es fand die erste Sitzung von Trumps „Friedensrat“ statt, Trump droht dem Iran mit Krieg und außerdem gibt es innenpolitischen Streit. Und als sei das nicht genug, wird nun auch wieder über Außerirdische spekuliert.

Der Bericht des USA-Korrespondenten, den das russische Fernsehen am Sonntag in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick gezeigt hat, hat über so viele Themen berichtet, die die USA letzte Woche beschäftigt haben, dass man schon fast den Eindruck bekommt, damit soll von den Epstein-Akten abgelenkt werden. Wie jede Woche habe ich den russischen Bericht übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Trump muss Amerika im Ausnahmezustand erneuern

Kommen wir zu Amerika. Es sei daran erinnert, dass Sicherheitskräfte in Florida heute einen etwa 20-jährigen Mann erschossen haben, der mit Benzin und einer Waffe in Trumps Residenz eindringen wollte. Das war sicher ein weiterer Versuch, den amerikanischen Präsidenten zu töten, der aber glücklicherweise nicht z Hause, sondern in Washington war. Sein Name wurde noch nicht veröffentlicht. Das Thema wird sicher die nächsten Tage beherrschen.

Unterdessen hat man letzte Woche über Außerirdische gesprochen. Ex-Präsident Obama hat die Debatte am 14. Februar mit der Behauptung angestoßen, dass Außerirdische existieren: „Aliens gibt es wirklich, aber ich habe sie nicht gesehen, und sie werden nicht in Area 51 festgehalten, dort gibt es keine unterirdische Anlage.“

Eine Woche später griff Donald Trump das Thema auf und warf Obama vor, geheime Informationen preisgegeben zu haben: „Ich weiß nicht, ob sie wirklich existieren. Aber ich kann Ihnen sagen, dass er geheime Informationen veröffentlicht hat, die er nicht hätte veröffentlichen sollen. Das war ein schwerer Fehler – er hat die geheime Informationen freigegeben.“

Wie auch immer, jedenfalls gab Trump daraufhin dem Pentagon und anderen Behörden die Anweisung, alle Dokumente „über außerirdisches Leben, unidentifizierte Flugobjekte und UFOs“ freizugeben.

Überhaupt gibt es hier eine Gemeinsamkeit zwischen Republikanern und Demokraten: Beide konzentrieren sich plötzlich auf außerirdische Zivilisationen, ein seltener Fall parteiübergreifender Übereinstimmung. In anderen Fällen stehen Demokraten und Republikaner in klarem Widerspruch zueinander.

Aus den USA berichtet unser Korrespondent Dmitri Melnikow.

Im Jahr der runden Geburtstage von sich selbst und seinem Land ruft Donald Trump in Amerika eine Ära der Enthüllungen aus. Die Schockwelle der Epstein-Akten hallt noch immer um die Welt, und der US-Präsident lässt eine weitere Informationsbombe auf die ohnehin schon brodelnde Öffentlichkeit platzen, was bei CNN so klang: „Präsident Trump hat die Freigabe aller Regierungsdokumente zu UFOs gefordert. Auf seinem Social-Media-Account schrieb er: ‚Angesichts des enormen Interesses an diesem Thema werde ich den Kriegsminister und die zuständigen Ministerien und Behörden anweisen, den Prozess der Identifizierung und Offenlegung von Regierungsdokumenten über Außerirdische und außerirdisches Leben, unidentifizierte Flugobjekte und UFOs zu beginnen.‘“

Kriegsminister Pete Hegseth hat auf diese Anweisung auf X reagiert. Dass selbst amerikanische Präsidenten nicht die ganze Wahrheit über außerirdische Wesen und ihre Technologie erfahren, ist bei Verschwörungstheoretikern ein seit Langem wiederkehrendes Thema.

Einer Verschwörungstheorie zufolge traf sich Dwight Eisenhower Mitte der 1950er-Jahre persönlich mit grauen Außerirdischen und unterzeichnete sogar einen Geheimvertrag mit ihnen, an den sich die USA angeblich noch immer halten. Die im ganzen Land gesammelten Wrackteile von UFO-Abstürzen sowie die Überreste ihrer Passagiere werden, einigen Versionen zufolge, in die Area 51 gebracht, die Obama erwähnte.

