
In Deutschland haben im Schuljahr 2024/2025 rund 65.000 Jugendliche die Schule ohne mindestens einen Hauptschulabschluss verlassen. Das entspricht 8,4 Prozent aller Schulabgänger – dem höchsten Wert seit mehr als 20 Jahren. Im Vorjahr waren es 62.000, im Schuljahr davor 56.000. 2014/2015 lag die Quote noch bei 5,6 Prozent.
Zum historischen Höchststand fehlt dennoch ein kleiner Abstand: Im Schuljahr 2002/2003 betrug die Quote 8,9 Prozent. Die Zahlen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes, die das BSW abgefragt hat.
Das Bundesbildungsministerium zeigte sich besorgt und verwies auf das Startchancen-Programm zur zusätzlichen Förderung benachteiligter Schulen. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) bezeichnete frühkindliche Sprach-, Mathe- und Sozialtests als „entscheidende Stellschraube“. Lehrverbandspräsident Stefan Düll sieht Sprachprobleme und fehlende Perspektiven als wichtige Ursachen.
Kai Maaz, Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation, warnte zugleich davor, die Betroffenen pauschal als Schulabbrecher zu bezeichnen. Ein erheblicher Teil komme aus Förderschulen; manche hätten ihren Bildungsgang zwar erfolgreich abgeschlossen, aber keinen allgemeinbildenden Schulabschluss erhalten. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sprach angesichts der Entwicklung von „staatlich organisiertem Fachkräftemangel“.
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