Die Franzosen haben nun auch ihren Pharmakorruptionsskandal der die Plandemiepolitik erschüttert. Dr. Hervé Maisonneuve könnte der Französische Anthony Fauci werden.
Dr. Hervé Maisonneuve, wurde im März 2026 zum offiziellen Referenten für wissenschaftliche Integrität der nationalen Gesundheitsbehörde (Santé publique France) ernannt. Nun ist er am 24. September 2026 von seinem Amt zurückgetreten, weil Recherchen der französischen Tageszeitung Le Monde aufgedeckt haben, dass er während der COVID-19-Pandemie heimlich erhebliche Summen vom Pharmariesen Pfizer angenommen hatte. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Problem des sogenannten „Drehtüreffekts“ und befeuert eine fundamentale ethische Debatte über das Vertrauen in die öffentliche Gesundheit.
Die Rolle von Hervé Maisonneuve während der Plandemie
Während der Akutphase der Pandemie trat Hervé Maisonneuve in der französischen Öffentlichkeit als gewichtige Stimme für evidenzbasierte Medizin und wissenschaftliche Sauberkeit auf. Über seinen viel gelesenen Fachblog und in Medienauftritten warnte er unermüdlich vor Desinformation im Gesundheitswesen und mahnte die strikte Einhaltung methodischer Standards bei klinischen Studien an. Noch im Januar 2026 übergab er der Regierung einen offiziellen Expertenbericht über den Kampf gegen Fake News in der Medizin.
Genau diese moralische Instanz gerät jetzt ins Wanken.
Zwischen 2021 und 2023 – mitten in der Phase der weltweiten Vermarktung der COVID-19-Impfstoffe , flossen insgesamt mehr als 100.000 Euro (in den offiziellen Registern sind bis zu 171.150 Euro deklariert) von Pfizer an Maisonneuves private Beratungsfirma für wissenschaftliches Schreiben.
In seinen gesetzlich vorgeschriebenen, öffentlichen Interessenerklärungen (Déclaration publique d’intérêts) verschwieg der “Ethik-Experte” diese Zahlungen komplett.
Auf die Konfrontation durch Journalisten reagierte Maisonneuve mit der Aussage: „J’avais oublié ça“ („Das hatte ich vergessen“). Ein Argument, das angesichts der Summe und seiner Funktion als oberster Kontrolleur für wissenschaftliche Integrität untragbar war und zu seinem sofortigen Rücktritt führte. Die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist ordnete daraufhin eine umfassende Prüfung der behördlichen Kontrollprozesse an.
Der Fall Maisonneuve steht im politischen Kontext nicht isoliert da. In den sozialen Netzwerken und der französischen Öffentlichkeit wird er unmittelbar mit dem Fall des ehemaligen Gesundheitsministers Olivier Véran verknüpft, der das Land durch die Pandemie führte. Véran wechselte nach seiner politischen Karriere in die Privatwirtschaft und gründete im August 2024 die strategische Beratungs- und Lobbyfirma Innov. Diese weist laut offiziellen französischen Wirtschaftsregistern (Pappers / Societe.com) nach einer Kapitalerhöhung im Sommer 2026 ein Stammkapital von 481.000 Euro auf.
Die Kernfrage des Französischen Skandals lautet: Darf ein Experte ein medizinisches Produkt für die Bevölkerung empfehlen, wenn er gleichzeitig oder in der Vergangenheit von dessen Hersteller Geld erhalten hat?
Aus medizinethischer und demokratischer Sicht lautet die Antwort klar: Nein, in dieser verdeckten Form ist es absolut unvertretbar.
Zwar ist die Zusammenarbeit zwischen der Pharmaindustrie und der medizinischen Forschung für den wissenschaftlichen Fortschritt notwendig. Unternehmen lagern Schulungen, das Schreiben von Studien oder Analysen legitimerweise an externe Experten aus. Die Grenze zur Unvertretbarkeit wird jedoch bei der Missachtung der Transparenz überschritten.
Der systematische Bias: Es ist psychologisch und soziologisch erwiesen, dass finanzielle Zuwendungen, selbst wenn der Empfänger sich für unbestechlich hält, zu einer unbewussten positiven Verzerrung (Bias) gegenüber dem Geldgeber führen.