Diese streng geheime Einrichtung der US-Luftwaffe befindet sich in der Wüste Nevadas. Dort betreiben Wissenschaftler unter anderem angeblich sogenanntes Reverse Engineering, also die Entwicklung von Technologie, die von Außerirdischen stammt.

Bei Anhörungen im Repräsentantenhaus unter dem Vorsitz von Ana Paulina Luna wurde Material präsentiert, das selbst eingefleischte Skeptiker zum Nachdenken anregte und das Luna so kommentierte: „Das bekannteste Video zeigt ein UFO, das einem Angriff mit einer Hellfire-Rakete widersteht. Es wurde, glaube ich, vor der Küste des Jemen aufgenommen. Wir im Kongress haben Informationen erhalten, die uns zu der Annahme veranlassen, dass es tatsächlich hochentwickelte Technologien gibt, die nicht von der Menschheit stammen.“

Mit seiner Aussage über Besucher aus fernen Galaxien überschattete Trump beinahe das Treffen des von ihm gegründeten Friedensrates. Vertreter aus 50 Ländern nahmen an der ersten Sitzung des Instituts für Frieden in Washington, D.C., teil, das seit Kurzem auch Donald Trumps Namen trägt.

27 Länder sind als ständige Mitglieder vertreten, fast ebenso viele als Beobachter. Die Länder, die er am dringendsten dort sehen wollte, zum Beispiel Russland und China, sind nicht gekommen. Doch unter den ständigen Mitgliedern des Rates sind auch kaum traditionelle Verbündete der USA. Sieben europäische Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, haben Trumps Vorschlag abgelehnt. Kanada hat der US-Präsident selbst von der Liste gestrichen. In diesem neuen Gremium mit seinen vage definierten Befugnissen bestellt der Vorsitzende persönlich die Musik.

Die Ballade „November Rain“ von Guns N’ Roses beim gemeinsamen Foto erinnert deutlich daran, dass die Gründung des Friedensrats im vergangenen November von der UNO als wichtiger Schritt in Trumps sogenanntem Gaza-Friedensplan gebilligt wurde.

Trump sagte bei dem Treffen: „Wir werden Gaza helfen, dort die Ordnung wiederherstellen und für Erfolg und Frieden sorgen. Dasselbe werden wir auch anderswo tun. Es werden Dinge geschehen, an die jetzt noch niemand denkt und die sogar unvorstellbar sind.“

Die geografischen Interessen des Friedensrats beschränken sich nicht mehr auf Gaza, doch eines ist bereits klar: Nicht alles Geplante wird sich sofort umsetzen lassen, auch wenn Trump sich euphorisch gab: „Wir haben ein erstes Jahr erlebt, das in unserem Land wohl beispiellos ist: Wir haben acht Kriege beendet, und einen neunten beenden wir vielleicht bald. Das war schwieriger als erwartet, ich dachte, es wäre einfacher. Aber im Krieg weiß man nie, was einfach ist und was nicht.“

Den Ukraine-Konflikt hat der US-Präsident im Friedensrat nicht direkt angesprochen, doch es ist klar, dass diese Äußerungen eine Reaktion auf die Gespräche in Genf waren. Und der ungarische Ministerpräsident, dessen Land neben Bulgarien als einziges europäisches ständiges Mitglied in die Organisation aufgenommen wurde, erklärte offen, dass ein Ende des Krieges ohne Trumps Beteiligung unmöglich sei: „Ich habe den US-Präsidenten auch heute dringend gebeten, die Friedensbemühungen im ukrainisch-russischen Krieg nicht aufzugeben, egal wie langsam sie voranschreiten. Die Europäer verstehen meiner Meinung nach nicht, dass sie mit dem Feuer spielen und Risiken eingehen, die man nicht eingehen darf. Ohne die Amerikaner gibt es keine Idee und keinen Plan, wie man Frieden schaffen kann.“

Washington hat derzeit nicht vor, die Verhandlungen auszusteigen, die militärische Unterstützung für Kiew wurde jedoch bereits vollständig eingestellt. In den vergangenen zwei Jahren haben die USA ihre Hilfsleistungen an Kiew auf ein 44-stel reduziert. Laut einem Bericht des Pentagons, des Außenministeriums und von USAID an den US-Kongress wurden für das Haushaltsjahr 2025 noch etwa 3,92 Milliarden US-Dollar, aber für das Haushaltsjahr 2026 nur etwa 220 Millionen US-Dollar zur Erfüllung der Verpflichtungen im Rahmen der Operation Atlantic Resolve und zur Unterstützung der Ukraine beschlossen.

