SpaceX schränkt Kiews Zugang zu Starlink ein und die USA liefern keine Aufklärungsdaten mehr
Trump scheint seine Forderung, die Ukraine solle ihre Angriffe auf russische Raffinerien einstellen, ernst zu meinen und lässt dem, nachdem Selensky Trumps Forderungen offen ignoriert hat, nun Taten folgen. Die USA haben Kiew schon die zweite Nacht infolge keine Aufklärungsdaten über russische Raketenangriffe geschickt und dann SpaceX den Zugang des ukrainischen Militärs zum Satelliteninternet Starlink ohne Vorwarnung verlangsamt, was für die ukrainischen Streitkräfte ein ernstes Problem darstellt.
Allerdings muss das nicht bedeuten, dass diese Einschränkungen von Dauer sind, denn die Trump-Regierung hat die Übermittlung von Aufklärungsdaten früher schon einmal eingestellt und dann wieder aufgenommen, nachdem Kiew die Forderungen der USA erfüllt hat.
Die TASS hat in einer Meldung zusammengefasst, was über die Lage bekannt ist und ich habe die TASS-Meldung übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Vereitelte Operationen: SpaceX schränkt Zugang der ukrainischen Streitkräfte zu Starlink ein
Die Ukraine hat in der vergangenen Nacht erneut keine Aufklärungsdaten von westlichen Partnern erhalten, erklärte Wladimir Selensky.
Das US-Unternehmen SpaceX hat in der Nacht die Geschwindigkeit der Starlink-Satelliteninternetterminals für die ukrainische Armee gedrosselt, wodurch „eine Reihe von Operationen vereitelt wurde“, erklärte Sergej Beskrestnow, ein Berater von Wladimir Selensky und Experte für Kommunikation und unbemannte Systeme.
Die TASS hat das Wichtigste zur Lage zusammengefasst.
Einschränkung des Zugangs und die Lage bei der Übermittlung von Aufklärungsdaten
- Der Zugang der ukrainischen Streitkräfte zum Starlink-Satelliteninternet wurde eingeschränkt, was Operationen vereitelt hat, teilte Sergej Sternenko, ein ehemaliger Berater des Verteidigungsministers, auf seinem Telegram-Kanal mit.
- Seinen Angaben zufolge hat SpaceX den Internetzugang der ukrainischen Streitkräfte auf Ersuchen der Regierung des US-Präsidenten Donald Trump eingeschränkt.
- Später bestätigte Beskrestnow diese Information auf seinem Telegram-Kanal.
- Ihm zufolge betrifft die Einschränkung das „Militärpaket“ der StarShield-Dienste und begrenzt die Geschwindigkeit.
- Beskrestnow merkte an, dass „das eine Reihe von Operationen vereitelt hat“.
- Seiner Meinung nach „kann diese Maßnahme kein Zufall sein und steht im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Lage“.
- Die Ukraine habe in der vergangenen Nacht von den westlichen Partnern erneut keine Aufklärungsdaten erhalten, schrieb Selensky auf Telegram.
- Die USA hätten die Ukraine auf Ebene der Militärführung vor einer möglichen Einstellung der Übermittlung von Aufklärungsdaten gewarnt, teilte er später in einem Interview mit NPR mit.
- Die Ukraine habe in der Nacht zum 14. Oktober nur zur ersten Welle von Starts ballistischer Raketen keine Aufklärungsdaten erhalten, danach habe es wieder Daten gegeben, erklärte Juri Ignat, der Leiter des Pressedienstes der ukrainischen Luftstreitkräfte, laut der Agentur RBC-Ukraine.
Auswirkungen
- Die Verlangsamung des Starlink-Dienstes macht den Einsatz von Drohnen mittlerer Reichweite praktisch unmöglich, seit Tagesbeginn wurden bereits einige Missionen unter deren Verwendung abgesagt, wie das 7. Korps der Luftlande-Sturmtruppen der ukrainischen Streitkräfte auf seinem Telegram-Kanal mitteilte.
- Der Rada-Abgeordnete Alexej Gontscharenko schrieb auf Telegram, die ukrainischen Streitkräfte seien zu 200 Prozent vom Satelliteninternet Starlink abhängig und jemand müsse in die USA reisen, um eine Aufhebung der Zugangsbeschränkungen für das ukrainische Militär auszuhandeln.
- Wegen der Verlangsamung des Starlink-Satelliteninternets in der Ukraine können die ukrainischen Streitkräfte sich nicht mehr gegen Jet-Drohnen verteidigen, erklärte Beskrestnow.
- Seinen Angaben zufolge nutzt Kiew Starlink zur Abwehr von Jet-Drohnen, doch wegen der Einschränkungen könnten die ukrainischen Streitkräften das nicht mehr tun.
- Beskrestnow erklärte, die Partner würden Kiew durch ihr Handeln „faktisch einer der wenigen Chancen berauben“, diese Drohnen abzufangen.
- Die Verlangsamung der Starlink-Satelliteninternet-Terminals traf das ukrainische Militär völlig unvorbereitet, alles geschah ohne Vorwarnung, berichtete die Financial Times unter Berufung auf Quellen.
- Der Zeitung zufolge treten bei ukrainischen Drohnen, die Starlink-Terminals nutzen, Signalstörungen auf, sobald sie Geschwindigkeiten von mehr als 160 km/h erreichen.
- Die Verringerung der aus den USA bezogenen Aufklärungsdaten sowie die Einschränkungen bei Starlink setzen die ukrainischen Streitkräfte massiv unter Druck, erklärte Dmitri Kusjakin, Experte für unbemannte Luftfahrtsysteme und Chefkonstrukteur des Zentrums für integrierte Lösungen für unbemannte Systeme, gegenüber der TASS.
- Ihm zufolge verärgern die unkontrollierten Aktionen des Kiewer Regimes sowohl US-Präsident Donald Trump selbst als auch einen Teil des amerikanischen Establishments, das viel Geld in die Ukraine investiert hat.
- Mehrere Cyberoperationen des ukrainischen Geheimdienstes SBU gegen Russland könnten vereitelt oder möglicherweise verschoben werden, da das SpaceX die Geschwindigkeit der Starlink-Satelliteninternetterminals für ukrainische Sicherheitskräfte gedrosselt hat. Diese Einschätzung äußerte der Experte für technische Sicherheit und Informationssicherheit, Sergej Truchatschow, gegenüber der TASS.
- Zudem merkte er an, dass die Beschränkungen durch SpaceX auch die ukrainischen Streitkräfte unmittelbar betreffen würden.
- Er präzisierte, dass dies in erster Linie die Bediener ukrainischer Hochgeschwindigkeits-Drohnen betreffen werde.
Reaktion
- Der polnische Außenminister Radosław Sikorski richtete vor diesem Hintergrund auf X eine Warnung an SpaceX-Eigentümer Elon Musk. (Anm. d. Übers.: Sikorski warnte Musk, die Starlink-Kunden in Europa würden die Lage genau beobachten, was allerdings eine reichlich leere Warnung ist, da die Europäer keine Alternative zu Starlink haben)
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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