Die Pflicht zur Aufklärung: Wer als Berater des Staates agiert, trägt Verantwortung für das Leben von Millionen Bürgern. Die Öffentlichkeit hat ein fundamentales Recht darauf zu wissen, wer die Experten bezahlt, die über Impfstoffe, Medikamente oder Therapien urteilen.
Der moralische Bankrott: Dass ein ausgewiesener Experte für wissenschaftliche Integrität seine eigenen Pfizer-Gelder „vergisst“, entlarvt ein System, in dem persönliche finanzielle Interessen über die ethische Pflicht zur Transparenz gestellt wurden.
Die Verflechtung von Geldflüssen und wissenschaftlicher Beratung ist das größte Gift für die öffentliche Gesundheit.
Dieses Phänomen des nahtlosen Wechsel von Akteuren zwischen staatlichen Kontrollorganen, der Politik und der profitorientierten Industrie, wird als Drehtüreffekt bezeichnet. Für das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat ist dieser Effekt fatal:
Wenn Kontrolleure und Regulierungskräfte von heute die Berater und Geldempfänger der Industrie von morgen (oder wie bei Maisonneuve sogar von gestern) sind, entsteht in der Öffentlichkeit das Gefühl institutionalisierter Befangenheit.
Die Bürger müssen befürchten, dass politische Entscheidungen und wissenschaftliche Empfehlungen nicht zum Wohle der Allgemeinheit, sondern im Interesse zahlungskräftiger Konzerne getroffen werden.
Skandale wie dieser entwerten die Arbeit tausender unabhängiger Wissenschaftler. Sie liefern jenen Kräften Argumente, die staatlichen Institutionen grundlegend misstrauen, und beschädigen die Akzeptanz künftiger Gesundheitskampagnen nachhaltig.
Das Phänomen des Drehtüreffekts (Revolving Door) ist in den USA insbesondere bei den dortigen Gesundheitsbehörden (FDA (Food and Drug Administration) und (National Institutes of Health)) strukturell tief verankert.
BMJ (British Medical Journal) veröffentlichte Studien, die zeigen, dass über die Hälfte der FDA-Mitarbeiter, die wichtige Arzneimittelprüfungen leiteten, die Behörde später verließen, um direkt für die Pharmaindustrie zu arbeiten oder diese zu beraten.
Das Problem ist kein ausländisches Problem, es betrifft auch Deutschland.
(Negativ) Beispiele aus Deutschland:
1. Jens Spahn und die Lobbyagentur „Politas“
Lange bevor er Bundesgesundheitsminister wurde, geriet Jens Spahn wegen einer klassischen gesundheitspolitischen Verflechtung in die Kritik.
Im Jahr 2006 – kurz nachdem Spahn gesundheitspolitischer Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion geworden war – gründete er zusammen mit einem Lobbyisten und seinem Büroleiter die Lobby- und Beratungsagentur Politas. Die Agentur beriet schwerpunktmäßig Kunden aus dem Pharma- und Medizinsektor.
Spahn hielt über eine Zwischenkonstruktion jahrelang private Anteile an dieser Firma, während er gleichzeitig im Bundestag Gesetze für ebendiese Branchen mitgestaltete. Er hielt die Beteiligung lange Zeit im Verborgenen, was nach dem Bekanntwerden durch Medienberichte zu massiver Kritik durch LobbyControl führte.
2. Dr. Kai Joachimsen: Vom Arzt zum Behördenberater zum Verbandschef
Der Mediziner Dr. Kai Joachimsen saß über Jahre in verschiedenen beratenden Ausschüssen und Gremien, die eng mit staatlichen Institutionen verflochten waren. Später wechselte er als Hauptgeschäftsführer an die Spitze des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH – heute bekannt als Pharma Deutschland). Er nutzte sein medizinisches und regulatorisches Netzwerk fortan, um im Sinne der Arzneimittelhersteller politischen Druck auszuüben.
