Newsweek spekuliert, wer Nachfolger von Selensky werden könnte

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Selensky ist unbestreitbar ein politischer Überlebenskünstler, aber nachdem Präsident Trump offen gefordert hat, die Ukr...

anti-spiegel.ru📅 13.10.2026
Wird Selensky ausgetauscht?

Newsweek spekuliert, wer Nachfolger von Selensky werden könnte

Nachdem Trump gefordert hat, Selensky solle ersetzt werden, hat Newsweek in einem Artikel über mögliche Nachfolger spekuliert und die vier derzeit aussichtsreichsten Kandidaten vorgestellt.

Selensky ist unbestreitbar ein politischer Überlebenskünstler, aber nachdem Präsident Trump offen gefordert hat, die Ukraine solle ihn als Präsidenten loswerden, ist Selenskys Stuhl so wackelig, wie wohl noch nie zuvor. Jetzt ist er mehr denn je auf die Unterstützung der Europäer angewiesen, die zwar Trump nicht mögen und den Krieg gegen Russland weiterführen wollen, die aber auch ihre Forderungen an Selensky haben, die er bisher ignoriert, was die Gefahr birgt, dass auch die Europäer ihn fallen lassen und einen neuen Machthaber in der Ukraine wollen.

Newsweek hat nun in einem Artikel vier mögliche Nachfolger für Selensky vorgestellt, etwas, das es meines Wissens in westlichen Medien noch nicht gegeben hat, da die bisher Selensky treu unterstützen.

Sollte sich die Frage der Nachfolge Selenskys stellen, wird es entscheidend, welcher Kandidat von welchen westlichen Ländern unterstützt wird. Großbritannien unterstützt, das ist unter Experten unstrittig, Walery Saluschny, den ehemaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und derzeitigen ukrainischen Botschafter in London, während die EU und ihre großen Mitgliedsstaaten offenbar den von Selensky gefeuerten ehemaligen Verteidigungsminister Fjodorow unterstützen. Auf wen die USA setzen würden, ist hingegen fraglich.

Da deutsche Medien Selensky noch treu unterstützen und bisher nicht über mögliche Nachfolger spekulieren, übersetze ich den Newsweek-Artikel, um zu zeigen, wie englischsprachige Medien berichten.

Beginn der Übersetzung:

Wer könnte Selensky ersetzen? Vier mögliche Nachfolger, weil Trump einen Wechsel fordert

Präsident Donald Trump hat die Ukraine dazu aufgerufen, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Das wirft neue Fragen zur politischen Zukunft des aktuellen Präsidenten Wladimir Selensky und zum Zeitpunkt der nächsten Wahl in Kiew auf.

„Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt“, sagte Trump am Samstag. Damit bekräftigte er seine früheren Forderungen an Kiew, Wahlen abzuhalten, obwohl die ukrainische Verfassung solche Wahlen während eines Krieges untersagt.

Trumps Äußerungen erfolgten, nachdem Selensky den neuen Deal kritisiert hatte, der den USA Zugang zu Millionen Tonnen russischen Diesels verschaffen soll, nachdem der Krieg der USA gegen den Iran – und die Blockade der lebenswichtigen Straße von Hormus durch Teheran – die Kraftstoffpreise in die Höhe getrieben und weite Teile der US-Bevölkerung kurz vor den Zwischenwahlen im November unter Druck gesetzt hatte.

Selensky bezeichnete das Abkommen als „absolut schrecklich“ und als Geschenk an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Anhaltende ukrainische Drohnenangriffe zielten auf russische Öl- und Gasanlagen ab, um dem Kreml lebenswichtige Öleinnahmen zu entziehen, mit denen der Krieg gegen die Ukraine finanziert wird. Moskau seinerseits führte Angriffe auf ukrainische Kraftwerke durch und unterbrach so die Strom- und Wärmeversorgung, unter anderem in der ukrainischen Hauptstadt.

Am Sonntag kündigte Trump daraufhin einen „Energie-Waffenstillstand“ zwischen Russland und der Ukraine an, beide Seiten hätten sich bereit erklärt, Angriffe auf Energieanlagen „umgehend“ einzustellen.

