Ich habe einen IFG ganz ohne Trara und wir wollen nicht blabla bekommen. So wie es sein sollte. Ich bin erstaunt.
Zeitlich befristet kann man die Daten noch von der Originalquelle herunterladen:
BfArM Datentransfer: https://cloud.bfarm.de/s/xn2Dnz6TEyTjFap/authenticate/showshare
Passwort: aX2jk9X76q
Bei der Datenmenge, habe ich mir erst einmal einen groben Überblick von Perplexity erstellen lassen, damit man grob weiß, was enthalten ist. Man muss sich dann die jeweiligen Medikamente einzeln vornehmen und die Mails im einzelnen prüfen.
Chronologischer narrativer Review: E‑Mail‑ und Berichtsbestand „Referat 93 (BfArM) und BMG – COVID‑19”
Datenbasis (5 PDFs, ~3.250 Seiten, 423 datierbare Einträge, Feb 2020 – Feb 2025):
Zitierweise in diesem Review: [Kurz pXXX; TT.MM.JJJJ; „Betreff”]. Die vollständige, laufend nummerierte Belegtabelle (n = 423) liegt in email_index.csv bei; über Datei + Seite ist jeder Einzelbeleg unmittelbar im PDF auffindbar.
Die Dateien sind dauerhaft bei Telegram hinterlegt.
https://t.me/DrBines_verbales_Vitriol/22114
0. Einordnung des Bestands
„Referat 93” bezeichnet nach den Absenderadressen ([email protected]) ein Referat des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), zuständig für In‑vitro‑Diagnostik und Testverfahren. Die Gegenstellen im BMG sind vor allem die Referate 123 (Medizinprodukterecht)
614 (Infektionskrankheiten)
113 (Blut/Sera/Impfstoffe)
611 (Gesundheitssicherheit/Krisenreaktion)
[T3 p36; 27.01.2021; „Kommunikation Antigentests für die Laienanwendung”]
[V93 p91; 20.01.2021; „Antigentest”]
[V93 p53; 20.01.2021; „Morgige TelKo der AG‑Labor”].
Der Bestand deckt nicht die EU‑Impfstoffbeschaffung ab (BioNTech, Comirnaty, APAs, Steering Board tauchen nicht auf), sondern die parallele nationale Diagnostik‑ und Therapeutika‑Bewertungsspur:
Diagnostiktests (PCR‑Kapazitäten, Antigen‑POCT, Laien‑Selbsttests, Testverordnung),
laufende BfArM‑Berichte („Berichte”, „Initiativberichte”) an das BMG zu potenziellen COVID‑Therapeutika,
Institutionalisierung der Koordination über die AG Labor(diagnostik),
spätphasige Verknüpfung mit HERA (EU) und ZEPAI (Zentrum für Pandemie‑Impfstoffe und ‑Therapeutika).
Die dominierende Absenderadresse in „Covid‑Berichte_geschwarzt.pdf” ist das Leitungsbüro des BfArM‑Präsidenten Prof. Karl Broich ([email protected]); der Bestand ist damit im Kern die Berichts‑Pipeline BfArM → BMG in einem einzigen chronologisch geordneten PDF‑Sammelband [BER p1; 13.07.2022; „Initiativbericht: Sabizabulin”].
1. Frühphase Feb – Mai 2020: Ad‑hoc‑Bewertung von Repurposing‑Kandidaten
Der Bestand beginnt am 27. Februar 2020 – einen Tag nach dem ersten bestätigten deutschen Cluster in NRW – mit einem BfArM‑Initiativbericht zu Bayers Chloroquin‑Präparat „Resochin” [BER p1182; 27.02.2020; „Bericht: Resochin der Firma Bayer”]. Damit ist der Kanal Leitungsbüro BfArM → BMG bereits vor dem RKI‑Ausrufen der pandemischen Notlage etabliert.
