Ich habe Perplexity gebeten, die ARE und SARI Daten des RKI zu ziehen, mir Grafiken zu erstellen und die Daten als XLS herauszugeben. Das Jahr 2020 sollte dabei dick hervorgehoben werden.
Das war das Ergebnis:
Die ARE-Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) erfassen die Häufigkeit und Entwicklung von akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) – also akuten Infektionen der Atemwege wie Erkältungen, Influenza (Grippe), COVID-19 und RSV.
Die SARI-Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) erfassen Fälle von schweren akuten respiratorischen Infektionen (Severe Acute Respiratory Infections). Während die allgemeinen ARE-Daten alle (auch milden) Atemwegserkrankungen abbilden, konzentrieren sich die SARI-Daten speziell auf die schweren Krankheitsverläufe, die eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erfordern.
Ich habe die KI gefragt, ob es in andere Ländern ähnliche Systeme gibt, die man mit den deutschen ARI/SARI Daten vergleichen könnte.
Es gibt weltweit kein System, das den deutschen ARI und SARI Daten entspricht, aber es gibt teils ähnliche Daten.
Ich habe die KI daher gebeten, mir Grafiken jener Länder zu erstellen, die entsprechende Daten erheben.
Spanien
Spanien ist Deutschland am ähnlichsten. Es gibt syndromische Raten für Praxen und Krankenhäuser in derselben Einheit. Der IRAG Wert ist von der Größenordnung her mit ICOSARI vergleichbar.
SiVIRA wurde erst zur Saison 2020/21 eingeführt. Die Regionen kamen schrittweise dazu, deshalb beruhen die ersten Wochen auf weniger Regionen. Die hohe IRAG Spitze im Oktober 2020 (40,2 pro 100.000) sollte man daher vorsichtig lesen. Für die Zeit davor gibt es nur grippeähnliche Erkrankungen von 2009 bis 2020.
Belgien
Belgien zählt alle SARI Fälle, nicht nur laborbestätigte. Grundlage ist eine Symptomdefinition, die im November 2023 geändert wurde. Das Netz ist mit 10 Kliniken aber klein. Leider hat auch Belgien erst 2022 mit dem Sammeln der Daten begonnen. Von Februar 2021 bis Juni 2022 fehlen die ARI Werte in beiden Quellen. SARI Raten pro Einwohner sind öffentlich nur für die Saisons 2017/18 und 2018/19 verfügbar. Von 2009 bis 2011 gibt es nur absolute Fallzahlen ohne Bevölkerungsbezug. Den höchsten SARI Wert gab es im Februar 2018 mit 26,0 pro 100.000. Seit 2022 lag der höchste Wert bei 23,8. Die beiden Werte sind aber kaum vergleichbar: Sciensano hat die Falldefinition im November 2023 geändert und das Netz 2023 erweitert.
Frankreich
Frankreich setzt vor allem auf Notaufnahmen. Das entspricht nicht genau den Klinikaufnahmen in ICOSARI, misst aber ebenfalls die allgemeine Last durch Atemwegserkrankungen. Die lange Reihe ab 1984 misst grippeähnliche Erkrankungen. Das ist eine engere Falldefinition als IRA. Seit März 2020 leitet Sentinelles diese Werte aus den IRA Meldungen ab und rät zur Vorsicht beim Vergleich vor und nach diesem Zeitpunkt. Die Grafik markiert den Wechsel mit einer roten Linie. Die ARI Werte von 2009 bis 2014 stammen aus einem in der WHO Datenbank nicht benannten Netz. Ihr Niveau ist nicht mit Sentinelles vergleichbar.
USA
Das US FluSurv-NET zählt nur Krankenhausaufnahmen mit Labornachweis von Influenza. Andere Atemwegserreger sind nicht enthalten. Die Werte sind deshalb viel niedriger als bei ICOSARI.
2017/18 ragt auch in den USA heraus: Die Spitze lag Anfang Januar 2018 bei 10,2 pro 100.000. Über die Saison kamen 102,7 Aufnahmen pro 100.000 zusammen. Bis dahin war das der höchste Wert der ganzen Reihe. Der Befund passt zu Ihrer Beobachtung für Deutschland. In den USA lag der Höhepunkt aber rund zwei Monate früher als in Deutschland (KW 10/2018).
Höchster Wert ist 2024/25: Diese Saison übertrifft 2017/18 deutlich, mit einer Spitze von 13,5 und einer Saisonsumme von 126,3. Auch 2025/26 erreichte Ende Dezember 2025 schon 13,1.
Abweichungen vom Zehnjahresmuster: Mit derselben Methode wie für Deutschland fallen auf:
Herbst 2022: eine sehr frühe Welle über 11 Wochen
Anfang 2025: 3 Wochen über dem Band
April 2020 und April 2023: jeweils ein schnelles Abklingen
2017/18 wird mit dieser Methode nicht markiert, weil Grippewellen in den USA von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken. Das Normalband ist entsprechend breit.
Frühe Jahre sehr niedrig: Die Saisons 2005/06 bis 2011/12 liegen fast alle bei nur 6 bis 25 pro 100.000 über die ganze Saison. Warum, lässt sich aus den Daten allein nicht sagen. Möglich wären Veränderungen bei der Testpraxis oder im Netz.
Deutschland hat bei diesen Daten eine weltweite eine Sonderrolle, wie es scheint. Tom Lausen hat die Daten in diesem Interview genauer analysiert.
Auch wenn die Daten, die mir vorliegen nicht exakt vergleichbar sind und sich in Methodik und Umfang unterscheiden, so hätte man eine Pandemie doch irgendwo in einem Datensatz als auffällig hohe Kurven finden müssen.
Ich konnte jedoch in keinem der Datensätze, die es gibt, eine Pandemie finden.
Auffällig sind aber in fast allen Datensätzen Jahre kurz nach der Impfkampagne, besonders 2022.
Unterstützungsmöglichkeiten:
Bücherwunschzettel: https://www.amazon.de/registries/gl/owner-view/30LG3DJ4ET90L?ref_=list_d_gl_lfu_nav
Andere Unterstützungsmöglichkeiten für Holgers und meine Forschung:
Konto für Unterstützung für das Projekt Scan 2000
Dr. Merse DE34 4305 0001 0302 7851 75 Sparkasse Bochum
Horst Reissner: IBAN DE51 4401 0046 0406 4514 67
Dr. S. Stebel: https://ko-fi.com/einmalmitprofisarbeiten
Paypal: [email protected]