Russland äußerte sich nicht dazu, während die Ukraine, sichtlich überrascht von der Ankündigung, erklärte, sie werde sich an die Vereinbarung halten, sofern auch Moskau dies tue. Der ukrainische Außenminister Andrej Sybiga sagte, Russland habe „gegen den Energie-Waffenstillstand verstoßen, unmittelbar nachdem dieser verkündet worden war“.

Unterdessen erklärte Selensky am Sonntag, die ukrainische Regierung würde Wahlen organisieren, falls Russland einem „vollständigen Waffenstillstand“ für die Dauer von 60 Tagen zustimme.

Das ukrainische Gesetz untersagt Wahlen, solange im Land das Kriegsrecht gilt, das seit dem Beginn der russischen Großinvasion am 24. Februar 2022 in Kraft ist.

Ukrainische Regierungsvertreter betonen zudem, dass die Durchführung sicherer Wahlen unter den Bedingungen russischer Angriffe äußerst schwierig wäre.

Selenskys Amtszeit sollte im Mai 2024 enden. Russland stellt Selensky als illegitim dar, während Trump dem ukrainischen Staatschef vorwirft, den Krieg zu nutzen, um Wahlen zu verhindern.

Selensky ist zwar beliebt geblieben, doch eine Anfang des Monats veröffentlichte Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie ergab, dass mittlerweile eine Mehrheit der Ukrainer meint, der amtierende Präsident solle nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Das ist ein Anstieg gegenüber den 46 Prozent, die das Ende 2025 so sahen. Selensky hat sich noch nicht dazu geäußert, ob er sich zur Wiederwahl stellen wird. Derselben Umfrage waren 71 Prozent gegen die Durchführung von Wahlen zum jetzigen Zeitpunkt.

Selenskys Amtszeit wurde durch Korruptionsskandale in seinem engsten Umfeld überschattet, und die Entlassung des ehemaligen Verteidigungsministers Michail Fjodorow löste tagelange Proteste aus.

Doch wer könnte als Kandidat für das Amt des siebten ukrainischen Präsidenten infrage kommen?

Walery Saluschny

Saluschny, der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und derzeitige ukrainische Botschafter im Vereinigten Königreich, gilt weithin als wichtigster Rivale Selenskys.

Laut einer am Donnerstag von dem ukrainischen Meinungsforschungsinstitut „Rating Group“ veröffentlichten Studie wären Selensky und Saluschny die beiden potenziellen Kandidaten, die bei einer hypothetischen Präsidentschaftswahl die meisten Stimmen erhalten würden.

Demnach würden fast 23 Prozent der Befragten für das derzeitige ukrainische Staatsoberhaupt stimmen, während mehr als ein Fünftel der Teilnehmer den ehemaligen Spitzen-General unterstützen würde.

Allerdings gaben 64 Prozent der Befragten an, Vertrauen in Saluschny zu haben, verglichen mit 53 Prozent, die dies über Selensky sagten.

Saluschny hat sich trotz weitverbreiteter Spekulationen geweigert, öffentlich zu bestätigen, ob er bei künftigen Wahlen für das Präsidentenamt kandidieren würde.

Derzeit ist es schwer zu sagen, wie sich Wahlen gestalten würden, doch es sei „wahrscheinlich, dass der Ruf, den sich die Kandidaten während des Krieges erworben haben, sowie ihre diesbezüglichen Verdienste eine große Rolle bei der Meinungsbildung der Wähler spielen werden“, sagte Jenny Mathers, Dozentin für Internationale Politik an der Universität Aberystwyth in Wales.

„Unter diesem Gesichtspunkt könnte Walery Saluschny in der stärksten Position sein, da seine Rolle als Oberbefehlshaber der Streitkräfte während der ersten beiden Jahre der großangelegten Invasion sehr öffentlichkeitswirksam und durchweg positiv wahrgenommen wurde“, erklärte Mathers gegenüber Newsweek.

Allerdings sei er während seiner Zeit als Botschafter Kiews in London weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden, fügte Mathers hinzu.

Kirill Budanow

Budanow erlangte Bekanntheit als Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR, schnell wurde er für seinen unerschütterlichen Blick und dafür, eines der vorrangigen Ziele russischer Attentatspläne zu sein, bekannt.

Budanow sagte, er sei mehrfach Ziel russischer Anschlagsversuche gewesen, und Kiew sagte, dass seine Ehefrau Marianna Ende 2023 mit Schwermetallen vergiftet worden sei.