In den folgenden Wochen dominieren kurze, standardisierte Berichte („anbei erhalten Sie einen Bericht des BfArM zu o. g. Betreff”) zu einer breiten Palette diskutierter Therapieoptionen:
02.03.2020 – Rahmenbericht „das neue Coronavirus 2019nCoV” [BER p352]
04.03.2020 – „Protocoll for Novel Coronavirus Pneumonia – Bitte um Bewertung” [BER p428]
16.03.2020 – „Beschaffung Arzneimittel gegen SARS CoV 19” [BER p373]
17.03.2020 – „Therapie COVID‑19” (Zwischenstand, konsolidiert Mail‑Verkehr vom Wochenende) [BER p1351]
19.03.2020 – Telefonkonferenz zur Studie mit Hydroxychloroquin (Univ. Tübingen) [BER p586]
19.03.2020 – „Antirheumatika (z. B. Ibuprofen) bei SARS‑CoV‑2‑Infektionen” [BER p1189]
20.03.2020 – „Zulassungen: Schreiben an Zulassungsinhaber” [BER p504]
24.03.2020 – „Bericht: IMU‑838 SARS‑CoV‑2” [BER p794]
03.04.2020 – „Chloroquinphosphat pakistanische Aufmachung” [BER p623]
07.04.2020 – „Hydroxychloroquin und Favipiravir bei COVID‑19” [BER p1795]
07.04.2020 – „therapeutics to treat Covid‑19 patients” (englischsprachige Zulieferung) [BER p1150]
Parallel läuft die Diagnostikschiene an.
Am 18.03.2020 verschickt Referat 93 einen als „Dringend – bitte sofort weiterleiten” markierten Rundlauf an sämtliche AGMP‑Länderpostfächer zu Verkehrsfähigkeit und Qualität von SARS‑CoV‑2‑Antikörpertests, mit direkter Bitte um Länderaufsicht [T3 p259; 18.03.2020; „SARS‑CoV‑2 Antikörper‑Tests – Verkehrsfähigkeit und Qualität”]. Wenige Minuten später folgt der Kurz‑Betreff „Qualität Schnelltests” [T3 p258; 18.03.2020].
Muster dieser Phase: BfArM liefert regelmäßig kompakte Zusammenfassungen zu allen medial oder politisch relevanten Stoffen (u. a. Resochin, Chloroquin, Hydroxychloroquin, Ibuprofen, Favipiravir, IMU‑838, „phototechnische Verfahren”), das BMG bündelt Anfragen aus Bundestag und Ländern. Regulatorische Entscheidungen bleiben rudimentär – dominanter Modus ist die Zulieferung sortierter Faktenlage an das Ministerium.
Belegte MdB‑bezogene Rückkopplungen in dieser Phase:
24.03.2020 – „Joachim Pfeiffer MdB bzgl. eines phototechnischen Verfahrens zur Therapie von Corona‑Virus‑Infizierten” [BER p1252]
(später) 23.03.2021 – Antwortschreiben an MdB Rupprecht zu Ivermectin [BER p1760; BER p1776].
2. Sommer 2020: Konsolidierung der AG Labor und erste Antigentests
Nach der ersten Welle stabilisieren sich Kommunikationsstrukturen.
Am 16.07.2020 kündigt Referat 93 gegenüber dem BMG die Umgestaltung der bestehenden Telefonkonferenz zu einer regelhaften AG mit 14‑tägiger Taktung an : „…dass wir planen, die AG etwas anders aufzustellen, um für die vielen auch disziplin‑ und ressortübergreifenden Fragen rund um das Thema Testen ein gutes Forum zu haben”.
Fachlich dominieren zwei Fäden:
Therapeutika (BfArM → BMG): „Studie mit Favipiravir” [BER p752; 04.08.2020], „Gilead zur Kennzeichnung des AM” [BER p1400; 11.08.2020], „Remdesivir – Ergebnisse einer klinischen Prüfung” [BER p1165; 27.08.2020], „Zulassungen auf Basis virtueller Inspektionen” [BER p1559; 26.08.2020], „umifenovirhaltiger AM zur Therapie COVID‑19” [BER p616; 09.09.2020], „Artesunat‑Pyronaridin bei COVID‑19” [BER p347; 28.09.2020].
Diagnostik: Anfrage „COVID‑19 Antigen” [T3 p166; 25.08.2020], „Einschätzung eines COVID‑19‑Tests” [V93 p35; 30.04.2020], „Erlass: Antikörpertest auf COVID‑19 von der Fa. AESKU.GROUP” [V93 p36; 05.06.2020].
