Wozu der geheime Besuch des CIA-Direktors in Moskau?

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Der Dienstag war in Moskau ein interessanter Tag. Russische Medien meldeten am Morgen unter Berufung auf Flightradar, ei...

anti-spiegel.ru📅 26.08.2026
Nur „Kontaktpflege“?

Wozu der geheime Besuch des CIA-Direktors in Moskau?

Am Dienstag ist ein US-Militärflugzeug in Moskau gelandet und später wurde bekannt, dass der CIA-Direktor an Bord war. Der Kreml erklärte zunächst, nichts über das Flugzeug zu wissen, um danach den Besuch des CIA-Direktors zu bestätigen, der der „Kontaktpflege“ zwischen den Geheimdiensten gegolten habe.

Der Dienstag war in Moskau ein interessanter Tag. Russische Medien meldeten am Morgen unter Berufung auf Flightradar, ein um 7.50 Uhr in Riga gestartetes US-Militärflugzeug vom Typ Boeing C-17 Globemaster III sei um 9.04 Uhr auf dem Moskauer Flughafen Vnukovo gelandet. Zwei Tage zuvor sei die Maschine von der Airbase Andrews, wo auch die Flugzeuge des US-Präsidenten stationiert sind, nach Riga gestartet.

In russischen Medien begannen daraufhin Spekulationen, was es mit diesem Flug auf sich haben könnte, zumal neben dem Flugzeug ein Konvoi aus Fahrzeugen der US-Botschaft gesehen wurde. Wer war in dem Flugzeug? Was war der Zweck der Reise?

Da die Reise unter absoluter Geheimhaltung stattfand, schließlich hatten weder die USA noch Russland irgendetwas darüber verlauten lassen, zeigte dieser Fall ganz nebenbei mal wieder auf, wie unsinnig die Behauptungen im Westen sind, die russischen Medien seien streng kontrolliert und stünden unter totaler Kontrolle der Regierung, denn weisungsgebundene Medien hätten kaum als erste einen Geheimbesuch öffentlich gemacht.

Später an dem Tag meldete eine CBS-Korrespondentin dann, dass der CIA-Chef nach Moskau gereist sei, und die Washington Post meldete, Kremlsprecher Peskow habe erklärt, „der Kreml habe keine Informationen über das US-Militärflugzeug, das auf dem Moskauer Flughafen Vnukovo gelandet sei“.

Was auch immer der Zweck des Besuches gewesen sein, mag er dauerte nicht lange. Schon kurz vor 18.00 Uhr wurde gemeldet, das Flugzeug habe Moskau verlassen und um kurz vor 19.00 meldete die TASS, dass es wieder in Riga gelandet ist.

Am Mittwochmorgen hat die TASS unter Berufung auf die Washington Post gemeldet, Kremlsprecher Peskow habe erklärt, der Besuch des CIA-Chefs habe der Kontaktpflege zwischen den Geheimdiensten gedient. Mittags bestätigte Peskow gegenüber russischen Journalisten, Putin sei umgehend über den Besuch und die geführten Gespräche informiert worden.

Da bisher so wenig über den Besuch des CIA-Direktors bekannt ist, will ich noch nicht über mögliche Gründe des Besuches spekulieren. Stattdessen übersetze ich noch eine Zusammenfassung der TASS über die bisher bekannten Einzelheiten.

Beginn der Übersetzung:

Wozu der CIA-Direktor Moskau besucht hat und was über John Ratcliffes Besuch bekannt ist

Die TASS berichtet über den Besuch des Chefs des amerikanischen Geheimdienstes in der russischen Hauptstadt.

Am 25. August richtete sich die Aufmerksamkeit der russischen und internationalen Medien auf ein amerikanisches Militärtransportflugzeug vom Typ Boeing C-17A Globemaster III. Laut Quellen startete die Maschine vom Luftwaffenstützpunkt Andrews nahe Washington, D.C., und flog über Riga nach Moskau. „Das Flugzeug steuerte die russische Grenze an“, so eine Quelle der TASS.

Laut Online-Flugverkehrsüberwachungsdaten landete die Globemaster III gegen 10:00 Uhr Moskauer Zeit in der russischen Hauptstadt. CBS-News-Korrespondentin Jennifer Jacobs berichtete auf X, dass John Ratcliffe, Direktor der Central Intelligence Agency (CIA), an Bord war. Jacobs behauptete, Ratcliffe sei zu Besprechungen nach Russland gereist. Axios berichtete Ähnliches. Die CIA hat eine Anfrage der TASS nach einer Bestätigung noch nicht beantwortet.

Gegen 18:50 Uhr Moskauer Zeit startete die Maschine in entgegengesetzter Richtung. „Die amerikanische Boeing C-17A Globemaster III drang über den Punkt OPOKA an der russischen Grenze in den lettischen Luftraum ein und landete anschließend auf dem Flughafen Riga“, teilte eine Quelle der EU-Flugsicherung der TASS mit.

Reaktionen auf den Besuch

Nachdem die Nachricht von Ratcliffes Besuch in Moskau bekannt wurde, legte der russische Aktienmarkt im Haupthandel um mehr als 2,4 Prozent zu. Laut Daten der Moskauer Börse lag der Moskauer Börsenindex um 17:00 Uhr Moskauer Zeit, also vor Bekanntwerden der Ankunft des CIA-Chefs, bei 2.084,76 Punkten, ein Plus von 0,65 Prozent, während der RTS-Index um 0,65 Prozent auf 788,52 Punkte gestiegen war. Um 17:34 Uhr Moskauer Zeit stieg der Moskauer Börsenindex auf 2.121,09 Punkte (plus 2,41 %), während der RTS-Index bei 802,27 Punkten (ebenfalls plus 2,41 %) notierte.

