Der Spiegel und der Drohnenvorfall von Leipzig

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Auf dem Leipziger Flughafen hat ein Busfahrer in der Nacht zum 5. August in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine e...

anti-spiegel.ru📅 08.08.2026
Propaganda

Der Spiegel und der Drohnenvorfall von Leipzig

Auf dem Leipziger Flughafen wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne gefunden und natürlich zeigen die Medien mit dem Finger auf Russland, dabei sprechen alle bekannten Details gegen eine Verbindung nach Russland. Das stört Medien wie den Spiegel aber nicht, die ihre Leser mal wieder desinformieren.

Auf dem Leipziger Flughafen hat ein Busfahrer in der Nacht zum 5. August in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine eine mit Sprengstoff beladene Drohne unschädlich gemacht und Politik und Medien in Deutschland sind im Panikmodus. Der neu eingerichtete Nationale Sicherheitsrat tagte in einer Sondersitzung, der Bundesinnenminister ist aus dem Urlaub mach Leipzig geeilt und die üblichen anti-russischen Kriegstreiber tun so, als sei Russlands Täterschaft bereits erwiesen. Aber was ist tatsächlich passiert?

Der Drohnenvorfall

Der Busfahrer hat die Drohne am Dienstagabend kurz vor Mitternacht in der Nähe der Start- und Landebahn „Südpiste“ entdeckt, wo sie in niedriger Höhe schwebte. Er brachte sie mit einem Tritt zum Absturz und sie blieb am Boden liegen. Danach wurde festgestellt, dass sie ein Paket mit Sprengstoff geladen hatte, allerdings war der Zünder kaputt.

Das klingt natürlich so, als habe jemand mit der Drohne einen Anschlag geplant, der möglicherweise den dort geparkten ukrainischen Transportflugzeugen vom Typ An-124 galt, die heute wohl auch für die NATO Transportflüge absolvieren. Aber es gibt ein Detail, das die Geschichte von dem versuchten Anschlag stört, denn beispielsweise in der FAZ konnte man lesen:

„Das mit Sprengstoff beladene Gerät war zu diesem Zeitpunkt offenbar schon mehrere Stunden im Sicherheitsbereich des Flughafens. Ermittler haben die Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet. Daraus ergibt sich nach Informationen der F.A.Z., dass die Drohne schon um 19.28 Uhr auf das Flughafengelände flog und auf dem Vorfeld landete.“

Das bedeutet, dass die Drohne schon über vier Stunden auf dem Flugplatz umhergeflogen ist, als der Busfahrer sie entdeckte. Wäre dies der Versuch eines Anschlags gewesen, hätte die Drohne längst ihr Ziel angegriffen, anstatt über vier Stunden darauf zu warten, entdeckt zu werden. Und wäre dies der Versuch eines Anschlags gewesen, aber die Täter haben bemerkt, dass der Zünder nicht funktioniert hat, hätten sie Drohne wegfliegen lassen, anstatt sinnlos vier Stunden auf dem Flugplatz herumzufliegen, was ja das Risiko einer Entdeckung und die Gefahr birgt, dass die Drohne den deutschen Behörden unbeschädigt in die Hände fällt, was es recht leicht machen würde, sie zu untersuchen und die Herkunft der Drohne zu bestimmen.

Dies war also offenbar eine klassische False-Flag-Operation, deren Ziel es war, dass die Drohne gefunden wird, damit man dann einen entsprechenden anti-russischen Medienhype organisieren kann. Dazu passt der kaputte Zünder, denn niemand wollte, dass die Drohne explodiert und auf dem Flugplatz etwas beschädigt und Menschen gefährdet.

Und diesen anti-russischen Medienhype erleben wir nun, denn alle Medien zeigen mit dem Finger auf Russland, die üblichen Kriegstreiber bezeichnen Russland als Täter und reden von einem hybriden Krieg, den Russland angeblich gegen Deutschland führt, während jedoch die Regierung und die Behörden ausdrücklich erklären, sie wüssten gar nicht, wer hinter dem Vorfall steckt – obwohl den Behörden nach inzwischen vier Tagen, in denen die unbeschädigte Drohne und ihre Ladung genau untersucht werden konnten, bekannt sein müsste, wessen Drohne das war.

Die Propaganda

Die Medien stellen es allerdings so dar, als sei alles klar, wie ich am Beispiel des Spiegel aufzeigen will. Der hat einen Tag nach dem Vorfall unter der Überschrift „Sprengstofffund am Flughafen Leipzig – Die Drohne war eine fliegende Bombe“ einen langen Artikel veröffentlicht, der Russland als Täter darstellt. Natürlich wird in dem Artikel nicht erwähnt, dass die Drohne über vier Stunden auf dem Gelände des Flugplatzes herumgeflogen ist, ohne irgendein Ziel angegriffen zu haben, stattdessen schreibt der Spiegel beispielsweise:

„Der Vorfall lässt Dramatisches befürchten: Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 überzieht Russland Europa mit einer beispiellosen Sabotagekampagne. Im Visier sind unter anderem Rüstungsunternehmen, Drohnenhersteller und kritische Infrastruktur.“

Was hier verschwiegen wird, ist, dass kein einziger der angeblichen Vorfälle Russland zugeordnet werden konnte, dafür hat sich bei vielen angeblich russischen Aktionen hinterher jedoch herausgestellt, dass Russland damit nichts zu tun hatte. Der Kriegstreiber Roderich Kieswetter beispielsweise hat nach dem Vorfall von Leipzig auf X dieses Bild des einflussreichen US-Thinktanks International Institute for Strategic Studies (IISS) veröffentlicht, um die angeblichen hybriden Angriffe Russlands zu belegen.