Ende September / Anfang Oktober kippt die Bewertungslage bei Remdesivir („FOKUS 1‑Rückschlag” [BER p655; 16.10.2020]) – exemplarisch für den Modus des Bestands: BfArM meldet negative Signale zeitnah an das BMG, unabhängig davon, dass EU‑seitig eine bedingte Zulassung erteilt worden war.
Die Bundesregierung hat den antiviralen Wirkstoff Remdesivir (Handelsname Veklury) nie wieder zurückgezogen oder verboten, sondern er wird in Deutschland seit Mai 2020 bis heute regulär eingesetzt und empfohlen.
3. Herbst 2020: Antigen‑POCT wird Regulierungsgegenstand
Ab Oktober 2020 verlagert sich der Schwerpunkt von Repurposing‑Therapien deutlich in die Antigen‑Schnelltest‑Regulierung:
14.10.2020 – „Corona‑Schnelltests – Zulassung und Zuverlässigkeit” (Weiterleitung Ref. 93 → BMG) [V93 p3]
14.10.2020 – „Mindestkriterien SARS‑CoV‑2 POC Antigentests” [T3 p157]
22.10.2020 – „COVID19 POCT Untergruppe” [V93 p22]
12.11.2020 – „Zweckbestimmung RIDA Quick SARS‑CoV‑2” [V93 p73]. Hier gibt Ref. 93 gegenüber dem BMG eine explizite regulatorische Auslegung: „Aus Sicht des BfArMs wäre eine Abgabe des RIDA Quick SARS‑CoV‑2 Antigentest an Arztpraxen zur Nutzung in deren Laborräumen mit der Zweckbestimmung der Sonderzulassung abgedeckt. Leider ist das BfArM aber auch bei Sonderzulassungen in Fragen der Marktüberwachung [begrenzt zuständig] …”.
16.11.2020 – Anschluss‑Klärung „WG: Zweckbestimmung RIDA Quick SARS‑CoV‑2” [V93 p73].
01.12.2020 – „Anhörung: Änderung der Mindestkriterien für die Aufnahme von SARS‑CoV‑Antigentests in die Liste” [T2 p400].
Parallel läuft die Octenisept‑Debatte (Mundhöhlenspülung gegen SARS‑CoV‑2) zwischen 30.10. und 04.11.2020, mit Fristsetzung des BMG am 04.11.2020 [BER p1553; 30.10.2020] [BER p1556; 30.10.2020] [BER p1549; 04.11.2020]. Der Bestand belegt hier präzise, wie Erlasse aus dem BMG in kurzer Frist eine BfArM‑Bewertung anfordern.
4. Januar – März 2021: Der „Laien‑Selbsttest” als politisches Projekt
Der intensivste Cluster im gesamten Bestand liegt zwischen 20.01.2021 und Ende Februar 2021, wenn die Bundesregierung Antigentests für die Laienanwendung politisch forciert.
Detaillierte E‑Mail‑Kette am 20.01.2021 zeigt den Mikroablauf zwischen BMG Ref. 614 und BfArM Ref. 93:
09:34 – Anfrage einer Referentin BMG 614 an BfArM 93: „haben Sie Nähere Informationen zu dem MEDsan Test im Anschreiben? Könnten Sie mir dazu knappe Informationen schicken (Listung BfArM, Antrag als Selbsttest, Qualitätsdaten)?” [V93 p91; T3 p47/49].
11:06 – „AW: Antigentest” (BfArM‑Antwort) [V93 p54; V93 p90; T3 p47], mehrfach umgeleitet.
16:43 – „Morgige TelKo der AG‑Labor” – ein Beitrag aus dem BfArM meldet der Ref.‑614‑Ansprechpartnerin, dass er nicht an der TelKo teilnehmen kann, und liefert vorab schriftliche Informationen zur „Eigenanwendung von AG‑Schnelltests” aus einem BfArM‑Bericht ans BMG [V93 p53; T3 p46].
17:17 – Rückmeldung Ref. 614: „Es ist noch nicht sicher, ob die AG morgen stattfindet wird. Was wäre Ihre Idee, wie damit umzugehen ist?” [V93 p53; T3 p46].