Daniel Bahr (FDP): Vom Bundesgesundheitsminister zur privaten Krankenversicherung
Daniel Bahr (FDP) war von 2011 bis 2013 Bundesminister für Gesundheit. In seiner Amtszeit traf er wesentliche Entscheidungen zur Regulierung des gesamten Marktes.
Nur wenige Monate nach dem Ausscheiden aus der Regierung wechselte Bahr zur Allianz Private Krankenversicherungs-AG, wo er später in den Vorstand aufstieg. Ein solcher direkter Wechsel eines Ministers zu einem Akteur, den er kurz zuvor reguliert hat, gilt als Musterbeispiel für den Vertrauensverlust durch den Drehtüreffekt. Als Minister führte er die staatlich geförderte private Pflege-Zusatzversicherung ein. Kritiker bemängelten, dass er nach seinem Ausscheiden aus der Politik nun genau bei dem Versicherungskonzern anheuerte, der zu den größten Profiteuren und Anbietern dieser Policen gehörte.
Im Gegensatz zu den USA, wo die FDA-Prüfer oft direkt von einzelnen Pharmafirmen für die Entwicklung spezifischer Medikamente abgeworben werden, läuft die Drehtür in Deutschland subtiler ab:
Lobbyverbände statt Einzelfirmen: Ehemalige Beamte oder Politiker wechseln meist nicht direkt zu Pfizer oder Bayer, sondern zu den Dachverbänden (vfa, BPI, Pharma Deutschland). Das wirkt nach außen hin oft „neutraler“, erfüllt aber denselben Zweck: Insiderwissen zu verkaufen.
Sperrfristen mit Lücken: Deutschland hat zwar inzwischen eine gesetzliche Karenzzeit (Sperrfrist) von 12 bis 18 Monaten für ausscheidende Minister und parlamentarische Staatssekretäre eingeführt. Diese gilt jedoch nicht für normale Bundestagsabgeordnete oder mittlere Beamte, die oft das tiefere Fachwissen über Gesetzestexte besitzen.
Unterstützungsmöglichkeiten:
Bücherwunschzettel: https://www.amazon.de/registries/gl/owner-view/30LG3DJ4ET90L?ref_=list_d_gl_lfu_nav
Andere Unterstützungsmöglichkeiten für Holgers und meine Forschung:
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Dr. Merse DE34 4305 0001 0302 7851 75 Sparkasse Bochum
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SudOuest.fr avec AFP. (2026, September 25). Santé publique France : mis en cause pour ses liens avec le laboratoire pharmaceutique Pfizer, le référent intégrité Hervé Maisonneuve a démissionné. SudOuest.fr. https://www.sudouest.fr/france/sante-publique-france-mis-en-cause-pour-ses-liens-avec-le-laboratoire-pharmaceutique-pfizer-le-referent-integrite-herve-maisonneuve-a-demissionne-30775076.php
Marques, A. (2026, September 28). Il avait “oublié” de déclarer des liens d’intérêts : le référent intégrité de Santé publique France démissionne. Egora. https://www.egora.fr/actus-pro/societe/il-avait-oublie-de-declarer-des-liens-dinterets-le-referent-integrite-de-sante
Lucien Doppler (@hexanewsofficiel) • Instagram-Foto. (n.d.). Instagram.