Die Abgeordnete Anna Paulina Luna (Republikanerin aus Florida) begrüßte Berichte über Ratcliffes Russlandreise. „Der CIA-Direktor leistet Großartiges für die USA“, schrieb die US-Politikerin auf X und fügte ein Bild einer Friedenstaube hinzu. Im März 2026 hielt eine Delegation der Staatsduma auf Lunas Einladung Arbeitstreffen in Washington ab. Damit wurde der seit Jahren eingefrorene interparlamentarische Dialog zwischen den USA und Russland effektiv wieder aufgenommen.

Die Republikanerin hatte Ratcliffes Arbeit bereits zuvor gelobt. Im März 2026 kommentierte sie Berichte über die Manipulation von Geheimdienstinformationen durch die vorherige US-Regierung und erklärte, das habe zur Verschlechterung der Beziehungen zu Russland geführt. „Hervorragende Arbeit, CIA-Direktor John Ratcliffe und Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes Tulsi Gabbard (die das Amt von 2025 bis 2026 innehatte, Anm. TASS), Sie haben Licht auf das geworfen, was heute als der prominenteste Korruptionsskandal in der Geschichte der amerikanischen Regierung gilt“, bemerkte Luna.

Der CIA-Direktor

Ratcliffe ist 60 Jahre alt. Im Mai 2020 übernahm er das Amt des Direktors des Nationalen Nachrichtendienstes und schied am 20. Januar 2021 nach dem Abschied Donald Trumps aus dem Weißen Haus aus. Am 23. Januar 2025 wurde er von Trump zum CIA-Direktor ernannt.

Politische Beobachter ordnen Ratcliffe dem rechten Flügel der Republikanischen Partei zu. Er hat sich für eine strengere Einwanderungspolitik und ein Einreiseverbot in die USA für Bürger mehrerer (vorwiegend muslimischer) Länder ausgesprochen. Ratcliffe bezeichnete China wiederholt als größte Bedrohung für die Interessen der USA und forderte, Peking für die „Verschleierung des Ursprungs von COVID-19“ und der Umstände seiner Ausbreitung zu „bestrafen“ sowie China das Recht zu entziehen, die Olympischen Winterspiele 2022 zu veranstalten. Als die Demokraten im Kongress Donald Trump während seiner ersten Amtszeit einer „Verschwörung“ mit Russland beschuldigten, unterstützte Ratcliffe den Präsidenten und kritisierte die Arbeit des Sonderermittlers Robert Mueller, der die Ermittlungen gegen ihn leitete.

Anfang August beschrieb „The Atlantic“ John Ratcliffe als Befürworter des Austauschs von Geheimdienstinformationen mit Kiew, die unter anderem für Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur genutzt werden könnten. „Laut amerikanischen und ukrainischen Quellen liefern die USA weiterhin unentgeltlich Geheimdienstinformationen, darunter Datenpakete zur Planung gezielter Angriffe auf russische Militärstellungen in der Ukraine und Energieinfrastruktur in Russland“, hieß es in dem Magazin.

Im März 2026 merkte Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, an, dass Russland den USA regelmäßig Signale über die Unzulässigkeit der Übergabe von Geheimdienstinformationen an das Kiewer Regime sende, die die ukrainischen Streitkräfte zur Bekämpfung von Zielen innerhalb Russlands nutzen. Laut Sacharowa reagiert die amerikanische Seite darauf üblicherweise entweder mit allgemeinen Aussagen oder schweigt gänzlich.

Kommentare des Kreml

Am darauffolgenden Tag erklärte Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, gegenüber der „Washington Post“, dass John Ratcliffes Reise nach Moskau am Dienstag im Zusammenhang mit Kontakten zwischen den Geheimdiensten beider Länder gestanden habe. Laut der Zeitung sei es, wie sie den Kremlsprecher zitierte, um „Kontakte zwischen Geheimdiensten“ gegangen. Die „Washington Post“ berichtet, dass der Sprecher des russischen Präsidenten keine weiteren Details zu der Reise preisgegeben habe.

In einer Stellungnahme gegenüber der TASS stellte Peskow klar, dass keine Kontakte zwischen dem CIA-Direktor und dem russischen Präsidenten geplant gewesen seien.

Geheimdienstkontakte

Im Juni 2026 erklärte Sergej Naryschkin, Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, gegenüber der TASS, dass die Kontakte zur CIA bezüglich der Ukraine fortgesetzt würden. „[Die Kontakte zur CIA] bestehen, sie sind nicht mehr so ​​intensiv wie mit dem Vorgänger, aber sie bestehen“, sagte er auf entsprechende Nachfrage. Eine ähnliche Bestätigung gab er im Frühjahr 2026 ab.

Am 11. März 2025 führte Naryschkin ein Telefongespräch mit Ratcliffe. Das Pressebüro des SWR teilte mit, dass das Gespräch die Zusammenarbeit der beiden Geheimdienste in Bereichen von gemeinsamem Interesse und im Krisenmanagement erörtert habe und dass man sich darauf geeinigt habe, regelmäßige Kontakte zwischen den Geheimdienstdirektoren aufrechtzuerhalten, um die internationale Stabilität und Sicherheit zu fördern und die Konfrontation zwischen Moskau und Washington zu verringern.

Im Juni 2025 berichtete der Chef des SWR dem Journalisten Pawel Sarubin von WGTRK von einem Telefongespräch mit Ratcliffe. „Ich habe mit meinem amerikanischen Amtskollegen telefoniert und wir haben uns die Möglichkeit vorbehalten, jederzeit zu telefonieren und über Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse zu sprechen“, sagte er. In einem Interview mit der TASS bezeichnete er das Gespräch als konstruktiv: „Daher schließe ich nicht aus, dass es irgendwann auch ein Treffen geben kann.“

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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