Am 27.01.2021 initiiert Ref. 614 eine strukturierte Kommunikationsplanung: „…wir würden gern zeitnah mit Ihnen telefonieren um Sie über den Stand der geplanten Bürgerkommunikation zu Antigentests für die Laienanwendung zu informieren, Sie dabei mit einzubinden und zu erörtern, wie an die verschiedenen Hersteller herangetreten werden kann” [T3 p36; 27.01.2021; „Kommunikation Antigentests für die Laienanwendung”]; am 28.01.2021 nennt Ref. 123 die zusätzlichen Teilnehmer und regt die Einbindung des BfArM an [T3 p36].
Am 28.01.2021 folgt „MOU zu Antigentests” [V93 p57]. Ab 12.02.2021 werden die Mindestkriterien systematisch angepasst: „210209_Anpassung_Mindestkriterien_Antigenschnelltests_Antigenlabortests.docx” – Ref. 123 BMG schickt den Änderungsentwurf mit dem Hinweis „Das PEI hat bisher keine Übergangsfrist vorgeschlagen” [V93/T1‑Kette; 12.02.2021, 16:50]. Die spätere Rückfrage („sind Sie sich sicher, dass dies die aktuelle Version ist?”) liegt datiert am 15.02.2023 vor – ein Beleg, dass diese Dokumente auch 2023 noch inhaltlich befragt wurden [Emails‑von‑93 p1; 15.02.2023].
Am 24.02.2021 wird die Kennzeichnungspraxis präzisiert: Auflagen des BfArM aus dem Zulassungsbescheid für den Hamburger Vertreiber („…3. Auf jeder Sekundärverpackung und in der Gebrauchsanweisung muss Folgendes vorhanden sein …”), inklusive Einladung zu einem eiligen Austauschtermin am 25.02.2021, 14:30 Uhr [V93 p51; T2 p406/408/410; 24.02.2021; „Sonderzulassung Antigen‑Schnelltest zur Laienanwendung // Vorderer Nasenabstrich”].
Analytischer Kern dieser Phase: Die Freigabe von Selbsttests wird in engem, teils tagesaktuellem Wechselspiel BMG‑614 ↔ BfArM‑93 ↔ BMG‑123 vorbereitet; Ref. 93 fungiert dabei als fachlich‑regulatorische Zuarbeit unter Zeitdruck, mit Sonderzulassungen als tragendem Rechtsinstrument.
5. Ivermectin – die politische Anfragen‑Spur (Feb 2020 – Frühjahr 2021)
Der Bestand dokumentiert eine eigene politisch motivierte Kette:
19.10.2020 – „Bericht: Ivermectin” [BER p1065]
30.12.2020 – „ergebnisoffenen Prüfung der Behandlung von COVID‑19‑Patienten mithilfe von Hydroxychloroquin” [BER p1077]
17.02.2021 – „Februar zu Ivermectin bei COVID‑19” [BER p735]
23.03.2021 – Antwortschreiben an MdB Rupprecht (AfD‑Vorstoß): „Ich darf auf Ihr Schreiben an meinen Bundestagskollegen Albert Rupprecht vom 05. März 2021 zum Einsatz von Ivermectin als Corona‑Therapeutikum zurückkommen.” [BER p1760; BER p1776; 23.03.2021].
08.04.2021 – „Initiativbericht: Ivermectin als Corona‑Therapeutikum” [BER p1756]
16.04.2021 – „Keuter (AfD): Ivermectin bei COVID‑19” [BER p1209]
Diese Sequenz belegt, wie BfArM parlamentarische Ivermectin‑Forderungen mit aktualisierten Fachbewertungen an das BMG beantwortet, das die politische Kommunikation nach außen führt.
6. Frühjahr–Sommer 2021: Diagnostik‑Rechtsrahmen und institutionelle Verstetigung
Die AG Labor(diagnostik) wird 2021 vom Ad‑hoc‑Format zur Dauereinrichtung. Terminserien 06.05.–30.07.2021 (Konferenz‑ID 701648) [T2 p94/etc.] und 05.08.–07.10.2021 (Konferenz‑ID 703514) [T1 p4; T2 p27/69/73/83] laufen wöchentlich donnerstags 13:30 – 16:00 Uhr; eine Kette bestätigt neue Einwahldaten „AG Labor (GK)” [T2 p94/189; 30.04.2021].
