Die drei CAS Nummern von Methylenblau

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Die CAS Nummer hat nichts mit Reinheit zu tun.

drbine.substack.com📅 18.03.2026

Das ich immer wieder gefragt werde, was USP, Pharmaqualität und CAS ist, hier die Zusammenfassung:

CAS = Chemical Abstracts Service ist ein internationaler Bezeichnungsstandard für chemische Stoffe. Die CAS Nummer ist eindeutig einer Substanzvariante zugewiesen. Jede Chemikalie hat somit eine oder mehrere CAS Nummer. Es gibt keine Chemikalien ohne CAS Nummer, sonst könnte man sie gar nicht bestellen.

Methylenblau hat drei CAS Nummern.

Von der CAS Nummer zu unterscheiden ist die ECHA-Nummer, die etwas über die Registrierung in der EU aussaugt. Nicht in der EU registrierte Chemikalien (wie die Lipide der Plörre), fehlt die ECHA-Nummer (auch EG-Nummer genannt). Die ECHA-Nummer ist ein siebenstelliger Identifikator, der von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zur eindeutigen Kennzeichnung von Stoffen unter REACH/CLP vergeben wird. Die ECHA Nummer ist nur eine Europäische Sonderwurst und im Rest der Welt irrelevant. Man such Chemikalien immer anhand der CAS.

Eine Pharmacopeia (deutsch: Pharmakopöe oder Arzneibuch) ist ein amtliches, gesetzlich verbindliches Nachschlagewerk, das Qualitätsstandards für Arzneimittel und deren Inhaltsstoffe festlegt.

Die am häufigsten referenzierten Parmacopeias sind

  1. Ph. Eur. (European Pharmacopoeia): Herausgegeben vom EDQM (Europarat), verbindlich in 39 europäischen Staaten.

  2. USP (United States Pharmacopeia): Das Standardwerk der USA mit globaler Vorbildfunktion.

  3. JP (Japanese Pharmacopoeia): Das offizielle Arzneibuch Japans.

Die Lipide der Plörre sind weder USP, noch PH. Eur oder JP weil es da noch gar keine USP Vorgaben gibt. Bei USP ist man aktuell in der dritten Runde des diskutierens.

Für Methylenblau gibt es folgende drei CAS Nummern.

61-73-4: C16 H18 Cl N3 S, MW: 319.85

122965-43-9: C16 H18 N3 S. Cl.xH2O

7220-79-3: Methylene Blue Trihydrate, C16 H18 N3 S . Cl . 3 H2 O, MW: 373.898

Die CAS allein reicht, die Chemikalie online/im Katalog zu finden. Das ist auch der Sinn dieser Nummer.

Die ECHA Nummer lautet:

97130-83-1: C16 H18 Cl N3 S, MW: 319.852

Die CAS Nummer sind unterschiedliche, weil es Methylenblau mit unterschiedlichen Mangen an Kristallwasser gibt.

Kristallwasser ist Wasser, das in die feste Kristallstruktur eines Stoffes eingebaut ist. Es handelt sich dabei nicht um „Feuchtigkeit“ (wie bei einem nassen Schwamm), sondern um Wassermoleküle, die in einem festen Zahlenverhältnis fest mit den Ionen oder Molekülen des Stoffes verbunden sind. Man hat es somit biologisch auch mit Grenzflächeneffekten oder “informiertem” Wasser zu tun.

Methylenblau gibt es ohne Kristallwasser und mit zwei verschiedenen Mengen an Kristallwasser. Methylenblau ohne Kristallwasser ist am günstigsten, das mit Kristallwasser ist deutlich teurer.

Methylenblau ist also immer Methylenblau, nur eben mit oder ohne Kristallwasser.

Wichtig ist nur eines: Die Substanz muss nach

a) USP oder

b) Pharmacopeia EU oder

c) japanese Pharmacopeia oder

d) nach den Vorgaben irgend einer andere Pharmacopeia irgendwo auf der Welt hergestellt sein. Es gibt dabei keine nationalen Grenzen, es muss nur angegeben sein, auf welches Arzneimittelhandbuch man sich bezieht.

USP Reinheit bezieht sich dabei jeweils auf die chemische Substanz, nicht auf den Hersteller. Für die Begutachtung einer Firma sind die jeweiligen Behörden wie FDA oder EMA zuständig, das sollte man unterscheiden können. Fällt eine Firma durch eine FDA Begutachtung wird ein Form 483 herausgegeben. Aber selbst eine Form 483 hat aktuell kaum Folgen für die betroffene Firma, wenn sie schwört, das Problem nach bestem Wissen und Gewissen zu beheben.

USP bedeutet einfach nur, dass eine Substanz nach den Reinheitsvorschriften der americanischen Pharmacopeia hergestellt wurde und nicht nach jenen der japanischen oder europäischen Pharmacopeia.

Nicht USP, Ph. Eur oder JP Chemikalien sind reine Laborchemikalien und NICHT für die Anwendung in Lebewesen geeignet. Nicht USP Methylenblau ist nur zum färben von Stoffen oder zum Mikroskopieren geeignet!

Ob das Methylenblau somit mit oder ohne Kristallwasser ist, ist chemisch vollkommen unerheblich, solange es sich um eine Arzneimittelbuchvariante handelt. Biologisch jedoch wurde mir mehrfach berichtet, dass das Methylenblau mit Kristallwasser besser wirken würde.

Beim Einwiegen muss man jedoch darauf achten, dass man bei molaren Berechnungen das Kristallwasser mit berechnet.

Mit oder ohne Kristallwasser kann die Löslichkeitseigenschaften und Verarbeitungseigenschaften einer Substanz beeinflussen. Es kann also biologisch-chemische oder verfahrenstechnische Gründe geben, eine Variante zu bevorzugen.

Methylenblau in Wasser aufzulösen ist theoretisch denkbar einfach, das kann jeder (der danach damit leben kann, dass die elektrostatischen Partikel anschließend irgendwo, Tage später, in der Wohnung auftauchen können und blaue Flecken hinterlassen). Jedem steht es frei, sich entsprechendes Methylenblaupulver nach USP oder Pharm. EU. zu kaufen, mit einer Feinwaage einzuwiegen, sich die Flaschen zu kaufen und anschießend die Flecken zu schrubben.

Das Erstellen einer 1% Lösung lernt man in der Schule im Chemieunterricht. Vor 100 Jahren wurden auch 2% Lösungen verwendet, daneben auch Kapseln oder Oblaten.

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