Allerdings belegt dieses Bild rein gar nichts, denn wer sich die Legende anschaut, der stellt fest, dass sogar das explizit anti-russische IISS eine russische Beteiligung an den Vorfällen als „Realistically possible“ (Realistisch möglich), „Likely“ (Wahrscheinlich), „Highly likely“ (Sehr wahrscheinlich) und „Almost certain“ (Fast sicher) bezeichnet. Mit anderen Worten: Das sind unbelegte Vorwürfe gegen Russland, die die Medien brav zitieren, während nicht ein einziger Vorfall tatsächlich Russland zugeordnet werden konnte. Trotzdem schreiben deutsche Medien wie der Spiegel, Russland überzieheEuropa seit „Februar 2022 mit einer beispiellosen Sabotagekampagne“. Was haben solche unwahren Tatsachenbehauptungen (man könnte auch „Lügen“ sagen) mit Journalismus zu tun?

Um davon abzulenken, dass kein einziger Vorfall Russland zugeordnet werden konnte und seinen Lesern stattdessen zu suggerieren, dass Russland verantwortlich ist, schreibt der Spiegel in seinem Artikel als nächstes:

„Auch der Flughafen Leipzig entging bereits 2024 womöglich nur knapp einer Katastrophe. In einem DHL-Logistikzentrum geriet ein Luftfrachtpaket in Brand. Es entzündete sich nur nicht während des Flugs, weil die Maschine, die damit beladen werden sollte, Verspätung hatte. Die Ermittlungen ergaben, dass in dem Paket ein Brandsatz versteckt war. Die Tat soll von Russland in Auftrag gegeben und von sogenannten Wegwerfagenten ausgeführt worden sein. Derzeit müssen sich fünf Personen deswegen in Litauen vor Gericht verantworten. Von dort war das Paket verschickt worden.“

Das klingt überzeugend, nur verschweigt der Spiegel hier wieder das Wichtigste, worüber er vor knapp einem Jahr noch berichtet hat (Hervorhebung von mir):

„Insgesamt werde gegen 15 Personen aus Russland, Litauen, Lettland, Estland und der Ukraine ermittelt. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Vilnius sollen die Verdächtigen im Auftrag des russischen Geheimdienstes Pakete mit selbst gebauten Sprengsätzen über Kurierdienste in andere EU-Länder und nach Großbritannien versandt haben.“

Es gibt auch hier keine Beweise gegen Russland, es gibt lediglich die Behauptung, die mutmaßlichen Täter sollen „im Auftrag des russischen Geheimdienstes“ gearbeitet haben, was aber nicht bewiesen ist und wobei nicht einmal mitgeteilt wird, welcher russische Geheimdienst das denn angeblich gewesen sein soll.

Der Spiegel trommelt für Krieg

Der Spiegel hat seit dem Vorfall täglich mindestens einen neuen Artikel darüber veröffentlicht, um die anti-russische Hysterie weiter anzuheizen. Am 6. August berichtete der Spiegel, der Generalbundesanwalt habe die Ermittlungen übernommen und am 7. August veröffentlichte der Spiegel einen Artikel mit der Überschrift „Gefahr aus der Luft – Diese Optionen hat Deutschland nach dem Drohnenvorfall in Leipzig“, der schon Kriegszenarien an die Wand malte. In der Einleitung hieß es:

„Die Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen versetzt Behörden und Politik in Alarmbereitschaft. Kann Deutschland den Bündnisfall ausrufen? Und was macht der Nationale Sicherheitsrat? Der Überblick.“

Obwohl offiziell noch immer niemand Russland auch nur indirekt beschuldigt, etwas mit dem Vorfall zu tun zu haben – das tun nur Kriegstreiber wie Kiesewetter, Strack-Zimmermann und Medien wie der Spiegel -, fabuliert der Spiegel bereits vom Bündnisfall, also vom Krieg der NATO gegen Russland. Offenbar sollen die Deutschen darauf eingestimmt werden, denn der Spiegel spricht in dem Artikel sowohl von der Aktivierung von Artikel 4 (Konsultationen) als auch Artikel 5 (Bündnisfall) des NATO-Vertrages, und er spricht auch von der Aktivierung von Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages, der ebenfalls gemeinsame Verteidigung festschreibt.

Offenbar kann es manchen in Deutschland heute nicht mehr schnell genug gehen mit einem heißen Krieg gegen Russland…

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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