Estland lässt offiziell ukrainische Angriffe auf Russland über sein Gebiet zu

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Ich berichte nun seit Tagen darüber, dass die Ukraine Ziele im Großraum der russischen Stadt St. Petersburg mit Drohnen ...

anti-spiegel.ru📅 31.03.2026
Das ist bereits Krieg

Estland lässt offiziell ukrainische Angriffe auf Russland über sein Gebiet zu

Auch letzte Nacht wurde die russische Region St. Petersburg wieder von ukrainischen Drohnen angegriffen, die aus dem Luftraum der baltischen Staaten kamen. Das estnische Militär erklärte dazu, die Drohnen seien gesichtet, aber nicht abgeschossen worden.

Ich berichte nun seit Tagen darüber, dass die Ukraine Ziele im Großraum der russischen Stadt St. Petersburg mit Drohnen angreift, und dass diese Drohnen dazu den Luftraum der EU- und NATO-Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland mit dem ausdrücklichen Einverständnis dieser Länder nutzen. Dieses Einverständnis haben sie zwar nicht öffentlich erklärt, aber die Tatsache, dass sie diese Angriffe auf Russland unter Nutzung ihrer Lufträume zulassen, ohne dagegen auch nur leise zu protestieren, bestätigt deren Einverständnis.

Das estnische Militär hat zu den Vorfällen der Nacht auf den 31. März erklärt:

„In der Nacht zum 31. März wurden als Ergebnis der russischen Aggression gegen die Ukraine in bestimmten Gebieten Estlands Luftbedrohungen entdeckt, während derer potenziell gefährliche Flugkörper in den estnischen Luftraum hätten eindringen können. Die estnischen Streitkräfte entdeckten potenziell gefährliche Flugaktivitäten innerhalb und außerhalb des estnischen Luftraums und gaben daraufhin eine präventive Gefahrenwarnung heraus. Eine gesonderte Meldung gab es, als die Gefahr beendet war. Das war keine Übung. Die potenzielle Gefahrenlage ist beendet. Nehmen Sie Ihre normalen Aktivitäten wieder auf. Über Änderungen der Lage wird berichtet.“

Wie ich in meinen Artikeln der letzten Tage bereits aufgezeigt habe, ist es nicht neu, dass Polen und die Baltenstaaten ukrainische Drohnenangriffe auf Russland über ihr Gebiet zulassen. Das ist spätestens seit letztem Sommer eine begründete Vermutung und seit letztem August de facto erwiesen.

Der Unterschied zu damals ist, dass die baltischen Staaten das nun offen zugeben. Sie erklären offiziell, dass die ukrainischen Drohnen ihren Luftraum für Angriffe auf Russland nutzen, protestieren im Gegensatz zu Finnland aber nicht in Kiew dagegen und erklären auch, dass sie gegen das Eindringen von mit Sprengstoff beladenen ukrainischen Drohnen keinerlei Maßnahmen ergreifen, was im Klartext bedeutet, dass sie diese Angriffe zulassen und mindestens indirekt unterstützen. Das ist bereits eine faktische Kriegsbeteiligung.

Und es geht hier nicht um kleine Drohnen, die keine nennenswerten Schäden anrichten, sondern es geht um Kampfdrohnen vom Typ An-196 mit über 2.000 Kilometer Reichweite und einem Gefechtskopf von mindestens 75 Kilogramm, die so stark sind, dass sie zwei Raffinerien und mindestens ein Handelshafen im Raum Petersburg schwer beschädigt haben. Außerdem greifen die Drohnen auch den Hafen der russischen Marine in Kronstadt an, wobei nicht bekannt ist, ob es da zu Schäden gekommen ist.

Bisher hat Russland auf diese Angriffe nicht militärisch reagiert, obwohl es dazu völkerrechtlich berechtigt wäre. Russland hält den Ball trotz dieser fortgesetzten Provokationen der NATO- und EU-Staaten flach und das offizielle Russland und die großen russischen Medien haben das Thema nicht aufgegriffen. Zumindest bisher.

Das scheint sich nun zu ändern. Die ukrainischen Angriffe mit offener Unterstützung europäischer Staaten waren am Sonntag ein Thema im wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens und inzwischen berichten immer mehr russische Medien darüber.

Und auch westliche Medien, die das Thema bisher komplett verschwiegen haben, berichten nun offen über die ukrainischen Drohnen über den Baltikum. Sie erwähnen dabei natürlich nicht, dass das eine offene Kriegsbeteiligung ist, aber allein die Tatsache, dass deutsche Medien wie der Spiegel das nun seit Tagen erwähnen, deutet darauf hin, dass sich etwas geändert hat. Beide Seiten haben aufgehört, das Thema zu verschweigen.

Das ist eine neue Entwicklung. Und zwar in meinen Augen eine sehr besorgniserregende, denn sie bringt vor allem Russland in Zugzwang, in dem der Druck auf die Regierung wachsen wird, dagegen vorzugehen. Und die einzige Möglichkeit, dagegen vorzugehen, ist militärisch, weil die Europäer jede Art von Verhandlungen mit Russland ablehnen, und weil gute Worte nichts bringen.

Ich war heute beim Friseur und habe dabei mit zufälligen Passanten gesprochen, sei es im Friseursalon, im Café, im Taxi oder auf der Straße. Das ist nicht repräsentativ, aber die fast einhellige Meinung der Leute war, Russland solle aufhören, sich von den Europäern „wie ein Fußabtreter“ behandeln zu lassen und endlich mit einem entschiedenen Schlag seine Entschlossenheit zeigen, sich diese Dinge nicht mehr gefallen zu lassen.

Das habe ich bei zufälligen Gesprächen in dieser Häufung bisher noch nicht erlebt.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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