Inhaltlich dominieren:
PCR‑Kapazitäten: Rundmails „Rückmeldung bis morge er AG Labor zur Sicherstellung PCR‑Kapazitäten” [T1 p438]. Später (06.01.2022) eskalieren PCR‑Priorisierungsdebatten auf die Ebene mehrerer Ressortsvertreter [V93 p85; T1 p325‑329; 06.01.2022; „Überlegungen bezüglich der Priorisierung von PCR Testungen”].Test‑Verordnungsänderungen: „Anpassung der TestV” und Nachfragen zu „Missverständliche Verlinkung in TestV” – „Der Link aus der TestV führt nämlich nach wie vor auf die Seite mit den Laientests” [T2 p292; undatiert‑nachgereicht].
Länderkoordination: „Rückmeldung aus Berlin zur erun[…]” – die Berliner Senatsverwaltung meldet die Auslieferung von Roche‑Selbsttests durch den Logistiker des Landes [T2 p364; undatiert‑nachgereicht].
Parallel läuft eine kontinuierliche BfArM‑Berichts‑Serie zu Diagnostik‑adjazenten Themen weiter.
7. Herbst 2021 – Frühjahr 2022: Der Therapeutika‑Schub (Molnupiravir, Paxlovid, Impfpflicht)
Wissenschaftlicher Kontext zu den nutzlosen Produkten:
Ab Oktober 2021 verdichten sich die Therapeutika‑Bewertungen. Der Bestand belegt eine intensivierte firmenseitige Interaktion:
07.04.2021 – „Initiativbericht: EC‑Präsentation zu Molnupiravir” [BER p1737]
11.10.2021 – „Neue Daten Molnupiravir (MSD)” [BER p1055]
15.10.2021 – „GmbH zu Molnupiravir” [BER p26]
25.10.2021 – „Molnupiravir – Follow up Labelling exemptions” – MSD wendet sich direkt an BfArM/BMG mit Bezug auf ein Gespräch am 14.10.2021: „…möchten wir gerne näher auf die Möglichkeiten für das Produktlab[elling]” [BER p1844; 25.10.2021].
28.10.2021 – „MSD Sharp & Dohme GmbH zu Molnupiravir” (Initiativbericht) [BER p1841].
24.11.2021 – Doppelrunde „Bericht: Prüfung und Bewertung des Arzneimittels Lagevrio der Firma MSD” / interne Weiterleitung [BER p65; 24.11.2021].
13.12.2021 – „Bewertung Lagevrio®” [BER p666] und „Patienteninformation Lagevrio® (Molnupiravir)” [BER p1082].
12.05.2022 – „Lagevrio (Molnupiravir)” (Initiativbericht mit späteren Daten) [BER p1717].
Paxlovid parallel:
[BER p1923f]
29.11.2021 – „vergleichende Bewertung zu Paxlovid® von Pfizer” [BER p318].
23.12.2021 – „Initiativbericht: §3 Abs. 2 MedBVSV Paxlovid” – die BfArM‑Bewertung zur nationalen Sonderzulassung nach Medizinischer‑Bedarf‑Versorgungssicherstellungs‑Verordnung [BER p1570].
06.05.2022 – „Bericht: Paxlovid Negativ‑Studien‑Ergebnis” [BER p1111].
01.07.2022 – „Bericht: Wechselwirkungen Paxlovid” [BER p1472].
25.11.2022 – „Bericht: Paxlovid – Ergebnisse zu Long/Post‑COVID” [BER p1102].
Der Kern der Molnupiravir/Paxlovid‑Kette zeigt, dass BfArM zeitgleich zu EMA‑Rolling‑Reviews detaillierte deutsche Fachbewertungen an das BMG liefert und dass Herstellerkommunikation direkt in diese Bewertung eingespeist wird (MSD‑Gespräch 14.10.2021).
