Es ist über 30 Jahre her, dass die Gesellschaft der Bevölkerung deutscher Herkunft im Gebiet Elbing mit Sitz in Elbing gegründet wurde. Am 31. Juli beendete sie mit einem feierlichen Abschied ihre Tätigkeit. Die Mitglieder werden privat sicher weiter aktiv sein und sich treffen, der Verein schließt jedoch seine Pforten.
Mit einem Abendessen im Restaurant „piękny widok“ des Hotels Bellevue zogen die Mitglieder der Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Elbing einen würdigen Schlussstrich unter die jahrelange intensive Tätigkeit unter dem Dach des Vereins. Es galt, nicht einfach von der Bildfläche zu verschwinden, sondern in festlichem Rahmen den letzten Schritt zu tun. Viele Gäste waren aus diesem Grund der Einladung gefolgt.
Eingeladen hatten Rosemarie Kańkowska, Hilda Sucharska und Renata Anaszko eine große Zahl an Mitgliedern, aber auch Weggefährten wie Erwin Vollerthun aus der Bundesrepublik, Vertreter der Stadt Elbing, die von Barbara Dziewulak von der Abteilung für Kultur repräsentiert wurde, des Verbands der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, für den Marta Mularczyk den Weg aus Allenstein gefunden hatte, und des Verbands der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen, der Dawid Bojarowski aus Danzig schickte. Auch Senator Jerzy Wcisła nahm mit seiner Frau an der Veranstaltung teil. Außerdem fanden sich an der Tafel die Deutschlehrerin Małgorzata Rysicka, mit der der Verein lange Jahre zusammengearbeitet hat, und Cezary Ciąćka, der die Gesellschaft im Prozess der Auflösung begleitet, um den gesetzlichen Schwierigkeiten, die dabei auftreten, aus dem Weg zu gehen.
„Es ist bedauerlich, dass der Verein aufgelöst wird“ – so lautete der Grundtenor der Aussagen vieler Redner an diesem Abend. Die langjährigen Vorsitzenden Kańkowska und Sucharska sowie Anaszko, die den letzten Abend auf die Beine gestellt hatten, können aus Gesundheits-, Alters- oder beruflichen Gründen den Verein nicht weiterführen. Wie die hohe Resonanz zum Abschied einmal mehr bewies, liegt es nicht an fehlendem Interesse oder zu wenig Mitgliedern, dass der Verein seine Tätigkeit einstellt.
Es gibt genug Interesse, gute Kontakte zur Stadt Elbing, zu Schulen und Hochschulen, an denen Deutsch unterrichtet wird und die ihre Schüler zum Elbinger Verein geschickt haben, zur Kreisgemeinschaft und zu den Trägern der Städtepartnerschaft mit Leer. Der Verein und seine Führung sind gut vernetzt und angesehen. Es fand sich jedoch zuletzt niemand mehr, der die Verantwortung übernehmen wollte und konnte. Nicht zuletzt ist hier auch die Kenntnis der deutschen Sprache ein abschreckendes Kriterium.
Hoffnung bot auf den ersten Blick sogar noch auf der Feier die Zahl der Teilnehmer und die Musik der Enkelinnen von Anaszko, von denen eine auch noch Deutsch spricht. Aber die Zahl der jungen Menschen ist zu gering, und bei der Zahl der Mitglieder hatte zuletzt Corona für einen Rückgang gesorgt, der zugleich die Stimmung im Verein drückte.
Die Entscheidung fiel also, erhobenen Hauptes abzutreten, solange es noch schön ist. An dieses Schöne erinnerten Rosemarie Kańkowska in ihrer Rede, Hilda Sucharska mit einer Bilderschau über die langen Jahre der Aktivitäten und Erwin Vollerthun mit seinem Dank für die gemeinsame Arbeit zugunsten der Menschen der Deutschen Minderheit und allgemein in Elbing. Lob und Anerkennung für die anwesenden Mitbegründer und die langjährigen Vorsitzenden gab es in Fülle von allen Seiten und zuletzt Rosen für Rosemarie, die mit gemeinsamem Singen an die Anwesenden verteilt wurden. Es bleibt erst einmal die Wehmut, aber auch die Hoffnung, dass zumindest unabhängig von einer Organisation einige der Mitglieder aktiv bleiben werden.