Mandard, S., & Foucart, S. (2026, September 24). Le référent intégrité de Santé publique France démissionne après sa mise en cause pour des liens avec Pfizer. Le Monde.fr. https://web.archive.org/web/20260925232300/https://www.lemonde.fr/planete/article/2026/09/24/le-referent-integrite-de-sante-publique-france-demissionne-apres-sa-mise-en-cause-pour-des-liens-avec-pfizer_6781556_3244.html
SudOuest.fr avec AFP. (2026, September 25). Santé publique France : mis en cause pour ses liens avec le laboratoire pharmaceutique Pfizer, le référent intégrité Hervé Maisonneuve a démissionné. SudOuest.fr. https://www.sudouest.fr/france/sante-publique-france-mis-en-cause-pour-ses-liens-avec-le-laboratoire-pharmaceutique-pfizer-le-referent-integrite-herve-maisonneuve-a-demissionne-30775076.php
Hervé Maisonneuve’s research works | Santé Publique France, Saint-Maurice and other places. (n.d.). ResearchGate. https://www.researchgate.net/scientific-contributions/Herve-Maisonneuve-2288913330
Monde, L. (2026, September 24). Dans un courrier consulté par « Le Monde », la ministre de la santé, Stéphanie Rist, avait exhorté SpF à. LinkedIn. https://fr.linkedin.com/posts/le-monde_le-r%C3%A9f%C3%A9rent-int%C3%A9grit%C3%A9-de-sant%C3%A9-publique-france-activity-7508923664415879168-_Pyl
Marques, A. (2026, September 28). Il avait “oublié” de déclarer des liens d’intérêts : le référent intégrité de Santé publique France démissionne. Egora. https://www.egora.fr/actus-pro/societe/il-avait-oublie-de-declarer-des-liens-dinterets-le-referent-integrite-de-sante
SudOuest.fr avec AFP. (2026, September 25). Santé publique France : mis en cause pour ses liens avec le laboratoire pharmaceutique Pfizer, le référent intégrité Hervé Maisonneuve a démissionné. SudOuest.fr. https://www.sudouest.fr/france/sante-publique-france-mis-en-cause-pour-ses-liens-avec-le-laboratoire-pharmaceutique-pfizer-le-referent-integrite-herve-maisonneuve-a-demissionne-30775076.php
Monde, L. (2026, September 24). Dans un courrier consulté par « Le Monde », la ministre de la santé, Stéphanie Rist, avait exhorté SpF à. LinkedIn. https://fr.linkedin.com/posts/le-monde_le-r%C3%A9f%C3%A9rent-int%C3%A9grit%C3%A9-de-sant%C3%A9-publique-france-activity-7508923664415879168-_Pyl
(8) Bretzelmanala auf X: „Comment se fait-il qu’entre 2022 (screen 1) et 2026 (screen 2 et 3) toutes les déclarations d’intérêt de Mathieu Molimard sauf 1 aient disparues ? https://t.co/QmVTzW3KPC“ / X
Société INNOV (931805204) : Chiffre d’affaires, statuts, extrait d’immatriculation. (n.d.). https://www.pappers.fr/entreprise/innov-931805204
Olivier VERAN : INNOV. (n.d.). https://www.pappers.fr/dirigeant/olivier_veran_1980-04
Piller, C. (2021, March 28). FDA’s revolving door: Companies often hire agency staffers who managed their successful drug reviews. Science | AAAS. https://www.science.org/content/article/fda-s-revolving-door-companies-often-hire-agency-staffers-who-managed-their-successful
You, J., & Piller, C. (2021, March 28). Hidden conflicts? Pharma payments to FDA advisers after drug approvals spark ethical concerns. Science | AAAS. https://www.science.org/content/article/hidden-conflicts-pharma-payments-fda-advisers-after-drug-approvals-spark-ethical
Doshi, P. (2024). Revolving doors: board memberships, hedge funds, and the FDA chiefs responsible for regulating industry. BMJ, 385, q975. https://doi.org/10.1136/bmj.q975
Lobbypedia:Jens Spahn. (n.d.). https://lobbypedia.de/w/index.php?title=Lobbypedia:Jens_Spahn&diff=63923
Becker, S., Dahlkamp, J., Eberle, L., Gnirke, K., Von Hammerstein, K., Hesse, M., Latsch, G., Lehberger, R., & Schulz, T. (2025, December 17). Die Affären des Unionsfraktionschefs: Der saubere Herr Spahn. Und seine dunkle Seite. DER SPIEGEL, Hamburg, Germany. https://www.spiegel.de/politik/jens-spahn-die-vielen-affaeren-des-sauberen-herrn-spahn-a-2bb14d63-1f2f-4e6e-9f33-d027d9241132
deutschlandfunk.de. (n.d.). Daniel Bahr – Vom Gesundheitsminister zum Versicherungsmanager. Deutschlandfunk. https://www.deutschlandfunk.de/daniel-bahr-vom-gesundheitsminister-zum-versicherungsmanager-100.html