Am 11.02.2022 koppelt sich der Bestand kurz an die parlamentarische Ebene: „Bericht: Gesetzentwurf aktuell – Impfpflicht” [BER p687]. Es ist der einzige Impfpflicht‑Beleg im gesamten Bestand – konsistent damit, dass der Datensatz nicht die Impfstoffpolitik, sondern die BfArM‑Diagnostik‑ und ‑Therapeutika‑Spur abbildet.
8. Sommer 2022: Sabizabulin und die neue Fachkoordination
Am 13.07.2022 startet mit dem Initiativbericht „Sabizabulin” ein charakteristischer neuer Vorgang [BER p1; 13.07.2022].
Sabizabulin (auch VERU-111 genannt) ist ein experimenteller Arzneistoff und Mitosehemmer, der als oraler Mikrotubuli-Disruptor wirkt.
Fortsetzung am 09.08.2022 als vergleichender Bericht „Wirkstoffe Sabizabulin und Bebtelovimab als Therapeutika gegen Covid‑19” [BER p1140] und Update am 24.02.2023: „Update zum Art. 18 Verfahren Sabizabulin” [BER p33]. Damit ist der EMA‑Artikel‑18‑Pfad für einen Notfallmechanismus explizit im BMG dokumentiert.
Der Sabizabulin‑Titel des Sammelbandes („Oral Sabizabulin for High‑Risk, Hospitalized Adults with Covid‑19: Interim Analysis”, laut PDF‑Metadaten Seite 1 des Dokuments) ist damit kein Zufallsartefakt der Freigabe, sondern spiegelt einen Vorgang, der in der Berichtspipeline BfArM → BMG substantiell verankert war.
9. 2023: Übergang zum Endemie‑Modus – ZEPAI übernimmt
Am 03.11.2023 wechselt der Bestand institutionell erkennbar: „Gemeinsamer Bericht ZEPAI/BfArM zu JPA Remdesivir” – zum ersten Mal wird ein regulär als BfArM‑Berichtssache behandelter Vorgang gemeinsam von ZEPAI und BfArM an das BMG gerichtet [BER p1531; 03.11.2023; Weiterleitung 12:25 mit Bitte, „dies der Vollständigkeit halber” nachzureichen]. ZEPAI (Zentrum für Pandemie‑Impfstoffe und ‑Therapeutika am PEI) tritt damit als Regulatorische‑Koordinations‑Instanz sichtbar in Erscheinung.
Weitere Vorgänge dieses Jahres:
13.02.2023 – „Initiativbericht: Paxlovid®” [BER p1869].
24.02.2023 – Sabizabulin‑Update (s. o.).
10. 2024: HERA, Paxlovid, und ein ungewöhnlich sprechendes Ministeriumszitat
April 2024 – November 2024:
19.04.2024 – „Bericht: Paxlovid” (routinemäßiges BfArM‑Update) [BER p1145].
04.11.2024 – „Bericht: Bitte um Zuarbeit für HERA Anfrage” – erstmals wird eine formale Zuarbeit für die europäische HERA (Health Emergency Preparedness and Response Authority) angefordert [BER p419].
14.11.2024 – „Bericht: Anfrage der HERA zu einer gemeinsamen Beschaffung von Paxlovid®” – der finale Bericht wird über ZEPAI („ZEPAI I Regulatory Coordination”, [email protected]) an das BMG geliefert [BER p45; 14.11.2024, 17:26].
15.11.2024 – „WG: Bericht: Anfrage der HERA zu einer gemeinsamen Beschaffung von Paxlovid®” – interne Weiterleitung zur Kenntnis [BER p45; 13:24].
15.11.2024 – „Beschaffung von Paxlovid®” – eine bemerkenswert offene interne Bemerkung: „Fyi Der letzte Satz ist in seiner Ironie kaum zu toppen. Ich bin echt froh, dass wir das ZEPAI haben…” [BER p45; 15.11.2024, 15:33].
Diese drei Nachrichten liegen auf derselben PDF‑Seite (BER p45) und lassen sich unmittelbar prüfen. Sie belegen, dass Ende 2024 eine erneute gemeinsame Paxlovid‑Beschaffung auf EU‑Ebene über die HERA angestoßen wurde, dass ZEPAI die deutsche Regulierungsstellungnahme koordinierte – und dass die BfArM‑interne Bewertung der HERA‑Anfrage nicht ohne Ironie kommentiert wurde.