Wer Trump bei der Sitzung des Rates zuhörte, hätte vielleicht annehmen können, der Weltfrieden stehe unmittelbar bevor, doch der US-Präsident holte alle Anwesenden auf den Boden der Tatsachen zurück, als er praktisch sofort zu Drohungen gegen den Iran überging: „Jetzt ist es an der Zeit, dass sich der Iran uns auf dem Weg anschließt, der das beendet, was wir tun. Wenn er sich uns anschließt, wäre das wunderbar. Aber wenn nicht, werden bedauerliche Dinge passieren. Daher müssen wir nun möglicherweise einen weiteren Schritt unternehmen, möglicherweise aber auch nicht. Wir könnten einen Deal erzielen, von der Sie höchstwahrscheinlich innerhalb der nächsten zehn Tage hören werden.“

Washington verhandelt mit dem Iran weiterhin mit dem Finger am Abzug über das Atomprogramm, wie Fox News berichtete: „Eine riesige Menge amerikanischer Militärausrüstung trifft weiterhin im Nahen Osten ein, um einen Einsatz gegen den Iran vorzubereiten.“

Der Flugzeugträger Gerald Ford wird voraussichtlich bereits nächste Woche im Nahen Osten eintreffen, und Quellen von Axios gehen von einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit aus, dass Trump in den kommenden Tagen einen Krieg gegen den Iran entfesseln wird. Zusätzlich zu den Flugzeugträgern könnten bis zu 500 Tomahawk-Marschflugkörper in Richtung Iran fliegen. Diese „Faust“ wird bereits mit der verglichen, der der Irak während der Operation Desert Storm ausgesetzt war.

„Die USA verhalten sich ganz klar so, als wären sie zu einem umfassenden Krieg bereit, als wären sie bereit, ihre gesamte Macht gegen den Iran einzusetzen“, kommentierte der Politikwissenschaftler Alon Burstein.

Neben dem Stopp der Urananreicherung fordert Washington von Teheran auch noch die Begrenzung seiner ballistischen Raketenprogramme, und die Liste der Forderungen könnte sich noch deutlich verlängern. Das Weiße Haus spricht nicht offen über Vorbereitungen für einen Regimewechsel im Iran, doch das Militär wurde angewiesen, sich auf alle möglichen Optionen vorzubereiten, wie Axios berichtet: „Selbst einige von Trumps engsten Beratern geben zu, nicht zu wissen, wie seine nächste Entscheidung ausfallen wird oder wann. Sie sagen: ‚Der Präsident hat noch nicht entschieden, ob er angreifen soll. Er könnte morgen aufwachen und sagen: Okay, dann soll es so sein.‘ Laut dem Berater hat das Pentagon Trump eine Vielzahl von Optionen präsentiert. ‚Sie haben fertige Lösungen für jedes Szenario. Eine davon beinhaltet die Eliminierung des Ayatollahs, seines Sohnes und der spirituellen Führer. Niemand weiß, wofür sich der Präsident entscheiden wird. Ich glaube, er weiß es selbst nicht‘, bemerkte er.“

Und nun schließen sich einige Republikaner den Demokraten im Kongress an und bereiten dringend eine gemeinsame Resolution vor, die dem Präsidenten den Einsatz von Gewalt gegen den Iran untersagen würde.

Der Kongress hat so einen Krieg nicht nur nicht autorisiert, er wurde dort auch kaum besprochen. Die Regierung hat sich keine Mühe gegeben, dem Kongress oder der amerikanischen Bevölkerung zu erklären, warum sie einen Angriff auf den Iran plant und was sie damit erreichen will, wie der demokratische Abgeordnete Ro Khanna, der gemeinsam mit seinem republikanischen Kollegen Thomas Massie versucht, eine Abstimmung über Antikriegsmaßnahmen zu erreichen, sagte: „Es gab keinerlei Briefings zur Militärstrategie.“

Trump daran zu hindern, einen Krieg im Nahen Osten zu führen, scheint unmöglich. Doch die Eindämmung des globalen Handelskriegs durch die Aufhebung seiner Zölle lag eindeutig in der Macht des Obersten Gerichtshofs der USA.