Der General dient seit Anfang 2026 als Selenskys Büroleiter. Er hat nicht gesagt, ob er bei einer Wahl kandidieren wird, und wich direkten Fragen zu etwaigen Ambitionen auf das Präsidentenamt aus.

Laut den Daten der „Rating Group“ genießt Budanow das Vertrauen von rund 53 Prozent der ukrainischen Bevölkerung, ein Wert, der dem von Selensky entspricht. Etwa 6,7 ​​Prozent der Befragten gaben an, sie würden Budanow im ersten Wahlgang einer künftigen Wahl ihre Stimme geben.

Er sei bekannt und habe den Ruf, die ukrainischen Kriegsanstrengungen geschickt zu steuern, gelte aber auch als „wortkarg“, so Mathers.

Michail Fjodorow

Fjodorow, der erst 35 Jahre alt ist, war jahrelang als „Drohnen-Zar“ und stellvertretender Ministerpräsident der Ukraine, bevor er im Januar 2026 Verteidigungsminister wurde.

Nur sechs Monate später wurde er im Zuge eines öffentlichkeitswirksamen Streits zwischen Selensky, Fjodorow und dem damaligen ukrainischen Oberbefehlshaber General Alexander Syrsky gefeuert. In mehreren ukrainischen Städten brachen Proteste gegen Fjodorows Entlassung aus, später forderte er Wahlen während des Krieges – ein Schritt, der seit Beginn der russischen Vollinvasion als größte Herausforderung für Selenskys Herrschaft gilt.

Fjodorow „war unmittelbar vor und nach seiner Entlassung sehr beliebt, doch ich frage mich, ob er es mit seiner Kritik nach dem Rauswurf etwas übertrieben hat“, sagte Mathers. „Es besteht die Gefahr, dass er als jemand wahrgenommen wird, dem es mehr um seine persönlichen Zukunftsaussichten geht als um die Interessen des Landes als Ganzes.“

Etwa 38 Prozent der Befragten der „Rating Group“-Umfrage gaben an, Vertrauen zu Fjodorow zu haben, und rund 7,6 Prozent sagten, sie würden im ersten Wahlgang für den ehemaligen Verteidigungsminister stimmen.

Petro Poroschenko

Poroschenko war von 2014 bis 2019 als Präsident der Ukraine, in der Zeit nach der russischen Annexion der Krim und nachdem Moskau die Separatisten in den ostukrainischen Regionen Donezk und Lugansk, gemeinsam als Donbass bekannt, massiv unterstützt hatte.

Auch im Jahr 2026 ist er weiter Abgeordneter der ukrainischen Opposition.

Poroschenko verlor die Stichwahl, wodurch Selensky 2019 an die Macht kam. Selensky hatte zu diesem Zeitpunkt noch nie ein politisches Amt bekleidet, Experten zufolge hatte die ukrainische Bevölkerung die schlechte wirtschaftliche Lage und die Korruption satt.

Poroschenko wurde 2014 gewählt, nachdem der ehemalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch von Protesten, die zur „Maidan-Revolution“ wurden, gestürzt worden war.

Nach anfänglichen Erfolgen und großer Beliebtheit in der Bevölkerung sanken seine Zustimmungswerte, da es ihm nicht gelang, die Korruption, die Macht der Oligarchen und die Auswirkungen der Kämpfe mit Russland wirksam zu bekämpfen.

Ende 2021 erhoben die ukrainischen Behörden Vorwürfe des Hochverrats und der Unterstützung bei der Finanzierung separatistischer Kräfte in der Ostukraine gegen Poroschenko, er wies diese Anschuldigungen zurück und bezeichnete sie als politisch motiviert.

Im Januar 2022, nur wenige Wochen vor Beginn der russischen Vollinvasion, erschien Poroschenko vor einem Gericht in Kiew und erklärte, er hoffe, seinen Namen reinwaschen zu können. Im Februar 2025 verhängte Selensky Sanktionen gegen Poroschenko, darunter das Einfrieren seines Vermögens, was Vertreter der ukrainischen Regierung mit der „nationalen Sicherheit“ begründeten.

Als einer der reichsten Menschen der Ukraine strebte Poroschenko eine Annäherung des Landes an Europa an und ist seit seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt eine prominente Stimme der Opposition.

Er gehöre zu den am wenigsten aussichtsreichen Kandidaten, so Mathers.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.


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