11. Ausklang: 28. Februar 2025
Der letzte datierbare Vorgang stammt vom 28.02.2025: Betreff mit ausdrücklichem Rückbezug „hier mit Bezug zur ersten Auswertung (Preprint) vom 14.12.2024” [BER p914; 28.02.2025]. Der Bestand endet damit im Bereich einer noch laufenden Studienauswertung – kein förmlicher Abschluss, sondern das Ende des Freigabezeitraums.
12. Übergreifende Muster
Berichtspipeline BfArM‑Leitungsbüro → BMG als organisierendes Rückgrat des Sammelbandes „Covid‑Berichte” (179 datierte Vorgänge), meist mit dem Standardanschreiben aus dem Präsidentenbüro Broich .
Referat 93 (BfArM) ist der zentrale operativ‑diagnostische Kontaktpunkt gegenüber vier BMG‑Referaten (614 Infektionskrankheiten, 123 Medizinprodukterecht, 113 Blut/Sera/Impfstoffe, 611 Gesundheitssicherheit); Kern ist die AG Labor(diagnostik) mit stabiler Donnerstags‑Taktung ab Frühjahr 2021 .
Sonderzulassungen und §3 Abs. 2 MedBVSV sind das wiederkehrende Rechtsinstrument – von Antigen‑POCT (11.2020) über Laien‑Selbsttests (02.2021) bis Paxlovid (12.2021) [V93 p73; T2 p400; T2 p406; BER p1570].
Direkte Herstellerkontakte sind belegt (MSD‑Rückmeldung „Molnupiravir – Follow up Labelling exemptions” mit Bezug auf ein BfArM‑BMG‑Gespräch am 14.10.2021) [BER p1844; 25.10.2021]; sie sind selten, aber substantiell.
Politische Nachfragen (Bundestag/Länder) werden über BfArM‑Fachberichte technisch beantwortet – exemplarisch die Ivermectin‑Kette Frühjahr 2021 und die Berliner Roche‑Auslieferung [BER p1760/1776; T2 p364].
Institutionelle Verschiebung 2023/2024: ZEPAI übernimmt die regulatorische Koordination als sichtbare Nebeninstanz zum BfArM, HERA wird 2024 zum externen Auslöser [BER p1531; 03.11.2023] [BER p45; 14./15.11.2024].
Der Bestand ist nicht die Impfstoffbeschaffungsspur. BioNTech, Comirnaty, EU‑Advance‑Purchase‑Agreements, Steering Board oder JNT‑Verhandlungen tauchen im Datensatz nicht auf. Für diese Spuren sind die parallelen EU‑FOI‑Dokumente heranzuziehen. Die vorliegende Sammlung dokumentiert stattdessen präzise die Diagnostik‑ und Therapeutika‑Bewertung – eine institutionell eigenständige Achse der pandemischen Regulierung.
Unterstützungsmöglichkeiten:
Bücherwunschzettel: https://www.amazon.de/registries/gl/owner-view/30LG3DJ4ET90L?ref_=list_d_gl_lfu_nav
Andere Unterstützungsmöglichkeiten für Holgers und meine Forschung:
Konto für Unterstützung für das Projekt Scan 2000
Dr. Merse DE34 4305 0001 0302 7851 75 Sparkasse Bochum
Horst Reissner: IBAN DE51 4401 0046 0406 4514 67
Dr. S. Stebel: https://ko-fi.com/einmalmitprofisarbeiten
Paypal: [email protected]
Kommunikation des BfArM bezüglich COVID assoziierter Themen mit WHO, BMG und Kanzleramt. (n.d.). https://fragdenstaat.de/anfrage/kommunikation-des-bfarm-bezueglich-covid-assoziierter-themen-mit-who-bmg-und-kanzleramt/#nachricht-1148078
DocCheck, M. B. (n.d.). Sabizabulin – DocCheck Flexikon. DocCheck Flexikon. https://flexikon.doccheck.com/de/Sabizabulin