Die Wut des Präsidenten war in dem Briefingroom, in dem er seine Stellungnahme zur Entscheidung der Richter abgeben sollte, deutlich spürbar. Sogar das Licht fiel kurz aus.

Das Unangenehmste daran, die Rückzahlung des Geldes, ist in Trumps Regeln überhaupt nicht vorgesehen. Durch die Einführung der Zölle haben die USA zwischen 130 und 250 Milliarden Dollar verdient, wie Trump in seiner Erklärung sagte: „Wir haben Hunderte von Milliarden Dollar eingenommen. Nicht Millionen, sondern Hunderte von Milliarden. Deshalb habe ich gefragt: ‚Was passiert mit all diesem Geld?‘ Aber darüber wurde nicht gesprochen. Ich vermute, das wird in den nächsten zwei Jahren Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten sein.“

Die Nachricht aus Washington erfreute jedoch die Europäer, die Trump unter Androhung von Zöllen zur Unterzeichnung eines ausbeuterischen Handelsabkommens gezwungen hatte. Zwar hatten sie noch keine Zeit, es zu ratifizieren, aber nun hoffen sie, dass das nicht nötig sein wird, wie der französische Präsident Emmanuel Macron nach dem Gerichtsentscheid sagte: „Es ist gut, einen Obersten Gerichtshof und damit die Rechtsstaatlichkeit zu haben. Es ist auch gut, in Demokratien eine Kontrolle der Macht zu haben. Wir werden die Folgen genau beobachten, prüfen, was getan werden kann, und uns anpassen. Es besteht kein Grund zur Eile.“

Es gibt allerdings keinen Grund, sich zu schnell zu freuen, warnt US-Finanzminister Scott Bessent die Welt. Es sei besser, die Zahlungen fortzusetzen, da Länder sonst vollständig vom Markt abgeschnitten werden könnten: „Der Präsident hat die Macht, ein vollständiges Embargo zu verhängen. Er könnte Länder einfach vom Welthandel abschneiden. Ich appelliere an alle Länder, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und weiterzumachen.“

Das wäre die extremste Maßnahme. Trump hingegen behauptet, bereits einen Plan B zu haben: „Als Präsident der USA erhöhe die globalen Zölle mit sofortiger Wirkung von 10 Prozent auf den gesetzlich zulässigen Höchstsatz von 15 Prozent. Betroffen sind Länder, von denen viele die USA jahrzehntelang, schon vor meiner Präsidentschaft, ohne Gegenmaßnahmen ausgebeutet haben.“

Die neuen Zölle betreffen keine Güter, die für die strategische Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind. Dazu gehören beispielsweise Energie, Rohstoffe, Düngemittel, Arzneimittel, bestimmte Elektronikprodukte und Automobile. Um die Verbraucher nicht zu verärgern, hat Trump auch Lebensmittel von den Zöllen ausgenommen. Darüber hinaus dürfen diese Zölle laut Gesetz nur vorübergehend gelten, für 150 Tage, also etwa fünf Monate. Das bedeutet, dass Trump in diesem Sommer, wenn der Wahlkampf zum Kongress in vollem Gange ist, die Abgeordneten um Zustimmung zur Verlängerung der Zölle bitten muss.

Das 250. Jubiläumsjahr der Unabhängigkeit der USA hat gerade erst begonnen, aber die Skandale und Umbrüche füllen bereits ein ganzes neues Geschichtsbuch. Hier ist eine weitere Bewährungsprobe, diesmal direkt in der amerikanischen Hauptstadt. Der District of Columbia steht aufgrund eines Abwasserrohrbruchs am Rande einer Umweltkatastrophe. Rund eine Million Tonnen Abwasser sind in den Potomac River geflossen. Ursache ist die marode Infrastruktur, die jahrzehntelang nur notdürftig geflickt statt systematisch modernisiert wurde. Auch die gesamten USA muss Trump im Ausnahmezustand erneuern, den er gerade in Washington ausgerufen hat.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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